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	<title>W Archives - Steuerberater Hannover</title>
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	<description>Oliver Bletgen &#38; Kollegen</description>
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	<item>
		<title>Wertorientiertes Personal-Controlling</title>
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		<pubDate>Mon, 10 Dec 2018 00:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Wertorientiertes Personal-ControllingInhaltsübersicht1.Überblick2.Spezielle Kennzahlen im wertorientierten Personal-Controlling3.Ausgewählte Personalkennzahlen im wertorientierten Personal-Controlling3.1Beispiele für wertorientierte Kennzahlen zur Personalbeschaffung3.2Beispiele für wertorientierte Kennzahlen zur Personalentwicklung4.Probleme bei der Anwendung wertorientierter Personalkennzahlen1. ÜberblickDas Personal-Controlling erfährt in Unternehmen und öffentlichen Verwaltungen seit einigen Jahren kontinuierlich steigende Aufmerksamkeit. Diese Entwicklung spiegelt das Bedürfnis nach besseren und frühzeitigeren Informationen (Information, Informationsbedarf) über die Entwicklung des  [...]</p>
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<h1 class="stw_titel">Wertorientiertes Personal-Controlling</h1>
</div>
</div>
</div>
<div class="stw_toc">
<h2 class="stw_toc_head">Inhaltsübersicht</h2>
<ol class="eingeb_num_liste">
<li>
<div class="eingeb_listnum">1.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld1.">Überblick</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">2.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld2.">Spezielle Kennzahlen im wertorientierten Personal-Controlling</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">3.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld3.">Ausgewählte Personalkennzahlen im wertorientierten Personal-Controlling</a></p>
<ol class="eingeb_num_liste">
<li>
<div class="eingeb_listnum">3.1</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld3.1">Beispiele für wertorientierte Kennzahlen zur Personalbeschaffung</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">3.2</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld3.2">Beispiele für wertorientierte Kennzahlen zur Personalentwicklung</a></div>
</li>
</ol>
</div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">4.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld4.">Probleme bei der Anwendung wertorientierter Personalkennzahlen</a></div>
</li>
</ol>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld1.">1. Überblick</h2>
<p>Das <strong>Personal-Controlling</strong> erfährt in Unternehmen und öffentlichen Verwaltungen seit einigen Jahren kontinuierlich steigende Aufmerksamkeit. Diese Entwicklung spiegelt das Bedürfnis nach besseren und frühzeitigeren Informationen (<a class="doklink" title="Information" href="/controlling/238408">Information</a>, Informationsbedarf) über die <strong>Entwicklung des Personalkostenbereiches</strong> (Personalkosten) wider, da dieser Teil einen sehr hohen Anteil des Gesamtkostenblocks ausmacht.</p>
<p>Der <strong>Controlling-Gedanke</strong> (<a class="doklink" title="Controlling" href="/controlling/228666">Controlling</a>, Bereichscontrolling) kann allerdings nicht &#8211; wie z. B. beim Beschaffungs-Controlling, Logistik-Controlling oder Vertriebs-Controlling &#8211; einfach auf den Personalbereich ausgedehnt werden. Es kommt vielmehr darauf an, die <strong>spezifischen Problemstellungen im Personalbereich</strong> mit den <strong>Instrumenten des Controllers</strong> in Einklang zu bringen. Daher soll das Personal-Controlling in erster Linie den <strong>Personalaspekt</strong> als einen der <strong>wichtigsten unternehmerischen Gestaltungsfaktoren</strong> begreifen, um ihn transparent und überschaubar zu machen. Anders als in anderen Controlling-Bereichen befasst sich das Personal-Controlling daher nicht überwiegend mit <strong>quantitativen Kosten- und Leistungsdaten</strong>, sondern arbeitet insbesondere mit <strong>qualitativen Planungs- und Kontrollverfahren</strong>.</p>
<p>Ziel des Personal-Controlling ist die <strong>Entscheidungsunterstützung</strong> und die damit verbundene Verbesserung der Zielerreichung (<a class="doklink" title="Ziele" href="/controlling/233767">Ziele</a>, <a class="doklink" title="Zielsystem" href="/controlling/233780">Zielsystem</a>) im Unternehmen und speziell im Personalmanagement. Da sich diese Unterstützungsfunktion <strong>funktional und instrumental</strong> auf Planungs-, Kontroll-, Koordinations- und Informationsaufgaben erstreckt, stellt sich das Personal-Controlling als komplexer Prozess der Informationsbeschaffung, -bearbeitung, -speicherung und -übertragung dar. Seine aktuell steigende Bedeutung gewinnt es durch die komplexen Bewertungszusammenhänge, die verstärkte <strong>Investitionen ins Humankapital</strong> mit sich bringen.</p>
<p>Um die <strong>zunehmende Bedeutung des Humankapitals</strong> und insbesondere die damit zusammenhängenden zukünftigen Effekte stärker zu würdigen, werden im Rahmen eines <strong>wertorientierten Personal-Controlling</strong>Kennzahlen aus den Bereichen Arbeitsproduktivität, Einstellungen (Unternehmenskultur/Commitment), Kompetenzen, Arbeitszufriedenheit und Verhalten als Folge personaler und struktureller Führungsmaßnahmen sowie als Folge von Wertschöpfungsprozessen, Innovationen und Lernen generiert und für Zwecke der Unternehmenssteuerung und des Personalmanagements analysiert (Personal-Kennzahlen).</p>
