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	<title>I / J Archives - Steuerberater Hannover</title>
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		<title>Interne Revision &#8211; Organisation</title>
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		<pubDate>Mon, 10 Dec 2018 00:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Interne Revision - OrganisationInhaltsübersicht1.Einordnung der Internen Revision in die Gesamtorganisation2.Die interne Organisation der Revisionsabteilung1. Einordnung der Internen Revision in die GesamtorganisationDa von der Internen Revision (Interne Revision) in erster Linie Überwachungshilfen eingefordert werden, folgen daraus entsprechende Ansprüche an die organisatorische Einordnung der Internen Revision in das Unternehmensgefüge. Kennzeichnend für die organisatorische Strukturierung der verschiedenen Überwachungsaufgaben  [...]</p>
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<h1 class="stw_titel">Interne Revision &#8211; Organisation</h1>
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<h2 class="stw_toc_head">Inhaltsübersicht</h2>
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<div class="eingeb_listnum">2.</div>
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</li>
</ol>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld1.">1. Einordnung der Internen Revision in die Gesamtorganisation</h2>
<p>Da von der <strong>Internen Revision</strong> (<a class="doklink" title="Interne Revision" href="/controlling/238583">Interne Revision</a>) in erster Linie Überwachungshilfen eingefordert werden, folgen daraus entsprechende Ansprüche an die organisatorische Einordnung der Internen Revision in das Unternehmensgefüge. Kennzeichnend für die organisatorische Strukturierung der verschiedenen Überwachungsaufgaben der Internen Revision ist dabei ihre Verteilung auf eine Mehrzahl von Stellen oder Abteilungen:</p>
<ul>
<li>
<p>Erforderliche Kontrollen erfolgen im Allgemeinen dezentral in den Linienabteilungen selbst.</p>
</li>
<li>
<p>Zentralisierte Teile des Kontrollprozesses können von der Controllingabteilung betraut werden, die darüber hinaus auch Revision betreiben kann.</p>
</li>
<li>
<p>Systemprüfungen können von der Organisationsabteilung durchgeführt werden.</p>
</li>
<li>
<p>Vor allem in großen Unternehmen ist die Interne Revision üblicherweise eine der Unternehmensleitung direkt unterstellte zentrale Abteilung.</p>
</li>
</ul>
<p>Die Entscheidung für oder gegen eine bestimmte Organisationsstruktur ist auch von der Unternehmensgröße abhängig. <strong>Klein- und Mittelbetriebe</strong> sind im Allgemeinen nicht in der Lage, eine zentrale Revisionsabteilung zu unterhalten. Häufig ist es sogar möglich, dass die Firmeninhaber die Überwachungsfunktionen noch selbst ausüben können. Für spezielle Aufgaben können im Bedarfsfall <strong>Spezialisten</strong> (beispielsweise Wirtschaftsprüfer) herangezogen werden. Häufig ist auch der Fall anzutreffen, dass Mittelbetriebe einerseits für die Errichtung einer Revisionsabteilung noch zu klein sind, andererseits für die direkte Überwachung durch die Geschäftsleitung aber zu groß sind. Hier müssen die Revisionsaufgaben entweder durch den Unternehmer selbst und durch Mitarbeiter aus Stabs- und Linienabteilungen durchgeführt werden, oder die Aufgaben werden durch außenstehende Prüfer, Verbände oder Gemeinschaftseinrichtungen abgedeckt.</p>
<p>Das <strong>organisatorische Hauptanforderung an die Interne Revision</strong> betrifft ihre Unabhängigkeit von den zu prüfenden Personen und Objekten. Dem steht jedoch gegenüber, dass die Interne Revision organisatorisch in der Nähe des Bereichs platziert werden sollte, zu dem die stärksten fachlich-funktionalen Verbindungen bestehen. Dies ist im Allgemeinen der Controllingbereich. Den <strong>höchsten Grad der Unabhängigkeit</strong> erreicht die Revisionsstelle oder Revisionsabteilung hingegen nur, wenn sie unmittelbar der Geschäftsleitung unterstellt ist. Der Trend der letzten Jahre geht daher eindeutig in diese Richtung.</p>
<p>Werden alle Revisionsaufgaben in einer einzigen Revisionsstelle konzentriert, ist diese im Allgemeinen allein für die Wahrnehmung aller Prüfungsaufgaben innerhalb der Unternehmung wie auch bei in- und ausländischen Tochtergesellschaften zuständig. Die Vorteile einer zentralen Organisationsform liegen vor allem darin, dass die grundsätzlichen Voraussetzungen erfolgreicher Revisionstätigkeit erfüllt sind: Unabhängigkeit, Objektivität, Autorität, eindeutige Zuständigkeit usw., und durch erhöhte Kapazitätsauslastung und Vermeidung von Doppelarbeiten den wirtschaftlichen Anforderungen entsprochen werden kann. Nachteilig können sich höhere Qualifikationsanforderungen an die Mitarbeiter, eine größere räumliche Entfernung zu den Prüfbereichen und damit längere Prüfzyklen und geringere Prüfungsintensität auswirken.</p>
<p>Unterstellt man die <strong>Interne Revision direkt dem Aufsichtsrat</strong>, könnte sie zwar auch die Geschäftsleitung und Vorstandsinstanz prüfen. Derartige organisatorische Strukturen scheitern jedoch häufig schon deswegen, weil dem Aufsichtsrat im Regelfall die Kapazität und Kompetenz für den laufenden Prüfungseinsatz der Internen Revision fehlt. Die Unterstellung unter die Geschäftsleitung sichert demgegenüber im Regelfall eine prüfobjektnahe, unabhängige und wirksame Prüfung und Berichterstattung.</p>
<p>Im Rahmen einer verstärkten Exponierung der Internen Revision wird in einigen Unternehmen dazu übergegangen, die <strong>Interne Revision als eigenständige Gesellschaft</strong> aus der Unternehmung auszugliedern. Der Vorteil einer größeren Distanz und damit Neutralität zu den Prüfungsbereichen kann jedoch weit gehend kompensiert werden durch erhöhte Revisionskosten, deren Weiterverrechnung auch zu Prüfhemmnissen führen kann. Eine erhöhte Distanz kann sich darüber hinaus auch nachteilig auf die Erfüllung der Revisionsaufgaben auswirken, wenn sich längere Prüfungszyklen ergeben und eine geringere Vertrautheit mit den Prüfobjekten vorliegt. Daher besitzt die rechtliche Ausgliederung der Internen Revision bisher nur eine geringe praktische Bedeutung.</p>
<p>Nicht selten findet man eine Konstellation, bei der die <strong>Abteilungen Organisation und Interne Revision</strong> zusammengefasst werden. Für eine organisatorische Zusammenfassung spricht beispielsweise, dass aus der Kooperation verbesserte Kenntnisse organisatorischer Tatbestände resultieren können. Die Organisationsabteilung kann bei der Durchsetzung organisatorischer Empfehlungen der Internen Revision mitwirken und Prüfungsgrundlagen in Form von Soll-Vorschriften und installierten Kontrollsystemen liefern. Im Gegenzug liefert die Interne Revision wichtige Grundlagen zur Beseitigung organisatorischer Mängel und empfiehlt Maßnahmen zur Verbesserung der Ablauforganisation. Gegen eine Zusammenfassung beider Abteilungen spricht die Prozessabhängigkeit der Organisation und die Prozessunabhängigkeit der Internen Revision. Eine Zusammenlegung gefährdet die Gewährleistung von Objektivität und Selbstkritikfähigkeit der Internen Revision, da die Stabsstelle Organisation zum engen Prüfungsbereich der Internen Revision gehört. Eine Lösungsmöglichkeit besteht allenfalls in der Institutionalisierung der Stabsstellen Recht, Organisation und Interne Revision als geschlossener Verantwortungsbereich und ihre Zusammenfassung unter gemeinsamer kaufmännischer Oberleitung.</p>
<p>In der betrieblichen Praxis wird die Interne Revision fast ausschließlich dem Vorstandsvorsitzenden <strong>(Direktorialprinzip)</strong> oder dem Gesamtvorstand <strong>(Kollegialprinzip)</strong> zugeordnet. Bei beiden Zuordnungsformen kann die hohe Aufgabenkonzentration und Arbeitsbelastung aber zu einer Vernachlässigung der Revisionsfunktion führen. Bei einer Zuordnung zum Gesamtvorstand können durch die Mehrfachunterstellung zusätzliche Beeinträchtigungen entstehen, weil der Abstimmungs- und Koordinationsaufwand zwischen den einzelnen Mitgliedern zu Missverständnissen führen kann.</p>
<p>Sofern der <a class="doklink" title="Controller" href="/controlling/228658">Controller</a> unmittelbar der Unternehmensspitze angehört, ist die Zuordnung zu ihm durchaus mit Vorteilen verbunden, da er im Allgemeinen derjenige ist, der durch seine Stellung und fachliche Autorität die Arbeit der Internen Revision am stärksten fördern kann.</p>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld2.">2. Die interne Organisation der Revisionsabteilung</h2>
<p>Auch die interne Organisation der Revisionsabteilung ist stark von der Unternehmensgröße abhängig. Grundsätzlich kann sie aber strukturiert werden nach</p>
<ul>
<li>
<p>hierarchischen Gesichtspunkten,</p>
</li>
<li>
<p>Aufgabengebieten der Revision oder</p>
</li>
<li>
<p>geografischen Gesichtspunkten.</p>
</li>
</ul>
<p>Mit einer gewissen Abteilungsgröße verselbstständigen sich die so genannten Innendienstaufgaben wie Verwaltung, Planung und Überwachung. Ein mögliches Organisationsschema wird durch die folgende Abbildung wiedergegeben:</p>
<div class="abbildung"><img decoding="async" class="doc_img" src="https://hannovers-steuerberater.de/wp-content/uploads/2024/04/cont132.gif" alt="" /></div>
<p>Personell muss der <strong>Prüfbereich</strong> erheblich gegenüber den anderen Stellen dominieren. Die weiteren Stellen sind in erster Linie für spezielle Zuarbeiten und aus Gründen einer vertraulichen Bearbeitung erforderlich.</p>
<p>Insbesondere für Konzerne kann die Frage nach der Zentralisation oder Dezentralisation der Internen Revision von großer Bedeutung sein. Bei einer dominierenden Muttergesellschaft mit Tochtergesellschaften im gleichen Staat wäre eine Zentralrevision sicherlich zweckmäßiger als bei einem Konzernverbund mit gleichwertigen Unternehmen und großer regionaler Streuung der einzelnen Tochtergesellschaften.</p>
<p>Grundsätzlich ist für eine befriedigende Funktionserfüllung die <strong>personelle Ausstattung</strong> der Revisionsabteilung nach <strong>Mitarbeiterzahl</strong> und <strong>Mitarbeiterqualifikation</strong> von großer Bedeutung. Komplizierte und Zeit raubende Prüfungen bei weltweit dezentralisierten Unternehmen verlangen höhere Personalbestände als überschaubare Unternehmen mit gut ausgebautem internen Kontrollsystem und überschaubarem Leistungsprogramm. Regelmäßig haben Dienstleistungsunternehmen wie Versicherungen und Kreditinstitute größere Revisionsabteilungen als Industrieunternehmen. Die Spannweite reicht auch heute noch von ca. 0,5 bis 4 Prüfer je tausend Mitarbeiter.</p>
<p>Der <strong>Interne Revisor</strong> muss über ein breites Spektrum betriebswirtschaftlicher und juristischer Kenntnisse verfügen und sich verstärkt auch im Bereich der EDV gut bis sehr gut auskennen. In Industrieunternehmen ist auch ein gewisses technisches Verständnis unumgänglich.</p>
</div>
<div class="stw_verweise" id="stw_verweise_1">
<div class="infografik"><span class="infografik_start"> </span><span class="infografik_text">Siehe auch</span><span class="infografik_ende"> </span></div>
<div class="stw_verweise_stichwort">
<p><a class="doklink stw_verweise_stichwort_link" title="Interne Revision" href="/controlling/238583"><span class="stw_verweise_stichwort_text">Interne Revision</span></a></p>
</div>
</div>
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		<item>
		<title>Internationale Steuerplanung &#8211; Aufgabenbereiche des Controllings</title>
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		<pubDate>Mon, 10 Dec 2018 00:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Internationale Steuerplanung - Aufgabenbereiche des ControllingsInhaltsübersicht1.Überblick2.Einzelne Aufgabenbereiche des Controllings im Rahmen der Steuerplanung2.1Koordination der Informationsversorgung2.2Koordination des Steuerplanungsprozesses2.3Entwicklung eines Früherkennungssystems für die Steuerplanung2.4Aufgaben in Steuerverwaltung und -kontrolle3.Organisatorische Umsetzung1. ÜberblickDie Steuerplanung gehört zu den Aufgaben der Steuerabteilung und wird als Subsystem des Planungssystems angesehen. Die Notwendigkeit eines Controllings im Rahmen der Steuerplanung ergibt sich aus dem Einfluss  [...]</p>
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<h1 class="stw_titel">Internationale Steuerplanung &#8211; Aufgabenbereiche des Controllings</h1>
</div>
</div>
</div>
<div class="stw_toc">
<h2 class="stw_toc_head">Inhaltsübersicht</h2>
<ol class="eingeb_num_liste">
<li>
<div class="eingeb_listnum">1.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld1.">Überblick</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">2.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld2.">Einzelne Aufgabenbereiche des Controllings im Rahmen der Steuerplanung</a></p>
<ol class="eingeb_num_liste">
<li>
<div class="eingeb_listnum">2.1</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld2.1">Koordination der Informationsversorgung</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">2.2</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld2.2">Koordination des Steuerplanungsprozesses</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">2.3</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld2.3">Entwicklung eines Früherkennungssystems für die Steuerplanung</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">2.4</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld2.4">Aufgaben in Steuerverwaltung und -kontrolle</a></div>
</li>
</ol>
</div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">3.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld3.">Organisatorische Umsetzung</a></div>
</li>
</ol>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld1.">1. Überblick</h2>
<p>Die Steuerplanung gehört zu den <strong>Aufgaben der Steuerabteilung</strong> und wird als Subsystem des Planungssystems angesehen. Die Notwendigkeit eines Controllings im Rahmen der Steuerplanung ergibt sich aus dem <strong>Einfluss der Steuern auf das Controlling</strong> sowie der <strong>controllingseitigen Unterstützung</strong> der Steuerplanung. Es handelt sich diesbezüglich aber nicht um ein umfassendes und eigenständiges Bereichscontrolling, welches sich mit koordinatorischen Problemstellungen befasst, die nicht bereits durch das allgemeine Controlling oder andere Abteilungen bearbeitet werden. Vielmehr sind <strong>unterstützende und koordinierende Controlling-Aufgaben</strong> im Rahmen des Steuerplanungsprozesses zu erfüllen.</p>
<p>In <strong>prozessualer Hinsicht</strong> lässt sich das Aufgabengebiet am besten mit dem Investitionscontrolling vergleichen. Sowohl beim Investitionsprozess als auch in der Steuerplanung wird aus mehreren Alternativen ausgewählt. Im Anschluss daran wird die Alternative mit dem höchsten Zielerreichungsgrad umgesetzt, kontrolliert und eventuell nachgebessert. Ähnlich dem Investitionsprozess im Investitionscontrolling ist der Steuerplanungsprozess als Gegenstand des Controllings im Rahmen der Steuerplanung anzusehen. </p>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld2.">2. Einzelne Aufgabenbereiche des Controllings im Rahmen der Steuerplanung</h2>
<div class="stw_gld2">
<h3 class="stw_gld2_head" id="gld2.1">2.1 Koordination der Informationsversorgung</h3>
<p>Im Rahmen des gesamten Steuerplanungsprozesses werden <a class="doklink" title="Information" href="/controlling/238408">Informationen</a> benötigt. Schon zu Beginn des Prozesses sind <strong>Anregungsinformationen</strong> erforderlich, um Steuergestaltungspotenziale zu erkennen, die den Steuerplanungsprozess in Gang setzen. Im weiteren Verlauf muss auf <strong>Entscheidungsinformationen</strong> zurückgegriffen werden, um die steuerlichen Konsequenzen der Handlungsalternativen zu analysieren. Informationen werden ferner benötigt, um die quantitative und qualitative Zielerreichung der Alternativen bewerten und auf dieser Grundlage eine Entscheidung treffen zu können. In der <strong>Realisationsphase</strong> müssen Informationen über die tatsächliche Entwicklung der realisierten Alternative bereit gestellt werden.</p>
<p>Bezüglich der <strong>unternehmensinternen Informationen</strong> wirft die mangelnde Ausrichtung auf steuerliche Fragestellungen das Problem auf, aus diesem Angebot steuerrelevante Informationen herauszufiltern. Des Weiteren muss sichergestellt werden, dass die steuerliche Relevanz bestimmter Entscheidungen erkannt wird, damit die Steuerfachleute bei den Planungsüberlegungen auch eingebunden werden. Demgegenüber besteht bei dem Überangebot an externen Informationsquellen (z.B. Steuergesetze oder Rechtsprechungen) die Herausforderung darin, die relevanten Informationen herauszufiltern und für die Steuerplanung zur Verfügung zu stellen.</p>
<p>Demzufolge besteht die <strong>Aufgabe der Informationsversorgung</strong> nicht alleine in der bloßen Deckung der Informationsnachfrage. Vielmehr muss gewährleistet werden, dass steuerrelevante Tatbestände als solche erkannt werden, um entsprechend ausgebildete Fachleute in den Entscheidungsprozess zu integrieren. Ferner muss sichergestellt werden, dass ein unbeabsichtigtes Vergessen oder Ignorieren steuerrelevanter Informationen vermieden wird. Hierfür ist eine <strong>proaktive Koordination</strong> zwischen den unterschiedlichen betrieblichen Teilplanungen notwendig. Eine solche Koordination geht über die Aufgaben einer Steuerabteilung hinaus und ist durch das <a class="doklink" title="Controlling" href="/controlling/228666">Controlling</a> zu leisten.</p>
</div>
<div class="stw_gld2">
<h3 class="stw_gld2_head" id="gld2.2">2.2 Koordination des Steuerplanungsprozesses</h3>
<p>Neben Informationen gehören Handlungen zum wesentlichen Inhalt von Planungsprozessen. Eine Koordination der Planungshandlungen soll den damit verbundenen <strong>Verwaltungsaufwand minimieren</strong>.</p>
<p>Eine Möglichkeit hierzu besteht darin, zweckentsprechende Methoden für Steuerplanungsentscheidungen zur Verfügung zu stellen und zu pflegen. So können z.B. zur Gewinnung von Entscheidungsinformationen <strong>quantitative Steuerplanungsmodelle</strong> eingesetzt werden, die auf das individuelle betriebliche Steuerbelastungssystem der Unternehmung abgestimmt sind. Damit lassen sich die quantitativen Auswirkungen unterschiedlicher Handlungsalternativen mit geringem Arbeitsaufwand ermitteln. </p>
