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	<title>B Archives - Steuerberater Hannover</title>
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	<description>Oliver Bletgen &#38; Kollegen</description>
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	<title>B Archives - Steuerberater Hannover</title>
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		<title>Budgetierung</title>
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		<pubDate>Mon, 10 Dec 2018 00:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>BudgetierungInhaltsübersicht1.Überblick2.Die Budgetierung im Planungs-, Durchführungs- und Kontrollprozess3.Budgettechniken4.Der Budgetierungsprozess5.Dysfunktionen der Budgetierung1. ÜberblickSchon der Budgetbegriff (Budget) wird in der Betriebswirtschaftslehre und in der betrieblichen Praxis unterschiedlich interpretiert. Angelehnt an den Etatbegriff öffentlicher Finanzverwaltungen wird "Budget" häufig als reine Gegenüberstellung von Einnahmen und Ausgaben in Form eines Finanzplanes oder Etats interpretiert. Andere Auffassungen dehnen den Begriff auf die  [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://hannovers-steuerberater.de/controlling/budgetierung/">Budgetierung</a> erschien zuerst auf <a href="https://hannovers-steuerberater.de">Steuerberater Hannover</a>.</p>
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<div class="doc_headerline stw_headerline">
<h1 class="stw_titel">Budgetierung</h1>
</div>
</div>
</div>
<div class="stw_toc">
<h2 class="stw_toc_head">Inhaltsübersicht</h2>
<ol class="eingeb_num_liste">
<li>
<div class="eingeb_listnum">1.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld1.">Überblick</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">2.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld2.">Die Budgetierung im Planungs-, Durchführungs- und Kontrollprozess</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">3.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld3.">Budgettechniken</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">4.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld4.">Der Budgetierungsprozess</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">5.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld5.">Dysfunktionen der Budgetierung</a></div>
</li>
</ol>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld1.">1. Überblick</h2>
<p>Schon der Budgetbegriff (<a class="doklink" title="Budget" href="/controlling/236580">Budget</a>) wird in der Betriebswirtschaftslehre und in der betrieblichen Praxis unterschiedlich interpretiert. Angelehnt an den Etatbegriff öffentlicher Finanzverwaltungen wird &#8222;Budget&#8220; häufig als reine Gegenüberstellung von Einnahmen und Ausgaben in Form eines Finanzplanes oder Etats interpretiert. Andere Auffassungen dehnen den Begriff auf die gesamte <strong>Unternehmensplanung</strong> mit zahlreichen Einzelbudgets und Plangrößen aus.</p>
<p>Diese historisch gewachsenen unterschiedlichen Interpretationsweisen spiegeln sich auch bei den Erklärungen zum Begriff der Budgetierung wider. Die weiteste Auslegung geht dabei von einer völligen Gleichsetzung von Budgetierung und Planung aus. Eine große Zahl von Autoren wertet hingegen nur einzelne Planungsstufen und Planungsfristigkeiten (beispielsweise die Jahresplanung, die operative Planung oder die taktische Planung) als Synonym zum Budgetbegriff. Tatsächlich hat sich eine Meinung durchgesetzt, die von einer weit gehenden Übereinstimmung der Budgetierung einerseits und bestimmten Planungsstufen/Planungsfristen andererseits ausgeht.</p>
<p>Hier soll unter <strong>Budgetierung ein Prozess</strong> verstanden werden, der alle Aktivitäten im Rahmen der Erstellung, Genehmigung, Durchsetzung und Anpassung von Budgets umfasst. Als originäres Controlling-Instrument stellt die Budgetierung dabei ein wichtiges Abstimmungsinstrument des Managements mit dem Zwang zur Koordination und wechselseitiger Information dar. Anknüpfend am Merkmal der Planungsstufen wird dabei zwischen der operativen und strategischen Budgetierung unterschieden.</p>
<ul>
<li>
<p>Die <strong>operative Budgetierung</strong> beinhaltet die Aufstellung, Vorgabe und Kontrolle operativer Budgets. Sie umfasst damit die vollständige mengen- und wertmäßige Zusammenfassung der erwarteten und/oder gewollten Entwicklung der Unternehmung in der zukünftigen Planungsperiode (in der Regel ein Jahr).</p>
</li>
<li>
<p>Die <strong>strategische Budgetierung</strong> basiert auf Plänen zur langfristigen Existenzsicherung, die pro Verantwortungsbereich für die Planperiode aufgestellt werden. Die geplanten Ziele und Maßnahmen sind dabei &#8211; bezogen auf einen längerfristigen Zeitraum von drei, fünf oder zehn Jahren &#8211; vollständig in wertmäßige Größen zu überführen.</p>
</li>
</ul>
<p>Mit der Budgetierung sind besonders die folgenden Zielsetzungen verbunden:</p>
<ul>
<li>
<p>Eine wichtige Aufgabe der Budgetierung besteht darin, die zahlungsmäßigen Wirkungen der geplanten zukünftigen Maßnahmen abzuschätzen. Insoweit ist die Budgetierung eng mit der Finanzplanung verknüpft. Auf der Basis der einzelnen funktionalen Programmpläne wird hierbei der voraussichtliche Zahlungsmittelüberschuss bzw. Zahlungsmittelbedarf ermittelt.</p>
</li>
<li>
<p>Bezogen auf das gesamte Unternehmen soll die Budgetierung eine zentrale <strong>Koordinationsfunktion</strong> erfüllen, da die einzelnen Teilpläne im Rahmen des Budgetierungsprozesses aufeinander abgestimmt werden müssen.</p>
</li>
<li>
<p>Durch die Vorgabe von genau definierten Sollgrößen (Umsatz, Kosten, Erträge usw.), die es innerhalb der nächsten Planungsperiode einzuhalten bzw. zu erreichen gilt, setzen die einzelnen <a class="doklink" title="Budget" href="/controlling/236580">Budgets</a> Maßstäbe zur Leistungsmessung und üben damit eine <strong>Leistungs- und Kontrollfunktion</strong> aus. Da durch die Vorgabe von Soll-Budgets gleichzeitig bestimmte Erwartungen an das Verhalten der Budgetbetroffenen geknüpft werden, soll die <a class="doklink" title="Budgetierung" href="/controlling/236578">Budgetierung</a> auch der <strong>Verhaltenssteuerung</strong> dienen, indem sie zum Beispiel die Entscheidungsträger auf bestimmte Kostenziele verpflichtet und ihnen damit konkrete Handlungsorientierungen aufzeigt.</p>
</li>
</ul>
<h3 class="stw_hinweis_head">Hinweis:</h3>
<div class="stw_hinweis">
<p>In diesem Sinne wird die Budgetierung zeitweilig auch als Teil einer umfassenden <strong>Führungskonzeption</strong>, etwa in Form des <strong>Management by Objectives</strong> (MBO), verstanden. Eine solche Interpretation setzt jedoch voraus, dass sich die budgetierten Größen mit den Verantwortungs- und Einflussbereichen der jeweiligen Führungskräfte decken.</p>
</div>
<p>Durch die <strong>Zielvorgabefunktion</strong> von Budgets lassen sich die Anwendungsmöglichkeiten der Budgetierung bis hin zu <strong>Leistungsbeurteilungsinstrumenten</strong> erweitern. Durch die vorgegebenen, quantifizierten Planungsgrößen können am Ende der Planungsperiode (bei zeitlicher Aufspaltung der Ziele auch innerhalb der Planungsperiode) die Zielerreichungsgrade kontrolliert werden. Somit ermöglicht die Budgetierung eine direkte <strong>Leistungsüberprüfung</strong>, die sich bei entsprechendem Detaillierungsgrad bis auf einzelne Mitarbeiter erstrecken kann.</p>
<p>Soll mit der Budgetierung die <strong>Motivation</strong> von Mitarbeitern gesteigert werden, ist das Setzen von realistischen Zielen sowie eine ursachengerechte Budgetkontrolle eine elementare Voraussetzung. Der Budgetierung können nämlich nur dann positive Motivationswirkungen zugesprochen werden, wenn sich die beteiligten Mitarbeiter mit den geplanten Zielen identifizieren können. Eine solche Identifikation kann jedoch nur erwartet werden, wenn die Zielvorgaben partizipativ erarbeitet werden und die Budgets als Rahmenplan verstanden werden, innerhalb dessen eigenverantwortlich entschieden und gehandelt werden kann.</p>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld2.">2. Die Budgetierung im Planungs-, Durchführungs- und Kontrollprozess</h2>
<p>Die Budgetierung als Instrument zur Steuerung eines Unternehmens setzt eine vorhergehende <strong>Phase der Planung</strong> voraus, in der auf Grund der Zielsetzungen unternehmerische Handlungsalternativen, zum Beispiel hinsichtlich der Absatz- und Investitionspolitik, definiert, bewertet und ausgewählt werden.</p>
<p>Nach diesen Entscheidungen schließt sich die <strong>Budgetierung als erster Teil der</strong><strong>Durchführungsphase</strong> an, da zur Realisierung der ausgewählten Alternativen die notwendigen Maßnahmen festgelegt werden müssen. Hierzu werden für messbare Leistungen Produkt- und Faktoreinsatzmengen bestimmt. Durch Multiplikation mit den entsprechenden Geldfaktoren ergeben sich so die Ersten Teile des monetären Budgets. Für nicht exakt genug messbare Leistungen und zur Delegation von Einzelentscheidungen werden andere Teile des Budgets direkt festgelegt (beispielsweise für Werbung oder Verwaltung).</p>
<p>Im Anschluss an die Budgetierung folgt die <strong>Realisierung</strong> der Maßnahmen, die zu den Istgrößen des Mengengerüstes und der monetären Größen führt. Ausgangspunkt für die <strong>Kontrollphase</strong> ist in der Regel der sich daran anschließende Vergleich zwischen den budgetierten Sollgrößen und den tatsächlich eingetretenen Istgrößen.</p>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld3.">3. Budgettechniken</h2>
<p>Sowohl hinsichtlich der Hierarchiestufen des Unternehmens als auch hinsichtlich der Budgetperioden wird die Budgetierung im Allgemeinen <strong>mehrstufig</strong> vorgenommen. Der Entscheidungsspielraum nimmt dabei gewöhnlich mit der Hierarchieebene ab. Hinsichtlich der Budgetperioden muss zwischen dem operativen und strategischen Budget unterschieden werden. Beim operativen Budget steuern die Entscheidungsträger einer Sparte oder eines Funktionsbereiches die nachgeordneten Abteilungen durch Vorgabe taktischer Budgets. Mit der Kürze der Budgetperiode nimmt dabei im Regelfall der Detaillierungsgrad zu und der Entscheidungsspielraum ab, sodass zeitliche und hierarchische Abstufung der Budgetierung in gleicher Richtung verlaufen. Um die Gefahr einer zu kurzfristigen Unternehmenspolitik zu vermeiden, müssen auch die kurzfristigen Budgetvorgaben in Übereinstimmung mit den langfristigen Unternehmenszielen und den strategischen Budgetvorgaben stehen.</p>
<p>Ein Budget kann <strong>flexibel</strong> aufgestellt werden, wenn Leistungsart und -umfang einer budgetierten Betriebseinheit zum Zeitpunkt der Budgeterstellung noch nicht feststehen, zumindest aber messbar und der Faktoreinsatz mindestens teilweise leistungsabhängig ist. Die budgetierten Leistungs- und Kostenwerte werden dann zum Teil nicht in festen Beträgen, sondern in Abhängigkeit von Leistungsart und -umfang vorgegeben. Dieses Verfahren ist beispielsweise bei der Plankostenrechnung üblich, lässt sich aber zum Beispiel auch für die Erlösplanung anwenden. Der besondere Vorteil von flexiblen Budgets liegt in der einfacheren Budgetkontrolle und Analyse von Abweichungen.</p>
<p>Neben der Aufstellung von flexiblen Budgets kann es sich im Hinblick auf die Unsicherheit über den Eintritt zukünftiger Entwicklungen unter Umständen empfehlen, für verschiedene Umweltzustände und Planungen die Konsequenzen in Form von <strong>hypothetischen Budgets</strong> durchzuspielen. Die möglicherweise höhere Planungsqualität wird aber durch einen verlängerten Planungszeitraum und höhere Kosten erkauft.</p>
<p>Generell ist im Rahmen der Budgetierung darauf zu achten, dass alle Sparten-, Funktions- und Abteilungsbudgets sowohl horizontal als auch vertikal aufeinander abgestimmt werden und nicht in Widerspruch zueinander stehen. Absatz-, Beschaffungs- und Produktionsbudgets müssen aufeinander aufbauen, das Finanzbudget muss die hieraus resultierenden Zahlungsströme mit den budgetierten Geldzu- und -abflüssen aus Krediten und der Beteiligungsfinanzierung (Außenfinanzierung ) aufeinander abstimmen.</p>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld4.">4. Der Budgetierungsprozess</h2>
<p>Ausgangspunkt des Budgetierungsprozesses sind idealtypisch die jeweiligen <strong>Projekt- und Funktionsbereichspläne</strong>. Sie enthalten die verfolgten Ziele und Maßnahmen, die in Form von ökonomischen Wertgrößen (beispielsweise Kosten, Erlöse, Finanzbedarf) in die Budgets eingebracht werden müssen. Nur wenn solche Planwerke nicht vorliegen, müssen Budgetvorgaben entwickelt werden, die den groben Rahmen für die Einzelbudgets abstecken. Um sicherzustellen, dass jede budgetierte Einheit dieselben Rahmendaten zu Grunde legt, werden diese Vorgaben gewöhnlich mit Anweisungscharakter versehen. Die weiteren Daten werden bei dieser eher pragmatischen Vorgehensweise aus der Vergangenheit gewonnen und unter Abstimmung mit den Budgetvorgaben in die Zukunft fortgeschrieben.</p>
<p>Der idealtypische Budgetierungsprozess untergliedert sich in folgende Stufen:</p>
<ul>
<li>
<p>Umsatzbudgetierung</p>
</li>
<li>
<p>Kostenbudgetierung</p>
<ul>
<li>
<p>Beschaffungskostenbudget</p>
</li>
<li>
<p>Produktionskostenbudget</p>
</li>
<li>
<p>Forschungs- und Entwicklungskostenbudget</p>