<p>Bei der Konzeptionalisierung des wertorientierten Personal-Controlling-Ansatzes lässt sich auf die von <strong>Marr/Stitzel</strong> unterschiedenen Dimensionen <strong>ökonomischer und sozialer Effizienz</strong> als Ausgangspunkt zurückgreifen. In diesem Zusammenhang wird unter <strong>ökonomischer Effizienz</strong> im Personalbereich die Realisierung von unternehmensbezogenen Sach­ (Arbeitsleistung) und Formalzielen (Rentabilität) durch den Einsatz von Mitarbeitern nach dem Prinzip der sparsamen Verwendung knapper Mittel verstanden. Im Mittelpunkt der formalen ökonomischen Zielkriterien steht daher die <strong>Arbeitsproduktivität</strong> bzw. die <strong>Leistungs-Kosten-Relation</strong> der menschlichen Arbeit. Man unterscheidet zwischen</p>
<ul>
<li>
<p> der <strong>ökonomischen Effizienz des Leistungsergebnisses</strong> (generelle ökonomische Effizienz), die als Messindikatoren z. B. Gewinn, Rentabilität, Shareholder Value, Produktivität, Produkt-/Marktanteil, Umsatzwachstum, kundengerechte Qualität der Leistung etc. betrachtet,</p>
</li>
<li>
<p> der <strong>ökonomischen materiellen Leistungsprozesseffizienz</strong>, die als Messindikatoren zum Beispiel Planabweichungen, Ausschuss, Leistungsqualität, Liefertreue, Reklamationen etc. untersucht, und</p>
</li>
<li>
<p> der <strong>immateriellen Leistungsprozesseffizienz</strong>, die als Messindikatoren zum Beispiel Problemlösungsgenauigkeit oder Innovationsbereitschaft verwendet.</p>
</li>
</ul>
<p>Demgegenüber manifestiert sich die <strong>soziale Effizienz</strong> im Grad der personalen Zielerreichung. Damit ist insbesondere die <strong>Wirksamkeit von Personalmanagementpraktiken und Führungsmaßnahmen</strong> zur Erfüllung der Erwartungen, Wünsche, Bedürfnisse und Interessen der Mitarbeiter angesprochen. Man differenziert im Allgemeinen zwischen <strong>sozialer Effizienz arbeitsbezogener Einstellungen</strong> (z.B. Arbeitszufriedenheit, Initiative, Fehlzeitenrate) und <strong>sozialer Kompetenz individualbezogener Einstellungen</strong> (z.B. Beziehungsorientierung, Kooperationsbereitschaft, Konflikthäufigkeiten, Identifikation mit dem Unternehmen etc.).</p>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld2.">2. Spezielle Kennzahlen im wertorientierten Personal-Controlling</h2>
<p><strong>Kennzahlen</strong> informieren schnell und präzise über einen bestimmten Aufgabenbereich der Unternehmung, für den prinzipiell eine Vielzahl relevanter Einzelinformationen vorliegt, deren Auswertung jedoch für bestimmte <strong>Informationsbedarfe</strong> (Informationsbedarf) zu zeitintensiv und aufwendig ist. Kennzahlen können somit die Fülle von <strong>Informationen auf das Notwendige verdichten, dokumentieren</strong> und <strong>im Zeitablauf verfolgen</strong>. Kennziffern sollen hierzu prinzipiell einen starken Entscheidungsbezug aufweisen, das heißt, sie sind auf ihren praktischen Anwendungsbezug hin zu definieren.</p>
<p><strong>Personalwirtschaftliche Ziele und Aufgabenstellungen</strong> lassen sich mithilfe von Kennzahlen operationalisieren, um auf diese Weise eine Basis für weitere Planungsschritte und für die Aufstellung von Kontrollstandards zu schaffen. Unter einem <strong>personalwirtschaftlichen Kennzahlensystem</strong> (Personal-Kennzahlen) versteht man eine geordnete, auf einen einheitlichen Sachverhalt ausgerichtete Gesamtheit personalwirtschaftlich relevanter Kennzahlen, die eine unterschiedliche Komplexität aufweisen und sich zum Teil gegenseitig ergänzen und zum Teil erklären. Folgende <strong>Anforderungen</strong> sind bei der Gestaltung eines Kennzahlensystems für das Personal-Controlling zu beachten:</p>
<ul>
<li>
<p> Das personalwirtschaftliche Kennzahlensystem soll <strong>wesentliche Informationen</strong> für gängige Aufgabenstellungen im personalwirtschaftlichen Zielsystem vollständig und in geordnetem Zusammenhang zur Verfügung stellen.</p>
</li>
<li>
<p> Das Kennzahlensystem ist <strong>flexibel zu gestalten</strong>, sodass neue Tatbestände leicht berücksichtigt werden können.</p>
</li>
<li>
<p> Der Aufbau der einzelnen Kennzahlen muss <strong>nachvollziehbar</strong> und ihre Aussagekraft klar <strong>definierbar</strong> sein.</p>
</li>
<li>
<p> Um die <strong>Entwicklung</strong> der Kennzahlen zu verfolgen, sind die zu erfassenden Größen, Ermittlungsmethoden und Quellen genau festzulegen.</p>
</li>
<li>
<p> Der <strong>Nutzen</strong> des Kennzahlensystems und der <strong>Aufwand</strong>, der mit der Beschaffung, Aufbereitung und Analyse der Daten verbunden ist, sollen in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen.</p>
</li>
</ul>
<p>Neben den monatlichen Kennzahlenwerten ist insbesondere deren <strong>Entwicklung im Zeitablauf</strong> von Bedeutung. Eine solche <strong>Kennzahlenhistorie</strong> liefert wertvolle Impulse und Hinweise für Problem- und Abweichungsanalysen und ermöglicht einen <strong>Zeitvergleich</strong>, der Langzeitentwicklungen und damit ungewöhnliche Tendenzen aufzeigt. </p>
<p>Neben dem Zeitvergleich personalwirtschaftlicher Kennzahlen sind für eine eingehende Analyse <strong>weitere Vergleichsmaßstäbe</strong> zu untersuchen, z.B. ein Vergleich von personalwirtschaftlichen Ist-Werten verschiedener Objektbereiche aus verschiedenen Perioden (zeitraumbezogen/zeitpunktbezogen) oder ein Soll-Ist-Vergleich, also ein Vergleich von personalwirtschaftlichen Ist-Werten eines Objekts mit entsprechenden Sollzahlen gleich strukturierter anderer Objekte (z.B. Branchendurchschnitt, vergleichbares Konkurrenzunternehmen etc.). Bei <strong>Vergleichen mit anderen Objekten</strong> (innerbetriebliche Teilbereiche, Konkurrenz, Benchmarking, Branche, Gesamtwirtschaft) ist besonders auf die materielle und formelle Vergleichbarkeit der Kennzahlen zu achten.</p>