<p>Bei der Bewertung und Entscheidung lassen sich mit sogenannten <strong>Scoring-Modellen</strong> quantitative und qualitative Ziele miteinander verknüpfen. In der Realisationsphase ist die Bildung eines geeigneten steuerlichen <a class="doklink" title="Fr&#xFC;haufkl&#xE4;rungssysteme" href="/controlling/407471">Früherkennungssystems</a> denkbar, welches interne und externe Anregungsinformationen für eine Anpassung der Steuerplanung liefert.</p>
<p>Ein <strong>weiterer Ansatz zur Senkung von Verwaltungsaufwendungen</strong> liegt darin, unwirtschaftliche Aktionen im Rahmen des Steuerplanungsprozesses zu vermeiden. Unwirtschaftlichkeiten finden sich insbesondere dort, wo Steuerplanungsprozesse in andere betriebliche Teilplanungsprozesse integriert sind. Ineffizienzen entstehen dann vor allem durch eine mangelnde Abstimmung der Tätigkeiten einzelner Beteiligter. Werden im Rahmen einer <strong>Investitionsentscheidung</strong> beispielsweise die steuerlichen Konsequenzen ohne Abstimmung mit Steuerfachleuten berücksichtigt und die gewählte Alternative erst nachträglich im Hinblick auf ihre exakten steuerlichen Wirkungen geprüft, kann sich ihre vermeintliche Vorteilhaftigkeit als falsch erweisen. Ein neuer Entscheidungsprozess muss initiiert werden, der zu Doppelarbeit und somit zu unnötigen Verwaltungsaufwendungen führt.</p>
</div>
<div class="stw_gld2">
<h3 class="stw_gld2_head" id="gld2.3">2.3 Entwicklung eines Früherkennungssystems für die Steuerplanung</h3>
<p>Ein <strong>steuerliches Früherkennungssystem</strong> dient dem frühzeitigen Wahrnehmen latent vorhandener Chancen und Risiken, die durch Veränderungen in der steuerrelevanten Umwelt entstehen. Man kann diesbezüglich zwischen drei Stufen der Früherkennung unterscheiden:</p>
<ul>
<li>
<p> In <strong>Stufe 1</strong> werden Kennzahlen aus internen Informationen abgeleitet, die Rückschlüsse auf zukünftige Entwicklungen zulassen sollen. Für die Steuerplanung ist z.B. ein Kennzahlensystem denkbar, welches die Konzernsteuerquote als zentrale Kennzahl enthält und diese auf einzelne Konzerneinheiten herunterbricht. Entwicklungen lassen sich über eine Betrachtung der Kennzahlen im Zeitverlauf oder aus einem Vergleich mit ähnlichen Unternehmen ableiten. Auch externe Daten können auf ihre Prognosekraft für das eigene Unternehmen untersucht werden. So können z.B. Urteile der Finanzgerichte bezüglich ihrer Wirkungen auf das betriebliche Steuerbelastungssystem untersucht werden.</p>
</li>
<li>
<p>In <strong>Stufe 2</strong> werden schwache Signale beobachtet und ausgewertet. Für die Steuerplanung findet man solche Signale z.B. in Entwürfen für EG-Richtlinien, die nach ihrem Inkrafttreten in den nationalen Gesetzgebungen umgesetzt werden müssen. Ferner können auch Parteiprogramme, Fachzeitschriften oder anhängige Gerichtsverfahren Quellen für schwache Signale sein. Aufgrund der Vielzahl möglicher Quellen besteht die eigentliche Schwierigkeit darin, nur die relevanten Signale herauszufiltern und auszuwerten.</p>
</li>
<li>
<p> Im Rahmen der <strong>Stufe 3</strong> werden die etablierten Denk- und Handlungsmuster der Entscheidungsträger gezielt auf den Prüfstand gestellt, um die Anpassungsfähigkeit der Unternehmung zu erhöhen. So können z.B. steuerliche Planungsprämissen oder der Steuerplanungsprozess selbst Gegenstand solcher Prüfungen sein. Da für eine solche Prüfung neben einer hohen steuerlichen Fachkompetenz eine objektive Sichtweise erforderlich ist, bietet sich u.U. die Inanspruchnahme externer Berater an.</p>
</li>
</ul>
</div>
<div class="stw_gld2">
<h3 class="stw_gld2_head" id="gld2.4">2.4 Aufgaben in Steuerverwaltung und -kontrolle</h3>
<p>Die <strong>Steuerkontrolle</strong> und die <strong>Steuerverwaltung</strong> gehören zum erweiterten Umfeld der Steuerplanung. Beide Bereiche bieten Ansatzpunkte für Controlling-Aktivitäten.</p>
<p>Die <strong>Steuerverwaltung</strong> wickelt die laufende Besteuerung ab und nimmt die Mitwirkungspflichten im Besteuerungsverfahren wahr. Insbesondere die Erstellung von Steuererklärungen bzw. Steuerbilanzen und die Betreuung der steuerlichen Außenprüfung nimmt viel Arbeitszeit in Anspruch und verursacht somit hohe Kosten. Um die Wirtschaftlichkeit dieser Tätigkeiten zu gewährleisten, müssen die (z.B. vom Außenprüfer angeforderten) Informationen schnell und zuverlässig verfügbar gemacht werden. Das unternehmensinterne Informationssystem sollte vom Controlling daher so gestaltet werden, dass eine effektive und effiziente Aufgabenerfüllung durch einfache und schnelle Verfügbarkeit der relevanten Informationen sichergestellt wird.</p>
<p>Im Rahmen der <strong>Steuerkontrolle</strong> werden die Auswirkungen von Entscheidungen der Steuerplanung überwacht. Diesbezüglich ist die Überwachung der laufenden Steuerbescheide und der Berichte der Außenprüfung von besonderer Bedeutung. Die Informationen über die Auslegung steuerlicher Vorschriften durch die Finanzverwaltung müssen mit den Ansätzen der Steuerplanung zu verglichen und für zukünftige Planungsprozesse bereitgestellt werden. Hierdurch lässt sich nicht zuletzt die Qualität zukünftiger Planungen erhöhen. </p>
</div>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld3.">3. Organisatorische Umsetzung</h2>
<p>Um die Controlling-Aufgaben im Rahmen der Steuerplanung zu erfüllen, ist eine <strong>Verbindung von steuerlichem Fachwissen mit Controlling-Kenntnissen erforderlich</strong>.</p>
<p>Werden die <strong>skizzierten Aufgaben der Controlling-Abteilung zugewiesen</strong>, gibt es zwei Alternativen, um das benötigte steuerliche Fachwissen dort aufzubauen. Zum einen können sich Controller das steuerliche Fachwissen aneignen. Aufgrund der Komplexität des Steuerrechts, die durch eine multinationale Ausrichtung verstärkt wird, ist von dieser Variante allerdings abzuraten. Zum anderen könnte ein Mitarbeiter der Steuerabteilung in die Controlling-Abteilung versetzt werden und dort eine fachliche Unterweisung im Controlling erhalten. Dann besteht allerdings das Problem, die notwendige steuerliche Fachexpertise langfristig zu gewährleisten.</p>
<p>Sofern die <strong>Aufgaben in der Steuerabteilung angesiedelt</strong> werden sollen, muss das notwendige Wissen in Bezug auf die Methoden und Instrumente des Controllings dort aufgebaut werden. Dazu wird entweder ein Steuerexperte im Controlling fachlich unterwiesen oder ein Controller in die Steuerabteilung versetzt. Der Aufbau des steuerlichen Fachwissens durch einen Controller ist zwar anspruchsvoll, durch den regelmäßigen Kontakt mit Steuerfachleuten und bei Unterstützung durch Mitarbeiter der Steuerabteilung aber durchaus möglich. Die Unterweisung eines Mitarbeiters der Steuerabteilung im Controlling ist demgegenüber wegen der mangelnden Einbindung in die Funktionen des allgemeinen Controllings weniger erfolgversprechend.</p>
<p>Insgesamt spricht die Abhängigkeit des steuerlichen Fachwissens vom sich schnell ändernden und komplexen Steuerrecht eher für <strong>eine Aufgabenerfüllung in der Steuerabteilung</strong>. Die notwendige Einbindung in das allgemeine Controlling legt die <strong>Aufgabendelegation an einen ausgebildeten Controller</strong> nahe. Eine enge Zusammenarbeit zwischen den Fachleuten der Controlling-Abteilung und der Steuerabteilung ist aber unabhängig von den organisatorischen Strukturen einer Unternehmung und den Fachkenntnissen der verantwortlichen Mitarbeiter in jedem Fall erforderlich.</p>
</div>
<div class="stw_verweise" id="stw_verweise_1">
<div class="infografik"><span class="infografik_start"> </span><span class="infografik_text">Siehe auch</span><span class="infografik_ende"> </span></div>
<div class="stw_verweise_stichwort">
<p><a class="doklink stw_verweise_stichwort_link" title="Internationale Steuerplanung - Allgemeines" href="/controlling/3192020"><span class="stw_verweise_stichwort_text">Internationale Steuerplanung &#8211; Allgemeines</span></a></p>
</div>
</div>
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		<title>Internationale Steuerplanung &#8211; Allgemeines</title>
		<link>https://hannovers-steuerberater.de/controlling/internationale-steuerplanung-allgemeines/</link>
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		<pubDate>Mon, 10 Dec 2018 00:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Internationale Steuerplanung - AllgemeinesInhaltsübersicht1.Überblick2.Aufgaben und Ziele der internationalen Steuerplanung3.Systematisierung der Steuerplanung4.Abgrenzung des Controllings im Rahmen der Steuerplanung1. ÜberblickDeutsche Konzerne zeichnen sich durch eine zunehmende Intensivierung und Ausweitung internationaler Aktivitäten aus. Die wachsende Investitionstätigkeit im Ausland hat zum Entstehen sehr heterogener globaler Unternehmensstrukturen geführt, die z.B. neu gegründete Tochtergesellschaften, Akquisitionen und Gemeinschaftsunternehmen umfassen.Demgegenüber ist die Internationalisierung  [...]</p>
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<h1 class="stw_titel">Internationale Steuerplanung &#8211; Allgemeines</h1>
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</div>
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<div class="stw_toc">
<h2 class="stw_toc_head">Inhaltsübersicht</h2>
<ol class="eingeb_num_liste">
<li>
<div class="eingeb_listnum">1.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld1.">Überblick</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">2.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld2.">Aufgaben und Ziele der internationalen Steuerplanung</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">3.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld3.">Systematisierung der Steuerplanung</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">4.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld4.">Abgrenzung des Controllings im Rahmen der Steuerplanung</a></div>
</li>
</ol>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld1.">1. Überblick</h2>
<p>Deutsche Konzerne zeichnen sich durch eine zunehmende Intensivierung und Ausweitung internationaler Aktivitäten aus. Die wachsende Investitionstätigkeit im Ausland hat zum Entstehen sehr heterogener globaler Unternehmensstrukturen geführt, die z.B. neu gegründete Tochtergesellschaften, Akquisitionen und Gemeinschaftsunternehmen umfassen.</p>
<p>Demgegenüber ist die <strong>Internationalisierung im Bereich des Steuerrechts</strong> noch nicht weit fortgeschritten. Da jeder Staat über ein eigenes Steuersystem verfügt, muss ein weltweit aufgestellter Konzern entsprechend viele unterschiedliche Steuerordnungen beachten. Auch wenn <strong>Doppelbesteuerungsabkommen</strong> Streitfragen in der Besteuerungskompetenz regeln, kann es durch grenzüberschreitende Tätigkeiten zu <strong>Mehr- bzw. Minderbelastungen</strong> im Vergleich zum deutschen Steuerniveau kommen.</p>
<p>Damit solche Mehr- bzw. Minderbelastungen nicht erst im Nachhinein im Rahmen der steuerlichen Veranlagung erkannt werden, ist eine Planung notwendig. Diese originär der Steuerabteilung zuzurechnende Aufgabe der Steuerplanung wirkt in viele andere Unternehmensbereiche hinein, z.B. die Investitions- und Finanzplanung. Der <strong>Koordinationsbedarf</strong> wie auch die Vielzahl der bei der Steuerplanung zu berücksichtigenden <a class="doklink" title="Information" href="/controlling/238408">Informationen</a> erfordern die Unterstützung durch das <a class="doklink" title="Controlling" href="/controlling/228666">Controlling</a>.</p>
<h3 class="stw_hinweis_head">Hinweis:</h3>
<div class="stw_hinweis">
<p>Die Steuerplanung ist definiert als das vorausschauende Bestimmen der Höhe der Steuerbelastung und des Zeitpunktes der Steuerzahlung. Sie wird regelmäßig auf zwei Schwerpunkte zurückgeführt: Die Prognose von Steuerwirkungen und die zielkonforme Gestaltung von Steuertatbeständen.</p>
</div>
<p>Die internationale Steuerplanung muss neben der deutschen mindestens ein ausländisches Steuersystem sowie das zwischenstaatliche Recht, insbesondere in Form der Doppelbesteuerungsabkommen, berücksichtigen.</p>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld2.">2. Aufgaben und Ziele der internationalen Steuerplanung</h2>
<p>Die Betätigungsfelder der Steuerplanung ergeben sich aus dem steuerlichen <a class="doklink" title="Zielsystem" href="/controlling/233780">Zielsystem</a>. Die daraus abgeleiteten komplementären Unterziele werden in quantitative und qualitative Ziele unterschieden. Die<strong> relative Steuerminimierung</strong> wird dabei als <strong>wichtigstes quantitatives Ziel</strong> angesehen. </p>
<p>In den letzten Jahren gewinnt die <strong>Optimierung der Konzernsteuerquote</strong> zunehmend an Bedeutung. Mit ihrer Hilfe wird am Kapitalmarkt die Effizienz der Steuerpolitik eines Unternehmens beurteilt. Berechnet wird die Steuerquote als Verhältnis des Steueraufwands zum Jahresüberschuss vor Steuern. In der Regel werden nur Steuern vom Einkommen und Ertrag berücksichtigt, da nur sie in einem sachlichen Zusammenhang zum Jahresüberschuss stehen.</p>
<p>Im Zusammenhang mit der internationalen Steuerplanung lassen sich aus der relativen Steuerminimierung <strong>komplementäre Unterziele</strong> ableiten. Hierzu gehören die Vermeidung der Doppelbesteuerung und die Nutzung von Minderbesteuerungen.</p>
<table id="frg_tb1" border="0" class="doc_table"><!-- CF: 0 --></p>
<colgroup span="1">
<col width="50%" span="1" />
<col width="50%" span="1" /></colgroup>
<tr>
<td style="width:100%" colspan="2" rowspan="1" valign="middle" align="center"><strong>Doppelbesteuerung </strong></td>
</tr>
<tr>
<td style="width:50%" rowspan="1" valign="top" align="left">Eine <strong>rechtliche Doppelbesteuerung</strong> liegt vor, wenn derselbe Steuerpflichtige mit denselben Einkünften oder Vermögenswerten gleichzeitig in zwei oder mehreren Staaten zu gleichen oder vergleichbaren Steuern herangezogen wird.</td>
<td style="width:50%" rowspan="1" valign="top" align="left">Bei der <strong>wirtschaftlichen Doppelbesteuerung</strong> wird die Identität des Steuerpflichtigen zugunsten einer wirtschaftlich definierten Identität aufgeben. Sie liegt z.B. vor, wenn der Gewinn eines ausländischen Tochterunternehmens im Ausland der Besteuerung unterworfen wird und gleichzeitig im Inland als Beteiligunsertrag der Obergesellschaft steuerpflichtig ist.</td>
</tr>
</table>
<p>Eine <strong>Minderbesteuerung</strong> liegt vor, wenn durch die Nutzung internationaler Belastungsunterschiede eine Senkung des Steuerniveaus im Vergleich zur Belastung im Wohnsitzstaat erreicht wird. Hierzu werden zwischenstaatliche Steuergefälle, Unterschiede in den internationalen Steuersystemen und lückenhafte zwischenstaatliche Abstimmungen ausgenutzt. Eine Minderbesteuerung kann somit innerhalb eines Konzerns entstehen, wenn Steuersubstanz, z.B. in Form von Gewinnen, auf ausländische Tochtergesellschaften verlagert wird, dort einer niedrigeren Besteuerung unterliegt und bei der Ausschüttung an die inländische Obergesellschaft von der inländischen Besteuerung freigestellt wird (Verrechnungspreise).</p>
<div class="abbildung"><img decoding="async" class="doc_img" src="https://hannovers-steuerberater.de/wp-content/uploads/2024/04/cont233.gif" alt="" /></div>
<p>Neben den <strong>quantitativen Zielen</strong> werden im Rahmen der Steuerplanung auch einige, meist langfristige, qualitative Ziele verfolgt:</p>
<ul>
<li>
<p> Mit dem <strong>steuerlichen Goodwill</strong> bezeichnet man einen guten Ruf der Unternehmung gegenüber der Finanzverwaltung. Er kann bei Ermessensentscheidungen des Finanzamts vorteilhaft sein.</p>
</li>
<li>
<p> Unter <strong>Anpassungsfähigkeit</strong> ist die steuerliche Flexibilität zu verstehen, mit der auf veränderte ökonomische oder steuerliche Rahmenbedingungen durch entsprechende steuerliche Gestaltungen reagiert werden kann. </p>
</li>
<li>
<p> Das <strong>Streben nach Sicherheit und Unabhängigkeit</strong> führt zu einer relativen Minimierung von steuerlichen Risiken in Form unerwarteter Steuernachzahlungen und Sanktionen. Die Anpassungsfähigkeit sowie die Sicherheit und Unabhängigkeit besitzen aufgrund der erhöhten Komplexität in der internationalen Steuerplanung einen hohen Stellenwert.</p>
</li>
</ul>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld3.">3. Systematisierung der Steuerplanung</h2>
<p>Die Steuerplanung gehört zu den Aufgaben der Steuerabteilung und wird als <strong>Subsystem des Planungssystems</strong> angesehen. Die verschiedenen Tätigkeitsfelder der Steuerplanung können der strategischen, taktischen und operativen Planung zugeordnet bzw. in drei Partialmodelle untergliedert werden. Die folgende Abbildung stellt die Zusammenhänge zwischen diesen Systematisierungen der Steuerplanung dar:</p>
<div class="abbildung"><img decoding="async" class="doc_img" src="https://hannovers-steuerberater.de/wp-content/uploads/2024/04/cont234.gif" alt="" /></div>
<p>Im Rahmen der <strong>strategischen Planung</strong> beschäftigt sich die Steuerplanung vor allem mit grundlegenden Entscheidungen wie der Rechtsformwahl und der Standortwahl. Auf der Ebene der <strong>taktischen Planung</strong> beziehen sich die Tätigkeitsfelder vor allem auf den Bereich der Investitions- und Finanzplanung. Ferner wird der taktischen Planungsebene auch die Steuerbilanzplanung zugewiesen, die versucht, die steuerlichen Ansatz-, Bewertungs- und Abschreibungswahlrechte auszunutzen, um den steuerlichen Totalerfolg belastungsminimierend auf die Einzelperioden zu verteilen. Die <strong>operative Planung</strong> bewertet den steuerlichen Einfluss auf die Produktions- und Absatzplanung. </p>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld4.">4. Abgrenzung des Controllings im Rahmen der Steuerplanung</h2>
<p>Die Notwendigkeit eines Controllings im Rahmen der Steuerplanung ergibt sich aus dem <strong>Einfluss der Steuern auf das Controlling</strong> sowie der <strong>controllingseitigen Unterstützung der Steuerplanung</strong>.</p>
<p>Zu den <strong>Zielen des Controllings</strong> zählt das Erreichen und Bewerten eines gesetzten Erfolges. Der steuerliche Erfolgseinfluss besteht darin, dass nur verbleibende Mittel (nach Steuern) einen Zielbeitrag erbringen. Im Rahmen der <strong>Erfolgsbewertung</strong> entscheidet das Controlling darüber, inwiefern Steuern als negative Erfolgsbeiträge vom ausländischen, lokalen Management beeinflussbar sind und diesem zugerechnet werden können. Ein Controlling-Ziel ist ferner die <strong>Herstellung der Vergleichbarkeit</strong> von Konzerneinheiten. Steuerlich motivierte Gestaltungen führen u.U. zu einer verzerrten Wirkung auf die Ergebnisse der Konzerneinheiten und können somit die Vergleichbarkeit einschränken.</p>