</li>
<li>
<p>Marketingskostenbudget</p>
</li>
<li>
<p>Verwaltungskostenbudget</p>
</li>
<li>
<p>usw.</p>
</li>
</ul>
</li>
<li>
<p>Leistungsbudgetierung</p>
</li>
<li>
<p>Finanzbudgetierung</p>
</li>
</ul>
<p>Der erste Schritt im Budgetierungsprozess ist im Allgemeinen die Erstellung des <strong>Umsatzbudgets</strong>, weil davon wesentliche Teile der übrigen Budgets abhängen. Dem Umsatzbudget werden die Kostenbudgets der einzelnen Funktionsbereiche &#8211; bei divisionaler Organisation auch die Spartenbudgets &#8211; gegenübergestellt und zum Leistungsbudget verdichtet. Um den Finanzmittelbedarf zu ermitteln, benötigt man zur Aufstellung des Finanzbudgets jedoch alle (nicht nur die betriebsbedingten) Einzahlungen und Auszahlungen.</p>
<div class="abbildung"><img decoding="async" class="doc_img" src="https://hannovers-steuerberater.de/wp-content/uploads/2024/04/cont060.gif" alt="" /></div>
<p>Als Alternative zu dieser klassischen Form der Budgetierung wurde Ende der Sechzigerjahre die so genannte <strong>Zero-Base-Budgeting</strong> (Null-Basis-Budgetierung) entwickelt. Das wesentliche Merkmal der Zero-Base-Budgeting ist darin zu sehen, dass es grundsätzlich die bestehende Ressourcenverteilung in Frage stellt und der Budgetierungsprozess somit jeweils bei &#8222;Null&#8220; startet, das heißt die vormals erstellten Budgets bei der neuen Planung ignoriert. Um alle Verkrustungen der Vergangenheit aufzudecken, arbeitet die Zero-Base-Budgeting mit der Fiktion einer &#8222;Neuplanung&#8220; im Sinne einer Neugründung und berücksichtigt bei der Budgetaufstellung die Denkansätze der Wertanalyse und der <strong>Kosten-Nutzen-Analyse</strong>. Folgende Fragen stehen beim Zero-Base-Budgeting im Vordergrund der Betrachtung:</p>
<ul>
<li>
<p>Welche Abteilungen bzw. Funktionen werden zur Erreichung der wesentlichen Unternehmensziele wirklich gebraucht?</p>
</li>
<li>
<p>Welche Ziele verfolgen die einzelnen Abteilungen?</p>
</li>
<li>
<p>Werden, um die Ziele zu erreichen, die wirtschaftlichsten Methoden und Verfahren eingesetzt?</p>
</li>
<li>
<p>Welche Mittel sollen für den Gemeinkosten-Bereich eingesetzt werden, welche werden tatsächlich eingesetzt?</p>
</li>
<li>
<p>Welche Maßnahmen sind für eine Gemeinkostensenkung erforderlich?</p>
</li>
</ul>
<p>Ausgangspunkt des Zero-Base-Budgeting bilden die so genannten <strong>Entscheidungseinheiten</strong>, die unabhängig von bestehenden Organisationsstrukturen unter Zusammenfassung inhaltlich ähnlicher Aufgabenbereiche gebildet werden. Für diese Entscheidungseinheiten wird ein <strong>Leistungsniveau</strong> festgelegt, das sich auf das qualitative und quantitative Arbeitsergebnis der Entscheidungseinheiten bezieht. Um das wirtschaftlichste Arbeitsverfahren für jede Einheit zu bestimmen, werden die Leistungsniveaus bei unterschiedlichen Arbeitsverfahren ermittelt und gegenübergestellt. In den nächsten Schritten werden Entscheidungsvorlagen erarbeitet, in denen jeweils drei Leistungsniveaus der untersuchten Bereiche dargestellt werden, um diese anhand von Kosten-Nutzen-Analysen in eine Prioritätsfolge zu bringen. Im letzten Schritt &#8211; auch als <strong>Budgetschnitt</strong> bezeichnet &#8211; wird geprüft, welche Konsequenzen sich zum Beispiel aus einer 20-prozentigen Kostenreduzierung in jedem Bereich ergeben. Dabei ist zwischen dem Ziel der anvisierten Kosteneinsparung und der Notwendigkeit der Leistungserbringung abzuwägen. Letztendlich wird durch diesen Budget-schnitt festgelegt, welche Ressourcen den einzelnen Bereichen zugeteilt werden.</p>
<p>Die Vorteile des Zero-Base-Budgeting liegen vor allem darin, dass im Gemeinkostenbereich alle Aktivitätsfelder systematisch analysiert und bewertet werden. Diesem Vorteil steht als Nachteil der hohe zeitliche und formale Aufwand gegenüber, da zur Durchführung der Zero-Base-Budgeting durchaus Zeiträume von 2-3 Jahren keine Seltenheit sind. Damit eignet sich dieses Verfahren nicht zur kurzfristigen periodischen Verwaltungskostenplanung; es ist eher als Sonderprojekt zur Reallokation und Verwaltungskostensenkung einsetzbar.</p>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld5.">5. Dysfunktionen der Budgetierung</h2>
<p>Bei der Koordinierung des Budgetierungsprozesses sollte der Controller immer vor Augen haben, dass die Budgetierung eine Reihe von Problemen mit sich bringt. Vor allem sollte berücksichtigt werden, dass es sich hierbei um einen stark <strong>interessenbezogenen</strong><strong>Prozess</strong> handelt, der deshalb in der Praxis von unterschiedlichen Taktiken und Manipulationen begleitet ist. In der Praxis stellt sich die Budgetierung häufig auch als <strong>politischer Prozess</strong> dar, dessen Ausgang nicht zuletzt von der Stellung, dem Verhandlungsgeschick und der Verhandlungsmacht der einzelnen beteiligten Mitarbeiter und Organisationseinheiten abhängt.</p>
<p>Eine vielfach zu beobachtende Taktik im Rahmen der Budgeterstellung ist beispielsweise der Aufbau von so genannten <strong>&#8222;stillen Reserven&#8220;</strong><strong>(budgetary slacks)</strong>, die dadurch entstehen, dass Kostenprognosen bewusst zu hoch und/oder Umsatzprognosen bewusst zu niedrig angesetzt werden. Hierdurch eröffnen sich Handlungsspielräume, die den Budgetbetroffenen ansonsten nicht zugestanden werden, sodass die Ziele leichter erreicht werden können.</p>
<p>In Teilbereichen wird durch die Vorgabe von Budgets auch das <strong>Etatdenken</strong> aufgebaut, dessen Maxime die unbedingte Etatausschöpfung ist. Ein solcher Denkansatz kann unter Umständen einer wirtschaftlichen Denkweise entgegenstehen, wenn am Ende der Planungsperiode nicht verbrauchte Mittel trotz fehlender Notwendigkeit noch vollständig ausgegeben werden. Ein weiterer negativer Effekt kann dadurch entstehen, dass im Bestreben, die eigenen Budgetansätze zu erfüllen, die Interessen der Gesamtunternehmung vernachlässigt werden, obwohl erkennbar ist, dass die strikte Budgeteinhaltung dem Unternehmensinteresse entgegensteht.</p>
<p>Als Konsequenz aus diesen möglichen Verhaltensweisen der Budgetbeteiligten sollte das Controlling darauf achten, dass Budgets nicht zu rigide formuliert werden und ihre Stellung im Planungsprozess nicht überbetont wird. Trotz ihres detaillierten und quantifizierten Inhalts stellen Budgets letztendlich Pläne dar, die wie alle anderen Pläne auch mit dem Problem der Unsicherheit behaftet sind.</p>
</div>
<p>Der Beitrag <a href="https://hannovers-steuerberater.de/controlling/budgetierung/">Budgetierung</a> erschien zuerst auf <a href="https://hannovers-steuerberater.de">Steuerberater Hannover</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>BOT</title>
		<link>https://hannovers-steuerberater.de/controlling/bot/</link>
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		<pubDate>Mon, 10 Dec 2018 00:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>BOTInhaltsübersicht1.Überblick2.BOT als Finanzierungskonzept3.Risiken bei BOT-Projekten4.Akquisition von BOT-Aufträgen5.Bewertung des Projekts1. ÜberblickBei BOT-Projekten (Build - Operate - Transfer) bzw. BOOT-Projekten (Build - Own - Operate - Transfer) handelt es sich um Finanzierungsmodelle für Infrastruktur-Großprojekte, bei denen Privatunternehmen von staatlicher und kommunaler Seite eine Konzession zur Finanzierung, zum Bau, Besitz und Betrieb einer Infrastruktureinrichtung oder einer industriellen Anlage  [...]</p>
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<h1 class="stw_titel">BOT</h1>
</div>
</div>
</div>
<div class="stw_toc">
<h2 class="stw_toc_head">Inhaltsübersicht</h2>
<ol class="eingeb_num_liste">
<li>
<div class="eingeb_listnum">1.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld1.">Überblick</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">2.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld2.">BOT als Finanzierungskonzept</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">3.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld3.">Risiken bei BOT-Projekten</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">4.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld4.">Akquisition von BOT-Aufträgen</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">5.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld5.">Bewertung des Projekts</a></div>
</li>
</ol>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld1.">1. Überblick</h2>
<p>Bei <strong>BOT-Projekten</strong> (Build &#8211; Operate &#8211; Transfer) bzw.<strong> BOOT-Projekten</strong> (Build &#8211; Own &#8211; Operate &#8211; Transfer) handelt es sich um <strong>Finanzierungsmodelle für Infrastruktur-Großprojekte</strong>, bei denen Privatunternehmen von staatlicher und kommunaler Seite eine Konzession zur Finanzierung, zum Bau, Besitz und Betrieb einer Infrastruktureinrichtung oder einer industriellen Anlage erhalten.</p>
<p><strong>Private Investitionen in Infrastrukturprojekte</strong> sind bereits seit einiger Zeit üblich. Schon vor dem ersten Weltkrieg wurden Eisenbahnen, Straßen, Brücken, Elektrizitätswerke, Häfen, Wasserwerke und ähnliche Anlagen von privaten Unternehmen gebaut. Nach dem ersten Weltkrieg wurden solche Projekte überwiegend mit Krediten der öffentlichen Hand finanziert. Heute sucht man verstärkt nach alternativen Finanzierungsmöglichkeiten für Infrastrukturprojekte, was auf folgende Faktoren zurückzuführen ist:</p>
<ul>
<li>
<p>Mittel- und langfristig ist der weitere Ausbau der Infrastruktur Voraussetzung für Wirtschaftswachstum.</p>
</li>
<li>
<p>Bedingt durch die hohe Staatsverschuldung fällt es vielen Ländern schwer, den Ausbau ihrer Infrastruktur zu finanzieren.</p>
</li>
<li>
<p>Insbesondere international tätige große Unternehmen sind an Aufträgen für Großprojekte interessiert.</p>
</li>
<li>
<p>Anlagenbauer und Betreiber geben gemeinsam Angebote für Großprojekte (zum Beispiel Kraftwerksbau) ab.</p>
</li>
<li>
<p>Eine vollständige Privatisierung kommt für viele Regierungen aus politischen oder strategischen Gründen nicht in Frage (Öffentliche Unternehmen, Privatisierung).</p>
</li>
</ul>
<p>Durch BOT-Modelle können die öffentlichen Auftraggeber von der Dynamik, Initiative und Disziplin der Privatunternehmen profitieren. Viele Länder treiben daher die direkte Einbeziehung des privaten Sektors voran und versuchen, die benötigten finanziellen Mittel durch neue Methoden der <strong>Projektfinanzierung</strong> aufzubringen.</p>
<p><strong>Abbildung 1: Die Begriffe &#8222;BOT&#8220; und &#8222;BOOT&#8220;</strong></p>
<div class="abbildung"><img decoding="async" class="doc_img" src="https://hannovers-steuerberater.de/wp-content/uploads/2024/04/ctrl415.gif" alt="" /></div>
<p><strong>Während der Vertragslaufzeit</strong> eines BOT-Projektes, die häufig zwischen 15 und 20 Jahren liegt, erhält der Unternehmer in der Regel feste Zahlungen, die er zur Erfüllung seiner Verpflichtungen einschließlich Tilgung und Zinsen für Fremdkapital verwenden kann. Nach dem im Generalvertrag vereinbarten Zeitraum wird die Anlage an den Konzessionsgeber (rück)übereignet.</p>
<p><strong>Initiator des Projekts</strong> ist der so genannte <strong>General Contractor</strong> (Generalunternehmer). Er steht als direkter Vertragspartner aus dem Generalvertrag in ständigem Kontakt mit dem Kunden. Die Durchführung des Projekts erfolgt über eine <strong>Projektgesellschaft</strong>, die nur zum Zweck der Projektrealisation gegründet wird. Sie schließt alle weiteren Liefer- und Leistungsverträge ab und nimmt das benötigte Fremdkapital auf.</p>
<p>Beteiligen sich an der Projektgesellschaft außer dem Generalunternehmer noch weitere Unternehmen, handelt es sich hierbei entweder um reine Investoren oder um Unternehmen, die Aufgaben der Projektrealisierung wahrnehmen. Durch die Übertragung der Rechte und Pflichten aus dem Generalvertrag auf die Projektgesellschaft haftet diese dem Kunden gegenüber.</p>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld2.">2. BOT als Finanzierungskonzept</h2>
<p>BOT stellt vor allem ein Finanzierungskonzept für solche Länder dar, die i<strong>nfolge mangelnder Kreditwürdigkeit</strong> (Länderrisiken) große Infrastruktur-Projektvorhaben nicht in eigener Regie durchführen können.</p>
<p>Die Kreditentscheidung eines potenziellen Kreditgebers hängt sowohl von der <strong>Bonität des Kunden</strong> als auch von der <strong>Bonität des zu erwartenden Cash Flow</strong><strong>des Projekts</strong> ab (Cash Flow related lending). Da mit der Durchführung als BOT-Projekt der Betrieb und die Finanzierung auf ein Privatunternehmen verlagert wird und dieses gewinn- und kostenorientiert arbeitet, sind die Erwartungen der Kreditgeber an den Cash Flow höher als bei einer Durchführung unter Staatsregie. Hinzu kommt, dass der <strong>Kreditnehmer die Projektgesellschaft</strong> ist, hinter der der General Contractor und oft andere am Projekt beteiligte Unternehmen stehen.</p>
<p>Bei dieser Finanzierungsstruktur handelt es sich <strong>nicht um eine Art der Privatisierung</strong>. Abgesehen von den Fällen, in denen die erwartete Nutzungsdauer der Anlagen der Vertragslaufzeit entspricht, ist eine <strong>Rückübereignung an den Konzessionsgeber</strong> wesentlicher Baustein einer BOT-Konstruktion. Daher ist BOT eher als eine Möglichkeit der Einbeziehung des privaten Sektors in öffentliche Aufgaben zu verstehen.</p>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld3.">3. Risiken bei BOT-Projekten</h2>