<p>Während man <strong>Kosten­Kennzahlen</strong> in der Regel direkt erfassen kann, lässt sich die <strong>Outputdimension personalwirtschaftlicher Aktivitäten</strong> oft nur über <strong>Indikatoren</strong> operationalisieren. Solche Indikatoren kommen immer dann zum Einsatz, wenn sich die zu messende Realität auf Grund ihrer Komplexität (Komplexitätskosten) einer umfassenden, objektiv nachprüfbaren Erfassung und Bewertung entzieht. Bei den <strong>Indikatoren</strong> handelt es sich um <strong>Messgrößen</strong>, die die Realität nur ausschnittweise bzw. stellvertretend abbilden. Als schlussfolgernde Indikatoren kommen insbesondere solche in Betracht, bei denen von unterschiedlichen Merkmalsausprägungen auf das Vorliegen bestimmter Sachverhalte geschlossen werden kann. </p>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld3.">3. Ausgewählte Personalkennzahlen im wertorientierten Personal-Controlling</h2>
<p>Abbildung 1 enthält exemplarisch einen <strong>Katalog von Kennzahlen</strong>, die im wertorientierten Personal-Controlling Verwendung finden. Von besonderem Interesse sind dabei kosten- und nutzenbezogene Kennzahlen der Personalbeschaffung und Personalentwicklung (Personalentwicklungs-Controlling), da sich diese auf Aktionsfelder erstrecken, die die Investitionen in Humankapital maßgeblich unterstützen.</p>
<div class="abbildung"><img decoding="async" class="doc_img" src="https://hannovers-steuerberater.de/wp-content/uploads/2024/04/ctrl555.gif" alt="" /></div>
<div class="stw_gld2">
<h3 class="stw_gld2_head" id="gld3.1">3.1 Beispiele für wertorientierte Kennzahlen zur Personalbeschaffung</h3>
<p>Im Rahmen der Personalbeschaffung sind insbesondere folgende inputorientierte Kennzahlen von Bedeutung:</p>
<ul>
<li>
<p> Direkte Kosten pro Bewerbungsgespräch</p>
</li>
<li>
<p> Direkte Kosten pro Stellenbesetzung</p>
</li>
<li>
<p> Zeiteinsatz pro Stellenbesetzung</p>
</li>
<li>
<p> Bewerteter Zeiteinsatz pro Stellenbesetzung</p>
</li>
<li>
<p> Gesamtkosten pro Stellenbesetzung</p>
</li>
</ul>
<p>Auf Basis der ermittelten Kennzahlen können <strong>Ist-Ist-Vergleiche</strong>, <strong>Soll-Ist-Vergleiche</strong>, <strong>Trend-Soll-Vergleiche</strong> sowie <strong>Abweichungs- und Angemessenheitsanalysen</strong> erstellt werden. Die kostenbezogene Inputdimension der Personalbeschaffung ist im nächsten Schritt dem Nutzen bzw. der <strong>Erfolgswirksamkeit</strong> von Personalbeschaffungsmaßnahmen gegenüberzustellen. Allerdings sind die hierfür zu messenden Erfolgswirkungen von Beschaffungsmaßnahmen empirisch nur schwer zu ermitteln, da sich eine kausale Zurechnung von einzelnen Maßnahmen und Beschaffungserfolgen in der Regel nicht vornehmen lässt. Dennoch können Kennzahlen in der Personalbeschaffungspraxis zur Messung der Akquisitions- und Selektionserfolgswirkungen z. B. mittels folgender Indikatoren Verwendung finden:</p>
<ul>
<li>
<p> Die <strong>Anzahl der Bewerber pro Stellenangebot</strong> ist unter anderem stark abhängig von der Attraktivität des angebotenen Arbeitsplatzes und der Reputation des Unternehmens. Ein im Vergleich zu anderen Unternehmen niedriger Wert kann unter Umständen auf unzureichende akquisitionswirksame Maßnahmen hinweisen.</p>
</li>
<li>
<p> Die <strong>Vorstellungsquote</strong> (Vorstellungen im Verhältnis zu den Bewerbungen) lässt sich als Maßstab für die Qualität der Bewerbungen verwenden. Niedrige Vorstellungsquoten können einerseits auf die Nichtbeachtung klar definierter Selektionskriterien durch die Bewerber und andererseits auf Fehler beim Einsatz selektionswirksamer Maßnahmen der Personalwerbung zurückzuführen sein.</p>
</li>
<li>
<p> Die <strong>Effizienz der Beschaffungswege</strong> (Bewerbungen je Beschaffungsweg, Vorstellungen je Beschaffungsweg, Einstellungen je Beschaffungsweg) kann für die Planung und Kontrolle der Personalbeschaffung Anhaltspunkte hinsichtlich der Bewertung alternativer Beschaffungswege liefern. So lässt sich z.B. durch die laufende Überwachung von Bewerbungen, Vorstellungen und letztlich Einstellungen auf Grund von Stellenanzeigen in verschiedenen Zeitschriften auf die Qualität der Akquisitions-, Selektions- und Aktionswirkung schließen. Hierbei sind allerdings auch andere Einflussgrößen (z.B. Arbeitsmarktsituation, Unternehmensimage etc.) zu berücksichtigen.</p>
</li>
<li>
<p> Die Beobachtung der <strong>Effektivität der Personalbeschaffung</strong> (Menge der Beschaffungsvorgänge pro neu angestellten Mitarbeiter) als Maß für den Erfolg kostenintensiver Beschaffungsmaßnahmen ist sehr problematisch, da die Effektivität der Beschaffung stark durch externe Einflüsse (Arbeitsmarktlage, Unternehmenskontexte) determiniert wird.</p>
</li>
</ul>
</div>
<div class="stw_gld2">
<h3 class="stw_gld2_head" id="gld3.2">3.2 Beispiele für wertorientierte Kennzahlen zur Personalentwicklung</h3>
<p>Kennzahlen zur Durchführung von <strong>Kosten-Nutzen-Analysen</strong> lassen sich ebenfalls im Rahmen von Personalentwicklung und betrieblicher Weiterbildung heranziehen. Im Bildungsbereich konzentriert man sich dabei in der Regel auf folgende Kostenarten:</p>
<ul>
<li>
<p> Kosten der internen Bildungsmaßnahmen, eventuell unterteilt nach Seminargebühren, Kosten für ausgefallene Arbeitszeiten sowie sonstige Kosten</p>
</li>
<li>
<p> Kosten interner Bildungsmaßnahmen am Arbeitsplatz (z.B. durch Unterweisung und Schulung durch den Vorgesetzten)</p>
</li>
<li>
<p> Kosten externer Bildungsmaßnahmen, eventuell unterteilt nach Seminargebühren, Honoraren, Lehrmittelkosten, Reise- und Übernachtungskosten sowie sonstigen Kosten</p>
</li>
</ul>
<p>Nicht alle für die Kennzahlenerstellung erforderlichen Kostenarten lassen sich zuverlässig und exakt bestimmen. So stellen die jeweils entstehenden <strong>Opportunitätskosten</strong> Kosten nicht genutzter Kapazität auf Grund einer Teilnahme an Bildungsmaßnahmen dar (Opportunitätskosten, Kostenrechnung &#8211; Grundbegriffe). Entsteht diesbezüglich kein messbares Produktionsergebnis, erweist sich die Erfassung als äußerst problematisch. Gleiches gilt für die <strong>Kostenermittlung bei Unterweisung bzw. Unterrichtung durch die Vorgesetzten</strong> am Arbeitsplatz, da in der Regel nicht präzise festgehalten werden kann, wie viel Zeit tatsächlich aufgewendet wurde. Dennoch sollten die Kosten für ausgefallene Arbeitszeiten der Arbeitnehmer vereinfacht auf Stundenbasis wie folgt ermittelt werden:</p>