<p>Die <strong>Steuerbelastung</strong> muss darüber hinaus bei einer Vielzahl von unternehmerischen Entscheidungen berücksichtigt werden. Es besteht ein Einfluss auf konstitutive und funktionale Entscheidungen anderer Unternehmensbereiche. Bezüglich der Kontrolle langfristiger Planungen sind insbesondere die <strong>Planungsprämissen in Form steuerlicher Rahmenbedingungen</strong> wichtig, die einer Prämissen- und Konsistenzkontrolle unterzogen werden müssen. Bei eher kurzfristiger Absatz-, Produktions-und Investitionsplanungen sollten Steuern aufgrund ihres <a class="doklink" title="Kosten" href="/controlling/332359">Kostencharakters</a> berücksichtigt werden.</p>
<p><strong>Einflüsse auf das Informationssystem</strong> ergeben sich daraus, dass steuerliche Informationen aus internen und externen Quellen für andere Teilbereiche der betrieblichen Planung bereitgehalten werden müssen. Diese Informationen sind zum einen in Form von Eingangsgrößen als Anregungen für Planungsprozesse erforderlich. So sollte im Rahmen der Investitionsplanung z.B. die Möglichkeit von steuerlichen <a class="doklink" title="Abschreibung" href="/controlling/153893">Sonderabschreibungen</a> berücksichtigt werden. Zum anderen werden <strong>Informationen über steuerliche Planungsprämissen</strong> benötigt, um Kontrollen zu erleichtern.</p>
<p>In umgekehrter Wirkungsrichtung lässt sich aus den Funktionen des Controllings auch eine notwendige Unterstützung der Steuerplanung durch Controlling-Aktivitäten ableiten:</p>
<ul>
<li>
<p> Im Rahmen der <strong>Koordinationsfunktion des Controllings</strong> geht es primär um die Abstimmung einzelner Entscheidungen auf ein gemeinsames Ziel hin. In der Steuerplanung werden Entscheidungen getroffen, die mit anderen betrieblichen Entscheidungen abzustimmen sind. Daher sollte sich die Koordinationsfunktion des Controllings auch auf die Steuerplanung erstrecken. Da Steuerzahlungen erst durch den betrieblichen Leistungserstellungsprozess ausgelöst werden, benötigt die Steuerplanung Informationen über andere betriebliche Teilpläne als Ausgangspunkt für die eigene Planung.</p>
</li>
<li>
<p> Die <strong>Zielausrichtungsfunktion</strong> sorgt dafür, dass sich die Aktivitäten der einzelnen Unternehmensbereiche an einem gemeinsamen Oberziel, z.B. der langfristigen Gewinnmaximierung, orientieren. Dieses Ziel gilt auch für die Steuerabteilung, da sie in Form von Verwaltungskosten und Steuerzahlungen negative Zielbeiträge leistet.</p>
</li>
<li>
<p> Die <strong>Anpassungs- und Innovationsfunktion</strong> zielt auf das frühzeitige Erkennen von Veränderungen in der relevanten Unternehmensumwelt ab. Zur Umwelt eines multinationalen Konzerns gehören auch inländische und ausländische Steuersysteme. In diesem Zusammenhang kommt der Steuerplanung die Aufgabe zu, durch Anpassungen frühzeitig auf Veränderungen zu reagieren bzw. selbst (z.B. durch Klagen vor Finanzgerichten) auf Änderungen hinzuwirken. Die Anpassungs- und Innovationsfunktion muss sich daher auch auf das frühzeitige Erkennen von Veränderungen in der steuerlichen Umwelt der Unternehmung erstrecken.</p>
</li>
<li>
<p> Die <strong>Servicefunktion</strong> bezieht sich auf das Bereitstellen geeigneter Verfahren zur Koordination sowie auf die Informationsversorgung. Steuerliche Informationen müssen sowohl in der Steuerplanung als auch in Entscheidungen anderer Funktionsbereiche Berücksichtigung finden. In den Entscheidungsprozess der Steuerplanung müssen darüber hinaus auch nicht originär als steuerlich anzusehende Informationen einfließen. Zur Sicherung dieses Informationsflusses sollte das Controlling in seiner Tätigkeit als Informationsmakler die Steuerverwaltung bei der Informationsversorgung und somit die Steuerplanung unterstützen.</p>
</li>
</ul>
<p>Insgesamt berührt das Controlling mit der Steuerplanung ein <strong>spezifisches Aufgabenfeld der Steuerabteilung</strong>. Es handelt sich diesbezüglich aber nicht um ein umfassendes und eigenständiges Bereichscontrolling, welches sich mit koordinatorischen Problemstellungen befasst, die nicht bereits durch das allgemeine Controlling oder andere Abteilungen bearbeitet werden. Vielmehr sind unterstützende und koordinierende Controlling-Aufgaben im Rahmen des Steuerplanungsprozesses zu erfüllen.</p>
</div>
<div class="stw_verweise" id="stw_verweise_1">
<div class="infografik"><span class="infografik_start"> </span><span class="infografik_text">Siehe auch</span><span class="infografik_ende"> </span></div>
<div class="stw_verweise_stichwort">
<p><a class="doklink stw_verweise_stichwort_link" title="Internationale Steuerplanung - Aufgabenbereiche des Controllings" href="/controlling/3192021"><span class="stw_verweise_stichwort_text">Internationale Steuerplanung &#8211; Aufgabenbereiche des Controllings</span></a></p>
</div>
</div>
<p>Der Beitrag <a href="https://hannovers-steuerberater.de/controlling/internationale-steuerplanung-allgemeines/">Internationale Steuerplanung &#8211; Allgemeines</a> erschien zuerst auf <a href="https://hannovers-steuerberater.de">Steuerberater Hannover</a>.</p>
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		<title>Instandhaltungsanalyse</title>
		<link>https://hannovers-steuerberater.de/controlling/instandhaltungsanalyse/</link>
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		<pubDate>Mon, 10 Dec 2018 00:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>InstandhaltungsanalyseInhaltsübersicht1.Überblick2.Konstruktionsanalyse3.Schadensanalyse3.1Schadensarten und Schadensursachen3.2Ablauf einer Schadensanalyse4.Schwachstellenanalyse4.1Schwachstellenarten und Schwachstellenursachen4.2Das Auffinden von Schwachstellen1. ÜberblickDie Instandhaltungsanalyse stellt die Basis für eine fundierte Planung von Aktivitäten zur Erhaltung von Maschinen und Anlagen (Anlagenwirtschaft) dar. Sie wird im Rahmen einer Konstruktions- bzw. Systemanalyse vorbeugend durchgeführt und als Reaktion auf eingetretene Schäden als Schadensanalyse eingesetzt. Dabei kann die Analyse von Schwachstellen -  [...]</p>
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<h1 class="stw_titel">Instandhaltungsanalyse</h1>
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<div class="stw_toc">
<h2 class="stw_toc_head">Inhaltsübersicht</h2>
<ol class="eingeb_num_liste">
<li>
<div class="eingeb_listnum">1.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld1.">Überblick</a></div>
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<li>
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<li>
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<li>
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<li>
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</li>
</ol>
</div>
</li>
</ol>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld1.">1. Überblick</h2>
<p>Die Instandhaltungsanalyse stellt die Basis für eine fundierte Planung von Aktivitäten zur Erhaltung von Maschinen und Anlagen (Anlagenwirtschaft) dar. Sie wird im Rahmen einer <strong>Konstruktions- bzw. Systemanalyse</strong> vorbeugend durchgeführt und als Reaktion auf eingetretene Schäden als <strong>Schadensanalyse </strong> eingesetzt. Dabei kann die <strong>Analyse von Schwachstellen</strong> &#8211; als Bestandteil der Instandhaltungsanalyse &#8211; sowohl vorbeugenden als auch reaktiven Charakter haben.</p>
<p>Um eine ständige Verbesserung der Instandhaltbarkeit von Maschinen und Anlagen zu erreichen, ist die Instandhaltungsanalyse nicht nur ereignisorientiert (bei Neukonstruktionen oder Schäden), sondern über die gesamte Nutzungsdauer hinweg regelmäßig durchzuführen.</p>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld2.">2. Konstruktionsanalyse</h2>
<p>Die Konstruktionsanalyse <strong>determiniert den Instandhaltungsplan</strong> einer maschinellen Anlage. Ausgangspunkt der Konstruktionsanalyse ist eine <strong>hierarchisch gegliederte Beschreibung der Funktionen</strong>, die die zu analysierende Anlage zu erfüllen hat. Die oberste Hierarchieebene bildet die in der Planung festgelegte Gesamtfunktion der Anlage, zum Beispiel &#8222;Herstellen einer Spanplatte&#8220;. Eine solche Gesamtfunktion wird mit steigendem Detaillierungs- und Konkretisierungsgrad von Ebene zu Ebene bis zu direkt bauteilbezogenen Funktionen (wie zum Beispiel &#8222;Ventil öffnen&#8220;) in Teilfunktionen aufgegliedert.</p>
<p>In Abhängigkeit vom gewünschten Detaillierungsgrad werden den ermittelten Funktionen anschließend Bauteile, Komponenten und Systeme zugeordnet, mit denen die durch die Funktion festgelegten Anforderungen realisiert werden sollen. Hier beginnt die eigentliche <strong>Konstruktionsanalyse im Sinne der Instandhaltung</strong>, denn mit der Auswahl der Bauteile, Komponenten und Systeme zur Realisierung der geforderten Funktionen werden bereits in der Konstruktion die später <strong>an der Anlage anfallenden Instandhaltungsmaßnahmen</strong> festgelegt. Wird zum Beispiel ein Bauteil auf Verschleiß ausgelegt (zum Beispiel eine Reibkupplung), sind im Rahmen der Instandhaltung geeignete Maßnahmen zur Feststellung und Behandlung dieses Verschleißes erforderlich. Handelt es sich um Bauteile, für die eine Reparatur nicht wirtschaftlich ist, ergibt sich für die Instandhaltung die Notwendigkeit der <strong>Ersatzteilbevorratung</strong>. Insbesondere für den <strong>Lagerbestand</strong> macht es einen großen Unterschied, ob überwiegend baugleiche Normteile für gleiche Funktionen in der Anlage verwendet werden oder ob jeweils unterschiedliche Spezialanfertigungen bevorratet werden müssen.</p>
<p>Durch die Konstruktionsanalyse erhält man im Ergebnis eine <strong>detaillierte Übersicht der in einer Anlage verwendeten Bauteile mit zugeordneten Instandhaltungsmaßnahmen</strong> und eventuell benötigten Verschleiß- bzw. Ersatzteilen. Darauf aufbauend lassen sich in der Arbeitsvorbereitung Instandhaltungsstrategien, -pläne und -arbeitsabläufe entwickeln.</p>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld3.">3. Schadensanalyse</h2>
<div class="stw_gld2">
<h3 class="stw_gld2_head" id="gld3.1">3.1 Schadensarten und Schadensursachen</h3>
<p>Der Zweck von Schadensanalysen besteht in der <strong>Untersuchung und Erforschung von Schäden und Schadensabläufen</strong> sowie der Erarbeitung von Verhütungsmaßnahmen für Schäden.</p>
<h4 class="stw_praxistipp_head">Praxistipp:</h4>
<div class="stw_praxistipp">
<p>Ein Schaden im Sinne der Instandhaltung ist nach DIN 31051 definiert als &#8222;Zustand einer Betrachtungseinheit nach Unterschreiten eines bestimmten (festzulegenden) Grenzwertes des Abnutzungsvorrates, der eine im Hinblick auf die Verwendung unzulässige Beeinträchtigung der Funktionsfähigkeit bedingt&#8220;.</p>
</div>
<p>Schäden lassen sich unter dem Gesichtspunkt der Schadensentstehung bzw. des Schadensablaufes in <strong>Primärschäden</strong> (zeitlich zuerst aufgetretene Schäden, die Ursache für weitere Schäden sein können) und <strong>Folgeschäden</strong> (Schäden, die durch einen vorangegangenen Schaden am gleichen oder einem anderen Bauteil ausgelöst werden) einteilen.</p>
<div class="abbildung"><img decoding="async" class="doc_img" src="https://hannovers-steuerberater.de/wp-content/uploads/2024/04/ctrl359.gif" alt="" /></div>
<p>Die <strong>Schadensursache </strong> lässt sich definieren als Grund für das Eintreten eines Zustandes (Vorganges), der zur Beschädigung oder sogar Zerstörung eines Bauteiles geführt hat. Als mögliche Schadensursachen kommen grundsätzlich vier verschiedene Typen in Betracht:</p>
<ul>
<li>
<p>Bei <strong>Schadensursachen infolge menschlicher Fehler</strong> handelt es sich in der Regel um Fehler, für die der Mensch zwar voll verantwortlich ist, die aber nicht absichtlich begangen wurden (Herstellerfehler, Errichtungsfehler und Betriebsfehler). Zu dieser Kategorie gehören aber auch Schäden, die bei voller Verantwortung absichtlich begangen wurden (Sabotage, mutwillige Zerstörung, bewusste Falscheinstellung).</p>
</li>
<li>
<p>Bei <strong>Schadensursachen auf Grund von Fremdeinwirkungen</strong> (Umwelteinflüsse, Fremdkörper und Folgeschäden) ist der Mensch nicht verantwortlich für die Entstehung eines Schadens. Allerdings kann er die Auswirkungen durch Einhaltung oder Nichteinhaltung von Vorschriften, Gesetzen etc. positiv oder negativ beeinflussen. </p>
</li>
<li>
<p>Bei <strong>Schadensursachen infolge der Unvollkommenheit des Standes der Technologie</strong> lassen sich die Schadensursachen noch nicht abwenden oder durch Einhaltung von Vorschriften mindern. Sie treten am meisten in besonders modernen bzw. innovativen Technologiezweigen auf.</p>
</li>
<li>
<p>Als <strong>technische Schadensursachen</strong> bezeichnet man solche, die als anomale Vorgänge oder schadensauslösende Ereignisse durch die anderen drei Ursachentypen erzeugt wurden und daher eine Stufe tiefer unmittelbar vor der Schadensart einzuordnen sind.</p>
</li>
</ul>
</div>
<div class="stw_gld2">
<h3 class="stw_gld2_head" id="gld3.2">3.2 Ablauf einer Schadensanalyse</h3>
<p>Eine Schadensanalyse läuft in der Regel in vier Phasen ab.</p>
<div class="abbildung"><img decoding="async" class="doc_img" src="https://hannovers-steuerberater.de/wp-content/uploads/2024/04/ctrl360.gif" alt="" /></div>
<p>Alle Daten, die für die Untersuchung des Schadens in Bezug auf den Schadensablauf und die Schadensursache von Interesse sind, werden in der <strong>Informationsphase</strong> gesammelt. Gewonnen werden die Daten aus den Untersuchungen der durch Mensch und Umwelt hervorgerufenen Einflüsse sowie aus Untersuchungen über den Schaden selbst. Die gesammelten Daten werden anschließend aufbereitet, gegliedert und kritisch geprüft.</p>
<p>In der <strong>Hypothesenphase</strong> werden die in der Informationsphase gesammelten Daten zur Rekonstruktion des Schadensablaufes verwendet. Vor allem sind die Schadensursache, die chronologische Entstehung des Schadens, die Kompetenzen und Verantwortlichkeiten sowie die Schadensmechanismen zu klären. Bevor man mit einer ausreichend hohen Wahrscheinlichkeit den tatsächlichen Verlauf ermittelt hat, müssen unter Umständen verschiedene Hypothesen aufgestellt werden.</p>
<p>In der <strong>Ergebnisphase</strong> werden die gewonnenen Erkenntnisse dokumentiert und Gutachten oder Schadensberichte erstellt.</p>
<p>Eine in dieser Form durchgeführte Schadensanalyse ist nur wirtschaftlich, wenn aus den dokumentierten Schadensdaten und -informationen in der <strong>Maßnahmenphase</strong> konkrete Aktivitäten zur Beseitigung der Schadensursachen oder zur Minderung der Auswirkungen abgeleitet werden. Diese Aktivitäten sollten sowohl beim Anlagenhersteller als auch beim Anlagenbetreiber der Anlage ansetzen.</p>
<p>Für den Hersteller der Anlage kann auf Basis der Analysen eine <strong>Schadensstatistik</strong> erstellt und ständig aktualisiert werden, um eventuell häufiger auftretende, gleichartige Probleme zu lokalisieren. Durch Änderungen von Konstruktion, Beanspruchungen, Fertigungsverfahren, Montage und Bedienungsanleitungen lassen sich einmal identifizierte Problembereiche häufig beheben. Auf Seiten des Anlagenbetreibers kommen einerseits <strong>direkte Maßnahmen zur Schadensbeseitigung</strong> in Form von Instandsetzung, Austausch, Verschrottung und Neukauf sowie andererseits geänderte Instandhaltungsmaßnahmen (Wartungsintervalle, Schmiermittelwahl), verbesserte Bedienung und erhöhter Kontrollaufwand in Betracht.</p>
</div>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld4.">4. Schwachstellenanalyse</h2>
<div class="stw_gld2">
<h3 class="stw_gld2_head" id="gld4.1">4.1 Schwachstellenarten und Schwachstellenursachen</h3>
<p>Als Ziele der Schwachstellenanalyse im Sinne der Instandhaltung kommen insbesondere in Betracht:</p>
<ul>
<li>
<p>Die Feststellung der wirtschaftlich und betrieblich notwendigen <strong>Instandhaltungsschwerpunkte</strong></p>
</li>
<li>
<p>Das Aufzeigen der funktionalen <strong>Zusammenhänge zwischen Instandhaltungsbedarf und einzelnen Einflussfaktoren</strong></p>
</li>
<li>
<p>Die Ableitung von <strong>Gesetzmäßigkeiten,</strong> um mithilfe statistischer Methoden Prognosen über die zukünftigen Entwicklungen abgeben zu können</p>
</li>
</ul>
<p>Eine <strong>Schwachstelle</strong> im Sinne der Schwachstellenanalyse ist definiert als eine durch die Nutzung bedingte Schadensstelle oder schadensverdächtige Stelle, die mit technisch möglichen und wirtschaftlich vertretbaren Mitteln so verändert werden kann, dass sich Schadenshäufigkeit und/oder Schadensumfang vermindern. Dementsprechend sind drei wesentliche Eigenschaften zu berücksichtigen:</p>
<ul>
<li>
<p>Bei Schwachstellen handelt es sich nicht zwangsläufig um Schadensstellen.</p>
</li>
<li>
<p>Es handelt sich nicht bei allen Schadens- oder schadensverdächtigen Stellen, deren Ausfallhäufigkeit sich technisch vermindern lässt, um Schwachstellen. Vielmehr macht erst die wirtschaftliche Vertretbarkeit einer Veränderung eine Schadensstelle zu einer Schwachstelle.</p>
</li>
<li>
<p>Das Auftreten der Schädigung oder das Risiko des Schadensausbruches ist durch die ordnungsgemäße Nutzung der Anlage begründet.</p>
</li>
</ul>
<p><strong>Schwachstellenarten</strong> lassen sich nach unterschiedlichen Kriterien unterteilen. Eine Möglichkeit besteht in einer Unterteilung <strong>nach der Fehlerart</strong> (Planungs-, Konstruktions-, Fertigungs-, Montage- sowie Instandhaltungsfehler). Ein weiteres Kriterium ist die <strong>Art des Ausfallverhaltens</strong>, da Schwachstellen zufällig (zum Beispiel Wackelkontakt) oder absehbar zwangsläufig (zum Beispiel schadhafte Hydraulikdichtungen) zu Schäden führen können. Wählt man das <strong>Auftrittsverhalten</strong> als Kriterium für die Einteilung von Schwachstellen, können drei Arten unterschieden werden:</p>
<ul>
<li>
<p><strong>Permanente Schwachstellen</strong> lassen sich zurzeit entweder technisch oder wirtschaftlich bedingt nicht beheben. Solche Schwachstellen können jederzeit zu einem Schaden bzw. zu einer Störung führen.</p>
</li>
<li>
<p><strong>Wiederkehrende Schwachstellen</strong> lassen sich aus technischen oder wirtschaftlichen Gründen nur für eine bestimmte Zeitdauer beheben. Solche Schwachstellen führen nach einer bedingt festzulegenden Zeitdauer wiederkehrend zu einem Schaden oder einer Störung.</p>