<p>BOT-Projekte setzen sich aus einer Vielzahl von komplexen Langzeitverträgen zusammen. Dabei werden die maßgebenden Bedingungen für die gesamte Laufzeit des Projektes im <strong>Generalvertrag</strong> (<strong>&#8222;Master Agreement&#8220;</strong> oder <strong>&#8222;Project Implementation Contract&#8220;</strong>) festgelegt. Der Generalvertrag wird wegen seiner &#8222;alles überspannenden Eigenschaft&#8220; auch als <strong>&#8222;Umbrella Agreement&#8220;</strong> bezeichnet. Mit ihm wird auch die Gründung der Projektgesellschaft festgelegt, die alle Rechte und Pflichten aus dem Generalvertrag übernimmt.</p>
<p><strong>Gegründet wird die Projektgesellschaft</strong> entweder vom Generalunternehmer selbst oder einem Konsortium mehrerer Unternehmen. Anschließend ist sie Vertragspartner für alle noch auf Basis des Generalvertrages zu schließenden Verträge.</p>
<p>Der Generalunternehmer muss sich etwaiger Risiken aus seiner Beteiligung bewusst sein und versuchen, sie bei der Ausgestaltung des Generalvertrags auszuschließen oder zu minimieren. Folgende Punkte sind hierbei unter anderem zu berücksichtigen:</p>
<ul>
<li>
<p>Die Projektgesellschaft muss bereits vor Beginn der Projektrealisierung die <strong>Konzession</strong> für die Durchführung des Projekts besitzen.</p>
</li>
<li>
<p>Die Projektgesellschaft trägt sämtliche wirtschaftlichen, technischen und rechtlichen <strong>Risiken</strong>, die angesichts der langen Laufzeiten eines BOT-Projektes außergewöhnlich hoch sein können. Zu berücksichtigen sind in diesem Zusammenhang auch besondere Länderrisiken (Länderrisiken).</p>
</li>
<li>
<p><strong>Finanziert</strong> wird das Projekt durch Eigen- und Fremdkapital (Finanzierung) in der Heimatwährung der Projektgesellschaft. Da somit auch der Kapitaldienst in dieser Währung geleistet werden muss, resultiert hieraus ein <strong>Kursrisiko</strong> (Exportfinanzierung, Länderrisiken).</p>
</li>
</ul>
<p><strong>Abbildung 2: Vertragsbeziehungen bei BOT-Projekten</strong></p>
<div class="abbildung"><img decoding="async" class="doc_img" src="https://hannovers-steuerberater.de/wp-content/uploads/2024/04/ctrl416.gif" alt="" /></div>
<ul>
<li>
<p>Die <strong>Liquidität der Betreibergesellschaft</strong> ist unmittelbar gefährdet, wenn sie keine Einnahmen erzielt, aber ihren eigenen laufenden Verpflichtungen nachkommen muss. Es ist daher von großer Bedeutung, festzulegen, wann die Zahlungen für erbrachte Leistungen fließen sollen. </p>
</li>
<li>
<p>Im Generalvertrag ist daher zu regeln, was mit dem Objekt nach der Vertragslaufzeit geschieht und wie <strong>Haftungsrisiken</strong> (zum Beispiel Umweltrisiken) zu berücksichtigen sind.</p>
</li>
</ul>
<p>Eine weitere Besonderheit bei BOT-Projekten ergibt sich durch die einheitliche Verantwortung für die Errichtung und den Betrieb der Anlage. Die Projektgesellschaft ist nicht nur für die Errichtung der Anlage verantwortlich, sondern auch für den Betrieb nach Fertigstellung. Damit verlängert sich das <strong>Betriebsrisiko</strong> auf die Laufzeit des Projekts, das sich über Zeiträume von bis zu zwanzig Jahren erstrecken kann.</p>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld4.">4. Akquisition von BOT-Aufträgen</h2>
<p>Die Akquisition von BOT-Aufträgen unterscheidet sich stark von der &#8222;normalen&#8220; Kundenakquisition im Konsumgüterbereich. Die <strong>Kundenbeziehung</strong> besteht wesentlich länger, die <strong>Auftragssummen</strong> und somit die <strong>Risiken</strong> sind um ein Vielfaches höher. Zielgruppe ist nicht eine Masse von anonymen potenziellen Kunden, sondern nur ein <strong>kleiner Kreis möglicher Abnehmer</strong>. Die meisten Projekte sind einmalig, so dass eine Standardisierung der Projektbearbeitung im Allgemeinen nicht möglich ist. Projekte werden im Wesentlichen akquiriert über</p>
<ul>
<li>
<p>Ausschreibungen (Tenderverfahren),</p>
</li>
<li>
<p>Beziehungen, die bei Vorprojekten aufgebaut werden konnten,</p>
</li>
<li>
<p>Anfragen von anderen Unternehmen, die Partner zur Durchführung von Großprojekten suchen, und</p>
</li>
<li>
<p>Angebotsabgabe nach durchgeführten Beratungsaufträgen (Prefeasibility-/ Feasibilitystudies).</p>
</li>
</ul>
<p>Bereits in der ersten Phase nach Bekanntwerden eines beabsichtigten Projektes stellt sich die Frage, ob man sich an diesem Projekt beteiligen soll oder nicht. Gerade im langfristigen Anlagengeschäft ist die positive Entscheidung für viele Jahre bindend. Abgesehen von der hohen <strong>Kapazitätsbindung</strong> und den somit blockierten <strong>Opportunitäten</strong> (Opportunitätskosten) ist auch der zu erwartende Cash Flow von einigen wenigen großen Projekten abhängig. Während in Unternehmen mit vielen kleinen Aufträgen das Einzelrisiko durch die große Risikostreuung nicht so bedeutend ist, kann bei wenigen Großprojekten eine Fehlentscheidung die Existenz des gesamten Unternehmens gefährden.</p>
<p>Trotz dieses nicht unerheblichen Risikos liegen in der ersten Entscheidungsphase in der Regel noch <strong>keine detaillierten Informationen</strong> über das Projekt vor. Bei der Ausschreibung werden lediglich die Bedingungen zur Teilnahme am Ausschreibungsverfahren erläutert. Häufig werden auch bestimmte Voraussetzungen der Kapitalausstattung und besonders nachzuweisende Referenzen und Erfahrungen gefordert. Erst den Gewinnern der Präqualifikation werden detaillierte Tenderunterlagen zugestellt.</p>
<h3 class="stw_hinweis_head">Anmerkung: </h3>
<div class="stw_hinweis">
<p>In der Regel sind vor der Präqualifikation noch keine genauen Aussagen über die benötigten Kapazitäten möglich. Die Experten im Unternehmen müssen daher auf Basis der wenigen vorhandenen Informationen und durch Vergleich mit ähnlichen Projekten eine ungefähre Vorstellung über den Kapazitätsbedarf des Projekts entwickeln.</p>
</div>
<p>Die Teilnahme an der Präqualifikation ist mit keinem großen Aufwand verbunden. Wurde erst einmal eine Präqualifikationsmappe erstellt, kann diese für weitere Bewerbungen angepasst und mit speziellen Referenzen ergänzt werden.</p>
<p>Hat der Generalunternehmer die Präqualifikation bestanden, erhält er die <strong>detaillierten Ausschreibungsunterlagen</strong>, auf deren Basis ein konkretes Angebot erstellt werden kann. Hierbei ist allerdings zu berücksichtigen, dass es sich bei BOT um Großprojekte handelt, bei denen das <strong>Risiko einer erfolglosen Offerte</strong> sehr hoch ist. Das Unternehmen riskiert hohe Kosten, die bei Verlust des Auftrags als Vorlaufkosten abgeschrieben werden müssen:</p>
<ul>
<li>
<p>Die Ausarbeitung eines verbindlichen Angebotes mit allen dafür notwendigen Detailunterlagen macht drei bis fünf Prozent des Auftragswerts des Projekts aus. Zu diesen <strong>Kosten</strong> gehören insbesondere die laufenden Personalkosten, Reisekosten und Fremdleistungskosten (Ingenieurleistungen, Vermessungsbüros und Unternehmensberatungen). Wenn die Angebotserstellung Kapazitäten bindet und so die Annahme anderer Aufträge blockiert, entstehen zusätzlich Opportunitätskosten .</p>
</li>
<li>
<p>Die <strong>Angebotsphase</strong> kann sich über einen sehr langen Zeitraum (bis zu einem Jahr oder länger) erstrecken.</p>
</li>
<li>
<p>Die so genannte <strong>Trefferquote</strong> (die Wahrscheinlichkeit, dass ein Angebot zum Auftrag führt) liegt bei ca. zehn Prozent.</p>
</li>
</ul>
<p>Der Preis ist im Anlagengeschäft, in dem es um beträchtliche Summen geht, nicht immer das ausschlaggebende Argument. Vielmehr sind bei der Organisation von Großprojekten Zuverlässigkeit und Professionalität des Anbieters für den Kunden wichtige Auswahlkriterien. Zwei Faktoren sind hierbei zu berücksichtigen:</p>
<ul>
<li>
<p>Mit der <strong>Zuschlagswahrscheinlichkeit</strong> wird die Wahrscheinlichkeit des Auftragserhalts ausgedrückt. Bestimmende Faktoren hierfür sind die eigene Angebotsqualität und die der Konkurrenz. Weiterhin kommen Faktoren wie das Produkt selbst, der Preis, die Werbung und persönliche Kontakte hinzu. Im Wesentlichen sind diese Faktoren vom Unternehmen beeinflussbar.</p>
</li>
<li>
<p>Die <strong>Realisierungswahrscheinlichkeit</strong> bringt die Wahrscheinlichkeit zum Ausdruck, mit der das Projekt vom Kunden realisiert werden wird. Diese Größe kann das Unternehmen nicht beeinflussen.</p>
</li>
</ul>
<p>Liegt die Zuschlagswahrscheinlichkeit beispielsweise bei 60 Prozent und die Realisierungswahrscheinlichkeit bei 80 Prozent, ergibt sich eine Auftragserhaltswahrscheinlichkeit von</p>
<table id="frg_tb1" border="0" width="80%" class="doc_table"><!-- CF: 0 --></p>
<colgroup>
<col width="22%" />
<col width="6%" />
<col width="16%" />
<col width="6%" />
<col width="17%" />
<col width="5%" />
<col width="28%" /></colgroup>
<tr>
<td style="width:22%" rowspan="1" valign="top">100</td>
<td style="width:6%" rowspan="1" valign="top">x</td>
<td style="width:16%" rowspan="1" valign="top">0,8</td>
<td style="width:6%" rowspan="1" valign="top">x</td>
<td style="width:17%" rowspan="1" valign="top">0,6</td>
<td style="width:5%" rowspan="1" valign="top">=</td>
<td style="width:28%" rowspan="1" valign="top">48 (48 Prozent).</td>
</tr>
</table>
<p>Kommt es nach der Abgabe des Angebotes zu einer <strong>Vertragsunterzeichnung</strong>, sind insbesondere die <strong>technischen Risiken</strong> von Bedeutung. So besteht mit dem <strong>Fertigstellungsrisiko</strong> die Gefahr, dass die Anlage nicht zum vertraglich vereinbarten Zeitpunkt betriebsbereit ist und bei Nichteinhaltung dieses Termins <strong>Konventionalstrafen</strong> anfallen. Werden festgelegte Qualitätsstandards oder bestimmte Leistungsparameter nicht erreicht, kann das ebenfalls zu Konventionalstrafen oder <strong>Mindereinnahmen</strong> des Betreibers führen. Zu den technischen Risiken lassen sich noch das <strong>Risiko der</strong><strong>Kundenbeistellungen</strong> sowie das <strong>Local-Content-Risiko</strong> rechnen:</p>
<ul>
<li>
<p>Der Kunde kann einen Teil der Lieferungen und Leistungen in seinem eigenen Leistungsbereich behalten (Kundenbeistellung). In diesem Fall liegen Fehler in der Bauausführung, Unzuverlässigkeit, Unpünktlichkeit und sonstige Qualitätsmängel teilweise nicht im Einflussbereich &#8211; wohl aber im Verantwortungsbereich des Generalunternehmers. </p>
</li>
<li>
<p>Das Local-Content-Risiko resultiert daraus, dass der Generalunternehmer auch für die Lieferungen und Leistungen von im Kundenland ansässigen Unternehmen haftet.</p>
</li>
</ul>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld5.">5. Bewertung des Projekts</h2>
<p>Basis zur Darstellung der zukünftigen Ertrags- und Steuersituation der Projektgesellschaft ist eine <strong>Plankalkulation</strong> (Kalkulation, Planung). Sie ist Voraussetzung für eine Projektbewertung über den Cash Flow . Dabei kann diese Plankalkulation nur in Form einer <strong>Gewinn- und Verlustrechnung</strong> erfolgen, da das Projekt über ein eigenständiges, nur zur Projektdurchführung gegründetes Unternehmen (Projektgesellschaft) durchgeführt wird.</p>
<p>Die besondere Schwierigkeit bei der Erstellung der Plankalkulation besteht darin, die Risiken einfließen zu lassen. Üblich ist die Erstellung verschiedener Szenarien, so genannte Worst-Case-, Best-Case- und Normal-Case-Betrachtungen.</p>
</div>
<p>Der Beitrag <a href="https://hannovers-steuerberater.de/controlling/bot/">BOT</a> erschien zuerst auf <a href="https://hannovers-steuerberater.de">Steuerberater Hannover</a>.</p>
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		<title>Bestandsplanung</title>
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		<pubDate>Mon, 10 Dec 2018 00:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>BestandsplanungInhaltsübersicht1.Überblick2.Instrumente der Bestandsplanung2.1Schwachstellenanalyse2.2Planung von Verbesserungsmöglichkeiten2.3Realisierung und Kontrolle der Maßnahmen3.Checklisten zur Schwachstellenanalyse3.1Checkliste zum Vertrieb3.2Checkliste zur Disposition und Fertigungssteuerung3.3Checkliste zum Einkauf3.4Checkliste zum Lager und Materialfluss3.5Checkliste zur Entwicklung und Konstruktion1. ÜberblickEs besteht heute kein Zweifel mehr daran, dass es sich lohnt, über Bestandsoptimierungsmaßnahmen im Bereich der Logistik nicht nur nachzudenken, sondern diese gezielt und konsequent durchzusetzen (Logistik-Controlling, Beschaffungs-Controlling).  [...]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="doc_header stw_header">
<div class="doc_headerlogo stw_headerlogo"><!--stw_logo--></div>
<div class="doc_headerblock stw_headerblock">
<div class="doc_headerline stw_headerline">
<h1 class="stw_titel">Bestandsplanung</h1>
</div>
</div>
</div>
<div class="stw_toc">
<h2 class="stw_toc_head">Inhaltsübersicht</h2>
<ol class="eingeb_num_liste">
<li>
<div class="eingeb_listnum">1.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld1.">Überblick</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">2.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld2.">Instrumente der Bestandsplanung</a></p>
<ol class="eingeb_num_liste">
<li>