<table id="frg_tb1" border="0" width="80%" class="doc_table"><!-- CF: 0 --></p>
<colgroup span="1">
<col width="34%" span="1" />
<col width="66%" span="1" /></colgroup>
<tr>
<td style="width:34%" rowspan="1" valign="middle"><strong>Ausfallkosten je Stunde =</strong></td>
<td style="width:66%" rowspan="1" valign="middle" align="center"><u>          Jahresentgelt inkl. Sozialkosten          </u><br />Durchschnitlliche Arbeitstage x tägliche Arbeitszeit</td>
</tr>
</table>
<p>Darüber hinaus können die folgenden Kennzahlen <strong>zur Beurteilung der Weiterbildungskosten</strong>, für <strong>Kostenvergleiche</strong> und als weitere <strong>Basis für detaillierte Abweichungs- bzw. Angemessenheitsanalysen</strong> von Nutzen sein:</p>
<ul>
<li>
<p> Kosten der Weiterbildung in Prozent zum gesamten Personalaufwand. Es empfiehlt sich hierbei eine getrennte Erfassung (zumindest) von gewerblichen und kaufmännischen Mitarbeitern und ein Vergleich zu Vorjahren.</p>
</li>
<li>
<p> Weiterbildungskosten je Kopf nach Mitarbeitergruppen</p>
</li>
<li>
<p> Anteil der Kosten für Ausfallzeiten an den gesamten Weiterbildungskosten</p>
</li>
<li>
<p> Anteil der Kosten für interne Lehrgänge (für die Ausfallzeiten der innerbetrieblichen Lehrkräfte, Sachkosten etc.) an den gesamten Weiterbildungskosten. Soweit möglich ist auch ein Vergleich mit externen Schulungen durchzuführen, der als Datenbasis für ein mögliches <a class="doklink" title="Outsourcing" href="/controlling/231754">Outsourcing</a> von Schulungsmaßnahmen dienen kann.</p>
</li>
<li>
<p> Kosten je Weiterbildungsstunde oder Weiterbildungstag</p>
</li>
</ul>
<p>Die <strong>Messung und Kontrolle des Qualifizierungserfolges</strong> zielt darauf ab zu überprüfen, ob und inwieweit <strong>der Kenntnisstand und die Fähigkeit der Mitarbeiter</strong> an veränderte Qualifikationsanforderungen angepasst wurde oder noch angepasst werden muss, um eine ausreichende Versorgung des Unternehmens mit qualifizierten Mitarbeitern sicherzustellen. Um diesen Sachverhalt zu beurteilen, empfiehlt es sich, <strong>quantitative und qualitative Indikatoren</strong> heranzuziehen. </p>
<p>In qualitativer Hinsicht erweisen sich diesbezüglich als Indikatoren unter anderem die <strong>Anzahl der Weiterbildungsteilnehmer</strong>, die <strong>Anzahl der durchgeführten Maßnahmen</strong> &#8211; differenziert nach Maßnahmendauer &#8211; sowie als Kombination beider Größen die <strong>Anzahl der Teilnehmerstunden</strong> als äußerst praktikabel. Bezieht man diese Größen auf alle Mitarbeiter bzw. auf bestimmte Mitarbeitergruppen, so erlauben entsprechend gebildete Kennzahlen im Rahmen eines Zeit- oder Betriebsvergleichs erste Hinweise auf den <strong>realisierten Bildungsoutput</strong>.</p>
<p>In <strong>qualitativer Hinsicht</strong> unterscheidet man zwischen <strong>Lernfeld</strong> (pädagogische Erfolgskontrolle), <strong>Funktionsfeld</strong> (wird das Erlernte von den Mitarbeitern auch angewendet?) und der <strong>betrieblichen Ebene</strong> (profitiert die Unternehmung vom Gelernten?). </p>
</div>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld4.">4. Probleme bei der Anwendung wertorientierter Personalkennzahlen</h2>
<p>Grundsätzlich sollte der <strong>Personal-Controller</strong> (<a class="doklink" title="Controller" href="/controlling/228658">Controller</a>) <strong>im Umgang mit Kennzahlen eine kritische Distanz wahren</strong>, da bei ihrer Anwendung zahlreiche Probleme aus konzeptionellen, messtheoretischen und anwendungsbezogenen Mängeln entstehen können. So bleibt z.B. die <strong>Eignung der quantitativen Maßgrößen</strong> im Hinblick auf die Zielsetzung häufig offen und es kann nicht von der Annahme ausgegangen werden, dass die Maßgrößen eindeutig, zuverlässig und adäquat sind. </p>
<p>Den <strong>unbestrittenen Vorteilen des Einsatzes von Kennzahlen</strong> als Instrument komprimierter Darstellung und Übermittlung quantifizierbarer ergebnisorientierter Informationen steht insbesondere im Personalmanagement die maßgebliche <strong>Restriktion nur teilweiser Operationalisierungsmöglichkeiten personalwirtschaftlicher Leistungen</strong> gegenüber.</p>
<p>Doch selbst für den Fall, dass eine Operationalisierung gelänge, stünden in der Regel <strong>keine Vergleichszahlen bzw. Referenzwerte</strong> zur Verfügung, sodass bei festgestellten Abweichungen und den daraus entstehenden Interpretationsproblemen keine Regeln für eine eindeutige Beurteilung existieren. Sofern Kennzahlen für eine <strong>Erklärungsabsicht</strong> verwendet werden sollen, bleibt daher in der Regel unklar, <strong>unter welchen Bedingungen die Begründung Gültigkeit besitzt</strong>. </p>
<p>Darüber hinaus ist auch eine <strong>inhaltliche Zuordnung von Leistungen zu Kosten</strong> zumeist schwierig. Nur selten bestehen eindeutig messbare Kausalbeziehungen zwischen Input (durchgeführte personalwirtschaftliche Maßnahmen) und Output (verbesserte Leistungen der Mitarbeiter). Auch lässt sich die <strong>Gesamtwirkzeit personalwirtschaftlicher Maßnahmen</strong> nicht exakt prognostizieren, mit der Folge, dass sich auch ein <strong>periodenmäßiger Anteil</strong> nur näherungsweise ermitteln lässt. </p>
<p>Schließlich unterliegt eine behelfsweise Bewertung des Nutzens bzw. der Erfolgswirksamkeit personalwirtschaftlicher Maßnahmen und Kennzahlen häufig einer stark subjektiven Bewertung, die im Unternehmen häufig auch noch unterschiedlich interpretiert werden kann. </p>
</div>
<div class="infografik"><span class="infografik_start"> </span><span class="infografik_text">Siehe auch</span><span class="infografik_ende"> </span></div>