</li>
<li>
<p><strong>Einmalige Schwachstellen</strong> lassen sich &#8211; sobald sie erkannt wurden &#8211; durch Änderung des Verfahrens, der Konstruktion, des Werkstoffes beseitigen.</p>
</li>
</ul>
<p>Die Verantwortung für fertigungstechnisch oder konstruktionsbedingte Schwachstellen liegt beim Hersteller. Die Abnahmeprüfung seitens des Anwenders ist nicht immer ausreichend, um Fertigungsfehler zu entdecken, da diese sich nicht nur auf die Funktionstüchtigkeit, sondern eventuell auch auf den Abnutzungsvorrat auswirken können.</p>
<div class="abbildung"><img decoding="async" class="doc_img" src="https://hannovers-steuerberater.de/wp-content/uploads/2024/04/ctrl361.gif" alt="" /></div>
<p><strong>Funktions- und betriebstechnisch bedingte Schwachstellen</strong> werden durch unsachgemäßen Einsatz wie Überbeanspruchung, mangelnde Wartung oder andere Umwelteinflüsse verursacht. Diese Schwachstellen sind für die Instandhaltungsplanung von großer Bedeutung, da zum Beispiel die <strong>Inspektions- und Wartungspläne</strong> dem Auslastungsgrad der Maschinen angepasst werden. Die Auswirkungen <strong>einsatzbedingter Schwachstellen</strong> lassen sich somit durch erhöhten Instandhaltungsaufwand abschwächen und über eine direkte Einflussnahme auf die Investitions- und Beschaffungspolitik unter Umständen sogar beseitigen.</p>
<p>Als Schwachstellenursache tritt <strong>menschliches Versagen</strong> direkt oder indirekt auf. Bei der direkten Form handelt es sich in der Regel um Fehlbedienungen einer Maschine oder einer Anlage. Indirekt wirken sich menschliche Fehlleistungen aber auch in anderen Bereichen (zum Beispiel Konstruktion oder Fertigung) auf die Entstehung von Schwachstellen aus. Begünstigt wird menschliches Versagen durch eine unzureichende Berücksichtigung ergonomischer und sicherheitstechnischer Gesichtspunkte.</p>
<p>Die <strong>unvollkommene Beherrschung der eingesetzten Technologien</strong> ist ebenfalls eine potenzielle Ursache für das Entstehen von Schwachstellen. Dies betrifft zum Beispiel unvollkommene Entwurfs- und Simulationstechniken, Verfahrens-, Produktions- oder Prozesstechnologien. Durch Analysen lassen sich Ursache, Ort und Zeitpunkt der Entstehung dieser Schäden nur schlecht abschätzen. Beim Einsatz neuer oder wenig erprobter Techniken ist daher besonderer Wert auf die Bereithaltung erhöhter Instandhaltungskapazitäten zu legen.</p>
</div>
<div class="stw_gld2">
<h3 class="stw_gld2_head" id="gld4.2">4.2 Das Auffinden von Schwachstellen</h3>
<p>Für das <strong>Auffinden von Schwachstellen</strong> kommen prinzipiell drei Arten von Schwachstellenanalysen in Betracht:</p>
<ul>
<li>
<p>Bei der <strong>kenngrößenbezogenen Schwachstellenanalyse</strong> liefern Beobachtungen und Aufschreibungen der Störungen und Schäden Hinweise auf mögliche Schwachstellen. Zum Erkennen einer Schwachstelle lassen sich zum Beispiel folgende Kenngrößen verwenden:</p>
<ul>
<li>
<p><strong>Ausfallhäufigkeit</strong> von Bauelementen und Baugruppen</p>
</li>
<li>
<p><strong>Standzeiten</strong> von Bauelementen</p>
</li>
<li>
<p><strong>Stillstandszeiten</strong> von Funktionsteilen und -systemen</p>
</li>
<li>
<p><strong>Kosten</strong>, insbesondere Ersatzteilkosten, Instandhaltungskosten, Produktionsausfallkosten etc.</p>
<p>Die <strong>kenngrößenbezogene Schwachstellenermittlung</strong> stützt sich in erster Linie auf Erfahrungen des Betriebes. Zu ihrer Anwendung ist keine überdurchschnittliche Personalqualifikation erforderlich. Die Datenaufnahme muss allerdings möglichst systematisch und zuverlässig erfolgen. Der Hauptnachteil dieser Art der Schwachstellenanalyse besteht darin, dass erst nach Auftreten der Störung Aussagen getroffen werden können, also zu einem Zeitpunkt, in dem Kosten- und Produktionsnachteile bereits entstanden sind. Ferner hängt die Aussagefähigkeit stark von nicht exakt bestimmbaren Faktoren &#8211; wie zum Beispiel der Qualifikation des störungsaufnehmenden Personals &#8211; ab. Darüber hinaus können die verwendeten Kenngrößen nicht immer aufschlussreiche Informationen über die Gefährlichkeit einer Schwachstelle geben.</p>
</li>
<li>
<p>Eine <strong>schadenstatistikbezogene Schwachstellenanalyse</strong> verwenden vor allem Versicherungen, die Technischen Überwachungsvereine und größere Firmen, da man hierbei eine größere Anzahl von Schäden analysieren muss. Die Ergebnisse spiegeln prozentual die verschiedenen Schadensarten und Schadensursachen wider. Aus den Erkenntnissen lassen sich konkrete Richtlinien zur Schadensverhütung für Hersteller und Anwender erstellen. Allerdings ist auch bei dieser Form der Schwachstellenanalyse die Gewinnung von Erkenntnissen erst möglich, wenn der Schaden bereits eingetreten ist. Ferner sind bei Anlagen mit komplizierter Technologie nur in geringem Maße Schlussfolgerungen über das weitere Funktionsverhalten möglich. Zwar kommen weniger Schäden vor, diese können dann allerdings sehr gravierend sein.</p>
</li>
<li>
<p>Mit der <strong>theoretischen Schwachstellenanalyse</strong> wird versucht, potenzielle Schwachstellen rechtzeitig aufzudecken. Grundgedanke hierbei ist, dass jede als Störfall oder Schaden zum Ausbruch kommende Schwachstelle eine Phase durchläuft, bei der das betroffene Bauelement trotz seiner Fehler noch seine Funktion erfüllt. Erst das Erreichen der Schadensgrenze einzelner Bauelemente oder eine auslösende Ursache erzeugen aus der Schwachstelle eine Schadensstelle. Eine theoretische Schwachstellenanalyse besteht aus drei Schritten:</p>
<ul>
<li>
<p>Im Rahmen der <strong>Funktionsanalyse</strong> wird die Funktion einer Anlage nach den Gesichtspunkten der konstruktiven, werkstoff-, fertigungs- und betriebstechnischen Funktionsfähigkeit untersucht. </p>
</li>
<li>
<p>Für jede erkannte potenzielle Schwachstelle wird eine <strong>Ausfalleffektanalyse</strong> durchgeführt. Hierzu werden bei angenommenem Fehler die möglichen Versagenssituationen untersucht, die Verzweigung und Fortpflanzung eines Fehlers simuliert und die dem einzelnen Fehler zugeordneten Schadensursachen gewichtet. </p>
</li>
<li>
<p>Im Rahmen der <strong>eigentlichen Schwachstellenanalyse</strong> wird schließlich durchleuchtet, ob angenommene Fehler bei der Ausfalleffektanalyse tatsächlich auch am Bauteil oder an der Maschine vorhanden sind. Jede Schwachstelle wird einzeln oder im Zusammenhang mit anderen auf ihre Art, Intensität und das zeitliche Ausbruchverhalten untersucht. </p>
</li>
</ul>
</li>
</ul>
</li>
</ul>
<p>Die theoretische Schwachstellenermittlung kann beim Anwender und/oder beim Hersteller angewandt werden.</p>
</div>
</div>
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		<title>Interne Revision</title>
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		<pubDate>Mon, 10 Dec 2018 00:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Interne RevisionInhaltsübersicht1.Überblick2.Entwicklung der internen Revision3.Aufgaben der internen Revision3.1Financial Auditing3.2Operational Auditing3.2.1Internes Kontrollsystem3.2.2EDV- und Systemprüfungen3.2.3Umweltschutz3.3Management Auditing4.Interne Revision und Abschlussprüfung5.Organisation der internen Revision6.Revisionsrichtlinien und Revisionshandbuch7.Berichterstattung1. ÜberblickNeben Führen, Disponieren, Koordinieren und Organisieren gehören auch Überwachen, Planen und Steuern zu den wesentlichen Managementaufgaben. Auf Grund der Komplexität dieser Aufgabenstellungen kann die Unternehmensleitung diese Aufgaben heute im Allgemeinen nicht mehr allein  [...]</p>
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<div class="doc_headerline stw_headerline">
<h1 class="stw_titel">Interne Revision</h1>
</div>
</div>
</div>
<div class="stw_toc">
<h2 class="stw_toc_head">Inhaltsübersicht</h2>
<ol class="eingeb_num_liste">
<li>
<div class="eingeb_listnum">1.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld1.">Überblick</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">2.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld2.">Entwicklung der internen Revision</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">3.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld3.">Aufgaben der internen Revision</a></p>
<ol class="eingeb_num_liste">
<li>
<div class="eingeb_listnum">3.1</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld3.1">Financial Auditing</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">3.2</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld3.2">Operational Auditing</a></p>
<ol class="eingeb_num_liste">
<li>
<div class="eingeb_listnum">3.2.1</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld3.2.1">Internes Kontrollsystem</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">3.2.2</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld3.2.2">EDV- und Systemprüfungen</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">3.2.3</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld3.2.3">Umweltschutz</a></div>
</li>
</ol>
</div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">3.3</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld3.3">Management Auditing</a></div>
</li>
</ol>
</div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">4.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld4.">Interne Revision und Abschlussprüfung</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">5.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld5.">Organisation der internen Revision</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">6.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld6.">Revisionsrichtlinien und Revisionshandbuch</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">7.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld7.">Berichterstattung</a></div>
</li>
</ol>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld1.">1. Überblick</h2>
<p>Neben Führen, Disponieren, Koordinieren und Organisieren gehören auch Überwachen, Planen und Steuern zu den wesentlichen Managementaufgaben. Auf Grund der Komplexität dieser Aufgabenstellungen kann die Unternehmensleitung diese Aufgaben heute im Allgemeinen nicht mehr allein erfüllen und delegiert daher unter anderem wesentliche Teile der Überwachungsfunktion an die <strong>Interne Revision</strong> und das <a class="doklink" title="Controlling" href="/controlling/228666">Controlling</a>.</p>
<p>Es existieren jedoch weder in der Literatur noch in der Praxis einheitliche und präzise Abgrenzungen der Begriffe &#8222;Revision&#8220; und &#8222;Controlling&#8220;. In Anlehnung an das &#8222;Professional Internal Auditing Standard Volume&#8220; des Institute of Internal Auditors wird hier unter Interner Revision eine prozessunabhängige Funktion zur Überwachung sämtlicher Aktivitäten eines Unternehmens im Auftrag der Unternehmensleitung verstanden.</p>
<p>Weit gehende Übereinstimmung besteht aber darin, dass die Interne Revision zum <strong>Internen Überwachungssystem</strong> des Unternehmens gehört. Zusammen mit den institutionalisierten Ergebnis-, Prozess- und Selbstkontrollen bildet die Interne Revision das <strong>Interne Kontrollsystem</strong> der Unternehmung.</p>
<p>Sowohl Interne Revision als auch Controlling sind Managementinstrumente, die delegierte Aufgaben der Unternehmensleitung ausführen. Auf Grund ihrer Stellung im Unternehmen ist die Revision im Gegensatz zum Controlling jedoch prozessunabhängig und ihre Betrachtungsweise ist überwiegend vergangenheitsbezogen. Sowohl Controlling als auch interne Revision haben zum Ziel, die Geschäftsleitung bei der Erreichung der Unternehmensziele (<a class="doklink" title="Ziele" href="/controlling/233767">Ziele</a>) zu unterstützen, doch ist die <strong>interne Revision vorrangig als Prüfungshilfe</strong> und das <strong>Controlling in erster Linie als Steuerungshilfe</strong> zu verstehen.</p>
<p>Trotz dieser Delegation von Überwachungsfunktionen ist die Unternehmensleitung ihrer originären Überwachungspflicht nicht enthoben. Die Geschäftsleitung hat sich davon zu überzeugen, dass die interne Revision die ihr übertragenen Aufgaben umfassend und effizient wahrnimmt.</p>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld2.">2. Entwicklung der internen Revision</h2>
<p>Ähnliche Entwicklungen, die die Controllingfunktion insgesamt stark erweitert haben, haben auch die Revisionsfunktion in der Unternehmung grundlegend gewandelt.</p>
<p>Ursprünglich war die interne Revision ausschließlich finanzorientiert <strong>(financial auditing)</strong>. Mit zunehmender Komplexität des Unternehmensgeschehens wurden aber alle Bereiche der betrieblichen Tätigkeit Gegenstand ihrer Arbeit.</p>
<ul>
<li>
<p>Obwohl die Anfänge der internen Revision weit zurückreichen, ging es bei der internen Revision bis etwa 1900 in erster Linie um die Aufdeckung von Buchungsfehlern und Veruntreuungen.</p>
</li>
<li>
<p>Die technische Entwicklung und die damit in Zusammenhang stehenden wachsenden Unternehmensgrößen, multinational operierende Konzerne, Wirtschaftskrisen, Unternehmenszusammenbrüche, Betrugsfälle usw. führten zwischen 1900 und 1960 zu einer starken Intensivierung der Internen Revision. Schwerpunkte bildeten die Grundsätze der ordnungsgemäßen Buchführung (GoB) sowie das Aufdecken von Fehlern, Unregelmäßigkeiten und Organisationslücken, wobei die <strong>Prüfungen überwiegend</strong><strong>stichprobenweise</strong> erfolgten. Auch wurde die Bedeutung des <strong>internen Kontrollsystems</strong> für die unternehmerische Überwachung in diesem Zeitraum erkannt.</p>
</li>
<li>
<p>Seit 1960 macht der steigende Computereinsatz EDV-gestützte Prüfungen erforderlich. Zu den Schwerpunkten der Revisionstätigkeit gehören neben der Installation von Frühwarnsystemen die Insolvenz- und Unterschlagungsvorbeugung. <strong>Operational Auditing</strong> und <strong>Management Auditing</strong> gewinnen stark an Bedeutung.</p>
</li>
</ul>
<p>Zunehmend wird erkannt, dass sich die interne Revision nicht nur punktuell auf bestimmte Teilsysteme der Unternehmung konzentrieren sollte, sondern auch das Zusammenwirken einiger oder aller betrieblicher Teilbereiche zum Gegenstand ihrer Arbeit machen muss.</p>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld3.">3. Aufgaben der internen Revision</h2>
<p>Zum Aufgabengebiet der internen Revision gehören alle relevanten Bereiche und Sachgebiete des Unternehmens bzw. des Konzerns. Auf der Grundlage von durchgeführten Prüfungen gibt die interne Revision der Unternehmensleitung <a class="doklink" title="Information" href="/controlling/238408">Informationen</a> und Analysen, berät und unterbreitet Vorschläge.</p>
<p>Aus der Vielzahl möglicher Prüfungsgebiete werden im Folgenden die wichtigsten Betätigungsfelder der internen Revision vorgestellt.</p>
<div class="stw_gld2">
<h3 class="stw_gld2_head" id="gld3.1">3.1 Financial Auditing</h3>
<p>Finanzorientierte Prüfungen im Bereich des Rechnungswesens (=<strong>Financial Auditing)</strong> haben für die interne Revision nach wie vor einen sehr hohen Stellenwert. Folgende Prüfungen können grundsätzlich unterschieden werden:</p>
<p><strong>Ordnungsmäßigkeitsprüfungen</strong></p>
<p>Bei diesen Überprüfungen geht es um die Feststellung, ob im Rechnungswesen nach den bestehenden Gesetzen und den betrieblichen Vorschriften, Richtlinien und Anordnungen gearbeitet wird und ob die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung (GoB) beachtet werden.</p>
<p>Ordnungsmäßigkeitsprüfungen vor allem im Finanz- und Rechnungswesen können Momente aufdecken, die zu <strong>Deliktprüfungen</strong> führen. Zweckmäßigerweise erfolgen solche Prüfungen in der Erscheinungsform einer normalen Revision ohne Vorankündigung. Hierbei geht es dann auch darum, die straf- und zivilrechtlichen Beweise zu erheben und die Schadenshöhe und Schuldfrage zu klären.</p>
<p><strong>Vermögenssicherung</strong></p>
<p>Bei diesem Tätigkeitsbereich geht es um die Überprüfung, ob die Vermögenswerte des Unternehmens sorgfältig verwaltet werden und ob ausreichende und funktionierende Sicherheitsvorkehrungen und Kontrollen bestehen, die das Unternehmen wirkungsvoll vor Verlusten jeder Art schützen.</p>
<p>Es handelt sich beim <strong>Financial Auditing</strong> fast ausschließlich um <strong>Einzelfallprüfungen</strong>. Die Ausdrücke &#8222;financial Auditing&#8220;, &#8222;Einzelfallprüfung&#8220; und &#8222;ergebnisorientierte Prüfung&#8220; werden häufig synonym verwendet. Zu den typischen Einzelfallprüfungen in einem Großunternehmen gehören zum Beispiel:</p>
<ul>
<li>
<p>Die häufig im Rahmen des Jahresabschlusses durchzuführende Überprüfung einzelner Positionen von Bilanz und GuV, Klärung von Bewertungsfragen, Erstellung von betriebswirtschaftlichen Auswertungen und Beschleunigung der Abschlussprüfung durch die Wirtschaftsprüfer</p>
</li>
<li>
<p>Überprüfung der Geschäftsbuchhaltung (Kontokorrente und Saldenbestätigungen)</p>
</li>
<li>
<p>Überprüfung des Zahlungsverkehrs (Bargeld, bargeldloser Zahlungsverkehr, Banken, Wechsel, Schecks)</p>
</li>
<li>
<p>Überprüfung der Finanzplanung und der Finanzierung</p>
</li>
<li>
<p>Unterschlagungsprüfungen</p>
</li>
<li>
<p>Überprüfung der Anlagenabrechnung und Anlagenverwaltung</p>
</li>
<li>
<p>Überprüfung von</p>
</li>
</ul>
<p>Bei der Durchführung von Einzelfallprüfungen muss der Interne Revisor einige Entscheidungen hinsichtlich der anzuwendenden Prüfungsmethoden treffen:</p>
<ul>
<li>
<p><strong>Formelle und materielle Prüfung:</strong> Gegenstand der formellen Prüfung, die auch als Ordnungsprüfung bezeichnet wird, ist die äußere Ordnungsmäßigkeit. Überprüft wird zum Beispiel, ob sämtliche Geschäftsvorfälle im Sinne der GoB vollständig erfasst, richtig verarbeitet und den richtigen Konten zugeführt worden sind. Gegenstand der materiellen Prüfung ist hingegen die inhaltliche Richtigkeit und Wirtschaftlichkeit von Vorgängen.</p>
</li>
<li>
<p><strong>Lückenlose und stichprobenweise Prüfung:</strong> Bei einer lückenlosen Prüfung werden alle Vorgänge eines bestimmten Bereiches oder eines bestimmten Zeitraumes überprüft. Es handelt sich hierbei sicherlich um Ausnahmefälle. Üblicherweise kommt es bei umfangreichen Sachgebieten eher darauf an, eine angemessene Stichprobenwahl zu treffen. Hierfür hat die Theorie und Praxis eine Reihe von Verfahren entwickelt, die sowohl im Rahmen der bewussten Auswahl als auch im Rahmen der Zufallsauswahl angesiedelt sind.</p>
</li>
<li>