<div class="eingeb_listnum">2.1</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld2.1">Schwachstellenanalyse</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">2.2</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld2.2">Planung von Verbesserungsmöglichkeiten</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">2.3</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld2.3">Realisierung und Kontrolle der Maßnahmen</a></div>
</li>
</ol>
</div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">3.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld3.">Checklisten zur Schwachstellenanalyse</a></p>
<ol class="eingeb_num_liste">
<li>
<div class="eingeb_listnum">3.1</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld3.1">Checkliste zum Vertrieb</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">3.2</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld3.2">Checkliste zur Disposition und Fertigungssteuerung</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">3.3</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld3.3">Checkliste zum Einkauf</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">3.4</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld3.4">Checkliste zum Lager und Materialfluss</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">3.5</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld3.5">Checkliste zur Entwicklung und Konstruktion</a></div>
</li>
</ol>
</div>
</li>
</ol>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld1.">1. Überblick</h2>
<p>Es besteht heute kein Zweifel mehr daran, dass es sich lohnt, über <strong>Bestandsoptimierungsmaßnahmen</strong> im Bereich der <strong>Logistik</strong> nicht nur nachzudenken, sondern diese gezielt und konsequent durchzusetzen (Logistik-Controlling, Beschaffungs-Controlling). Das <strong>Bestandsmanagement</strong> ist dabei auf eine enge Zusammenarbeit mit den verschiedenen <strong>bestandsverursachenden Bereichen</strong> angewiesen (Bestandsursachen). </p>
<p>Grundlage eines <strong>Bestandssenkungs-Programms</strong> ist stets eine <strong>sorgfältige Analyse der Zusammensetzung der Bestände</strong> (Bestandsanalyse). Darauf aufbauend sind die Bestände ebenso sorgfältig zu planen. Es ist ein grober, aber häufig vorkommender Fehler, undifferenziert eine allgemeine Bestandssenkung um einen bestimmten Prozentsatz über alle Artikelpositionen hinweg zu verordnen.</p>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld2.">2. Instrumente der Bestandsplanung</h2>
<div class="stw_gld2">
<h3 class="stw_gld2_head" id="gld2.1">2.1 Schwachstellenanalyse</h3>
<p>Bei der <strong>Schwachstellenanalyse</strong> handelt es sich um einen der <strong>wichtigsten Bestandteile im Planungsprozess</strong>, da hier Problembereiche und Optimierungspotenziale aufgezeigt werden. <strong>Vor der Ausarbeitung von Gegenmaßnahmen</strong> müssen die Schwachstellen sorgfältig analysiert und gewichtet werden. Hierbei kommt es insbesondere darauf an, dass man alle Stellen beziehungsweise Bereiche erfasst, die Einfluss auf Bestands- und Kostenentwicklungen nehmen. Dazu gehören vor allem die Verantwortungsbereiche</p>
<ul>
<li>
<p> Vertrieb,</p>
</li>
<li>
<p> Disposition und Fertigungssteuerung,</p>
</li>
<li>
<p> Einkauf,</p>
</li>
<li>
<p> Lager,</p>
</li>
<li>
<p> Distribution sowie</p>
</li>
<li>
<p> Entwicklung und Konstruktion.</p>
</li>
</ul>
<p>Darüber hinaus ist es wichtig, die Schwachstellenermittlung mit System anzugehen. Sinnvollerweise sollte vorab ein <strong>Fragenkonzept für notwendige Interviews</strong> erarbeitet werden. Hierzu werden in Abschnitt 3 einige <strong>Checklisten</strong> vorgestellt.</p>
<p>Zur <strong>Eingrenzung des Handlungsbedarfs</strong> ist es erforderlich, die Schwachstellen im Hinblick auf folgende Punkte zu beurteilen:</p>
<ul>
<li>
<p> Wichtigkeit (zum Beispiel Grad der Kundenzufriedenheit oder Höhe des Deckungsbeitrages)</p>
</li>
<li>
<p> Einsparungs- oder Verbesserungspotenziale</p>
</li>
<li>
<p> Zeitlicher Aufwand für eine vertiefende Untersuchung und Umsetzung</p>
</li>
<li>
<p> Finanzieller Aufwand für eine Umsetzung</p>
</li>
</ul>
<p>Für die weitere Vorgehensweise ist die <strong>Konzentration auf das wirklich Wesentliche</strong> elementare Voraussetzung.</p>
</div>
<div class="stw_gld2">
<h3 class="stw_gld2_head" id="gld2.2">2.2 Planung von Verbesserungsmöglichkeiten</h3>
<p>Nach der Schwachstellenanalyse werden im nächsten Schritt für jede Ursache ein oder mehrere Lösungsansätze aufgezeigt. Hierbei sollte man in <strong>Alternativen und Varianten </strong> planen und alle Varianten genauestens auf ihre Funktionalität prüfen und bewerten. Können in Einzelfällen keine Lösungsansätze gefunden beziehungsweise situationsbedingt (zum Beispiel aufgrund fehlender Finanzmittel) nicht realisiert werden, ist der Handlungsbedarf festzuschreiben.</p>
<p>Alle Maßnahmen sind in der Regel so eng miteinander verzahnt, dass sehr sorgfältig zu prüfen ist, welche Wirkung jede einzelne auf das Gesamtergebnis haben wird (Komplexitätskosten). Es ist daher von erheblichem Vorteil, wenn im Sinne des logistischen Denkansatzes ein <strong>ganzheitlicher Planungsansatz</strong> erarbeitet wird (Logistik-Controlling), an dem sich alle &#8222;betroffenen&#8220; Bereiche und alle Optimierungsaktivitäten orientieren können. Dies macht aber auch deutlich, dass sich eine <strong>umfassende Bestandsoptimierung nicht kurzfristig realisieren lässt</strong>. Vielmehr gilt es, vernünftige Prioritäten zu setzen und die einzelnen Maßnahmen sorgfältig zu planen.</p>
</div>
<div class="stw_gld2">
<h3 class="stw_gld2_head" id="gld2.3">2.3 Realisierung und Kontrolle der Maßnahmen</h3>
<p>Die beschlossenen Maßnahmen werden nach einem <strong>festzulegenden Prioritätenkatalog</strong> umgesetzt. In einer <strong>zeitlich deutlich späteren Phase</strong> ist zu überprüfen, ob die Maßnahmen zu den gewünschten Erfolgen geführt haben. Erweisen sich die Ergebnisse als unbefriedigend, sind die dafür maßgeblichen Ursachen zu ergründen.</p>
</div>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld3.">3. Checklisten zur Schwachstellenanalyse</h2>
<p>Im Rahmen der Schwachstellenanalyse haben <strong>Checklisten</strong> den Sinn, eine <strong>Systematisierung in der Vorgehensweise</strong> zu erreichen. Die hier vorgestellten Checklisten können allerdings nur eine grobe Leitlinie bieten und haben keineswegs den Anspruch auf Vollständigkeit. </p>
<div class="stw_gld2">
<h3 class="stw_gld2_head" id="gld3.1">3.1 Checkliste zum Vertrieb</h3>
<ol>
<li>
<p> Wie viele Artikel gibt es je Artikelgruppe?</p>
</li>
<li>
<p> In welchem Zeitraum schlagen sich die einzelnen Produkte/Produktgruppen um?</p>
</li>
<li>
<p> Wie hoch ist der Deckungsbeitrag der Produkte oder Produktgruppen?</p>
</li>
<li>
<p> Ändert sich die Absatzplanung häufig?</p>
</li>
<li>
<p> Sind bei den jährlichen Absatzmengen periodische Schwankungen zu berücksichtigen?</p>
</li>
<li>
<p> Welchem Bereich untersteht die Absatzplanung?</p>
</li>
<li>
<p> Wird die Absatzplanung mit den Kapazitäten der Produktion abgestimmt?</p>
</li>
<li>
<p>Welche Ziele werden hinsichtlich Sortimentserweiterung verfolgt?</p>
</li>
<li>
<p> Welche Erwartungen haben die Kunden bezüglich der Lieferzeiten/-mengen? </p>
<ul>
<li>
<p> gleich bleibend </p>
</li>
<li>
<p> immer kleinere Mengen </p>
</li>
<li>
<p> immer kürzere Lieferzeiten </p>
</li>
<li>
<p> sonstige (zum Beispiel Just-in-Time)</p>
</li>
</ul>
</li>
<li>
<p> Besteht bei den Kunden eine Bereitschaft zu längerfristigen Vertragsbindungen mit Bedarfsplanung?</p>
</li>
<li>
<p> Sind die Kunden zur Einrichtung eines Konsignationslagers bereit?</p>
</li>
<li>
<p> Lassen sich mithilfe der Forschungs- und Entwicklungsabteilung und durch eine technische Kundenberatung die Absatzchancen und damit die Planung verbessern?</p>
</li>
<li>
<p> Ist mit bestimmten Kunden eine vertraglich abgesicherte Vorratsproduktion und Just-in-Time-Belieferung möglich?</p>
</li>
<li>
<p> Welche Erwartungen hat der Vertrieb gegenüber der Fertigung hinsichtlich </p>
<ul>
<li>
<p> Flexibilität?</p>
</li>
<li>
<p> Termintreue? </p>
</li>
<li>
<p> Qualitätsniveau? </p>
</li>
<li>
<p> Sonstiges?</p>
</li>
</ul>
</li>
</ol>
<p>Die <strong>Abstimmung der Absatzplanung mit allen Schnittstellenbereichen</strong>, die <strong>Verbesserung des Informationsflusses</strong> (<a class="doklink" title="Information" href="/controlling/238408">Information</a>, Informationsbedarf, Informationsbewertung) mit der Zielrichtung eines <strong>durchgängigen und umfassenden Planungs- und Produktionsprozesses</strong> sowie <strong>Trendinformationen</strong> dienen dazu, die nachgelagerten Stellen in der Logistikkette in die Lage zu versetzen, sich frühzeitig an veränderte Marktsituationen und Kundenerwartungen anzupassen.</p>
<p>Auch der <strong>Vertrieb ist gefordert</strong>, den Kunden logistische Lösungen anzubieten, die für beide Parteien Kostensenkungen und bessere Planungen ermöglichen.</p>
</div>
<div class="stw_gld2">
<h3 class="stw_gld2_head" id="gld3.2">3.2 Checkliste zur Disposition und Fertigungssteuerung</h3>
<ol>
<li>
<p> Wird die Absatzplanung mit den Kapazitäten der Produktion abgestimmt?</p>
</li>
<li>
<p> Welche Konsequenzen werden bei Unstimmigkeiten zwischen Absatz- und Kapazitätsplanung gezogen?</p>
</li>
<li>
<p> Wann müssen die Kundenspezifikationen zur pünktlichen Planerfüllung spätestens vorliegen?</p>
</li>
<li>
<p> Sind die Durchlaufzeiten bekannt und werden sie bei der Planung berücksichtigt?</p>
</li>
<li>
<p> Sind die in den Arbeitsplänen und im EDV-System hinterlegten Fertigungs- und Rüstzeiten beziehungsweise Hubzahlen auf dem aktuellen Stand?</p>
</li>
<li>
<p> Lassen sich in Zeiten mit Spitzenbedarf Unterlieferanten einschalten?</p>
</li>
<li>
<p> Sind die Engpassmaschinen bekannt und wurde der Engpass in der Planung berücksichtigt?</p>
</li>
<li>
<p> Welcher Servicegrad wird je Produkt beziehungsweise Produktgruppe derzeit gefordert beziehungsweise erfüllt?</p>
</li>
<li>
<p> Welche Reichweiten haben die Bestände?</p>
<ul>
<li>
<p> A-Artikel</p>
</li>
<li>
<p> B-Artikel</p>
</li>
<li>
<p> C-Artikel</p>
</li>
<li>
<p> Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe</p>
</li>
<li>
<p> Halbfabrikate</p>
</li>
<li>
<p> Fertigerzeugnisse</p>
</li>
<li>
<p> Handelswaren</p>
</li>
</ul>
</li>
<li>
<p> Welche Dispositionsverfahren werden eingesetzt? </p>
<ul>
<li>
<p> deterministisch (Auflösung aus Plänen/Aufträgen) </p>
</li>
<li>
<p> stochastisch (Errechnung aus Vergangenheitsdaten oder Prognosen) </p>
</li>
<li>
<p> nach &#8222;Gefühl&#8220; bzw. &#8222;Intuition&#8220;</p>
</li>
</ul>
</li>
<li>
<p> Setzen die Dispositionsverfahren gezielt auf der Grundlage einer ABC/XYZ-Analyse auf?</p>
</li>
<li>
<p> Mit welchen Methoden wird eine Terminsicherung vorgenommen?</p>
</li>
<li>
<p> Wie werden Sicherheitsbestände und/oder -zeiten festgelegt? </p>
<ul>
<li>
<p> Geschätzt </p>
</li>
<li>
<p> Nach Wertigkeit, Beschaffungszeit etc. </p>
</li>
<li>
<p> Errechnet nach Prognosefehler</p>
</li>
</ul>
</li>
<li>
<p> Wie werden zurzeit Konsignations- und Fremdlagerbestände überwacht und disponiert?</p>
</li>
<li>
<p> Sind die im Artikelstamm hinterlegten Bestellmengen und Bestelluntergrenzen gepflegt?</p>
</li>
<li>
<p> Verfügen die Disponenten über alle benötigten Bestandsinformationen (Kennzahlen)?</p>
</li>
<li>
<p> Welchem Bereich unterstehen: </p>
<ul>
<li>
<p> Disposition? </p>
</li>
<li>
<p> Fertigungsplanung? </p>
</li>
<li>
<p> Fertigungssteuerung?</p>
</li>
</ul>
</li>
<li>
<p> Ist das Unterstellungsverhältnis sinnvoll oder liegen hier Ursachen für etwaige Probleme im Informationsfluss?</p>
</li>
<li>
<p> Ist die Disposition auch für die Bestellung und Bestellabwicklung verantwortlich?</p>
</li>
</ol>
<p>Die vorgestellte Checkliste dient vor allem dem Erkennen von Schwachstellen, die eine abgestimmte und zielorientierte Vorratspolitik verhindern. Gerade dieser Komplex bietet erfahrungsgemäß die erfolgversprechendsten Ansatzpunkte zur Bestandsoptimierung. Hierbei geht es vor allem darum, effiziente und flexible Verfahren einzusetzen und die Mengen- und Terminverantwortung schnittstellenfrei zu regeln.</p>
</div>
<div class="stw_gld2">
<h3 class="stw_gld2_head" id="gld3.3">3.3 Checkliste zum Einkauf</h3>
<ol>
<li>
<p> Gibt es eine umfassende Übersicht über alle potenziellen Lieferanten?</p>
</li>
<li>
<p> Werden für Einkaufsartikel gültige Angebote verwaltet?</p>
</li>
<li>
<p> Sind die im Artikelstamm hinterlegten Wiederbeschaffungszeiten gepflegt?</p>
</li>
<li>
<p> Nach welchem Verfahren werden Bedarfsanforderungen dem abwickelnden Einkauf beziehungsweise der Disposition übermittelt?</p>
<ul>
<li>
<p> Automatisch täglich online am Bildschirm?</p>
</li>
<li>
<p> Durch den täglichen Ausdruck der Anforderungen aus dem System?</p>
</li>
<li>
<p> Durch manuell erstellte Bedarfsmeldungen?</p>
</li>
</ul>
</li>
<li>
<p> Enthalten die Bestellanforderungen einen Freigabevermerk der Disposition?</p>
</li>
<li>
<p> Stehen dem Einkauf Informationen zur Verfügung, die auf Variationsmöglichkeiten beim Einkauf hinweisen?</p>
<ul>
<li>
<p> Verschiedene Lieferanten?</p>
</li>
<li>
<p> Packungsgrößen?</p>
</li>
<li>
<p> Lieferzeiten?</p>