<p><a class="doklink" title="Personalcontrolling" href="/controlling/282122">Personalcontrolling</a></p>
<p>Personalbestands-Controlling</p>
<p>Personalentwicklungs-Controlling</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Wettbewerbsanalyse</title>
		<link>https://hannovers-steuerberater.de/controlling/wettbewerbsanalyse/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[root_cbc9x0pj]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Dec 2018 00:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>WettbewerbsanalyseInhaltsübersicht1.Überblick2.Abstimmung der Einzelinstrumente1. ÜberblickBei der Wettbewerbsanalyse handelt es sich um ein Instrument der strategischen Marketingplanung, das der Erhebung von Informationen über die wesentlichen Einflussfaktoren der Branche (Branchenanalyse) und der Wettbewerbssituation auf den Märkten dient (Konkurrenzanalyse). Eine umfassende Wettbewerbsanalyse setzt sich aus folgenden Einzelanalysen zusammen:Analyse der KonkurrenzsituationAnalyse der WettbewerbsstrukturAnalyse der MarktsituationDie Konkurrenzanalyse bezieht sich nicht nur  [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://hannovers-steuerberater.de/controlling/wettbewerbsanalyse/">Wettbewerbsanalyse</a> erschien zuerst auf <a href="https://hannovers-steuerberater.de">Steuerberater Hannover</a>.</p>
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<div class="doc_headerlogo stw_headerlogo"><!--stw_logo--></div>
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<h1 class="stw_titel">Wettbewerbsanalyse</h1>
</div>
</div>
</div>
<div class="stw_toc">
<h2 class="stw_toc_head">Inhaltsübersicht</h2>
<ol class="eingeb_num_liste">
<li>
<div class="eingeb_listnum">1.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld1.">Überblick</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">2.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld2.">Abstimmung der Einzelinstrumente</a></div>
</li>
</ol>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld1.">1. Überblick</h2>
<p>Bei der Wettbewerbsanalyse handelt es sich um ein Instrument der strategischen Marketingplanung, das der Erhebung von Informationen über die wesentlichen Einflussfaktoren der Branche (Branchenanalyse) und der Wettbewerbssituation auf den Märkten dient (Konkurrenzanalyse). Eine umfassende Wettbewerbsanalyse setzt sich aus folgenden Einzelanalysen zusammen:</p>
<ul>
<li>
<p>Analyse der Konkurrenzsituation</p>
</li>
<li>
<p>Analyse der Wettbewerbsstruktur</p>
</li>
<li>
<p>Analyse der Marktsituation</p>
</li>
</ul>
<p>Die <strong>Konkurrenzanalyse</strong> bezieht sich nicht nur auf die gegenwärtigen Konkurrenten, sondern auch auf die potenzielle Konkurrenz. Hierbei sind solche Informationen von besonderem Interesse, die eine Beurteilung der gegenwärtigen Strategien der Konkurrenten, ihrer Stärken und Schwächen und ihrer Positionierung ermöglichen. Folgende Informationen sind daher im Allgemeinen Gegenstand einer strukturierten Konkurrenzanalyse:</p>
<ul>
<li>
<p><strong>Produktbezogene Informationen</strong> wie zum Beispiel über Produkteigenschaften und Produktimage im Vergleich zum eigenen Produkt etc.</p>
</li>
<li>
<p><strong>Abnehmerbezogene Informationen</strong> wie zum Beispiel über die Kundenstruktur der Konkurrenten oder über die Möglichkeiten der Marktnischenbesetzung</p>
</li>
<li>
<p><strong>Aktivitätsbezogene Informationen</strong> wie zum Beispiel zur Preispolitik oder Kommunikationspolitik, zu Neuprodukteinführungen, zu Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten oder zu den Vertriebsstrategien der Konkurrenz</p>
</li>
</ul>
<p>Gegenstand der <strong>Wettbewerbsstrukturanalyse</strong> sind Analysen zu den gegenwärtigen und potenziellen Mitbewerbern, Abnehmern und Lieferanten, die in die Wettbewerbssituationen auf den relevanten Märkten eingreifen bzw. eingreifen können. Zur Durchführung der Wettbewerbsstrukturanalyse wird häufig ein dreistufiges Verfahren zur Informationsgewinnung angewandt:</p>
<ol>
<li>
<p>Gewinnung von Informationen über die Stellung des eigenen Unternehmens innerhalb der Branche unter Berücksichtigung branchenspezifischer Faktoren</p>
</li>
<li>
<p>Gewinnung von Informationen über die aktuellen und strukturellen Wettbewerbskomponenten</p>
</li>
<li>
<p>Gewinnung von Informationen über die Festigkeit bestehender Wettbewerbsstrukturen zum Beispiel hinsichtlich möglicher Strategieziele von Wettbewerbern</p>
</li>
</ol>
<p>Ob solche Informationen auf direktem Weg generiert werden können, ist branchen- und unternehmensspezifisch unterschiedlich. Häufig ist jedoch nur eine <strong>indirekte Informationsgewinnung</strong> über langfristige Beobachtung zum Beispiel der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten, der Neuprodukteeinführung oder der Verkaufsargumentation möglich. Als Hauptinformationsquellen kommen dann vor allem</p>
<ul>
<li>
<p>Branchenstudien von Wertpapier- und Unternehmensberatungen, </p>
</li>
<li>
<p>Clearing-Stellen der Branchen- und Wirtschaftsverbände, </p>
</li>
<li>
<p>Handels- und Branchenzeitungen, </p>
</li>
<li>
<p>die Wirtschaftspresse, </p>
</li>
<li>
<p>Berichterstattungen von Hauptversammlungen der Konkurrenten, </p>
</li>
<li>
<p>Veröffentlichungen des Statistischen Bundesamtes (insbesondere die Sonderstatistiken für Industriezweige) oder die </p>
</li>
<li>
<p>Tagespresse</p>
</li>
</ul>
<p>in Betracht. Informationen zur Wettbewerbsstrukturanalyse können damit nicht durch einmalige Erhebungen, sondern nur durch permanente Informationsgewinnung und laufende Kunden- bzw. Konkurrenzanalysen gewonnen werden.</p>