<p><strong>Progressive und retrograde Prüfung:</strong> Während bei der progressiven Prüfung die Ordnungsmäßigkeit der Zahlen vom Urbeleg über alle Rechnungsstufen bis zur aggregierten Rechnung (beispielsweise dem Jahresabschluss) geprüft wird, nimmt die retrograde Prüfung den umgekehrten Weg und geht von der aggregierten Rechnung bis zum Einzelvorgang. Beide Methoden werden in der betrieblichen Praxis im Allgemeinen kombiniert angewendet.</p>
</li>
<li>
<p><strong>Direkte und indirekte Prüfung:</strong> Die direkte Prüfung befasst sich unmittelbar mit dem einzelnen Vorgang. Bei der indirekten Prüfung gewinnt der Prüfer seine Informationen durch Gegenüberstellung bestimmter Zahlen aus deren Verhältnis zueinander (zum Beispiel Ausschussquote). Diese Methode wird bei Steuerprüfungen häufig unter der Bezeichnung &#8222;Verprobung&#8220; eingesetzt.</p>
</li>
</ul>
<p>Bei allen Einzelfallprüfungen werden stets bestimmte formelle Prüfungshandlungen durchgeführt. Hierbei lassen sich folgende vier Grundvarianten unterscheiden:</p>
<ul>
<li>
<p><strong>Abstimmungsprüfungen</strong> stellen durch Gegenüberstellung bestimmter Zahlen, die miteinander korrespondieren müssen (beispielsweise Soll-Haben-Abstimmung), fest, ob eben diese Werte übereinstimmen oder nicht.</p>
</li>
<li>
<p>Gegenstand von <strong>Übertragungsprüfungen</strong> ist die ordnungsgemäße Übertragung und Kontierung von Zahlen. Sie stellen eine Ergänzung zu den Abstimmungsprüfungen (zum Beispiel die Übertragung von Einzelsalden auf Sammelkonten) dar.</p>
</li>
<li>
<p>Durch die <strong>rechnerische Prüfung</strong> soll die Richtigkeit von bestimmten Rechenoperationen (zum Beispiel Menge x Preis) sichergestellt werden.</p>
</li>
<li>
<p>Bei der <strong>Belegprüfung</strong> wird festgestellt, ob die gespeicherten Daten mit den Belegangaben übereinstimmen. Hierzu gehört auch die Überprüfung des Beleginhalts.</p>
</li>
</ul>
<p>Der hohe Arbeitsaufwand, der mit Einzelfallprüfungen verbunden sein kann, lässt die Frage nach ihrer <strong>Automatisierbarkeit</strong> aufkommen. In der betrieblichen Praxis gibt es daher inzwischen eine große Anzahl von Prüfprogrammen, die in internen und externen Prüfungen bei bestimmten Prüfungshandlungen eingesetzt werden. Zur Anwendung kommen spezielle oder generelle Prüfsoftware (Auswertungsprogramme, Prüfprogramme, Analyseprogramme) bzw. anwendungsunabhängige oder anwendungsabhängige Arbeitsprogramme, mit deren Hilfe der Revisor Vorgänge, die bereits auf Dateien gespeichert vorliegen, schnell und effizient bewältigen oder für manuelle Prüfungen gezielt vorbereiten kann.</p>
<p>Reine Einzelfallprüfungen gibt es in der Praxis der Internen Revision nur sehr selten. Häufig ist die Überprüfung eines einzelnen Verarbeitungsschrittes mit der Frage nach der Beschaffenheit des Systems als Ganzem verbunden. Sollen beispielsweise die Lohnerrechnung und die Lohnauszahlung anhand der Lohnabrechnungs- und Lohnauszahlungsliste überprüft werden (Einzelfallprüfung), dann ist für den internen Revisor häufig auch der organisatorische Ablauf (Systemprüfung) ein relevanter Prüfungsbereich.</p>
</div>
<div class="stw_gld2">
<h3 class="stw_gld2_head" id="gld3.2">3.2 Operational Auditing</h3>
<p>Beim Operational Auditing handelt es sich um eine Weiterentwicklung der klassischen Revision zu materiell anspruchsvollen Prüfobjekten in fast allen Unternehmensbereichen. Untersuchungsobjekt ist nicht der einzelne Sachverhalt, sondern die Verfahrensregeln, die für die richtige Behandlung des Sachverhaltes verantwortlich sind. Folgende Beispiele sollen die Prüfungsgebiete im Bereich des Operational Auditing bei einem Großunternehmen verdeutlichen:</p>
<ul>
<li>
<p>Unternehmensplanung</p>
</li>
<li>
<p>Internes Kontrollsystem</p>
</li>
<li>
<p>Investitionen</p>
</li>
<li>
<p>Beurteilung von Werksabteilungen, Tochter- und Beteiligungsgesellschaften</p>
</li>
<li>
<p>Unternehmensbewertungen</p>
</li>
<li>
<p>Wirtschaftlichkeitsanalysen</p>
</li>
<li>
<p>Absatzwirtschaft</p>
</li>
<li>
<p>Verkehr und Verteilung</p>
</li>
<li>
<p>Materialwirtschaft</p>
</li>
<li>
<p>Fertigung</p>
</li>
<li>
<p>Forschung und Entwicklung</p>
</li>
<li>
<p>Organisation in Verwaltung, Vertrieb und Fertigung</p>
</li>
<li>
<p>Zuverlässigkeit und Verlässlichkeit des Management-Informations-Systems </p>
</li>
<li>
<p>Versicherungen</p>
</li>
<li>
<p>Allgemeine Verwaltung</p>
</li>
<li>
<p>Sozialbereich</p>
</li>
<li>
<p>Materialwirtschaft</p>
</li>
<li>
<p>Gründungs-, Umwandlungs-, Fusions-, Sanierungs- und Liquidationsprüfungen</p>
</li>
</ul>
<p>Die wichtigsten Aufgabenschwerpunkte werden im Folgenden kurz skizziert.</p>
<div class="stw_gld3">
<h4 class="stw_gld3_head" id="gld3.2.1">3.2.1 Internes Kontrollsystem</h4>
<p>Im Rahmen des operational Auditing stellt die <strong>Überprüfung des internen Kontrollsystems</strong> einen Schwerpunkt dar. Der Internen Revision obliegt die Überprüfung der Vollständigkeit und Zuverlässigkeit installierter Kontrolleinrichtungen, die als zentrale Bestandteile des internen Kontrollsystems angesehen werden können.</p>
</div>
<div class="stw_gld3">
<h4 class="stw_gld3_head" id="gld3.2.2">3.2.2 EDV- und Systemprüfungen</h4>
<p>Da die automatische Datenverarbeitung nicht nur Gegenstand der Revision geworden ist, sondern auch selbst zur Überprüfung bestimmter Sachverhalte eingesetzt wird, werden für ein effizientes operational Auditing die Prüfungsteams häufig um EDV-Fachkräfte ergänzt. Die Revisionsteams müssen in der Lage sein, die eingesetzten Programme auf ihre Ordnungsmäßigkeit und ihren effizienten Aufbau zu überprüfen. Zur Steigerung der Prüfungseffizienz sollten die Revisoren die EDV-Abteilung in die Prüfungshandlung einbeziehen.</p>
<p>Prüfungsschwerpunkte bilden Fragen der Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und Ordnungsmäßigkeit in der Datenverarbeitung selbst und bei den Anwendungen in den Fachabteilungen. Seit dem Einsatz integrierter Computersysteme gewinnen Systemprüfungen an Bedeutung, die prozessbegleitend &#8211; also nicht rückwirkend &#8211; durchgeführt werden.</p>
<p>Die Interne Revision muss ihre Forderungen an das Programm in puncto Wirksamkeit, Zweckmäßigkeit und Zuverlässigkeit des internen Kontrollsystems artikulieren. Hierbei handelt es sich um eine beratende Funktion, die sicherstellen soll, dass neue EDV-Systeme zu einer Stärkung des internen Kontrollsystems führen und optimal nachvollziehbar und überprüfbar sind.</p>
</div>
<div class="stw_gld3">
<h4 class="stw_gld3_head" id="gld3.2.3">3.2.3 Umweltschutz</h4>
<p>Zu den neueren Aufgaben der Internen Revision gehören auch Fragestellungen zum Umweltschutz, denn die Unternehmensleitung hat Vorsorge zu treffen, dass die vom Bund und von den Ländern erlassenen Gesetze zum Schutz der Umwelt eingehalten werden. Des Weiteren ist in Zusammenarbeit mit dem Umweltschutzbeauftragten zu überprüfen, ob die Anweisungen des Managements hinsichtlich des Umweltschutzes beachtet werden und ob im Unternehmen ausreichend Sicherheitsvorkehrungen bestehen.</p>
</div>
</div>
<div class="stw_gld2">
<h3 class="stw_gld2_head" id="gld3.3">3.3 Management Auditing</h3>
<p>Das Management Auditing bzw. die &#8222;Geschäftsführungs-Prüfung&#8220; wird vor allem in Unternehmen mit management-orientierter Denkweise <strong>(Management-by-Konzepte)</strong> angewendet. Die interne Revision untersucht hierbei, welche internen und externen Faktoren die Führungstätigkeit geprägt haben und wie das Management auf externe Änderungen reagiert hat. Primär geht es um die Prüfung, ob bei der Planung und Entscheidung alle sachbezogenen Kenntnisse berücksichtigt wurden und ob die eingesetzten Führungsinstrumente und -methoden zweckmäßig und effizient sind.</p>
</div>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld4.">4. Interne Revision und Abschlussprüfung</h2>
<p>Der Abschlussprüfer gehört zu den wichtigsten externen Partnern der internen Revision. Obwohl beide Organe den Jahresabschluss prüfen, gibt es neben vielen Gemeinsamkeiten &#8211; wie folgende Abbildung aufzeigt &#8211; auch einige Unterschiede:</p>
<div class="abbildung"><img decoding="async" class="doc_img" src="https://hannovers-steuerberater.de/wp-content/uploads/2024/04/ctrl109.gif" alt="" /></div>
<p>Eine Zusammenarbeit mit dem Abschlussprüfer führt zu einer Senkung der Prüfungskosten, einer Verbesserung der Prüfungsqualität und zu einer Beschleunigung der Prüfung. Sie erfolgt durch Austausch von Informationen, gemeinsame Auswertung von Berichten und die Abstimmung von Prüfungsgebieten und Zeiteinteilungen.</p>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld5.">5. Organisation der internen Revision</h2>
<p>Wenn man von der internen Revision Überwachungshilfen einfordert, so folgen daraus entsprechende Ansprüche an die organisatorische Einordnung der internen Revision in das Unternehmensgefüge (<a class="doklink" title="Interne Revision" href="/controlling/238583">Interne Revision</a>). Wichtig ist vor allem die Unabhängigkeit von den zu prüfenden Personen und Objekten und ein uneingeschränktes aktives und passives Informationsrecht.</p>
<p>Das wird im Regelfall dadurch erreicht, dass die Internen Revision als Stabsstelle bzw. Stabsabteilung disziplinarisch und funktional unmittelbar der Unternehmensleitung unterstellt wird.</p>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld6.">6. Revisionsrichtlinien und Revisionshandbuch</h2>
<p>Die Unternehmensleitung wird ihrer Überwachungsaufgabe nur dadurch gerecht, dass sie selbst die an die Interne Revision delegierten Aufgaben und deren wichtigsten Elemente für die nachgeordneten Führungsebenen definiert: Durch <strong>Revisionsrichtlinien</strong> werden die Aufgabenstellung der Internen Revision, die wesentlichen Bedingungen ihrer Arbeit sowie die Vorgehensweise bestimmt. Die Einzelheiten der Revisionsarbeit und die Revisionsrichtlinien werden in der Regel in einem <strong>Revisionshandbuch</strong> zusammengefasst, das zumindest so detailliert gestaltet sein sollte, dass es dem einzelnen Revisor eine klare Richtschnur für seine Arbeit liefert.</p>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld7.">7. Berichterstattung</h2>
<p>Der Revisionsbericht hat über Inhalt, Termine, Stellen, Art, Form und Ergebnisse der durchgeführten Prüfungen zu informieren. Folgende Berichtszwecke können unterschieden werden:</p>
<ul>
<li>
<p>Vermittlung von objektiven Informationen über das Ist- und Soll-Objekt der durchgeführten Prüfung</p>
</li>
<li>
<p>Nachweis der durchgeführten Revisions-Tätigkeiten</p>
</li>
<li>
<p>Nachweis darüber, welche Entscheidungen und Handlungen ausgelöst wurden</p>
</li>
<li>
<p>Dokumentation über die Verhältnisse im Unternehmen</p>
</li>
</ul>
<p>Beispielhaft kann ein Revisionsbericht folgenden Aufbau haben:</p>
<div class="abbildung"><img decoding="async" class="doc_img" src="https://hannovers-steuerberater.de/wp-content/uploads/2024/04/ctrl110.gif" alt="" /></div>
<p>Üblicherweise fordern höhere Instanzen im Unternehmen kürzere und globalere Darstellungen, tiefere Ebenen hingegen stärkere Differenzierungen.</p>
</div>
<div class="stw_verweise" id="stw_verweise_1">
<div class="infografik"><span class="infografik_start"> </span><span class="infografik_text">Siehe auch</span><span class="infografik_ende"> </span></div>
<div class="stw_verweise_stichwort">
<p><a class="doklink stw_verweise_stichwort_link" title="Interne Revision - Organisation" href="/controlling/238582"><span class="stw_verweise_stichwort_text">Internen Revision &#8211; Organisation</span></a></p>
</div>
</div>
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		<title>Information</title>
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		<pubDate>Mon, 10 Dec 2018 00:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>InformationInhaltsübersicht1.Überblick2.Informationskategorien3.Problemkategorien4.Führungsinformationen1. ÜberblickInformationen stellen ein zweckorientiertes, sicheres oder zumindest wahrscheinliches Wissen dar. Im Rahmen der unternehmerischen Tätigkeit beziehen sich Informationen immer auf eine konkrete Entscheidungssituation und auf ein Entscheidungssubjekt, das für Entscheidungen Informationen benötigt. Um eine möglichst rationale Entscheidung zu gewährleisten, wird sich der Entscheidungsträger die erforderlichen Informationen entweder selbst besorgen oder besorgen lassen, sodass Informationen  [...]</p>
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<div class="doc_headerline stw_headerline">
<h1 class="stw_titel">Information</h1>
</div>
</div>
</div>
<div class="stw_toc">
<h2 class="stw_toc_head">Inhaltsübersicht</h2>
<ol class="eingeb_num_liste">
<li>
<div class="eingeb_listnum">1.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld1.">Überblick</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">2.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld2.">Informationskategorien</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">3.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld3.">Problemkategorien</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">4.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld4.">Führungsinformationen</a></div>
</li>
</ol>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld1.">1. Überblick</h2>
<p>Informationen stellen ein zweckorientiertes, sicheres oder zumindest wahrscheinliches Wissen dar. Im Rahmen der unternehmerischen Tätigkeit beziehen sich Informationen immer auf eine konkrete <strong>Entscheidungssituation</strong> und auf ein <strong>Entscheidungssubjekt</strong>, das für Entscheidungen Informationen benötigt. Um eine möglichst rationale Entscheidung zu gewährleisten, wird sich der Entscheidungsträger die erforderlichen Informationen entweder selbst besorgen oder besorgen lassen, sodass Informationen auch als <strong>planungs- oder entscheidungsbezogenes Wissen</strong> bezeichnet werden können.</p>
<p>Informationen sind jedoch nicht einfach vorhanden, sondern werden durch einen Entscheidungsträger für ein gegebenes oder selbst gestelltes <strong>Entscheidungsproblem</strong> gezielt gesucht. Damit lassen sich <strong>Informationen</strong> von<strong> Daten</strong> abgrenzen, die sich speichern, vorproduzieren und bei Bedarf wiedergewinnen lassen, wodurch sie in der Regel zu Informationen werden.</p>
<h3 class="stw_beispiel_head">Beispiel:</h3>
<div class="stw_beispiel">
<p>Die amtlichen und betrieblichen Statistiken enthalten eine Fülle von <strong>Daten</strong>. Für Sortimentsplaner ist die Kenntnis der Absatzentwicklung der letzten Jahre eine wichtige <strong>Information</strong>. Das Statistische Jahrbuch der Bundesrepublik Deutschland kann daher für sie zu einer wichtigen Informationsquelle werden.</p>
<p>Gegenüber den anderen Wirtschaftsgütern und Einsatzfaktoren nehmen Informationen und Informationsprozesse eine gewisse Sonderstellung ein, da sie auch die Unternehmensziele mit bestimmen. Vor der Realisation der betrieblichen Zielerreichung wird geplant (Problemerkenntnis, Problemdefinition, Zielbildung, <strong>Planung</strong> im engeren Sinn, Entscheidung und Durchsetzung), nach der Realisation überwacht (Kontrolle, Abweichungsanalyse). Sie alle orientieren sich an vorhandenem Wissen und vorhandenen Informationen, die ihrerseits wiederum potenzielle Informationen produzieren.</p>
</div>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld2.">2. Informationskategorien</h2>
<p>Zur Beantwortung der Frage, auf welche Informationskategorien sich die Informationsaufgabe des <a class="doklink" title="Controller" href="/controlling/228658">Controllers</a> bezieht, kann von der <strong>Grundaufgabe des</strong><a class="doklink" title="Controlling" href="/controlling/228666">Controlling</a> ausgegangen werden. Diese besteht in der Sicherung und Erhaltung der Koordinations-, Reaktions- und Adaptionsfähigkeit der Unternehmensleitung mittels Ausrichtung auf das gesetzte Ziel. Für das Controlling sind daher alle Informationen von Bedeutung, die zielorientiert (im Allgemeinen ergebnisrelevant) sind.</p>
<p>Das Kriterium der Zielorientierung von Informationen ist dabei sehr weit gefasst, sodass die Abgrenzung der für das Controlling relevanten Informationen nicht eindeutig möglich ist. Im Einzelfall werden daher Praktikabilitätserwägungen unter dem Aspekt der Unmittelbarkeit und Messbarkeit eine wichtige Rolle spielen.</p>
<p>Aus der Sicht von Controlling, Planung und Kontrolle ergeben sich hinsichtlich der Informationsversorgung folgende <strong>funktionale Anforderungen</strong>:</p>
<ul>
<li>
<p>Die Informationsversorgung muss sowohl betriebsinterne als auch unternehmensexterne Zustände abbilden können, damit Planungsprobleme sichtbar gemacht werden können.</p>
</li>
<li>
<p>Die Informationsversorgung sollte auch Informationen über Handlungsmöglichkeiten und ihre Wirkungen aufzeigen.</p>
</li>
<li>
<p>Die Informationsversorgung muss sich flexibel auf die sich rasch ändernden Umweltbedingungen einstellen können.</p>
</li>
<li>
<p>Die Informationsversorgung muss wirtschaftlich sein.</p>
</li>
</ul>
<p>Aus <strong>institutionaler Sicht</strong> bestehen folgende Anforderungen:</p>
<ul>
<li>
<p>Die Informationsversorgung soll benutzerorientiert sein und die oben genannten funktionalen Gesichtspunkte berücksichtigen.</p>
</li>
<li>
<p>Die Informationsversorgung soll aus einem durchstrukturierten System mit klaren Aufgaben und Aufgabenabgrenzungen bestehen.</p>
</li>
<li>
<p>Die Informationsversorgung hat alle Stufen von Planung und Kontrolle zu erfassen.</p>
</li>
</ul>
<p>Informationsmerkmale werden regelmäßig durch ihren Aussageinhalt und ihre Aussageform definiert. Die <strong>Aussageform</strong> betrifft dabei die sprachliche Ausprägung der Information. Über inhaltliche Qualitätskategorien geben die <strong>Informationseigenschaften</strong> (Problemrelevanz, Wahrscheinlichkeit, Bestätigungsgrad, Überprüfbarkeit, Genauigkeit, Aktualität) Auskunft.</p>
<p>Bei der Ermittlung des Informationsbedarfs ist festzulegen, mit welcher Intensität die verschiedenen Informationsmerkmale erwartet werden. Wichtigste Fragestellung ist hierbei, welche Informationseigenschaften vorhanden sein müssen, um eine &#8222;optimale&#8220; Information zu ermöglichen. Diese Frage lässt sich jedoch nur empirisch beantworten, da Wirtschaftlichkeitsfragen eine große Rolle spielen. Vom Controlling ist zu beachten, dass Informationen Wirtschaftsgüter darstellen, die zwar einen Nutzen stiften, aber auch mit Kosten verbunden sind.</p>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld3.">3. Problemkategorien</h2>