</li>
</ul>
</li>
<li>
<p> Welche interne Bearbeitungszeit benötigt der Einkauf?</p>
<ul>
<li>
<p> für Anforderungen mit abgespeicherten und lieferbereiten Lieferanten?</p>
</li>
<li>
<p> für Anforderungen, die eine Angebotseinholung erforderlich machen?</p>
</li>
<li>
<p> für Anforderungen mit Abschlussverhandlungen? </p>
</li>
<li>
<p> für Abrufe aus Rahmenvereinbarungen?</p>
</li>
</ul>
</li>
<li>
<p> Welcher Anteil der Bestellungen wird den Lieferanten per Telefax oder elektronisch zugestellt?</p>
<ul>
<li>
<p> automatisch aus dem EDV-System</p>
</li>
<li>
<p> durch Faxen oder ausgedruckte Bestellungen</p>
</li>
</ul>
</li>
<li>
<p> Können im eingesetzten EDV-System die Bestellungen und Bestellabrufe am Bildschirm im Dialog durch Verknüpfen der Lieferanten-, Material- und Angebots- beziehungsweise Vertragsdaten automatisch erstellt werden?</p>
<ul>
<li>
<p> Wie viel Prozent aller Bestellungen?</p>
</li>
<li>
<p> Gründe für die nicht gegebene Möglichkeit beim Rest?</p>
</li>
</ul>
</li>
<li>
<p> Haben Disposition, Lager und die Vertriebsabwicklung Zugriff auf aktuelle Einkaufsdaten?</p>
</li>
<li>
<p> Wird überwiegend eingekauft bei:</p>
<ul>
<li>
<p> Stammlieferanten?</p>
</li>
<li>
<p> Preisgünstigsten Lieferanten?</p>
</li>
<li>
<p> Partnerlieferanten?</p>
</li>
</ul>
</li>
<li>
<p> Werden (potenzielle) A-Lieferanten vor Vertragsabschluss hinsichtlich ihrer Leistungsfähigkeit überprüft durch</p>
<ul>
<li>
<p> Fragebogen?</p>
</li>
<li>
<p> Auditierungen?</p>
</li>
</ul>
</li>
<li>
<p> Verfügt das EDV-System über ein Modul zur Lieferantenbewertung und permanenten Überprüfung der Qualitäts-, Termin- und Mengenzuverlässigkeit?</p>
</li>
<li>
<p> Welche Methoden werden praktiziert:</p>
<ul>
<li>
<p> Just-in-Time?</p>
</li>
<li>
<p> Konsignationseinkauf?</p>
</li>
<li>
<p> Prüfzertifikat (Qualitätssicherung beim Lieferanten)?</p>
</li>
</ul>
</li>
<li>
<p> Wie wirken sich technische Änderungen auf laufende Bestellungen aus?</p>
</li>
<li>
<p> Gibt es Beschaffungsvorgänge, für die sich das eingesetzte EDV-System nicht verwenden lässt?</p>
</li>
<li>
<p> Welchem Bereich untersteht der Einkauf?</p>
</li>
<li>
<p> Ist dieses Unterstellungsverhältnis zweckmäßig oder führt es zu Abstimmungsproblemen mit der Disposition?</p>
</li>
<li>
<p> Ist der Einkauf für die Terminsicherung verantwortlich?</p>
</li>
<li>
<p> In welchen Teams ist der Einkauf integriert (zum Beispiel mit der Entwicklung, Konstruktion oder Fertigung)?</p>
</li>
</ol>
<p>Eine <strong>bedarfsorientierte Einkaufspolitik</strong> ist eine der wesentlichen Voraussetzungen für eine &#8222;schlanke&#8220; Vorratspolitik. Die vorgestellte Checkliste soll vor allem die Frage beantworten, ob alle sich bietenden Beschaffungsvorteile wahrgenommen werden.</p>
<p>Des Weiteren lassen die Antworten auf die gestellten Fragen Rückschlüsse zu, ob die Organisationsform des Einkaufs auf eine höhere Leistungseffizienz ausgerichtet ist.</p>
<p>Ganz bewusst beschäftigen sich einige Fragen mit der <strong>Bearbeitungszeit im Einkauf</strong>. Werden nicht alle Möglichkeiten zur Automatisierung genutzt, dann schlagen sich 2-3 Wochen Verzögerung in der Einkaufsabwicklung sofort in entsprechend hohen Sicherheitsbeständen nieder.</p>
</div>
<div class="stw_gld2">
<h3 class="stw_gld2_head" id="gld3.4">3.4 Checkliste zum Lager und Materialfluss</h3>
<ul>
<li>
<p> Gibt es Übersichten oder statistische Auswertungen über die Anzahl der nicht bewegten Artikel</p>
<ul>
<li>
<p> im letzten Halbjahr?</p>
</li>
<li>
<p> im letzten Jahr?</p>
</li>
<li>
<p> in den letzten zwei Jahren?</p>
</li>
<li>
<p> im Zeitraum von mehr als zwei Jahren?</p>
</li>
</ul>
</li>
<li>
<p> Wie hoch ist der Lagerumschlag bei einzelnen</p>
<ul>
<li>
<p> Lagerbereichen?</p>
</li>
<li>
<p> Warengruppen?</p>
</li>
</ul>
</li>
<li>
<p> Wie lange ist die durchschnittliche Durchlaufzeit vom Zeitpunkt der Warenanlieferung im Wareneingang bis zum Zeitpunkt der Einlagerung?</p>
</li>
<li>
<p> Sind die Artikel vor der Einlagerung noch aus- oder umzupacken?</p>
</li>
<li>
<p> Mit welchem zeitlichen Vorlauf werden die Teile/Baugruppen für die Produktion bereitgestellt?</p>
<ul>
<li>
<p> Gibt es ein Hol- oder Bring-Prinzip?</p>
</li>
<li>
<p> Wird eine innerbetriebliche Kanban-Versorgung praktiziert?</p>
</li>
</ul>
</li>
<li>
<p> Ist das Lager geordnet oder chaotisch organisiert?</p>
</li>
<li>
<p> Wird im Lager eine permanente oder stichprobenartige Inventur durchgeführt?</p>
</li>
<li>
<p> Nach welcher Zeit werden erkannte Lagerhüter</p>
<ul>
<li>
<p> verkauft?</p>
</li>
<li>
<p> recycelt?</p>
</li>
<li>
<p> verschrottet oder entsorgt?</p>
</li>
</ul>
</li>
<li>
<p> Ist das Lager organisatorisch eine Einheit oder gegliedert in</p>
<ul>
<li>
<p> Beschaffungslager?</p>
</li>
<li>
<p> Zwischen- bzw. Montagelager?</p>
</li>
<li>
<p> Fertigwarenlager?</p>
</li>
</ul>
</li>
<li>
<p> Welchem Bereich ist das Lager unterstellt?</p>
</li>
</ul>
<p>Mit seinen physischen und verwaltungstechnischen Aufgaben kann das Lager für die Höhe der Vorräte nicht verantwortlich gemacht werden. Daher zielen die obigen Fragen in erster Linie darauf ab, <strong>organisatorische Probleme und Schwachstellen des Material- und Informationsflusses</strong> mit dem Ziel festzustellen, die Transparenz zu verbessern und Rationalisierungspotenziale zu erschließen.</p>
</div>
<div class="stw_gld2">
<h3 class="stw_gld2_head" id="gld3.5">3.5 Checkliste zur Entwicklung und Konstruktion</h3>
<ul>
<li>
<p> Gibt es im Unternehmen eine Normenstelle?</p>
<ul>
<li>
<p> Welchem Bereich ist die Normenstelle organisatorisch unterstellt?</p>
</li>
<li>
<p> Welche Kompetenzen hat die Normenstelle?</p>
</li>
</ul>
</li>
<li>
<p>Verfügt die Normenstelle über einen Online-Bildschirmanschluss zur Materialdatenbank und den Materialbeständen?</p>
</li>
<li>
<p> Werden alle Zeichnungen und Stücklisten von der Normenstelle geprüft? Welchen Einfluss hat die Normenstelle auf die Konstruktion?</p>
</li>
<li>
<p> Welche Kompetenzen bestehen, neue Materialien abzuwehren und Standardmaterialien durchzusetzen?</p>
</li>
<li>
<p> Wird darauf geachtet, dass</p>
<ul>
<li>
<p> Standardmaterialien vorgeschrieben werden? </p>
</li>
<li>
<p> Mehrverwendungsteile zum Einsatz kommen? </p>
</li>
<li>
<p> in Baukastensystemen konstruiert wird?</p>
</li>
<li>
<p> umweltfreundliche und recyclingfähige Stoffe eingesetzt werden?</p>
</li>
</ul>
</li>
<li>
<p> Wird eine Wertanalyse betrieben</p>
<ul>
<li>
<p> Intern?</p>
</li>
<li>
<p> Mit Lieferanten? (Existieren dazu feste Teams oder Regularien für Teamarbeit?)</p>
</li>
</ul>
</li>
<li>
<p> Bestehen Entwicklungspartnerschaften (Simultaneous Engineering)?</p>
</li>
<li>
<p> Werden für die Auswahl von Lieferanten, insbesondere für neues Material, frühzeitig Facheinkäufer eingeschaltet?</p>
</li>
</ul>
<p>Sowohl die <strong>Produktentwicklung</strong> (<a class="doklink" title="Produktplanung" href="/controlling/240537">Produktplanung</a>) als auch die in der Regel der Konstruktion angegliederte <strong>Normenstelle</strong> können wesentlich zur <strong>Bestandsreduzierung</strong> beitragen. Ein funktionierender Änderungsdienst ist eine notwendige Voraussetzung, um den Aufwand vor allem im Lager zu verringern. Darüber hinaus kann die <strong>Zusammenarbeit von Einkauf, Logistik und Konstruktion</strong> dazu beitragen, die Erzeugnisstruktur derart zu gestalten, dass eine optimale Festlegung der Bevorratungsebenen möglich wird. Die Lieferzeit lässt sich durch kundenanonyme Fertigung und Lagerung erheblich reduzieren, und zwar ohne Bevorratung der gesamten Variantenvielfalt.</p>
</div>
</div>
<div class="stw_verweise" id="stw_verweise_1">
<div class="infografik"><span class="infografik_start"> </span><span class="infografik_text">Siehe auch</span><span class="infografik_ende"> </span></div>
<div class="stw_verweise_stichwort">
<p><span class="stw_verweise_stichwort_text">Beschaffungs-Controlling</span><span class="stw_verweise_stichwort_text">Logistik-Controlling</span><a class="doklink stw_verweise_stichwort_link" title="Produktplanung" href="/controlling/240537"><span class="stw_verweise_stichwort_text">Produktplanung</span></a></p>
</div>
</div>
<p>Der Beitrag <a href="https://hannovers-steuerberater.de/controlling/bestandsplanung/">Bestandsplanung</a> erschien zuerst auf <a href="https://hannovers-steuerberater.de">Steuerberater Hannover</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Budget</title>
		<link>https://hannovers-steuerberater.de/controlling/budget/</link>
					<comments>https://hannovers-steuerberater.de/controlling/budget/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[root_cbc9x0pj]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Dec 2018 00:00:00 +0000</pubDate>
				<guid isPermaLink="false">https://hannovers-steuerberater.de/controlling/budget/</guid>

					<description><![CDATA[<p>BudgetInhaltsübersicht1.Überblick2.Das Umsatzbudget3.Produktionskostenbudget4.Marketingkostenbudget5.Forschungs- und Entwicklungskostenbudget6.Das Beschaffungs- und Lagerkostenbudget7.Verwaltungskostenbudget8.Budget der sonstigen Einnahmen und Ausgaben9.Das Leistungsbudget1. ÜberblickDas Budget ist das Kernstück der betrieblichen Planungsrechnung: Die Aufstellung sämtlicher für einen Zeitraum zu erwartenden Einnahmen und Ausgaben zur Ermittlung des Kapitalbedarfs.Obwohl die Aufstellung, Abstimmung und Kontrolle von Budgets einen beträchtlichen Teil der Arbeitszeit der Beteiligten in Anspruch nehmen kann, lässt  [...]</p>
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<div class="doc_headerlogo stw_headerlogo"><!--stw_logo--></div>
<div class="doc_headerblock stw_headerblock">
<div class="doc_headerline stw_headerline">
<h1 class="stw_titel">Budget</h1>
</div>
</div>
</div>
<div class="stw_toc">
<h2 class="stw_toc_head">Inhaltsübersicht</h2>
<ol class="eingeb_num_liste">
<li>
<div class="eingeb_listnum">1.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld1.">Überblick</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">2.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld2.">Das Umsatzbudget</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">3.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld3.">Produktionskostenbudget</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">4.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld4.">Marketingkostenbudget</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">5.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld5.">Forschungs- und Entwicklungskostenbudget</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">6.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld6.">Das Beschaffungs- und Lagerkostenbudget</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">7.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld7.">Verwaltungskostenbudget</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">8.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld8.">Budget der sonstigen Einnahmen und Ausgaben</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">9.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld9.">Das Leistungsbudget</a></div>
</li>
</ol>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld1.">1. Überblick</h2>
<p>Das Budget ist das Kernstück der betrieblichen Planungsrechnung: Die Aufstellung sämtlicher für einen Zeitraum zu erwartenden Einnahmen und Ausgaben zur Ermittlung des Kapitalbedarfs.</p>
<p>Obwohl die Aufstellung, Abstimmung und Kontrolle von Budgets einen beträchtlichen Teil der Arbeitszeit der Beteiligten in Anspruch nehmen kann, lässt sich immer wieder feststellen, dass der Begriff des &#8222;Budgets&#8220; unterschiedlich interpretiert wird. Teilweise wird das Budget &#8211; angelehnt an die historischen Wurzeln des Budgetbegriffs in der öffentlichen Verwaltung &#8211; als reine Gegenüberstellung von Einnahmen und Ausgaben interpretiert, teilweise wird es mit dem Begriff der Planung synonym verwandt. Hier soll unter einem Budget ein Plan verstanden werden,</p>
<ul>
<li>
<p>der die Ressourcen einer organisatorischen Einheit festlegt,</p>
</li>
<li>
<p>die ihr für einen bestimmten Zeitraum zur Erfüllung ihrer Aufgaben</p>
</li>
<li>
<p>in eigenständiger Verantwortung</p>
</li>
<li>
<p>durch eine verbindliche Vereinbarung</p>
</li>
<li>
<p>zur Verfügung gestellt werden.</p>
</li>
</ul>
<p>Das Budget als Output des Budgetierungsprozesses (<a class="doklink" title="Budgetierung" href="/controlling/236578">Budgetierung</a>) wird dabei häufig nach den funktionalen Teilbereichen des Unternehmens untergliedert in:</p>
<ul>
<li>
<p>Umsatzbudget</p>
</li>
<li>
<p>Kostenbudget</p>
<ul>
<li>
<p>Beschaffungskostenbudget</p>
</li>
<li>
<p>Produktionskostenbudget</p>
</li>
<li>
<p>Forschungs- und Entwicklungskostenbudget</p>
</li>
<li>
<p>Marketingkostenbudget</p>
</li>
<li>
<p>Verwaltungskostenbudget usw.</p>
</li>
</ul>
</li>
<li>
<p>Leistungsbudget</p>
</li>
<li>
<p>Finanzbudget</p>
</li>
</ul>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld2.">2. Das Umsatzbudget</h2>