<p>Die Konkurrenz- und Wettbewerbsstrukturanalyse wird durch die <strong>Marktanalyse</strong> ergänzt, bei der es hauptsächlich um die Gewinnung von Informationen über die Marktposition des eigenen Unternehmens geht. Hierzu gehören Informationen über die bisherige Entwicklung des Unternehmens und über die für den Planungszeitraum zu erwartenden Veränderungen bezüglich des Marktvolumens, des Marktwachstums, der Preise und der Ausgestaltung der Marketing-Instrumente. Die Hauptaufgabe der Marktanalyse besteht darin, rechtzeitig Schwerpunktveränderungen für bestimmte Produkte zu erkennen und hinsichtlich ihrer Bedeutung für die langfristige Absatz- und Unternehmensentwicklung zu beurteilen. Zu diesem Zweck stellt die Marktanalyse nicht zuletzt auf solche kaufverhaltensorientierten Informationen ab, die die Verteilung der Marktanteile beeinflussen. Hierzu zählen zum Beispiel:</p>
<ul>
<li>
<p>sozio-ökonomische Kriterien wie zum Beispiel das Alter oder Einkommen</p>
</li>
<li>
<p>geografische Kriterien wie zum Beispiel die Region oder das Klima</p>
</li>
<li>
<p>psychografische Kriterien wie Einstellung oder Motivation</p>
</li>
<li>
<p>Kaufverhaltenskriterien wie Reaktionen der Käufer auf Marketing-Mix-Instrumente, Markt- und Medientreue, Informationen über die aktuelle und mögliche Kundenstruktur etc.</p>
</li>
</ul>
<p>Diese Informationen werden ergänzt durch Zeitreihenbetrachtungen eigener Umsatz- und Vertriebsstatistiken, sodass sich ein Eindruck darüber gewinnen lässt, inwieweit attraktive Kundengruppen mit dem Produkt angesprochen werden, wie sich deren Anteil an den Gesamtkunden entwickelt hat oder ob zu wenig Marktsegmente mit hohen Wachstumsraten von den eigenen Produkten besetzt sind.</p>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld2.">2. Abstimmung der Einzelinstrumente</h2>
<p>Ob und in welcher Form die einzelnen Instrumente der Wettbewerbsanalyse kombiniert eingesetzt werden sollten, ist in Abhängigkeit von den jeweiligen Marketing-Entscheidungen festzulegen. Angesichts der steigenden Bedeutung der Wettbewerbsanalyse für solche Entscheidungen sollte immer eine zielgerichtete Auswahl und Planung der einzelnen Instrumente vorgenommen werden. Die Auswahl der Informationsquellen wird dabei im Allgemeinen in Abstimmung mit dem Marketing-Controlling vorgenommen. Die Informationsaufbereitung selbst hingegen obliegt allein dem Marketing-Controller, der die verdichteten <a class="doklink" title="Information" href="/controlling/238408">Informationen</a> dem Marketing und der Geschäftsleitung zur Verfügung stellt.</p>
<p>Für die Auswahl der Informationsquellen und der jeweiligen Beschaffungsinstrumente ist zu beachten, dass sie so ausgewählt werden, dass die Generierung der relevanten Markt- und Wettbewerbsinformationen mit wirtschaftlich vertretbarem Aufwand erfolgen kann. Eine systematische Planung der Wettbewerbsanalyse bezieht sich daher nicht nur auf die Abstimmung der Einzelinstrumente (Konkurrenzanalyse, Wettbewerbsstrukturanalyse, Marktanalyse), sondern auch auf den effizienten Ablauf des Informationsbeschaffungsprozesses. Hierzu sind die benötigten Informationen möglichst exakt zu beschreiben und die Informationsbeschaffung soweit möglich zu standardisieren.</p>
</div>
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		<title>Wertorientierte Betriebswirtschaft</title>
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		<pubDate>Mon, 10 Dec 2018 00:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Wertorientierte BetriebswirtschaftInhaltsübersicht1.Überblick2.Konzept der Wertorientierten Betriebswirtschaft2.1Value Based Management 2.2Economic Value Added2.3Value-Reporting und die Balanced Scorecard 2.4Corporate Governance2.5Human Resources3.Zusammenfassung1. ÜberblickDas Konzept der Wertorientierten Betriebswirtschaft wurde in den 80er Jahren erstmals durch das Buch "Creating Shareholder Value" von Alfred Rappaport bekannt. Mit dem hierin vorgestellten Konzept setzte Rappaport die Ansätze der Kapitalwertmethode aus der klassischen Investitionsrechnung und den  [...]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="doc_header stw_header">
<div class="doc_headerlogo stw_headerlogo"><!--stw_logo--></div>
<div class="doc_headerblock stw_headerblock">
<div class="doc_headerline stw_headerline">
<h1 class="stw_titel">Wertorientierte Betriebswirtschaft</h1>
</div>
</div>
</div>
<div class="stw_toc">
<h2 class="stw_toc_head">Inhaltsübersicht</h2>
<ol class="eingeb_num_liste">
<li>
<div class="eingeb_listnum">1.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld1.">Überblick</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">2.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld2.">Konzept der Wertorientierten Betriebswirtschaft</a></p>
<ol class="eingeb_num_liste">
<li>
<div class="eingeb_listnum">2.1</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld2.1">Value Based Management </a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">2.2</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld2.2">Economic Value Added</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">2.3</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld2.3">Value-Reporting und die Balanced Scorecard </a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">2.4</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld2.4">Corporate Governance</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">2.5</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld2.5">Human Resources</a></div>
</li>
</ol>
</div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">3.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld3.">Zusammenfassung</a></div>
</li>
</ol>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld1.">1. Überblick</h2>