<p>Zur Lösung von <strong>Informationsproblemen</strong> können vier <strong>Problemkategorien</strong> unterschieden werden:</p>
<ul>
<li>
<p>Gegenstand des <strong>Mengenproblems</strong> ist die Frage nach dem erforderlichen Umfang von Informationen. Die typische Situation heute lässt sich beschreiben durch eine &#8222;Informationsarmut im Informationsüberfluss&#8220;. Es kommt daher nicht auf die Quantität der vorhandenen Informationen an, sondern auf deren Filterung, Kanalisation und Verdichtung zu möglichst aussagefähigen Informationen.</p>
</li>
<li>
<p>Das <strong>Zeitproblem</strong> resultiert unmittelbar aus der zunehmenden Umweltdynamik, denn kürzere Planungs- und Kontrollzeiträume bedingen aktuellere Informationen sowohl über die unternehmensinterne als auch über die unternehmensexterne Situation.</p>
</li>
<li>
<p>Die Fragestellung des <strong>Qualitätsproblems</strong> ist die Entscheidungsrelevanz der vorhandenen Informationen. Gefragt wird danach, wie sich die Zweckeignung von Informationen operationalisieren lässt und welche Einflussfaktoren sie bestimmen.</p>
</li>
<li>
<p>Das <strong>Kommunikationsproblem</strong> betrifft die Kanalisation des Informationsflusses, da Informationen in der Regel nicht dort entstehen, wo sie auch benötigt werden.</p>
</li>
</ul>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld4.">4. Führungsinformationen</h2>
<p>Alle Informationen, die für Planungs- und Kontrollzwecke benötigt werden, gehören in die Kategorie der <strong>Führungsinformationen</strong>:</p>
<ul>
<li>
<p>Führungsinformationen sind <strong>verdichtete Informationen</strong>, die aus einer Zusammenfassung von Einzelinformationen bestehen.</p>
</li>
<li>
<p>Bei Führungsinformationen handelt es sich um <strong>verknüpfte Informationen</strong>, die Bezüge unterschiedlicher Informationen zueinander ausdrücken.</p>
</li>
<li>
<p>Führungsinformationen werden von den Führungskräften im Unternehmen als relevant erkannt und akzeptiert.</p>
</li>
</ul>
<p>Führungskräfte stellen an Informationen besondere Anforderungen. Ohne Anspruch auf Verallgemeinerung besteht im Allgemeinen folgender Bedarf:</p>
<ul>
<li>
<p>Schnelle und unter Umständen auch spekulative Informationen sind wichtiger als &#8222;vollkommen&#8220; richtige Informationen. </p>
</li>
<li>
<p>Informationen, die als entscheidungsrelevant einzustufen sind, werden gegenüber Informationen allgemeiner Art bevorzugt.</p>
</li>
<li>
<p>Verbale Informationen werden gegenüber schriftlichen Informationen bevorzugt.</p>
</li>
</ul>
</div>
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			</item>
		<item>
		<title>Integrationscontrolling</title>
		<link>https://hannovers-steuerberater.de/controlling/integrationscontrolling/</link>
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		<pubDate>Mon, 10 Dec 2018 00:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>IntegrationscontrollingInhaltsübersicht1.Überblick2.Institutionale Aspekte des Integrations-Controllings2.1Ablauforganisatorische Aspekte des Integrations-Controllings2.2Aufbauorganisatorische Aspekte des Integrations-Controllings1. ÜberblickDer Begriff der Integration lässt sich vom lateinischen Verb "integrare" (vervollständigen) bzw. vom Substantiv "integratio" (Wiederherstellung eines Ganzen) ableiten. Man versteht darunter die Herstellung einer Einheit oder die Eingliederung in ein größeres Ganzes. Weniger eindeutig als die Semantik ist allerdings die Anwendung des Integrationsbegriffs in  [...]</p>
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<h1 class="stw_titel">Integrationscontrolling</h1>
</div>
</div>
</div>
<div class="stw_toc">
<h2 class="stw_toc_head">Inhaltsübersicht</h2>
<ol class="eingeb_num_liste">
<li>
<div class="eingeb_listnum">1.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld1.">Überblick</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">2.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld2.">Institutionale Aspekte des Integrations-Controllings</a></p>
<ol class="eingeb_num_liste">
<li>
<div class="eingeb_listnum">2.1</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld2.1">Ablauforganisatorische Aspekte des Integrations-Controllings</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">2.2</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld2.2">Aufbauorganisatorische Aspekte des Integrations-Controllings</a></div>
</li>
</ol>
</div>
</li>
</ol>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld1.">1. Überblick</h2>
<p>Der Begriff der <strong>Integration</strong> lässt sich vom lateinischen Verb <em>&#8222;integrare&#8220;</em> (vervollständigen) bzw. vom Substantiv <em>&#8222;integratio&#8220;</em> (Wiederherstellung eines Ganzen) ableiten. Man versteht darunter die Herstellung einer Einheit oder die Eingliederung in ein größeres Ganzes. Weniger eindeutig als die Semantik ist allerdings die <strong>Anwendung des Integrationsbegriffs in der Betriebswirtschaftslehre</strong>, wo die Definitionsversuche ebenso zahlreich wie unterschiedlich sind. </p>
<p>Überzeugen kann im Rahmen akquisitionsbezogener Fragestellungen allerdings der Definitionsversuch von <strong>Gerpott</strong>, der den <strong>Prozess der Integrationsgestaltung</strong> in den Vordergrund stellt und somit Ansatzpunkte eines gestaltenden Eingreifens entlang des Integrationsprozesses liefert (Akquisitionsplanung). Der Kern der Integrationsgestaltung besteht danach darin, dass erwartete Synergiepotenziale in tatsächliche Synergieeffekte umgewandelt werden, wobei man diese Umwandlung durch <strong>Ressourcentransfers</strong> erreicht, die sich in <strong>vier verschiedenen Dimensionen</strong> abspielen können (vgl. Abbildung 1).</p>
<table id="frg_tb1" border="0" width="95%" class="doc_table"><!-- CF: 0 --></p>
<colgroup span="1">
<col width="25%" span="1" />
<col width="25%" span="1" />
<col width="25%" span="1" />
<col width="25%" span="1" /></colgroup>
<tr>
<td style="width:100%" colspan="4" rowspan="1" align="center"><strong><u>Akquisitionsrelevante Synergiepotenziale</u></strong></td>
</tr>
<tr>
<td style="width:25%" rowspan="1"> </td>
<td style="width:25%" rowspan="1"> </td>
<td style="width:25%" rowspan="1"> </td>
<td style="width:25%" rowspan="1"> </td>
</tr>
<tr>
<td style="width:25%" rowspan="1" align="center"><strong>Finanzwirtschaftliche Synergiepotenziale</strong></td>
<td style="width:25%" rowspan="1" align="center"><strong>Güterwirtschaftliche Synergiepotenziale</strong></td>
<td style="width:25%" rowspan="1" align="center"><strong>Wissensbezogene Synergiepotenziale</strong></td>
<td style="width:25%" rowspan="1" align="center"><strong>Marktliche Synergiepotenziale</strong></td>
</tr>
<tr>
<td style="width:25%" rowspan="1"> </td>
<td style="width:25%" rowspan="1"> </td>
<td style="width:25%" rowspan="1"> </td>
<td style="width:25%" rowspan="1"> </td>
</tr>
<tr valign="top">
<td style="width:25%" rowspan="1" valign="top">Wertsteigerungschancen im Finanzbereich:</p>
<ul>
<li>
<p>Bessere Kapitalstruktur</p>
</li>
<li>
<p>Niedrige Kapitalkosten</p>
</li>
<li>
<p>Geringeres Risiko</p>
</li>
<li>
<p>Cash-Management</p>
</li>
<li>
<p>Niedrige Kapitalkosten</p>
</li>
</ul>
</td>
<td style="width:25%" rowspan="1" valign="top">Konsolidierung des Overheads:</p>
<ul>
<li>
<p>Zusammenfassung von Service-/Sekundärabteilungen</p>
</li>
<li>
<p> Eliminierung nicht wertschöpfender Aktiva und Aktivitäten</p>
</li>
</ul>
</td>
<td style="width:25%" rowspan="1" valign="top">Know-how-Transfer im Managementbereich:</p>
<ul>
<li>
<p> Neue Steuerungsgrößen</p>
</li>
<li>
<p>Effizientere Führungsstile</p>
</li>
</ul>
</td>
<td style="width:25%" rowspan="1" valign="top">Economies of scope/scale:</p>
<ul>
<li>
<p> Cross-Selling von Produkten </p>
</li>
<li>
<p> Zugang zu neuen Märkten</p>
</li>
<li>
<p>Technologietransfer</p>
</li>
<li>
<p> Erweiterte geografische Abdeckung</p>
</li>
</ul>
</td>
</tr>
<tr valign="top">
<td style="width:25%" rowspan="1" valign="top">Umstrukturierung von Vermögenswerten:</p>
<ul>
<li>
<p>Liquidationen</p>
</li>
<li>
<p>Desinvestitionen</p>
</li>
<li>
<p>Spin-offs</p>
</li>
</ul>
</td>
<td style="width:25%" rowspan="1" valign="top">Beschaffungswesen: </p>
<ul>
<li>
<p> Kostendegression durch hohes Beschaffungsvolumen</p>
</li>
<li>
<p>Identifikation unternehmensübergreifender Preisunterschiede etc.</p>
</li>
</ul>
</td>
<td style="width:25%" rowspan="1" valign="top">Know-how-Transfer im Organisationsbereich:</p>
<ul>
<li>
<p> Angepasste Anreizsysteme </p>
</li>
<li>
<p> Neue Organisationsformen (Center-Organisationen, Vertriebsstrukturen) </p>
</li>
</ul>
</td>
<td style="width:25%" rowspan="1" valign="top">Marktchancen: </p>
<ul>
<li>
<p> Optimale Nutzung der Vermögenswerte (Markennamen etc.)</p>
</li>
<li>
<p> Optimale Nutzung der Erfahrungswerte</p>
</li>
<li>
<p> Erhöhte Marktmacht</p>
</li>
</ul>
</td>
</tr>
<tr valign="top">
<td style="width:25%" rowspan="1" valign="top">Realisierung ungenutzter Wertsteigerungspotenziale: </p>
<ul>
<li>
<p> Reduzierung des Netto-Umlaufvermögens</p>
</li>
<li>
<p> Verkauf nicht ausgelasteter Immobilien</p>
</li>
</ul>
</td>
<td style="width:25%" rowspan="1" valign="top">Marketing und Vertrieb: </p>
<ul>
<li>
<p>Eliminierung von Budgets mit identischer Zielabdeckung</p>
</li>
<li>
<p> Konsolidierung von Regionalbüros</p>
</li>
</ul>
</td>
<td style="width:25%" rowspan="1" valign="top">Know-how-Transfer im operativen Bereich: </p>
<ul>
<li>
<p>IT-Know-how </p>
</li>
<li>
<p> Know-how im Bereich des Lieferantenmanagements </p>
</li>
<li>
<p> Verfahrens-Know-how</p>
</li>
</ul>
</td>
<td style="width:25%" rowspan="1"> </td>
</tr>
<tr valign="top">
<td style="width:25%" rowspan="1" valign="top">Alternative Finanzierungsmöglichkeiten: </p>
<ul>
<li>
<p>IPOs</p>
</li>
<li>
<p> Nutzung innovativer Finanzierungsinstrumente</p>
</li>
<li>
<p> Sale &amp; Lease Back </p>
</li>
</ul>
</td>
<td style="width:25%" rowspan="1" valign="top">Rechnungswesen: </p>
<ul>
<li>
<p>Konsolidierung der Kostenstellen</p>
</li>
<li>
<p>Konsolidierung der <a class="doklink" title="Debitoren" href="/controlling/250317">Debitoren-</a>/<a class="doklink" title="Kreditoren" href="/controlling/230783">Kreditorenbuchhaltung</a></p>
</li>
</ul>
</td>
<td style="width:25%" rowspan="1"> </td>
<td style="width:25%" rowspan="1"> </td>
</tr>
</table>
<p>Versteht man unter <strong>Integrationserfolg</strong> einen realisierten Ressourcentransfer, so ist Gegenstand des Integrations-Controlling der <strong>zu vollziehende Ressourcentransfer</strong> in der finanzwirtschaftlichen, güterwirtschaftlichen, wissensbezogenen und marktlichen Dimension. Das <strong>Integrations-Controlling</strong> ist somit ein <strong>Subsystem des Akquisitions-Controlling-Systems</strong>, welches die komplette Transaktion ausgehend von der Strategiephase über die Phase der Partnersuche und Partnerbewertung und des Closing bis hin zur Integrationsphase begleitet.</p>
<p>Dabei beziehen sich die <strong>funktionalen Aspekte des Integrations-Controllings</strong> auf die Aufgaben, die im Rahmen der Integrationsgestaltung entlang des Akquisitionsprozesses durchgeführt werden müssen, um eine Integration erfolgreich zu Ende zu bringen. Zweckmäßig ist eine Aufteilung in strategische und operative Aufgaben (vgl. Abbildung 2).</p>
<div class="abbildung"><img decoding="async" class="doc_img" src="https://hannovers-steuerberater.de/wp-content/uploads/2024/04/ctrl713.gif" alt="" /></div>
<p>Zu den <strong>strategischen Aufgaben</strong> des Integrations-Controllings gehören:</p>
<ul>
<li>
<p> Die Entwicklung von Planungs- und Kontrollverfahren für die Integrationsgestaltung</p>
</li>
<li>
<p> Die Entwicklung von Verfahren zur Planung von Integrationsbedarf und Integrationspotenzial</p>
</li>
<li>
<p> Die Entwicklung von Verfahren zur Kostenabschätzung der Integrationsgestaltung</p>
</li>
<li>
<p> Die Durchführung und Betreuung des strategischen Integrations-Planungsprozesses, insbesondere die Unterstützung bei der Auswahl der Integrations-Strategie</p>
</li>
<li>
<p> Die Gestaltung eines Informationsversorgungs-Systems für die Planung und Kontrolle der Integrationsgestaltung (<a class="doklink" title="Information" href="/controlling/238408">Information</a>).</p>
</li>
<li>
<p> Die Aufklärung über Art, Umfang und Zeitpunkt des geplanten und tatsächlichen Anfalls der Ressourcentransfers.</p>
</li>
</ul>
<p>Zu den <strong>operativen Aufgaben</strong> des Integrations-Controllings gehören:</p>
<ul>
<li>
<p> Die Durchführung der Koordinationsfunktion im operativen Bereich</p>
</li>
<li>
<p> Die integrationsspezifische Planung eines konkreten Akquisitionsprozesses</p>
</li>
<li>
<p> Die Inganghaltung der Planungstätigkeit und die Koordination der Teilpläne</p>
</li>
<li>
<p> Die operative Gestaltung und Pflege des Informationsversorgungs-Systems, d.h. die tatsächliche Informationsbeschaffung und aufbereitung aller für die Integrationsgestaltung relevanten Daten (Informationsbedarf)</p>
</li>
<li>
<p> Die Ausübung der operativen Kontrolle der Integrationsgestaltung, d.h. die Durchführung von Soll-Ist-Vergleichen, beispielsweise hinsichtlich erwarteter und tatsächlich realisierter Ressourcentransfers, und die Realisierung erforderlicher Gegensteuerungs-Aktivitäten</p>
</li>
</ul>
<p>Aus <strong>instrumentaler Sicht</strong> gehören zu den Aufgaben des Integrations-Controllings insbesondere die Erstellung, Implementierung und der Einsatz adäquater Instrumente zur Planung, Steuerung und Kontrolle der Integrationsgestaltung. Einen viel versprechenden Ansatz hierzu stellt eine abgewandelte Form der Balanced Scorecard dar. Diese Anpassung der Balanced Scorecard zum so genannten <strong>&#8222;PMI-Dashboard&#8220;</strong> knüpft an den zu realisierenden Synergiepotenzialen und Parametern der Integrationsgestaltung an. Das PMI-Dashboard <strong>unterstützt den optimalen Ressourcentransfer</strong> in den Synergiedimensionen und leistet als <strong>Controlling-Instrument</strong> einen Beitrag zur Realisierung des Integrationserfolges:</p>
<ul>
<li>
<p> Zur Sicherstellung des <strong>Ressourcentransfers in der finanzwirtschaftlichen Dimension</strong> werden relevante Zielgrößen ermittelt, die sich aus den erwarteten finanzwirtschaftlichen Synergiepotenzialen ableiten lassen. Operationalisiert werden diese Zielgrößen über Maßzahlen und an Zeitfenster gebundene Zielvorgaben (vgl. Abbildung 3).</p>
<div class="abbildung"><img decoding="async" class="doc_img" src="https://hannovers-steuerberater.de/wp-content/uploads/2024/04/ctrl714.gif" alt="" /></div>
</li>
<li>
<p> Der <strong>güterwirtschaftliche Ressourcentransfer</strong> stellt im Rahmen der Integration der Akquisitionspartner die am nächsten liegende Dimension dar. Hierbei stehen Themen wie die Optimierung von Produktionsstandorten, die Neuregelung von Funktionen, Verantwortlichkeiten und Entscheidungsregeln oder die Homogenisierung von Planungs-, Informations- und Entgeltsystemen im Vordergrund. Je nach Akquisition existieren hinsichtlich des Integrationsumfangs und der Integrationstiefe einzelner betrieblicher Funktionen unterschiedliche Varianten. Das Spektrum reicht von einer vollständigen Funktionsintegration (beispielsweise im Beschaffungsbereich) über die Teilfunktionsintegration bis hin zur &#8222;Null-Integration&#8220;.</p>
</li>
<li>
<p> Die <strong>wissensbezogene Dimension</strong> des PMI-Dashboard dient der Planung, Steuerung und Kontrolle des Know-how-Transfers in verschiedenen Bereichen, insbesondere im Management-Bereich, im Organisationsbereich und im operativen Bereich. Die Dimension des wissensbezogenen Ressourcentransfers richtet sich in erster Linie an die Wissensträger im Unternehmen. </p>
</li>
<li>
<p> Die Realisierung des <strong>marktlichen Ressourcentransfers</strong> hängt von der verfolgten Marktstrategie der Akquisitionspartner ab. Ausgehend von der isolierten Marktsicht der an der Transaktion beteiligten Unternehmen ist eine konsolidierte Betrachtung der integrierten Geschäftsfelder erforderlich. Gemeinsam sind Verbesserungspotenziale der aktuellen Wettbewerbsposition zu eruieren und eine Gesamtstrategie abzuleiten.</p>
</li>
<li>
<p> Die Unterschiede bezüglich der Auffassungen zur Relevanz der Rolle der Unternehmenskultur bei Akquisitionen in Wissenschaft und Praxis sind bemerkenswert. Unstrittig ist gleichwohl, dass die <strong>kulturelle Integration</strong> als definierter Prozess dem Management zugänglich ist. Unterschiede im unternehmenskulturellen bzw. auch sozio-technischen Bereich können mittels Zielgrößen operationalisiert werden. Die verschiedenen Unternehmenskulturen der Akquisitionspartner und die Art und Weise der kulturellen Integration sind relevant für die Ressourcentransfers in den jeweiligen Dimensionen. Sie lassen sich neben den vier Synergieperspektiven ebenfalls als Controlling-Objekt in dem PMI-Dashboard abbilden (vgl. Abbildung 4).</p>
<div class="abbildung"><img decoding="async" class="doc_img" src="https://hannovers-steuerberater.de/wp-content/uploads/2024/04/ctrl715.gif" alt="" /></div>
</li>
</ul>
<p>Vereinigt man die Dimension der kulturellen Integration mit den vier Dimensionen des Ressourcentransfers, erhält man das <strong>komplette PMI-Dashboard</strong>. Es enthält die durch die Integration erwarteten Synergien und operationalisiert diese mittels der Übersetzung in Ziel- und Maßgrößen. Mit seiner Hilfe können die Ressourcentransfers geplant, gesteuert und kontrolliert werden. Abweichungsanalysen geben Aufschluss über Fehlentwicklungen in den einzelnen Ressourcentransferdimensionen und ermöglichen frühzeitige Korrekturen. Darüber hinaus werden mit seiner Hilfe die Integrationsziele visualisiert, sodass diese sowohl auf Management- als auch auf Mitarbeiterebene besser kommuniziert werden können. Allerdings sind folgende Punkte zu beachten:</p>
<ul>
<li>
<p> Das PMI-Dashboard darf nicht zu einer <strong>Kennzahleninflation</strong> führen. Zu viele Kennzahlen machen das PMI-Dashboard unübersichtlich.</p>
</li>
<li>
<p> Bezüglich Struktur und Inhalt darf das PMI-Dashboard <strong>nicht statisch</strong> sein. Vielmehr ist es im Verlauf des Akquisitionsprozesses ständig an neue Erkenntnisse und Rahmenbedingungen anzupassen.</p>
</li>
<li>
<p> Bedingt durch die wechselseitigen Abhängigkeiten der einzelnen Dimensionen ist die <strong>Optimierung des Gesamtsystems</strong> anzustreben, nicht die Optimierung der Subsysteme.</p>