<p>Basis der Erlösbudgetierung ist der Absatz- oder auch Umsatzplan. Er legt fest, welche Produkte wo, wann und unter welchen Bedingungen angeboten werden. Grundlagen bilden hierfür im Allgemeinen detaillierte Umsatzstatistiken, die den Umsatzverlauf vergangener Rechnungsperioden nach Produkten, <a class="doklink" title="Produktgruppen" href="/controlling/240479">Produktgruppen</a>, Regionen, Kunden usw. wiedergeben. Sofern solche Pläne nicht zur Verfügung stehen, kann behelfsweise auch das Mengengerüst der laufenden Periode als Ausgangspunkt verwendet werden.</p>
<p>Bei der Fixierung der Preise wird &#8211; sofern möglich &#8211; ebenfalls von den Preisen des Vorjahres ausgegangen. Allerdings handelt es sich hierbei häufig um Durchschnittspreise, die nach einem Erfahrungssatz berechnet werden. Bei neuen Produkten werden Schätzmengen und Schätzpreise angesetzt, die dann aber nur einen geringeren Verlässlichkeitsgrad besitzen.</p>
<p>Aus den geschätzten Mengen und Preisen wird anschließend das Umsatzbudget pro Produktlinie bzw. für den Geschäftsbereich und schließlich für das Gesamtunternehmen ermittelt. Den groben Aufbau eines Umsatzbudgets können Sie der folgenden Abbildung entnehmen.</p>
<div class="abbildung"><img decoding="async" class="doc_img" src="https://hannovers-steuerberater.de/wp-content/uploads/2024/04/cont059.gif" alt="" /></div>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld3.">3. Produktionskostenbudget</h2>
<p>Auf der Basis der Umsatzbudgets kann im Folgenden Schritt für den Produktionsbereich ein Mengen- und Wertgerüst erstellt werden, wobei gewöhnlich durch Kostenauflösung die variablen und fixen Herstellkosten gesondert berechnet werden.</p>
<p>Die Budgetierung im Produktions- und Fertigungsbereich entspricht im Wesentlichen der Plankostenrechnung. Zu den variablen Kosten (Variable Kosten) gehören daher in erster Linie das Fertigungsmaterial und die Fertigungslöhne sowie die variablen Material- und Fertigungsgemeinkosten (Gemeinkosten). Nach produktbezogener Festlegung der Mengen- und Zeitvorgaben, die aus den <a class="doklink" title="St&#xFC;cklistenaufl&#xF6;sung" href="/controlling/241772">Stücklisten</a> oder Konstruktionszeichnungen hervorgehen, lassen sich die <strong>Standardkosten</strong> (aus dem Produkt von Menge/Zeit * Standardpreis) relativ einfach ermitteln:</p>
<ul>
<li>
<p>Da das Fertigungsmaterial einen bedeutenden Kostenfaktor darstellt, werden die Materialien so weit wie möglich erfasst. Die <strong>Fertigungsmaterialkosten</strong> können daher anhand der Stücklisten bestimmt und durch Multiplikation mit dem Standardpreis (in der Regel der erwartete Einstandspreis) berechnet werden.</p>
</li>
<li>
<p>Zur Bestimmung der <strong>Fertigungslohnkosten</strong> wird in der betrieblichen Praxis häufig die so genannte Vorgabezeit durch entsprechende REFA-Studien ermittelt. Durch Multiplikation der so gewonnenen für die Produktion erforderlichen Lohnstunden mit den Lohnsätzen erhält man das Fertigungslohnkostenbudget.</p>
</li>
<li>
<p>Obwohl die variablen Gemeinkosten mit der Erzeugnismenge variieren, fehlt die direkte Beziehung zu den Leistungseinheiten, sodass zur Bestimmung der <strong>variablen Material- und Fertigungsgemeinkosten</strong> eine Verrechnung durch Schlüsselgrößen erforderlich ist. In der betrieblichen Praxis wird hierfür vor allem ein pauschaler Zuschlag verwendet, es kommt aber auch eine Verteilung nach Stückzahlen, Gewicht, Minutensätzen oder Maschinenstunden zum Einsatz. Das Gleiche gilt im Prinzip für die Verteilung der <strong>sonstigen variablen Gemeinkosten</strong> wie Energiekosten, Instandhaltungskosten, Hilfs- und Betriebsstoffkosten usw.</p>
</li>
</ul>
<p>Bei der <strong>Budgetierung der </strong>Fixkosten ist darauf zu achten, dass diese nur denjenigen Bereichen zugerechnet werden, die auf Ausmaß und Gestaltung auch maßgeblichen Einfluss haben. Jene Kosten, die einer Kostenstelle nicht direkt zugerechnet werden können, dürfen dementsprechend auch nicht in deren Budget auftauchen.</p>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld4.">4. Marketingkostenbudget</h2>
<p>Das Marketingkostenbudget (Marketing-Controlling<strong>)</strong> baut sowohl auf dem Umsatzbudget als auch auf der Planung des <strong>Marketing-Mix</strong> auf. Gegenstand der Budgetierung sind primär die Distributions- und Kommunikationskosten. Auch hier kann wieder zwischen</p>
<ul>
<li>
<p>umsatzwertproportionalen Kosten und</p>
</li>
<li>
<p>umsatzwertunabhängigen Kosten</p>
</li>
</ul>
<p>unterschieden werden. Im Gegensatz zu den Herstellkosten lassen sich die Marketingkosten jedoch nur schwer quantifizieren, weil es sich primär um geistige Tätigkeiten handelt. Außerdem sind sie schwerer zurechenbar, da sich häufig kein eindeutiger Bezug zwischen Marketingleistung und Markterfolg herstellen lässt.</p>
<p>Für die praktische Anwendung hat es sich daher bewährt, die Marketingkosten in die Funktionsbereiche &#8222;Akquisition&#8220;, &#8222;Verkaufsabwicklung&#8220; und &#8222;Marketingverwaltung&#8220; einzuteilen:</p>
<ul>
<li>
<p>Unter <strong>Akquisitionskosten</strong> fallen alle Kosten für Werbung, Absatzförderung, Kundendienst, Aufwendungen für Verkäufer, Vertreter oder Reisende und die Kosten für Verkaufsbüros.</p>
</li>
<li>
<p>Unter <strong>Kosten der Verkaufsabwicklung</strong> fallen alle Kosten für die Auftragsbearbeitung sowie Kosten für Auslieferungslager, Verpackung, Transport und Zahlungsabwicklung.</p>
</li>
<li>
<p>Unter <strong>Kosten für die Marketingverwaltung</strong> fallen die Kosten für das Vertriebsrechnungswesen, Planung, Statistik und Marktforschung.</p>
</li>
</ul>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld5.">5. Forschungs- und Entwicklungskostenbudget</h2>
<p>Bedingt durch den steigenden Anteil von Kosten im Bereich der Forschung und Entwicklung wird diesem Bereich bei der Budgetierung ebenfalls eine hohe Aufmerksamkeit gewidmet.</p>
<p>Bei der Budgetierung der Forschungs- und Entwicklungskosten wird im Allgemeinen als Erstes die Gesamtsumme der Forschungs- und Entwicklungskosten für die Planperiode festgelegt. Häufig wird dieser Wert als Prozentsatz vom Planumsatz oder vom Plangewinn bestimmt oder basiert auf einer Fortschreibung des laufenden Budgetansatzes mit Standardaufschlag.</p>
<p>Anschließend wird der ermittelte Gesamtbetrag auf die einzelnen Projekte verteilt. Hierzu müssen die einzelnen potenziellen Projekte &#8211; aufgeschlüsselt nach Kostenarten &#8211; ebenfalls budgetiert werden. Als wichtigste Kostenarten sollten berücksichtigt werden:</p>
<ul>
<li>
<p>Löhne und Gehälter</p>
</li>
<li>
<p>Material und Hilfsstoffe</p>
</li>
<li>
<p>Kosten für die Herstellung von Mustern und Prototypen</p>
</li>
<li>
<p>Sonstige wesentliche Kosten wie beispielsweise Abschreibungen, Beratungskosten usw.</p>
</li>
</ul>
<p>Da mit Forschungs- und Entwicklungsprojekten häufig längerfristig Mittel gebunden werden, sollte bei der Budgetierung geprüft werden, welche Mittel für die bereits angefangenen und weiter fortzuführenden Projekte bereitzustellen sind. Diese Kosten lassen sich im Allgemeinen relativ gut schätzen, weil man auf Erfahrungswerte zurückgreifen kann. Der verbleibende Restbetrag kann dann auf die neuen Projekte verteilt werden.</p>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld6.">6. Das Beschaffungs- und Lagerkostenbudget</h2>
<p>Für die Budgetierung der Beschaffungs- und Lagerkosten ist die Kenntnis der für die Produktion benötigten Werkstoffe einschließlich der Hilfs- und Betriebsstoffe erforderlich.</p>
<p>Bei den Beschaffungskosten handelt es sich hauptsächlich um fixe Kosten in Form von Personalkosten. Die Lagerkosten treten jedoch als fix und variabel auf. Dabei stellen die durch den Lagerbestand verursachten Kapitalbindungskosten (kalkulatorische Zinsen) variable Kostengrößen dar, während die Kosten für das im Lager eingesetzte Personal eher den Charakter von Fixkosten bzw. sprungfixen Kosten annehmen.</p>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld7.">7. Verwaltungskostenbudget</h2>
<p>Auch bei der Budgetierung von Verwaltungskosten geht man von Kostenstellen aus und gliedert nach Kostenarten. Bei der <strong>Bildung der Kostenstellen</strong> sollte die <strong>Kostenverantwortung</strong> bzw. Kostenbeeinflussbarkeit an erster Stelle stehen. Im Allgemeinen fallen im Verwaltungsbereich vorwiegend fixe Kosten aus folgenden Bereichen an:</p>
<ul>
<li>
<p>Löhne und Gehälter</p>
</li>
<li>
<p>Büromaterial</p>
</li>
<li>
<p>Telefon und Porti</p>
</li>
<li>
<p>Abschreibungen (für Computer, Verwaltungsgebäude, Bürokommunikationssysteme usw.)</p>
</li>
</ul>
<p>Die Budgetierung im Verwaltungsbereich ist prinzipiell <strong>vergangenheitsorientiert</strong>. Dies hat in den letzten Jahren teilweise starke Kritik hervorgerufen, weil damit der Leistungsbeitrag und die Wirtschaftlichkeit dieser Kostenstellen nur wenig berücksichtigt werden können. Als Alternative zur klassischen Budgetierung dieser (Gemein-)Kosten wird daher verstärkt auf das <strong>Zero-Base-Budgeting</strong> (Null-Basis-Budgetierung) zurückgegriffen.</p>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld8.">8. Budget der sonstigen Einnahmen und Ausgaben</h2>
<p>Um die Einzelbudgets zu einer Plan-GuV zusammenzufassen, müssen auch die sonstigen Erträge und Aufwendungen budgetiert werden. Diese <strong>Wertgrößen</strong>, die außerhalb des normalen Betriebsablaufes entstehen (beispielsweise Steuern, Mieterträge usw.), sind vielfach nur durch grobe Schätzungen zu ermitteln.</p>
<p>Im Hinblick auf das Finanzbudget sind auch alle weiteren Einzahlungen und Auszahlungen zu ermitteln. Das betrifft vor allem das Investitionsbudget, das aus dem Investitionsplan abgeleitet werden kann.</p>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld9.">9. Das Leistungsbudget</h2>
<p>Am Ende des Budgetierungsprozesses werden die Einzelbudgets zu einem Erfolgs- und Leistungsbudget zusammengeführt, das die budgetierten Kosten und Erlöse gegenüberstellt. Die aus dem Umsatzbudget und den einzelnen Kostenbudgets resultierenden Einzahlungen werden umsonstige Ein- und Auszahlungen ergänzt und zu einem Finanzbudget integriert.</p>
<div class="abbildung"><img decoding="async" class="doc_img" src="https://hannovers-steuerberater.de/wp-content/uploads/2024/04/cont060.gif" alt="" /></div>
<p>Die Integration der Budgets wird durch Anwendung <strong>analytischer</strong><strong>Modelle</strong> erleichtert. Solche <strong>Budgetierungsmodelle</strong> haben den Charakter von Prognosemodellen, das heißt, es wird ausgehend von einer Anfangsbilanz unter Berücksichtigung der Einzelbudgets eine Erfolgsrechnung und eine Schlussbilanz erstellt. Durch Variation einzelner Budgetdaten können beliebig viele Simulationsläufe durchgeführt werden, um die Auswirkungen verschiedener Inputdaten zu studieren. Durch solche Modelle lassen sich daher beispielsweise Fragen beantworten wie:</p>
<ul>
<li>
<p>Wie wirken sich unterschiedliche Umsatzprognosen auf den Erfolg aus?</p>
</li>
<li>
<p>Welche Auswirkungen ergeben sich aus einer Kostensteigerung im Bereich Personal in Höhe von 3 Prozent?</p>
</li>
<li>
<p>Wie wirkt sich eine partielle Preiserhöhung (bei gleichzeitiger Mengensteigerung) bei Produktgruppe 4711 aus?</p>
</li>
<li>
<p>Wie wirken sich unterschiedliche Zinssätze aus?</p>
</li>
</ul>
<p>Grundsätzlich ist es bei solchen Modellen auch möglich, die variablen Größen im Hinblick auf ein bestimmtes Ziel (beispielsweise höchstmögliches Betriebsergebnis) zu variieren. Fragestellung ist bei einem solchen Fall, welche Werte einzelne Inputdaten (Absatzmengen, Preise, Personalkosten, Zinssätze usw.) unter Berücksichtigung von <strong>Nebenbedingungen</strong> (Absatzmenge kleiner als 1.000.000, Preis größer als 100,00 EUR, Personalkosten größer als 500.000 und kleiner als 700.00 usw.) annehmen müssen, um eine bestimmte Größe (Umsatz, Betriebsergebnis, Umsatzrendite usw.) zu maximieren.</p>
</div>
<div class="stw_verweise" id="stw_verweise_2">
<div class="infografik"><span class="infografik_start"> </span><span class="infografik_text">Siehe auch</span><span class="infografik_ende"> </span></div>
<div class="stw_verweise_stichwort">
<p><a class="doklink stw_verweise_stichwort_link" title="Budgetierung" href="/controlling/236578"><span class="stw_verweise_stichwort_text">Budgetierung</span></a></p>
</div>
</div>
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			</item>
		<item>
		<title>Bottom-up-Planung</title>
		<link>https://hannovers-steuerberater.de/controlling/bottom-up-planung/</link>
					<comments>https://hannovers-steuerberater.de/controlling/bottom-up-planung/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[root_cbc9x0pj]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Dec 2018 00:00:00 +0000</pubDate>
				<guid isPermaLink="false">https://hannovers-steuerberater.de/controlling/bottom-up-planung/</guid>

					<description><![CDATA[<p>Bottom-up-PlanungZur Unterscheidung von Planungsarten (Planungsverfahren) finden sich in der betriebswirtschaftlichen Literatur zahlreiche Klassifikationsmöglichkeiten. Eine hiervon ist die Differenzierung nach der Planungsrichtung inretrograde Planung (Top-down-Planung),progressive Planung (Bottom-up-Planung) und inGegenstromverfahren- (Top-down/Bottom-up-Planung).Bei der Bottom-up-Planung beginnt die Planung auf der untersten Planungsebene. Dort werden die Teilpläne an die jeweils übergeordnete Stufe weitergeleitet, wo sie koordiniert, zusammengefasst und wiederum an  [...]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="doc_header stw_header">