<p>Das Konzept der <strong>Wertorientierten Betriebswirtschaft</strong> wurde in den 80er Jahren erstmals durch das Buch &#8222;Creating Shareholder Value&#8220; von <strong>Alfred Rappaport</strong> bekannt. Mit dem hierin vorgestellten Konzept setzte Rappaport die Ansätze der Kapitalwertmethode aus der klassischen Investitionsrechnung und den von <strong>Merton Miller</strong> und <strong>Franco Modigliani</strong> entwickelten Bewertungssatz zu Finanzierungsfragen für die Praxis um (Investitionsrechnungsverfahren, Kapitalwertmethode). </p>
<p>Die Hauptgründe für die Einführung eines Managementkonzeptes zur Wertsteigerung des Unternehmens aus Sicht der Aktionäre sind:</p>
<table id="frg_tb1" border="0" width="95%" class="doc_table"><!-- CF: 0 --></p>
<colgroup>
<col width="33%" />
<col width="34%" />
<col width="33%" /></colgroup>
<tr valign="top">
<td style="width:33%" rowspan="1" valign="top" align="center"><strong>Schutz vor (feindlicher) Übernahme</strong></td>
<td style="width:34%" rowspan="1" valign="top" align="center"><strong>Ausrichtung von Investitionen am Unternehmenswert</strong></td>
<td style="width:33%" rowspan="1" valign="top" align="center"><strong>Suche nach Maßstäben für Managementleistungen</strong></td>
</tr>
<tr valign="top">
<td style="width:33%" rowspan="1" valign="top">Vor allem in den USA haben so genannte Raider hauptgeschäftlich Unternehmen aufgekauft, deren Wert über dem Börsenwert der Unternehmen lag.<br /> Solche Unternehmen wurden anschließend nicht selten zerschlagen und gewinnbringend veräußert. Die Steigerung des Börsenwertes von Unternehmen soll derartige Übernahmevorhaben verhindern.</td>
<td style="width:34%" rowspan="1" valign="top">Nicht Profit bringende Investitionen sollen durch die konsequente Orientierung am Unternehmenswert vermieden werden. <br />Dieses Ziel ist als Reaktion auf große Fehlinvestitionen vor allem in unternehmensfremde Geschäfte im Rahmen von Diversifikationsstrategien in den 80er Jahren zu verstehen.</td>
<td style="width:33%" rowspan="1" valign="top">In der Regel erhalten Manager ein erfolgsabhängiges Einkommen. Die bisher verwendeten Erfolgsgrößen waren zum Teil nicht direkt beeinflussbar (z. B. zufallsabhängige Kursschwankungen) oder sie waren manipulierbar, wie Jahresabschlusswerte. <br />Die Wertorientierung ist somit auch ein Versuch, Anreizmechanismen zu finden, die das Verhalten von Führungskräften stärker an den Interessen der Aktionäre ausrichten.</td>
</tr>
</table>
<p>Abgesehen von den Zielen der Aktionäre gab es im Laufe der Zeit noch einige weitere Entwicklungen, die für die Wertorientierte Unternehmensführung sprechen. So führte die Globalisierung der Finanzmärkte dazu, dass Anleger über eine <strong>verbesserte Informationsgewinnung</strong> und vermehrte Anlagemöglichkeiten verfügten. Aus Sicht der Anleger konnte und musste Kapital immer renditeorientierter eingesetzt werden. Somit wurden Dividenden, Bezugsrechte und Kurssteigerungen im Verhältnis zum eingesetzten Kapital zum Maßstab für Investitionen in Unternehmen. Steigender Performance-Druck auf die Unternehmen war die Folge. </p>
<p>Im <strong>Kreditgeschäft</strong> stellt der Unternehmenswert allgemein einen Indikator für die Kreditwürdigkeit von Unternehmen dar. Insbesondere in den USA werden finanzielle Mittel zur Finanzierung von <strong>internem und externem Wachstum</strong> über den freien Kapitalmarkt beschafft. <strong>Ratings</strong> von institutionellen <strong>Rating-Agenturen</strong> dienen den Anlegern dabei als <strong>Einschätzung des Risikos ihrer Geldanlage</strong> (zum Beispiel in Anleihen). Tendenziell führt ein hoher Unternehmenswert zu einer guten Bewertung durch Rating-Agenturen, was wiederum zu niedrigen Zinssätzen führt. </p>
<p>Hinzu kommt, dass der <strong>Anteil der institutionellen Anleger</strong> (zum Beispiel Wertpapierfonds und Versicherungen) weiter steigt. Hierdurch werden Unternehmen von (ihren wichtigsten) Anlegern kritischer betrachtet als je zuvor. Auch ist die Geschwindigkeit gewachsen, in der Anleger finanzielle Mittel aus renditeschwachen Investitionen am Kapitalmarkt in wertsteigerndere Investitionen umleiten. </p>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld2.">2. Konzept der Wertorientierten Betriebswirtschaft</h2>
<p>Die Wertorientierte Betriebswirtschaft zählt zu den zentralen aktuellen Managementtrends und Geschäftsphilosophien. Die <strong>strategische Unternehmensführung</strong> konzentriert sich hierbei nicht mehr auf <strong>althergebrachte Ziele</strong> wie Umsatz oder Gewinn (<a class="doklink" title="Ziele" href="/controlling/233767">Ziele</a>, <a class="doklink" title="Zielsystem" href="/controlling/233780">Zielsystem</a>), sondern auf die Steigerung von Unternehmenswerten. </p>
<p>Aktuelle Formen der Wertorientierten Betriebswirtschaft betreffen das <strong>Value Based Management (VBM)</strong>, die <strong>Leistungsmessung</strong>, die <strong>Kapitalmarktdarstellung</strong>, die <strong>Corporate Governance</strong> und die Betonung der <strong>Bedeutung von immateriellen Gütern</strong>. </p>
<div class="stw_gld2">
<h3 class="stw_gld2_head" id="gld2.1">2.1 Value Based Management </h3>
<p>Unternehmen sind in der Regel bestrebt <strong>Kapitalrenditen</strong> zu erwirtschaften, die höher ausfallen als die <strong>Kapitalkosten</strong> (<a class="doklink" title="Kosten" href="/controlling/332359">Kosten</a>, Zins, Kalkulatorische Zinsen). Die auf Jahresüberschüssen basierenden Ansätze des Rechnungswesens sind aber für ein echtes <strong>Wertecontrolling</strong> ungeeignet, da rein buchmäßige Vorgänge wie Abschreibungen und Rückstellungsbildungen die tatsächliche ökonomische Leistungsfähigkeit des Unternehmens nicht korrekt abbilden.</p>
<table id="frg_tb2" border="0" width="90%" class="doc_table"><!-- CF: 0 --></p>
<colgroup>
<col width="25%" />
<col width="25%" />
<col width="25%" />
<col width="25%" /></colgroup>
<tr valign="top">
<td style="width:100%" colspan="4" rowspan="1" valign="top" align="center"><strong><u>Möglichkeiten nach VBM, den Unternehmenswert zu erhöhen:</u></strong></td>