</li>
</ul>
<p>Zur Bestückung der verschiedenen Dimensionen des PMI-Dashboard bietet sich als Instrument eine <strong>Stärken-Schwächen-Analyse</strong> der an der Akquisition beteiligten Unternehmen zu Anfang des Akquisitionsprozesses an. Sie kann die Ausgangslage der Akquisitionspartner erfassen und bietet so die Möglichkeit, zunächst potenzielle Synergieeffekte entlang der gesamten Wertschöpfungskette sowie innerhalb der verschiedenen Synergiedimensionen zu analysieren.</p>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld2.">2. Institutionale Aspekte des Integrations-Controllings</h2>
<p>Die <strong>funktionalen und instrumentalen Aspekte des Integrations-Controllings</strong> können einen gewichtigen Beitrag zur praktischen Problemlösung leisten. Darüber hinaus müssen jedoch auch alle wesentlichen Aspekte in einer konkreten organisatorischen Lösung verankert werden. Die Organisation ist einerseits zu planen, zu steuern und zu kontrollieren, andererseits ist das <a class="doklink" title="Controlling" href="/controlling/228666">Controlling</a> zu organisieren. Hierbei sind ablauf- und aufbauorganisatorische Aspekte zu unterscheiden.</p>
<div class="stw_gld2">
<h3 class="stw_gld2_head" id="gld2.1">2.1 Ablauforganisatorische Aspekte des Integrations-Controllings</h3>
<p>Vor der Überführung des entwickelten PMI-Dashboard in einen allgemeinen Ablaufrahmen und vor der Entwicklung einer sinnvollen Ablaufprozedur sind <strong>drei wichtige Ausgangsfragen</strong> zu beantworten:</p>
<ol>
<li>
<p> Welche Teilschritte werden für den Ablauf eines Controllings der Integrationsgestaltung als sinnvoll erachtet?</p>
</li>
<li>
<p> Welche zeitlichen Zyklen sind für die Ist-Erfassung der Zielerreichung sinnvoll?</p>
</li>
<li>
<p> Wie wird der Integrations-Controlling-Prozess im Allgemeinen und das PMI-Dashboard im Besonderen in die bestehende Planungssystematik eingegliedert?</p>
</li>
</ol>
<p>Für den <strong>Ablauf eines Controllings der Integrationsgestaltung</strong> werden folgende Teilschritte als sinnvoll erachtet:</p>
<ul>
<li>
<p> Zunächst sind im Rahmen der Zielfestlegung bei der Integrationsgestaltung je Dimension der Ressourcentransfer und für die unternehmenskulturelle Kopplungsfunktion eine Performance-Planung für alle in der jeweiligen Perspektive definierten Maßgrößen durchzuführen. Diese sollten sich auf den festgelegten Planungsendzeitpunkt sowie auf vorgelagerte Planungsetappen (Meilensteine) beziehen.</p>
</li>
<li>
<p> Die Ausprägungen der Maßgrößen sind möglichst genau und zeitnah zu erfassen. Die Ergebnisse der Messung werden im Dashboard dokumentiert.</p>
</li>
<li>
<p> Die Planwerte werden mit den ermittelten Ist-Werten für alle Maßgrößen auf allen Aggregationsstufen verglichen. Bei Planabweichungen werden Analyseaktivitäten zur Ermittlung der Abweichungsursachen durchgeführt.</p>
</li>
<li>
<p> Nach der Analyse der Abweichungsursachen werden Maßnahmen und Wege zur besseren Planzielerreichung aufgezeigt. Sofern aufgrund ungünstiger Entwicklungen im Integrations- bzw. Akquisitionsumfeld keine Planerreichung möglich ist, erfolgt mittels der geänderten Daten eine Plananpassung der einzelnen Vorgaben.</p>
</li>
</ul>
<p>Die <strong>Messung der Ist-Zustände</strong> kann täglich, wöchentlich oder monatlich erfolgen. Determiniert wird das Messintervall im Wesentlichen von der Relevanz des Synergieaspekts für eine erfolgreiche Integrationsgestaltung sowie von wirtschaftlichen Aspekten. Längere Messintervalle kommen in der Regel vor allem für weniger wichtige Bereiche in Betracht, da der Aufwand der Teilschritte &#8222;Messung&#8220; und &#8222;Auswertung&#8220; nicht zu unterschätzen ist. </p>
<p>Die <strong>Einbindung des PMI-Dashboard</strong> erfolgt in Konzernen in einem dreistufigen Konzernplanungs-System. Ausgehend von der 1. Ebene (Konzernebene) werden die in der Konzern-Balanced-Scorecard vereinbarten Ziele auf die jeweiligen Scorecards der Unternehmensebene (2. Ebene) heruntergebrochen bzw. mit den verantwortlichen Führungskräften im Gegenstromverfahren (Gegenstromplanung) vereinbart. Dieselbe Prozedur findet zwischen der Unternehmensebene und der Projekt- oder Bereichsebene (3. Ebene) statt. Die Rückmeldung der gemessenen Leistungswerte erfolgt von unten nach oben. </p>
</div>
<div class="stw_gld2">
<h3 class="stw_gld2_head" id="gld2.2">2.2 Aufbauorganisatorische Aspekte des Integrations-Controllings</h3>
<p>Zu den aufbauorganisatorischen Aspekten des Integrations-Controllings gehören zum einen die <strong>generelle und institutionalisierte Zuordnung von Personen und Ressourcen</strong> zu den Aufgabenbereichen des Integrations-Controllings und zum anderen die <strong>Festlegung der Kompetenzen der Träger dieser Aufgabenbereiche</strong>. Zu den aufbauorganisatorischen Gestaltungsparametern gehört ferner die Einordnung des Integrations-Controllings in die Unternehmenshierarchie, also die Festlegung der hierarchische Einordnung des Integrations-Controlling im Leitungssystem. Folgende drei Ausprägungen der hierarchischen Einordnung sind besonders praxisrelevant:</p>
<ul>
<li>
<p> Das Integrations-Controlling wird direkt der Unternehmensleitung &#8211; vorzugsweise in der Ausprägung einer Stabsstelle mit dem Vorteil des direkten Durchgriffs auf das Akquisitionsmanagement &#8211; unterstellt.</p>
</li>
<li>
<p> Das Integrations-Controlling wird der Controlling-Abteilung (bzw. je nach Konkretisierung auch der Abteilung des Beteiligungs-Controllings) unterstellt. Der Vorteil besteht bei dieser Konstellation in der fachlichen Autonomie und hierarchischen Unabhängigkeit vom Akquisitionsmanagement.</p>
</li>
<li>
<p> Das Integrations-Controlling wird in der Unternehmenshierarchie als Bestandteil des Akquisitions-Projektmanagement als lediglich temporäre Organisationseinheit (mit dem Vorteil der organisatorischen Nähe und Einbindung in das Akquisitionsmanagement) geführt.</p>
</li>
</ul>
<p>Welche dieser Möglichkeiten die sinnvollste ist, muss im Einzelfall unter Berücksichtigung aller unternehmensindividuellen Umstände entschieden werden.</p>
</div>
</div>
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		<title>Instandhaltungsstrategie</title>
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		<pubDate>Mon, 10 Dec 2018 00:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>InstandhaltungsstrategieDie Instandhaltungsstrategie gibt an, welche Instandhaltungsmaßnahmen (Warten, Inspektionen oder Instandsetzungen) zu welchen Zeitpunkten für welche der zu betreuenden Anlagen durchzuführen sind. Sie stellt das eigentliche instandhaltungsspezifische Problem dar, während die weiteren Planungsaktivitäten Maßnahmen im Rahmen der Instandhaltungsplanung (Instandhaltungskostenplanung) zur optimalen Ausführung der durch die Strategie festgelegten Arbeiten sind.Die Instandhaltungsstrategie wird in hohem Maße durch die  [...]</p>
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<div class="doc_headerline stw_headerline">
<h1 class="stw_titel">Instandhaltungsstrategie</h1>
</div>
</div>
</div>
<p>Die <strong>Instandhaltungsstrategie</strong> gibt an, welche Instandhaltungsmaßnahmen (Warten, Inspektionen oder Instandsetzungen) zu welchen Zeitpunkten für welche der zu betreuenden Anlagen durchzuführen sind. </p>
<p>Sie stellt das eigentliche <strong>instandhaltungsspezifische Problem</strong> dar, während die weiteren Planungsaktivitäten Maßnahmen im Rahmen der Instandhaltungsplanung (Instandhaltungskostenplanung) zur optimalen Ausführung der durch die Strategie festgelegten Arbeiten sind.</p>
<p>Die Instandhaltungsstrategie wird in hohem Maße durch die <strong>Firmenpolitik</strong> beeinflusst, in der das tragbare Risiko (<a class="doklink" title="Produktionsrisiken" href="/controlling/240527">Produktionsrisiken</a>) und damit das Ziel zwischen hoher Fertigungssicherheit und möglichst niedrigen Instandhaltungsplankosten vorgegeben wird. Dabei lassen sich prinzipiell zwei unterschiedliche Philosophien unterscheiden:</p>
<ul>
<li>
<p> Verfolgen einer bestimmten Fertigungssicherheit bei gleichzeitiger Minimierung der Vorbeugungskosten und der Kosten der Ausfallbeseitigung,</p>
</li>
<li>
<p> Festlegen eines Budgets für die Vorbeugekosten und Instandhaltungskosten sowie Maximierung der damit erzielbaren Fertigungssicherheit.</p>
</li>
</ul>
<p>Mit der Instandhaltungsstrategie werden die Instandhaltungstätigkeiten nach <strong>Art und Zeitpunkt</strong> und der jeweiligen Kombination festgelegt. Mögliche Tätigkeitsarten sind das <strong>Warten</strong> oder <strong>Inspizieren</strong> von Anlagen und Elementen, das <strong>vorbeugende Austauschen</strong> von Elementen sowie das <strong>Instandsetzen</strong> von erwarteten oder unerwarteten Schäden. </p>
<p>Dabei kann die Wahl des Zeitpunktes unsystematisch oder systematisch sein. &#8222;Unsystematisch&#8220; bedeutet in diesem Zusammenhang fallweise oder extensiv (jeweils bei Bedarf oder Schaden). &#8222;Systematisch&#8220; kann zeitlich variabel oder periodisch sein. &#8222;Zeitlich variabel&#8220; lässt sich weiter unterteilen in &#8222;nach Inspektion&#8220; und &#8222;sequenziell&#8220;. Die Festlegung der Maßnahmensequenzen erfolgt nach Zustandskontrolle, Art der Belastung, Alter etc. </p>
<p>Wichtige Kriterien für die Auswahl der anzuwendenden Instandhaltungsstrategie sind die</p>
<ul>
<li>
<p> Unternehmens- und Produktionsziele (Verfügbarkeit, Kosten, Produktqualität),</p>
</li>
<li>
<p> gesetzliche Vorschriften (Sicherheitsanforderungen, Umweltrelevanz),</p>
</li>
<li>
<p> die Auswirkungen von Anlagenausfällen bzw. von Verschlechterung der Qualitätslage (Schadensfolgekosten, Imageverlust, Gefährdung von Mitarbeitern, Überschreitung der Emissionsgrenzwerte etc.) sowie </p>
</li>
<li>
<p> die Art des Schädigungsverhaltens (spontan, verschleißbedingt, überlastungsbedingt, auf Grund von Fehlbedienung usw.).</p>
</li>
</ul>
<p>Folgende Grundstrategien lassen sich unterscheiden:</p>
<ul>
<li>
<p><strong> Die ausfallbedingte &#8222;Feuerwehrstrategie&#8220;:</strong></p>
<p>Diese Strategie kann da angewendet werden, wo die Anlagen nur wenig genutzt werden, wo Produktionsunterbrechungen zu keinen Lieferschwierigkeiten führen, wo redundante Systeme und ein hoher Ersatzteilbestand vorhanden oder keine Sicherheitsanforderungen berührt sind.</p>
</li>
<li>
<p><strong>Die periodisch-vorbeugende &#8222;Präventivstrategie&#8220;:</strong></p>
<p>Das Einsatzgebiet dieser Strategie wird durch gesetzliche Vorschriften, die turnusmäßige Inspektionen erfordern, und Anlagen, deren Ausfall erhebliche Gefährdungen für Personen und Einrichtungen erzeugen würde, bestimmt. Ferner kann eine vorbeugende Instandhaltung erforderlich sein, wenn keine Erfahrungen über das Ausfallverhalten einer Anlage vorliegen.</p>
</li>
<li>
<p><strong>Die zustandsorientiert-vorbeugende &#8222;Inspektionsstrategie&#8220;:</strong></p>
<p> Die zustandsorientierte-Instandhaltung wird in der Regel angewendet, wenn der Abnutzungsvorrat messbar ist. Diese Strategie ermöglicht eine weitgehende Nutzung der Bauelementelebensdauer ohne das volle Risiko eines Ausfalls.</p>
</li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Innovationsstrategien</title>
		<link>https://hannovers-steuerberater.de/controlling/innovationsstrategien/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[root_cbc9x0pj]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Dec 2018 00:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>InnovationsstrategienInhaltsübersicht1.Überblick2.Die Organisation von überbetrieblichen Lerneffekten3.Innovationsgenerationen und -strategien4.Gestaltungsformen von Innovationspartnerschaften4.1Co-operative Research4.2Collective Research4.3Collaborative Research4.3.1Innovationen mit einem Lead-User4.3.2Technologie-Kooperationen1. ÜberblickInnovationen stellen einen wichtigen Motor für die wirtschaftliche Entwicklung eines Unternehmens und auch von Regionen dar. Insbesondere in industrialisierten Volkswirtschaften mit hohen Löhnen und ausgebauten sozialen Sicherungssystemen sind Innovationen für die Entwicklung neuer Produkte sowie Produktivitätssteigerungen erforderlich, um trotz Globalisierung  [...]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="doc_header stw_header">
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<div class="doc_headerblock stw_headerblock">
<div class="doc_headerline stw_headerline">
<h1 class="stw_titel">Innovationsstrategien</h1>
</div>
</div>
</div>
<div class="stw_toc">
<h2 class="stw_toc_head">Inhaltsübersicht</h2>
<ol class="eingeb_num_liste">
<li>
<div class="eingeb_listnum">1.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld1.">Überblick</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">2.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld2.">Die Organisation von überbetrieblichen Lerneffekten</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">3.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld3.">Innovationsgenerationen und -strategien</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">4.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld4.">Gestaltungsformen von Innovationspartnerschaften</a></p>
<ol class="eingeb_num_liste">
<li>
<div class="eingeb_listnum">4.1</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld4.1">Co-operative Research</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">4.2</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld4.2">Collective Research</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">4.3</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld4.3">Collaborative Research</a></p>
<ol class="eingeb_num_liste">
<li>
<div class="eingeb_listnum">4.3.1</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld4.3.1">Innovationen mit einem Lead-User</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">4.3.2</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld4.3.2">Technologie-Kooperationen</a></div>
</li>
</ol>
</div>
</li>
</ol>
</div>
</li>
</ol>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld1.">1. Überblick</h2>
<p>Innovationen stellen einen wichtigen Motor für die wirtschaftliche Entwicklung eines Unternehmens und auch von Regionen dar. Insbesondere in industrialisierten Volkswirtschaften mit hohen Löhnen und ausgebauten sozialen Sicherungssystemen sind Innovationen für die <strong>Entwicklung neuer Produkte</strong> sowie <strong>Produktivitätssteigerungen</strong> erforderlich, um trotz Globalisierung und steigendem internationalen Wettbewerb konkurrenzfähig zu bleiben. Wegen dieser hohen Bedeutung von Innovationen stellt sich die Frage, welches die <strong>treibenden Kräfte von Innovationen</strong> sind und wie sich die <strong>Durchführung von Innovationen organisieren</strong> lässt.</p>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld2.">2. Die Organisation von überbetrieblichen Lerneffekten</h2>
<p>Seit Erscheinen von <strong>Michael Porters</strong><em>&#8222;The Competitive Advantage of Nations&#8220;</em> (1990) finden so genannte Innovationscluster öffentliche Aufmerksamkeit (Porters Strategiekonzept). Hierbei handelt es sich um unterschiedlich geformte Gruppierungen von Unternehmen, die die von der <strong>neuen Wachstumstheorie</strong> hervorgehobenen<strong> &#8222;Wissen-Spillover&#8220;</strong> ausnutzen und auf der Grundlage einer Kooperation der Unternehmen die Internalisierung dieser externen Effekte ermöglichen.</p>
<p>In den letzten Jahren hat die <strong>Innovationsforschung</strong> sehr unterschiedliche Formen und <strong>Ausprägungen solcher Cluster</strong> identifiziert und analysiert. Danach lassen sich erfolgreiche betriebliche Innovationen nicht lediglich durch <strong>demand pull</strong> (<strong>Marktnachfrage</strong>) oder <strong>technology push</strong> erklären. Vielmehr wurde aufgezeigt, dass die Kooperation von verschiedenen Unternehmen und wirtschaftsfördernden bzw. -unterstützenden Einrichtungen wie zum Beispiel Transferstellen, Technologiezentren, Forschungseinrichtungen etc. einen deutlichen Beitrag zur <strong>Steigerung der Innovationsaktivitäten</strong> geleistet haben. Die identifizierten Cluster lassen sich wie folgt kategorisieren:</p>
<ul>
<li>
<p><strong>Geografische Cluster</strong> können lokal, regional, national oder global ausgerichtet sein</p>
</li>
<li>
<p><strong>Horizontale Cluster</strong> richten sich an den gemeinsamen Produktionsaktivitäten, etwa eines Sektors, aus.</p>
</li>
<li>
<p><strong>Vertikale Cluster</strong> orientieren sich an den Produktionsketten.</p>
</li>
<li>
<p><strong>Laterale Cluster</strong> engagieren sich in unterschiedlichen Sektoren und sind auf ähnliche Kompetenzen oder Aktivitäten angewiesen (zum Beispiel Distributionslogistik).</p>
</li>
<li>
<p><strong>Technologische Cluster</strong> interessieren sich gleichermaßen für die Entwicklung bzw. Nutzung bestimmter Querschnittstechnologien (zum Beispiel Nanotechnik).</p>
</li>
<li>
<p><strong>Forschungs- und Innovationscluster</strong>, deren Gemeinsamkeit die Forschungsintensität bildet (zum Beispiel Technologieparks).</p>
</li>
<li>
<p><strong>Netzwerkcluster</strong> betrachten unabhängig von spezifischen Projekten die Kooperation als ein zentrales Innovationsinstrument.</p>
</li>
</ul>
<p>Die verschiedenen Kriterien zur Bildung von Clustern stellen unterschiedliche Anforderungen sowohl an die Unternehmensstrategien als auch an unterstützende politische Programme zur Innovations- und Wachstumsentwicklung. </p>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld3.">3. Innovationsgenerationen und -strategien</h2>
<p>Bezüglich der Innovation unterscheidet man häufig lediglich zwischen angebotsorientierten Strategien (<em>technology push</em>) und nachfrageorientierten Strategien (<em>market pull</em>). Allerdings kommt der britische Innovationsforscher <strong>Roy Rothwell</strong> auf der Grundlage der Auswertung verschiedener Interpretationsansätze zu <strong>fünf unterschiedlichen Kategorien</strong>, die sich wesentlich besser dazu eignen, die Komplexität des Innovationsverhaltens von Unternehmen zu erfassen:</p>
<ul>
<li>
<p> Beim <strong>technology push</strong> (angebotsorientiert) entscheiden die technologischen Potenziale der Unternehmen über deren Innovationen, die dann über Marketingaktivitäten an die Kunden herangetragen werden.</p>
</li>
<li>