<div class="doc_headerlogo stw_headerlogo"><!--stw_logo--></div>
<div class="doc_headerblock stw_headerblock">
<div class="doc_headerline stw_headerline">
<h1 class="stw_titel">Bottom-up-Planung</h1>
</div>
</div>
</div>
<p>Zur Unterscheidung von Planungsarten (Planungsverfahren) finden sich in der betriebswirtschaftlichen Literatur zahlreiche Klassifikationsmöglichkeiten. Eine hiervon ist die Differenzierung nach der Planungsrichtung in</p>
<ul>
<li>
<p>retrograde Planung (<a class="doklink" title="Top-down-Planung" href="/controlling/232540">Top-down-Planung</a>),</p>
</li>
<li>
<p>progressive Planung (Bottom-up-Planung) und in</p>
</li>
<li>
<p>Gegenstromverfahren<strong>&#8211;</strong> (Top-down/Bottom-up-Planung).</p>
</li>
</ul>
<p>Bei der Bottom-up-Planung beginnt die Planung auf der untersten Planungsebene. Dort werden die Teilpläne an die jeweils übergeordnete Stufe weitergeleitet, wo sie koordiniert, zusammengefasst und wiederum an die nächsthöhere Planungsstufe weitergegeben werden.</p>
<p>Dieses Konzept hat den Vorteil, dass die Planung unmittelbar von den Betroffenen ausgeht, die im Allgemeinen Zugang zu sämtlichen für die Planerstellung benötigten Informationen haben. Anders als bei der retrograden Planung (<a class="doklink" title="Top-down-Planung" href="/controlling/232540">Top-down-Planung</a>) entsteht bei den beteiligten Mitarbeitern nicht der Eindruck, &#8222;verplant&#8220; zu werden, sodass grundsätzlich von einer höheren Motivation und Identifikation mit den erstellten Plänen ausgegangen werden kann.</p>
<p>Einer der möglichen Nachteile dieser Planungsmethode kann darin liegen, dass sich die Einzelpläne, die den übergeordneten Planungsebenen übergeben werden, inhaltlich widersprechen können.</p>
<div class="stw_verweise" id="stw_verweise_1">
<div class="infografik"><span class="infografik_start"> </span><span class="infografik_text">Siehe auch</span><span class="infografik_ende"> </span></div>
<div class="stw_verweise_stichwort">
<p><span class="stw_verweise_stichwort_text">Gegenstromverfahren</span><a class="doklink stw_verweise_stichwort_link" title="Top-down-Planung" href="/controlling/232540"><span class="stw_verweise_stichwort_text">Top-down-Planung</span></a></p>
</div>
</div>
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		<title>Beteiligungscontrolling</title>
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		<pubDate>Mon, 10 Dec 2018 00:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>BeteiligungscontrollingInhaltsübersicht1.Überblick2.Der Begriff "Beteiligung" aus Controllingsicht3.Organisatorische Einbindung des Beteiligungscontrollings4.Strategische Aufgaben im Beteiligungscontrolling5.Operative Aufgabenstellungen5.1Einheitliches Planungssystem5.2Einheitliches Berichtswesen5.2.1Formelle Vergleichbarkeit5.2.2Inhaltliche Vergleichbarkeit5.2.3Berichte für das Management in der Zentrale5.3Sonstige operative Aufgaben5.3.1Information und Einweisung neuer Controller5.3.2Durchführung von Schwachstellenanalysen1. ÜberblickDie zur Sicherung des Wachstums häufig verfolgte Umsetzung der Diversifikationsstrategie (Diversifikation) durch Akquisition (Akquisitionsplanung) und Unternehmungsbeteiligungen führt seit einigen Jahren verstärkt zum Entstehen heterogener Geschäftsfeldstrukturen  [...]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="doc_header stw_header">
<div class="doc_headerlogo stw_headerlogo"><!--stw_logo--></div>
<div class="doc_headerblock stw_headerblock">
<div class="doc_headerline stw_headerline">
<h1 class="stw_titel">Beteiligungscontrolling</h1>
</div>
</div>
</div>
<div class="stw_toc">
<h2 class="stw_toc_head">Inhaltsübersicht</h2>
<ol class="eingeb_num_liste">
<li>
<div class="eingeb_listnum">1.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld1.">Überblick</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">2.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld2.">Der Begriff &#8222;Beteiligung&#8220; aus Controllingsicht</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">3.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld3.">Organisatorische Einbindung des Beteiligungscontrollings</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">4.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld4.">Strategische Aufgaben im Beteiligungscontrolling</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">5.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld5.">Operative Aufgabenstellungen</a></p>
<ol class="eingeb_num_liste">
<li>
<div class="eingeb_listnum">5.1</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld5.1">Einheitliches Planungssystem</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">5.2</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld5.2">Einheitliches Berichtswesen</a></p>
<ol class="eingeb_num_liste">
<li>
<div class="eingeb_listnum">5.2.1</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld5.2.1">Formelle Vergleichbarkeit</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">5.2.2</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld5.2.2">Inhaltliche Vergleichbarkeit</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">5.2.3</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld5.2.3">Berichte für das Management in der Zentrale</a></div>
</li>
</ol>
</div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">5.3</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld5.3">Sonstige operative Aufgaben</a></p>
<ol class="eingeb_num_liste">
<li>
<div class="eingeb_listnum">5.3.1</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld5.3.1">Information und Einweisung neuer Controller</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">5.3.2</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld5.3.2">Durchführung von Schwachstellenanalysen</a></div>
</li>
</ol>
</div>
</li>
</ol>
</div>
</li>
</ol>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld1.">1. Überblick</h2>
<p>Die zur Sicherung des Wachstums häufig verfolgte Umsetzung der Diversifikationsstrategie (Diversifikation) durch <strong>Akquisition</strong> (Akquisitionsplanung) und <strong>Unternehmungsbeteiligungen</strong> führt seit einigen Jahren verstärkt zum Entstehen heterogener Geschäftsfeldstrukturen oder Beteiligungsportfolios von Konzernen. Solche inhomogenen und wenig transparenten Konzerngebilde mit zahlreichen Konzernen bzw. Beteiligungsgesellschaften stellen erhöhte Anforderungen an ein effizientes Führungs- und Controllingkonzept.</p>
<p>Dem <strong>Beteiligungscontroller</strong> stellt sich die Aufgabe, die Beteiligungsgesellschaften auf die <strong>übergeordneten Ziele</strong> (<a class="doklink" title="Zielsystem" href="/controlling/233780">Zielsystem</a>, <a class="doklink" title="Zielplanung" href="/controlling/233779">Zielplanung</a>) des Konzerns auszurichten. Das Management der Konzernobergesellschaft soll bei der Führung der Beteiligungsgesellschaften aus Gesamtkonzernsicht unterstützt werden. Im Vordergrund stehen hierbei Koordination, Unterstützung und Überwachung des Managements der Tochtergesellschaften. Das Beteiligungscontrolling plant, informiert und kontrolliert, ob und wie die Gesellschaften dem Geschäftsbetrieb der Muttergesellschaft dienen und die gesetzten Ziele erreichen.</p>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld2.">2. Der Begriff &#8222;Beteiligung&#8220; aus Controllingsicht</h2>
<p>Versteht man unter &#8222;Controlling&#8220; im Allgemeinen Unternehmensplanung und -steuerung, dann liegt es nahe, &#8222;Beteiligungscontrolling&#8220; in einer ersten Annäherung als &#8222;Planung und Steuerung von Tochter- und Beteiligungsgesellschaften&#8220; zu definieren. </p>
<p>Dieser Definitionsversuch geht allerdings noch etwas am Kern des Beteiligungscontrollings vorbei. Denn es gibt beispielsweise im Vertrieb einen Vertriebscontroller, in der Produktion einen Produktionscontroller etc. Dementsprechend gibt es auch in vielen Beteiligungsgesellschaften einen Controller oder zumindest eine Person, die mit Controllingaufgaben betraut ist. Dieser Controller ist aber in vielen Fällen nicht identisch mit dem &#8222;Beteiligungscontroller&#8220;. Vielmehr ist es dessen Merkmal, eben nicht in dem betroffenen Unternehmen selbst, sondern in einer Zentralstelle dessen Controlling zu betreiben. Die Zentralstelle kann dabei jede Unternehmung sein, welche an anderen Unternehmen beteiligt ist. Folglich ist unter Beteiligungscontrolling insbesondere das Planen und Steuern von Unternehmen aus einer Zentrale heraus zu verstehen.</p>
<p>Der handelsrechtliche Begriff &#8222;Beteiligungen&#8220; wird im allgemeinen Controlling-Sprachgebrauch bisweilen unscharf gebraucht und weit ausgelegt. Aus Controllersicht handelt es sich bei Unternehmensnanteilen um Beteiligungen, unabhängig davon, ob der Kapitalanteil sehr klein ist oder 100 Prozent beträgt. Es ist ferner möglich, dass die &#8222;Beteiligung&#8220; rechtlich z. B. lediglich eine Betriebsstätte darstellt, die aber zu Steuerungszwecken wie eine selbstständige Tochtergesellschaft behandelt wird. Allen Fällen ist aber eine gewisse wirtschaftliche Verbundenheit gemeinsam, die unabhängig von der rechtlich-kapitalmäßigen Verflechtung besteht. Somit lässt sich Beteiligungscontrolling als Planung und Steuerung von wirtschaftlich verbundenen Unternehmen aus einer Zentrale definieren.</p>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld3.">3. Organisatorische Einbindung des Beteiligungscontrollings</h2>
<p>Bezüglich der Organisation des Beteiligungscontrolling stellt sich zunächst die Frage nach der hierarchischen Einordnung innerhalb der Konzernstruktur. Relativ häufig wird hier eine möglichst <strong>hohe Einordnung des </strong><a class="doklink" title="Controller" href="/controlling/228658">Controllers</a><strong> innerhalb der Leitungshierarchie</strong> empfohlen.</p>
<p>Insbesondere die sich verändernde Unternehmungsumwelt, zum Beispiel die zunehmende Berücksichtigung von Eigentümer- und Aktionärsinteressen in der Zielausrichtung der Konzerne (Shareholder-Value-Analyse), führt zu einem <strong>Anpassungsbedarf der bestehenden Controllingsysteme</strong>. Um Anpassungsmaßnahmen konzernweit zu realisieren sowie die Akzeptanz des Controlling beim Management der angegliederten Konzerngesellschaften sicherzustellen, scheint eine hohe hierarchische Einordnung des Beteiligungscontrolling unumgänglich zu sein. Einer tendenziell hohen hierarchischen Positionierung des Beteiligungscontrolling innerhalb der Zentrale ist sinnvoll, weil es anders kaum möglich sein wird, das Management eines Konzerns durch entscheidungsrelevante Serviceleistungen bei der Führung der dezentralen Konzerngesellschaften zu unterstützen.</p>
<p>Außerdem muss die Ausgestaltung der <strong>Weisungsbefugnisse bzw. Unterstellungsverhältnisse innerhalb der Controllinghierarchie</strong> des Konzerns geregelt werden. Grundsätzlich sind hierfür drei Varianten denkbar (<a class="doklink" title="Controlling" href="/controlling/228666">Controlling</a> &#8211; Organisation):</p>
<ul>
<li>
<p>Die dezentralen Controller in der Beteiligungsgesellschaft sind fachlich und disziplinarisch dem zentralen Beteiligungscontrolling unterstellt.</p>
</li>
<li>
<p>Das dezentrale Controlling ist fachlich und disziplinarisch dem Management der Beteiligungsgesellschaft unterstellt.</p>
</li>
<li>
<p>Dotted-line-principle: Das dezentrale Controlling ist fachlich dem zentralen Beteiligungscontrolling, disziplinär hingegen dem Management der Beteiligungsgesellschaft unterstellt. </p>
</li>
</ul>
<div class="abbildung"><img decoding="async" class="doc_img" src="https://hannovers-steuerberater.de/wp-content/uploads/2024/04/con304.gif" alt="" /></div>
<p>Die Vor- und Nachteile der jeweiligen Varianten können der folgenden Tabelle entnommen werden:</p>
<div class="wide-table">
<table border="0" width="100%" class="doc_table"><!-- CF: -30 --></p>
<tbody>
<tr>
<td rowspan="1" valign="top" align="left"><strong>Variante</strong></td>
<td rowspan="1" valign="top" align="left"><strong>Mögliche Vorteile</strong></td>
<td rowspan="1" valign="top" align="left"><strong>Mögliche Nachteile</strong></td>
</tr>
<tr>
<td rowspan="3" valign="top" align="left">Das dezentrale Controlling untersteht dem zentralen Beteiligungscontrolling.</td>
<td rowspan="1" valign="top" align="left">Im Allgemeinen gute Zusammenarbeit und guter Informationsfluss zwischen dezentralem und zentralem Beteiligungscontrolling.</td>
<td rowspan="3" valign="top" align="left">Die Unternehmenseinheit empfindet ihre Controller u. U. als Fremdkörper oder sogar &#8222;Spione&#8220;. Das dezentrale Controlling ist zu zentral organisiert und unterstützt die Unternehmenseinheit nicht im erforderlichen Ausmaß.</td>
</tr>
<tr>
<td rowspan="1" valign="top" align="left">Straffe Controllingorganisation.</td>
</tr>
<tr>
<td rowspan="1" valign="top" align="left">Einheitlichkeit der Controllingsysteme ist sichergestellt.</td>
</tr>
<tr>
<td rowspan="1" valign="top" align="left">Das dezentrale Controlling untersteht dem Management der Beteiligungsgesellschaft.</td>
<td rowspan="1" valign="top" align="left">Der dezentrale Controller wird von der Unternehmenseinheit als ihr zugehörig (eigener Controller) empfunden.</td>
<td rowspan="1" valign="top" align="left">Loslösung des dezentralen Controllers vom zentralen Controlling und Förderung eines &#8222;Tochteregoismus&#8220; gegenüber der Konzerngesellschaft.</td>
</tr>
<tr>
<td rowspan="1" valign="top" align="left">Dotted-line-principle</td>
<td rowspan="1" valign="top" align="left">Im Idealfall werden die Vorteile der beiden vorgenannten Varianten kombiniert, ohne dass die Nachteile zum Tragen kommen.</td>
<td rowspan="1" valign="top" align="left">Die doppelte Unterstellung des dezentralen Controllers kann zu Konflikten führen.</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</div>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld4.">4. Strategische Aufgaben im Beteiligungscontrolling</h2>
<p>Die wichtigste strategische Grundfrage des Beteiligungscontrollers bezieht sich im Allgemeinen nicht auf die Aussage, in welchen Produkten und Märkten sich das Zentralunternehmen langfristig engagieren will. Vielmehr geht es im Rahmen des Beteiligungscontrolling vor allem um <strong>Entscheidungen hinsichtlich regionaler Märkte</strong>, also um die Frage, in welchen Ländern investiert bzw. desinvestiert werden soll.</p>
<p>Wird im Rahmen dieser strategischen Überlegungen entschieden, in einem bestimmten Land eine Gesellschaft aufzubauen, begleitet der Beteiligungscontroller die Gründung und den Aufbau dieses Unternehmens.</p>
<h3 class="stw_hinweis_head">Anmerkung: </h3>
<div class="stw_hinweis">
<p>Wird angestrebt, eine Landespräsenz nicht durch Neugründung, sondern durch Kauf eines bestehenden Unternehmens zu erreichen, stellt sich das Problem, den Wert eines potenziellen Kaufkandidaten festzustellen (Akquisitionsplanung). Auch diese Aufgabe fällt in den Zuständigkeitsbereich des Beteiligungscontrollers.</p>
</div>
<h3 class="stw_hinweis_head">Problem: </h3>
<div class="stw_hinweis">
<p>Nicht immer lässt sich die Frage zweifelsfrei klären, ob eine bestimmte Teilaufgabe des Beteiligungscontrollers <strong>eher als strategisch</strong> oder <strong>eher als operativ</strong> anzusehen ist. Beispielsweise kann die konzernspezifische Konzeption der strategischen Planung sowie deren Organisation aus Sicht des Gesamtkonzerns durchaus strategischen Charakter haben. Wie die folgenden Erläuterung zeigt, kann man die Organisation und Weiterentwicklung des Planungs- und Berichtssystems aber auch dem operativen Aufgabenbereich zuordnen.</p>
</div>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld5.">5. Operative Aufgabenstellungen</h2>
<div class="stw_gld2">
<h3 class="stw_gld2_head" id="gld5.1">5.1 Einheitliches Planungssystem</h3>
<p>Um einen Konzern mit vielen operativen Sub-Einheiten zu steuern, ist ein <strong>einheitliches Planungs- und Berichtswesen</strong> unabdingbar. Dies betrifft durchaus selbst zunächst banal erscheinende Dinge, wie zum Beispiel eine Terminplanung für die Budgeterstellung, denn für eine konzernweit konsolidierte Planung ist die einheitliche Festlegung und Durchsetzung von Planungsrichtlinien zwingend erforderlich. Die Erarbeitung eines solchen Planungskalenders gehört zu den wesentlichen Aufgabenstellungen des Beteiligungscontrolling.</p>
<p>Ein <strong>typischer Planungsprozess</strong> besteht zum einen aus einer <strong>Mittelfristplanung</strong>, die sich über drei bis fünf Jahre erstreckt und meistens im Frühjahr/Sommer erarbeitet wird, zum anderen aus einem <strong>detaillierten <a class="doklink" title="Budget" href="/controlling/236580">Budget</a></strong> für das kommende Jahr, welches im Herbst fällig ist. Hierbei wird die Planung zunächst innerhalb der Teileinheit abgeschlossen, um dann der Zentrale zur Genehmigung vorgelegt zu werden. Die Aufgabe des Beteiligungscontrolling besteht vor allem darin, die Planungen zu analysieren, zu besprechen und intern <strong>zur </strong><a class="doklink" title="Information" href="/controlling/238408">Information</a><strong> aufzubereiten</strong>. Ein sehr komplexer Aufgabenbereich besteht ferner in der <strong>Abstimmung der Einzelpläne</strong> sowohl untereinander als auch mit der Planung der Konzernzentrale.</p>
<h4 class="stw_beispiel_head">Beispiel:</h4>
<div class="stw_beispiel">
<p>Handelt es sich bei den Tochtergesellschaften um Unternehmen, die vor allem die Vertriebsfunktionen wahrnehmen, benötigt die Zentrale möglichst zuverlässige Angaben über den zu erwartenden Absatz, um die Kapazität in der (zentralen) Produktion einzurichten.</p>
</div>
</div>
<div class="stw_gld2">
<h3 class="stw_gld2_head" id="gld5.2">5.2 Einheitliches Berichtswesen</h3>
<p>Klassischerweise nimmt das <strong>Berichtswesen oder Reporting</strong> in der Arbeit des Controllers einen breiten Raum ein. Das Berichtswesen eines Beteiligungscontrollers unterscheidet sich jedoch in vielerlei Hinsicht vom dem seines &#8222;normalen&#8220; Kollegen.</p>
<p>Zunächst hat der Beteiligungscontroller seine Berichte von den Gesellschaften vor Ort einmal einzusammeln. <strong>Technische Probleme</strong> werden hierbei nur seltener auftauchen, da die vor Ort erstellten Reports im Allgemeinen per E-Mail direkt an die Zentrale geschickt werden. Schwieriger zu lösen ist das <strong>inhaltliche Problem</strong>, denn der Beteiligungscontroller hat es häufig mir sehr unterschiedlichen Ansprechpartnern zu tun, die sich untereinander extrem unterscheiden können. Es ist sicherlich ein Unterschied, ob man es mit einem Vertriebsbüro in Venezuela mit drei Mitarbeitern oder einer Vertriebsgesellschaft in Frankreich mit einigen hundert Millionen Euro Umsatz zu tun hat.</p>
<div class="stw_gld3">
<h4 class="stw_gld3_head" id="gld5.2.1">5.2.1 Formelle Vergleichbarkeit</h4>
<p>Für das interne Berichtswesen ist eine <strong>einheitliche Systematik</strong> zu definieren und in einem <strong>Handbuch</strong> zu fixieren. Dies betrifft alle relevanten Reportingbereiche, denn selbst national können die Vorstellungen, was unter einem &#8222;Deckungsbeitrag 2&#8220; oder dem &#8222;Betriebsergebnis&#8220; zu verstehen ist, durchaus voneinander abweichen.</p>
<p>Der Aufwand, der mit der Erstellung eines solchen Handbuchs verbunden ist, sollte keinesfalls unterschätzt werden, denn bei mehreren Tochtergesellschaften in vielen Ländern wird die Konzeption eines solchen Planungshandbuches einige Monate in Anspruch nehmen. Insbesondere die <strong>Definition einzelner Kostengrößen</strong> ist sehr detailliert anzugehen. Beispielsweise ist zu aufzuzeigen, ob die &#8222;Kfz-Versicherung&#8220; unter der Position &#8222;Versicherungen&#8220; oder unter der Position &#8222;Kfz-Kosten&#8220; auszuweisen ist. Dass eine&#8220; Kfz-Reparatur&#8220; zu den &#8222;Kfz-Kosten&#8220; gehört, mag für den einen selbstverständlich sein; für den anderen stellen diese Kosten aber vielleicht &#8222;Reparaturkosten&#8220; dar. Ebenso könnten &#8222;Parkgebühren&#8220; als &#8222;Reisekosten&#8220; oder als &#8222;Kfz-Kosten&#8220;, Abschreibungen für ein Kfz als &#8222;Kfz-Kosten&#8220; oder als &#8222;Abschreibungen&#8220; eingeordnet werden.</p>
<p>Neben diesen kleinen Definitionsproblemen sind vor allem auch die <strong>Unterschiede innerhalb der externen Rechnungslegung</strong> zu berücksichtigen. In jedem Fall ist für die Konzernkonsolidierung ein <strong>Abschluss nach einheitlichen Richtlinien</strong>, beispielsweise US-GAAP bzw. IAS notwendig. Ein Abschluss nach US-GAAP wird sich allerdings häufig von den nach nationalem Landesrecht der Tochtergesellschaften erstellten Abschlüssen unterscheiden. Besteht darüber hinaus auch noch die Notwendigkeit, eine Handels- und eine Steuerbilanz zu erstellen, ist selbst von kleinen Tochterunternehmen eine ganze Reihe von Berichten bzw. Abschlüssen zu erstellen und demnach auch vom Beteiligungscontroller zu analysieren.</p>
</div>
<div class="stw_gld3">
<h4 class="stw_gld3_head" id="gld5.2.2">5.2.2 Inhaltliche Vergleichbarkeit</h4>
<p>Ist die formale Vergleichbarkeit des Berichtswesens sichergestellt, ist trotzdem eine Beurteilung der hierdurch gewonnenen Aussagen noch nicht ohne weiteres möglich. Beispielsweise wird niemand den Pro-Kopf-Umsatz der Vertriebsgesellschaft in Frankreich mit demjenigen des Vertriebsbüros in Venezuela vergleichen wollen.</p>
<p>Werden also auf Grund des Berichtswesens Unterschiede bezüglich bestimmter Kennzahlen festgestellt, besagt das zunächst wenig. Um die ökonomische und inhaltliche Aussage einer Kennzahl interpretieren zu können, sind für den Beteiligungscontroller Hintergrundinformationen erforderlich, was sein Aufgabengebiet zusätzlich erschwert.</p>
</div>
<div class="stw_gld3">
<h4 class="stw_gld3_head" id="gld5.2.3">5.2.3 Berichte für das Management in der Zentrale</h4>
<p>Unabhängig von den dargestellten Schwierigkeiten, die bei der Interpretation bestimmter Werte auftauchen, hat der Beteiligungscontroller die von den Tochtergesellschaften übermittelten und die selbst erstellten Berichte an die jeweiligen Berichtsempfänger (kommentiert) zu übermitteln. Die verschiedenen Standardberichte sind in der Regel so aufgebaut, dass sie die wesentlichen Kenngrößen der verschiedenen Unternehmen in Form einer Matrix vergleichend darstellen.</p>
<p>Prinzipiell gelten im Beteiligungscontrolling die gleichen Anforderungen hinsichtlich Empfängerorientierung, Aktualität und Informationsgehalt, die an jedes Berichtssystem zu stellen sind. Besondere Schwierigkeiten resultieren unter Umständen aus der räumlichen Distanz zur Tochtergesellschaft, wenn beispielsweise die Klärung einer Abweichung nicht mehr telefonisch möglich ist, sondern den Einsatz &#8222;vor Ort&#8220; erforderlich macht.</p>
</div>
</div>
<div class="stw_gld2">
<h3 class="stw_gld2_head" id="gld5.3">5.3 Sonstige operative Aufgaben</h3>
<div class="stw_gld3">
<h4 class="stw_gld3_head" id="gld5.3.1">5.3.1 Information und Einweisung neuer Controller</h4>
<p>Wechselt der lokale Controller oder wird eine neue Tochtergesellschaft gegründet, muss der neue Controlling-Mitarbeiter in die Controlling- und Reportingpraxis eingewiesen werden. Zwar bietet das <strong>Reporting-Handbuch</strong> hierfür eine wichtige Hilfe, doch sind in aller Regel ergänzende Informationen erforderlich.</p>
<p>Je nach Kenntnisstand des neuen Mitarbeiters gehört hierzu unter Umständen auch eine kurze Einweisung in den Zweck solcher Berichte und die Folgerungen, die aus den Berichten andernorts gezogen werden. Weit weg vom Stammhaus neigen Mitarbeiter vor Ort mitunter dazu, in den geforderten Reports lediglich einen bürokratischen Aufwand zu sehen. Hier ist vom Beteiligungscontroller dann eine Menge Überzeugungsarbeit zu leisten, nicht nur, damit die Arbeit überhaupt getan wird, sondern vor allem auch, um den Controller vor Ort entsprechendend zu motivieren.</p>
<p>Zusätzlich wird diese Aufgabenstellung erschwert, wenn im Tochterunternehmen kein &#8222;hauptamtlicher&#8220; Controller beschäftigt ist. In solchen Fällen übernehmen häufig Mitarbeiter aus dem externen Rechnungswesen das Planungs- und Berichtswesen. Der Beteiligungscontroller muss dann schon aus Eigeninteresse dafür Sorge tragen, dass diese Mitarbeiter auch über alle erforderlichen Kenntnisse verfügen.</p>
</div>
<div class="stw_gld3">
<h4 class="stw_gld3_head" id="gld5.3.2">5.3.2 Durchführung von Schwachstellenanalysen</h4>
<p>Unter normalen Bedingungen wird das &#8222;klassische Controlling&#8220; der Tochtergesellschaft selbst überlassen bleiben.</p>
<p>Entsprechen die Ergebnisse einer Tochtergesellschaft aber nicht dem Soll und sieht die Konzernzentrale demzufolge Handlungsbedarf, steht der Beteiligungscontroller diesem Umstand nicht immer machtlos gegenüber, auch wenn er sich in den operativen Details weniger als das lokale Management auskennt. <strong>Eingriffe aus der Konzernzentrale zur Ergebnisverbesserung</strong> sind nicht generell abzulehnen. Sie sollten aber die Ausnahmen bleiben und nur durchgeführt werden, wenn die Konzernzentrale Grund zu der Annahme hat, sie könnte Maßnahmen initiieren, die das lokale Management von sich aus nicht schafft. Solche Maßnahmen könnten sich beispielsweise &#8211; insbesondere bei kleineren Tochtergesellschaften &#8211; ergeben, um zeitlich und/oder fachlich begrenzte Engpässe zu überbrücken.</p>
<p>Ein potenzieller Handlungsbedarf für den Beteiligungscontroller wird hingegen immer dann bestehen, wenn in einer Gesellschaft Entscheidungen getroffen werden, die zwar aus lokaler Sicht richtig sein mögen, der Gesamtstrategie des Konzerns aber widersprechen.</p>
</div>
</div>
</div>
<div class="stw_verweise" id="stw_verweise_2">
<div class="infografik"><span class="infografik_start"> </span><span class="infografik_text">Normen</span><span class="infografik_ende"> </span></div>
<div class="stw_verweise_sonstige"><!--BLOCK_STW_VERWEISE_SONSTIGE_EXISTS--></p>
<p>Gesetz über Unternehmensbeteiligungsgesellschaften</p>
</div>
</div>
<p>Der Beitrag <a href="https://hannovers-steuerberater.de/controlling/beteiligungscontrolling/">Beteiligungscontrolling</a> erschien zuerst auf <a href="https://hannovers-steuerberater.de">Steuerberater Hannover</a>.</p>
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