<p> Beim <strong>market pull</strong> (nachfrageorientiert) entscheidet die Marktnachfrage über die Innovationsaktivitäten der Unternehmen. </p>
</li>
<li>
<p> Bei <strong>interaktiven Innovationen</strong> (iterativ angebots- und nachfrageorientiert) werden &#8222;market pull&#8220; und &#8222;technology push&#8220; parallel eingesetzt und aufeinander abgestimmt. Unternehmungen verlassen sich nicht nur auf die eigenen Potenziale, sondern gleichen diese mit den Signalen des Marktes ab und entwickeln sie weiter.</p>
</li>
<li>
<p> Bei <strong>integrierten Innovationen</strong> (maßgeschneiderte Einzellösungen) werden gemeinsam mit Zulieferern, Kunden, Konkurrenten, Forschungseinrichtungen, Ingenieurbüros etc. Probleme identifiziert und maßgeschneiderte Lösungen entwickelt.</p>
</li>
<li>
<p> Bei <strong>systemintegrierten Innovationen</strong> (maßgeschneiderte Systemlösungen) werden Strategien entwickelt, mit denen man eine ständige, über elektronische Datenkommunikation sichergestellte, dauerhafte Zusammenarbeit mit Zulieferern, Kunden, Konkurrenten, Forschungseinrichtungen, Ingenieurbüros etc. verfolgt. </p>
</li>
</ul>
<p>Anders als die ersten drei Strategien, die nicht auf eine systematische Zusammenarbeit mit anderen Akteuren setzen, bauen die beiden letzten Innovationsstrategien gezielt auf Kooperation. Allerdings ist auch bei den ersten drei Varianten ein kooperatives Verhalten nicht ausgeschossen. So könnten zum Beispiel Detaillösungen im Rahmen von &#8222;technology push&#8220;-Strategien auf Erkenntnissen von Universitäten oder anderen Unternehmen beruhen.</p>
<p>Als <strong>weiteres Kriterium zur Unterscheidung von Innovationen</strong> lassen sich das Ausgangsniveau und die Perspektive der innovierenden Unternehmen anführen. Danach ist die Innovations- und Kooperationsstrategie abgängig davon, ob Unternehmen sich an die Spitze des Wettbewerbs setzen wollen, lieber als Nachahmer auftreten oder Nachzügler sind. Grundsätzlich lassen sich bezüglich der Ausgangssituation der Unternehmen drei Strategien unterscheiden:</p>
<ul>
<li>
<p> Bei <strong>&#8222;Catch-up&#8220;-Innovationen</strong> fällt die Ausgangssituation der Unternehmen gegenüber den Spitzenunternehmen deutlich ab, sodass eine Kooperation mit Marktführern in der Regel nicht in Betracht kommt. Eine Zusammenarbeit auf dem Technologiesektor ist allenfalls mit Lieferanten oder mit Forschungseinrichtungen im Rahmen von Technologietransfers möglich. Weiterbildung, Arbeitsorganisation und Prozessinnovationen erhalten einen wichtigen Stellenwert.</p>
</li>
<li>
<p> Bei <strong>&#8222;Keep-up&#8220;-Innovationen</strong> entspricht die Ausgangssituation der Unternehmen dem Durchschnitt der Branche. Es wird mit Kunden, Zulieferern und teilweise auch mit Wettbewerbern kooperiert. Zur Optimierung der Betriebsergebnisse sind insbesondere das Cash-Flow-Management (Cash Flow-Analyse), die Personalentwicklung (<a class="doklink" title="Personalcontrolling" href="/controlling/282122">Personalcontrolling</a>, Personalentwicklungs-Controlling) und das Qualitätsmanagement (Qualitäts-Controlling) von großer Bedeutung.</p>
</li>
<li>
<p> Bei <strong>&#8222;Get-ahead&#8220;-Innovationen</strong> zielen die Technologieführer auf Durchbruchsinnovationen. Zwar kommt es bei sehr hohem Innovationsaufwand zu Kooperationen mit Wettbewerbern, wichtiger ist aber eine Zusammenarbeit mit komplementären &#8222;getahead&#8220;-Anbietern, deren Produktinnovationen frühzeitig in die eigenen Entwicklungen eingebunden werden müssen. </p>
</li>
</ul>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld4.">4. Gestaltungsformen von Innovationspartnerschaften</h2>
<div class="stw_gld2">
<h3 class="stw_gld2_head" id="gld4.1">4.1 Co-operative Research</h3>
<p>Bereits seit den achtziger Jahren sah die Politik eine ihrer zentralen Aufgaben darin, die <strong>Innovationskraft der Wirtschaft</strong> durch eine <strong>gezielte Technologiepolitik</strong> zu fördern. Um den technologischen Vorsprung der Wirtschaft und damit die (inter)nationale Wettbewerbsfähigkeit zu sichern wurde nicht nur ein großzügiger Ausbau der Hochschul- bzw. Forschungseinrichtungen gefördert, sondern auch nach geeigneten Maßnahmen gesucht, den Transfer von Wissen aus diesen Einrichtungen in die Wirtschaft zu unterstützen.</p>
<p> Im Zuge dieser Entwicklung wurden an (fast) allen Hochschulen und Forschungseinrichtungen <strong>Transferstellen</strong> angesiedelt, deren Aufgabe es ist, nachfragenden Unternehmen Kontakte zu geeigneten Hochschullehrern bzw. Forschern zu vermitteln. Vor allem kleinen und mittleren Unternehmen, die über keinerlei eigene Forschungs- und Entwicklungskapazitäten verfügen, wollte man hierdurch die Möglichkeit bieten, ihre technologische Lücke zu schließen.</p>
<p>Trotz dieser Bestrebungen spielen Hochschulen und Forschungseinrichtungen im Rahmen der Innovationsaktivitäten der Unternehmen nur einen vergleichsweise unbedeutenden Part. So kommt eine Untersuchung des <strong>Institut Arbeit und Technik</strong> beispielsweise zu dem Ergebnis, dass nur 3,3 Prozent aller befragten Unternehmen Hochschulen bzw. Forschungseinrichtungen als Informationsquelle nutzen. </p>
<p>Dabei lässt sich feststellen, dass große Unternehmen die Potenziale und Ressourcen von Hochschulen und Forschungseinrichtungen deutlich häufiger nutzen als ihre kleinen und mittleren Pendants. Die Ursache hierfür mag zum einen darin liegen, dass Großunternehmen ein umfassenderes bzw. offeneres Informationsverhalten an den Tag legen und auch die notwendigen Ressourcen haben, einen <em>&#8222;technology gatekeeper&#8220;</em> zu beschäftigen. Ferner beschäftigen Großunternehmen in Forschungs- und Entwicklungsabteilungen in der Regel Hochschulabsolventen, die ihrerseits wiederum den Kontakt zu den Hochschulen halten bzw. leichter darauf zurückgreifen können.</p>
<p>Innerhalb der Gruppe der kleinen und mittleren Unternehmen variiert die <strong>Neigung zur Zusammenarbeit mit Hochschulen und Forschungseinrichtungen</strong> erheblich. In der Regel hängt sie davon ab, welche Rolle Spitzentechnologien für diese Unternehmen spielen. Prinzipiell lassen sich drei Kategorien von kleinen und mittleren Unternehmen unterscheiden:</p>
<ul>
<li>
<p><strong>Technologieintensive kleine und mittlere Unternehmen</strong> (<strong>get-ahead</strong>) sind hochinnovative Unternehmen. Sie haben in der Regel eine eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilung und beschäftigen in hohem Maß Hochschulabsolventen. Bedingt durch ihre Größe sind sie auf Kontakte zu Hochschulen und Forschungseinrichtungen angewiesen, da sie ihre technologische Spitzenposition sonst kaum halten könnten.</p>
</li>
<li>
<p> Innovationen sind auch für <strong>technologiefolgende kleine und mittlere Unternehmen</strong> (<strong>keep-up</strong>) wichtig. Diese Unternehmen nehmen aber keine Vorreiterrolle ein, sondern präferieren eher eine Me-too-Strategie. Während <strong>aktiv technologiefolgende Unternehmen</strong> eine Forschungs- und Entwicklungsabteilung haben und versuchen, Technologien weiterzuentwickeln bzw. anzupassen, betreiben <strong>passiv technologiefolgende Unternehmen</strong> keine eigenständige technologische Entwicklung.</p>
</li>
<li>
<p> Bei <strong>technologiepassiven kleinen und mittleren Unternehmen</strong> (<strong>catch-up</strong>) besteht das Bestreben vor allem darin, mit den neuesten Arbeitsmitteln zu arbeiten.</p>
</li>
</ul>
<p>Da Großunternehmen und technologieintensive kleine und mittlere Unternehmen eigene Kontakte zu Hochschulen und Forschungseinrichtungen haben bzw. die technologiepassiven solche Kontakte gar nicht benötigen, sind vor allem die <strong>technologiefolgenden kleinen und mittleren Unternehmen</strong> die &#8222;Problemkinder&#8220; der Innovationsförderung. Bei diesen Unternehmen ist weder das Informationsangebot noch die Informationsnachfrage klar umrissen. Häufig sind diese Unternehmen nicht einmal in der Lage, ihre (Unterstützungs-)Bedürfnisse klar zu definieren. Zugleich bestehen auch aufseiten der Hochschulen und Forschungseinrichtungen Vorbehalte, mit technologiefolgenden kleinen und mittleren Unternehmen zusammenzuarbeiten, da</p>
<ul>
<li>
<p> Projekte mit Großunternehmen ein höheres Prestige abwerfen,</p>
</li>
<li>
<p> Projekte mit Großunternehmen zumeist umfangreicher und daher mit höheren Einnahmen verbunden sind,</p>
</li>
<li>
<p> Großunternehmen häufig langfristige Verträge mit wissenschaftlichen Beratern abschließen,</p>
</li>
<li>
<p> Projekte mit Großunternehmen (bzw. technologieintensiven Unternehmen) in der Regel ein höheres technologisches Niveau haben,</p>
</li>
<li>
<p> Projekte mit Großunternehmen häufig mit Lerneffekten verbunden sind, die dann wiederum der Hochschule bzw. dem Lehrstuhl zugute kommen und</p>
</li>
<li>
<p> der Verwaltungsaufwand bei Projekten mit Großunternehmen (zumindest relativ gesehen) aufgrund des höheren Projektvolumens geringer ist.</p>
</li>
</ul>
<p>Ferner wird an den Transferstellen an Hochschulen und Forschungseinrichtungen kritisiert, dass sie ihrem Auftrag &#8211; der Innovations- und Technologieförderung &#8211; nur unzureichend nachkommen, da </p>
<ul>
<li>
<p> Transferstellen mit Personal arbeiten, das kaum Praxiserfahrung hat und daher die &#8222;Sprache&#8220; der Wirtschaft nicht versteht,</p>
</li>
<li>
<p> die Ausstattung der Transferstellen mit Personal- und Finanzmitteln sehr knapp bemessen ist,</p>
</li>
<li>
<p> viele Transferstellen die Aufgabe zugewiesen bekommen haben, Drittmittel einzuwerben, und daher ihre Aktivitäten auf finanzstarke Großunternehmen konzentrieren und</p>
</li>
<li>
<p> Transferstellen häufig Anfragen kleiner und mittlerer Unternehmen an den Lehrstühlen nicht platzieren können, da diese mit ihren eigenen Kontakten zu Unternehmen ausgelastet sind.</p>
</li>
</ul>
<p>Insgesamt wurden Unternehmen, die sich bei Innovationen eher zurückhalten (technologiefolgende Unternehmen), mit dem gegenwärtigen Transfersystem bisher kaum erreicht. Inzwischen hat dies zur Entwicklung neuer Transferstrategien geführt, mit denen man die Innovationsfähigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen stärken will. </p>
<p>Zusammenfassend lässt sich allerdings feststellen, dass die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen nur dort gut funktioniert, wo die Nachfrage nach Innovationen sowie deren Produktion ohnehin geleistet wird. Sind in Unternehmen keine oder nur geringe eigene Innovationskapazitäten vorhanden, sodass ein Technologietransfer wichtige Impulse geben könnte, besteht auch bei den Forschungseinrichtungen nur ein geringes Interesse an einer Förderung von Innovationsprozessen.</p>
</div>
<div class="stw_gld2">
<h3 class="stw_gld2_head" id="gld4.2">4.2 Collective Research</h3>
<p>Bei Collective Research, für den in der Bundesrepublik die <strong>Einrichtungen der Arbeitsgemeinschaft Industrieller Forschungsvereinigungen</strong> (<strong>AIF</strong>) steht, handelt es sich um offene Formen der Forschungskooperation. Offen insofern, als dass die Teilnahme Dritter an den Projekten nicht ausgeschlossen wird und die Nutzung der <strong>Ergebnisse grundsätzlich allen interessierten Unternehmen</strong> zugänglich ist. </p>
<p>Dabei geht man von der Prämisse aus, dass viele Forschungsfragen zwar von allgemeinem branchen- oder technologieweitem Interesse sind, die Lösung dieser übergreifenden Problemstellungen ein einzelnes Unternehmen aber überfordern würde. Außerdem wäre die Nutzung der Ergebnisse lediglich durch ein Unternehmen volkswirtschaftlich eher unsinnig, denn ganze Branchen oder Technologiezweige können gemeinsam von ihnen profitieren. Besonders einsichtig ist dies zum Beispiel bei der gemeinsamen Entwicklung von Normen. </p>
<p>Ähnliche Konstellationen bestehen jedoch auch in der anwendungsnahen Forschung, etwa wenn Hersteller bestimmter Produkte gemeinsam Produktionsverfahren verbessern, deren Umsetzung durch die Hersteller der Produktionsanlagen umgesetzt wird.</p>
<p>Die <strong>Gemeinschaftsforschung</strong> durch die AIF wird in der BRD mit über hundert Mitgliedsvereinigungen, die einige zigtausend Mitgliedsfirmen vertreten, organisiert. Die für die Unternehmen wichtigen Forschungsfragestellungen werden in einem von unten nach oben (bottom-up) organisierten Verfahren definiert und in entsprechenden Gremien beschlossen. Die <strong>Forschungsarbeiten selbst</strong> werden in eigenen Forschungseinrichtungen oder im Rahmen der Fremdvergabe durchgeführt. Anschließend werden die Ergebnisse veröffentlicht und allen Mitgliedsfirmen zugänglich gemacht. Allerdings können auch Firmen, die nicht Mitglied einer Forschungsvereinigung sind, von den Ergebnissen profitieren.</p>
<p>Defizite bestehen im Rahmen der Gemeinschaftsforschung bei der Beteiligungs- und Nutzungsstruktur durch die Unternehmen insbesondere in folgenden Bereichen:</p>
<ul>
<li>
<p> Beteiligte Firmen könnten die Gemeinschaftsforschung dahingehend ausnutzen, <strong>nationale Forschungskartelle gegenüber dem internationalen Wettbewerb</strong> zu errichten. In diesen Fällen orientiert sich die Forschung nicht auf die Lösung von Kollektivgutproblemen der Forschung, sondern dient der Sicherung von Wettbewerbsvorteilen (durch Wettbewerbsbeschränkung), indem Erkenntnisse nach Möglichkeit internalisiert werden.</p>
</li>
<li>
<p> Da die <strong>generelle Verfügbarkeit der Forschungsergebnisse</strong> gesichert ist, besteht prinzipiell die Gefahr des Trittbrettfahrerverhaltens. Firmen beteiligen sich nicht an den Forschungsvereinigungen, nutzen aber deren Ergebnisse.</p>
</li>
<li>
<p> Abgesehen von den aktiven Teilnehmern in den Vereinigungen, die an der Forschung mitwirken und sich entsprechend engagieren, partizipieren eine Reihe von Mitgliedern entweder nur als passive Konsumenten an der Forschung oder sind an den Ergebnissen gänzlich desinteressiert.</p>
</li>
</ul>
<p>Empirische Erhebungen haben gezeigt, dass sich jeweils nur ein relativ kleiner, überschaubarer Kreis von Unternehmen regelmäßig an den Aktivitäten der Gemeinschaftsforschung beteiligt. Hierzu gehöhren sowohl kleinere und mittlere Unternehmen als auch Großunternehmen, wobei letztere weit überdurchschnittlich vertreten sind. Die regelmäßig aktiv partizipierenden kleinen und mittleren Unternehmen sind in der Regel stark innovationsorientiert und betreiben eine eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilung. </p>
</div>
<div class="stw_gld2">
<h3 class="stw_gld2_head" id="gld4.3">4.3 Collaborative Research</h3>
<p>Kleine und mittlere Unternehmen bezeichnen Kunden, Konkurrenten und Zulieferer nicht selten <strong>als wichtigste Informationsquellen</strong> (<a class="doklink" title="Information" href="/controlling/238408">Informationen</a>, Informationsbedarf, Informationsbewertung) bei Innovationen, wobei sich drei unterschiedliche Ansatzpunkte für eine Zusammenarbeit zwischen Unternehmen bei Innovationsaktivitäten unterscheiden lassen:</p>
<ul>
<li>
<p> die Zusammenarbeit mit Kunden,</p>
</li>
<li>
<p> die Zusammenarbeit mit Zulieferunternehmen und</p>
</li>
<li>
<p> die Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen (Konkurrenten, Branchenfremde).</p>
</li>
</ul>
<p>Da die Vorgehensweise bei den beiden ersten Ansatzpunkten ähnlich ist, wird im Folgenden auf Innovationen mit einem &#8222;Lead-User&#8220; und Technologiekooperationen eingegangen.</p>
<div class="stw_gld3">
<h4 class="stw_gld3_head" id="gld4.3.1">4.3.1 Innovationen mit einem Lead-User</h4>
<p>Das Konzept des Lead-Users, welches im Wesentlichen auf den Arbeiten von <strong>Hippel</strong> basiert, geht von der Beobachtung aus, dass nicht alle Innovationsprozesse <strong>herstellerdominiert</strong> verlaufen, das heißt auf den Aktivitäten unternehmensinterner Forschungs- und Entwicklungsarbeit und einer sorgfältigen Marktforschung und -beobachtung beruhen (Marketing-Controlling). </p>
<p>Vielmehr kann ein Innovationsprozess auch <strong>anwenderdominiert</strong> sein. In diesem Fall spürt der Lead-User eine Problemstellung bzw. einen Trend und bespricht dies mit einem geeigneten Hersteller. Anschließend versuchen beide, das Problem unter Nutzung ihres jeweiligen Know-hows gemeinsam zu lösen. Von dieser Vorgehensweise profitieren beide Seiten, da der Lead-User frühzeitig eine innovative Technologie o. Ä. erhält und der Hersteller seine technologische Basis weiterentwickeln und zudem ein Referenzprojekt vorweisen kann.</p>
</div>
<div class="stw_gld3">
<h4 class="stw_gld3_head" id="gld4.3.2">4.3.2 Technologie-Kooperationen</h4>
<p>Die zentrale Herausforderung für Unternehmen besteht im Bereich der Technologieentwicklung nicht mehr allein darin, neue Technologien zu entwickeln oder vorhandene Technologien weiterzuentwickeln. Vielmehr geht es heute auch darum, durch die <strong>Kombination unterschiedlicher Technologien</strong> neue Produkte zu entwickeln bzw. neue Märkte zu besetzen. Als Beispiele für derartige Konstellationen kann zum Beispiel auf den Einsatz von Elektronik im Maschinenbau, bei Automobilteilen oder im Bereich von Kommunikation und Medien verwiesen werden.</p>
<p>Insbesondere im Bereich der <strong>Zukunftstechnologien</strong> (IuK-Technologien, Bio- und Gentechnologie etc.) ist der Investitionsbedarf und Aufwand im Forschungs- und Entwicklungsbereich mittlerweile so hoch, dass Innovationen nur noch im Rahmen von <strong>Kooperationsbeziehungen</strong> gelöst werden können. </p>
<p>Daher sind die Kooperationsaktivitäten bei der Technologieentwicklung (&#8222;strategic technology alliances&#8220;) deutlich stärker ausgeprägt als in traditionellen Branchen. Auch zukünftig muss man davon ausgehen, dass gerade im Bereich der Schlüsseltechnologien Innovationskooperationen unerlässlich sind.</p>
</div>
</div>
</div>
<div class="stw_verweise" id="stw_verweise_1">
<div class="infografik"><span class="infografik_start"> </span><span class="infografik_text">Siehe auch</span><span class="infografik_ende"> </span></div>
<div class="stw_verweise_stichwort">
<p><a class="doklink stw_verweise_stichwort_link" title="Information" href="/controlling/238408"><span class="stw_verweise_stichwort_text">Informationen</span></a><span class="stw_verweise_stichwort_text">Informationsbedarf</span><span class="stw_verweise_stichwort_text">Informationsbewertung</span></p>
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</div>
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