</tr>
<tr valign="top">
<td style="width:25%" rowspan="1"> </td>
<td style="width:25%" rowspan="1"> </td>
<td style="width:25%" rowspan="1"> </td>
<td style="width:25%" rowspan="1"> </td>
</tr>
<tr valign="top">
<td style="width:25%" rowspan="1" valign="top" align="center"><strong>Steigerung der Leistungsrentabilität</strong></td>
<td style="width:25%" rowspan="1" valign="top" align="center"><strong>Verbesserung der Kapitalproduktivität</strong></td>
<td style="width:25%" rowspan="1" valign="top" align="center"><strong>Senkung der Kapitalkosten</strong></td>
<td style="width:25%" rowspan="1" valign="top" align="center"><strong>Optimierung des Portfolios</strong></td>
</tr>
<tr>
<td style="width:25%" rowspan="1">&#8211; Kostensenkung</td>
<td style="width:25%" rowspan="1">&#8211; Forderungsmanagement</td>
<td style="width:25%" rowspan="1">&#8211; Kapitalmarktorientierte Ausschüttungspolitik</td>
<td style="width:25%" rowspan="1">&#8211; Desinvestitionen</td>
</tr>
<tr>
<td style="width:25%" rowspan="1">&#8211; Preiserhöhungen </td>
<td style="width:25%" rowspan="1">&#8211; Verkauf nicht betriebsnotwendigen Anlagevermögens. </td>
<td style="width:25%" rowspan="1">&#8211; Optimierung der Finanzierungsstruktur </td>
<td style="width:25%" rowspan="1">&#8211; Restrukturierungen </td>
</tr>
<tr>
<td style="width:25%" rowspan="1">&#8211; Volumensteigerungen </td>
<td style="width:25%" rowspan="1">&#8211; etc </td>
<td style="width:25%" rowspan="1">&#8211; etc. </td>
<td style="width:25%" rowspan="1">&#8211; etc. </td>
</tr>
<tr>
<td style="width:25%" rowspan="1">&#8211; etc. </td>
<td style="width:25%" rowspan="1"> </td>
<td style="width:25%" rowspan="1"> </td>
<td style="width:25%" rowspan="1"> </td>
</tr>
</table>
<p>Das Value Based Management betont <strong>Werttreiber</strong> im operativen Investitions- und Finanzierungs-Bereich der <strong>Wertschöpfungskette</strong>, zum Beispiel mithilfe der bekannten <strong>Deckungsbeitrags-Analyse</strong> (Deckungsbeitragsrechnung, Deckungsbeitragsflussrechnung, Wertschöpfung). Dadurch lenkt es das Augenmerk auf die <strong>interne Steuerung</strong> und dämmt die Gefahr bilanzieller Fehlanreize ein. </p>
</div>
<div class="stw_gld2">
<h3 class="stw_gld2_head" id="gld2.2">2.2 Economic Value Added</h3>
<p>Das <strong>Economic Value Added-Modell</strong> (Wertorientierte Kennzahlen) gewinnt als Maßgröße für den Wertezuwachs zunehmend an Bedeutung. Gebildet wird der <strong>Economic Value Added (EVA)</strong> als Produkt aus dem eingesetzten Kapital (K) und der Differenz aus den Rückflüssen aus dem eingesetzten Kapital (<em>Return on Capital Employed</em>, ROCE) und den gewichteten Kapitalkosten (<em>Weighted Average Cost of Capital</em>, WACC). </p>
<p><strong>Wertsteigerungen</strong> werden durch einen positiven ROCE-WACC-Spread signalisiert. Multipliziert mit dem investierten Kapital <em>(Capital employed)</em>, führt der ROCE-WACC-Spread zum so genannten <strong>Economic Profit</strong> oder <strong>EVA pro Geschäftsperiode</strong>. </p>
<h4 class="stw_hinweis_head">Hinweis:</h4>
<div class="stw_hinweis">
<p>Solche Systeme ermöglichen eine Verbindung des wertorientierten strategischen Managements (Discounted Cash-Flow-Orientierung) mit den Anliegen der operativen Wertsphäre, wo reine Cash-Flow-Grössen unzureichend sind.</p>
</div>
<p>Man geht beim EVA-Prinzip davon aus, dass die Kosten (k) für das Eigen- und Fremdkapital (K), von der Rendite (r) übertroffen werden müssen, um Werte zu schaffen:</p>
<p>EVA = K x (ROCE &#8211; WACC) = K x r &#8211; K x k </p>
<p>Allerdings ist der <strong>Aufwand zur EVA-Berechnung</strong> keineswegs unerheblich. Zur Ermittlung der Kapitalbasis muss das bilanziell ausgewiesene Kapital bereinigt werden. Hierzu werden viele Rechenschritte benötigt. Darüber hinaus ist die Ermittlung des Economic Value Added mit folgenden <strong>Schwierigkeiten</strong> verbunden:</p>
<ul>
<li>
<p> Wie sind <strong>deutsche Besonderheiten</strong>, zum Beispiel hinsichtlich der Bildung hoher Rückstellungen, zu berücksichtigen? </p>
</li>
<li>
<p> Die Betonung der Kapitalwertmethode führt unter Umständen zu einer <strong>Bevorzugung kurzfristiger Investitionsentscheidungen</strong>, sodass mittel- oder langfristig positive Entwicklungstendenzen unberücksichtigt bleiben. </p>
</li>
<li>
<p><strong>Anreizprobleme</strong> werden bei dezentralen Entscheidungen nicht verringert. Naturgemäß wird ein risikoneutraler Manager Projekte mit positivem Kapitalwert bevorzugen, sofern er in jedem Jahr einen konstanten Prozentsatz des erzielten Residualgewinns als Bonus erhält und sämtliche Bonuszahlungen mit demselben Zinssatz wie das Unternehmen diskontiert. Eine analytisch begründbare Verbindung zur Wertsteigerung ist durch eine rein auf Buchwerten basierende Gewinn- und Vermögensermittlung nicht möglich. </p>
</li>
</ul>
<p>Gegenüber dem <strong>Discounted Cash Flow (DCF)</strong> liegen die wesentlichen <strong>Vorteile von EVA</strong> vor allem in dem geringeren Aufwand, der starken Planungsintegrität und der besseren Kommunizierbarkeit. Letzteres wird unter dem Begriff Value Reporting aufgegriffen, denn mit zunehmender Marktkapitalisierung müssen die Verhältnisse im Unternehmen auch nach außen kommuniziert werden (Value Reporting &#8211; Grundsätze). Dabei kommt inzwischen auch den <strong>immateriellen Wirtschaftsgütern</strong> (engl.: <em>intangible assets</em>) eine stärkere Bedeutung zu. </p>
<p>Gefordert wird in diesem Zusammenhang eine <strong>klare Wertdarstellung</strong><strong>(fair Values)</strong> aller Vermögenswerte nach dem <strong>Prinzip der Wahrheit und Klarheit</strong> und damit eine <strong>Entfernung vom bekannten Prinzip des Gläubigerschutzes</strong> aus dem HGB. Um <strong>immaterielle Wirtschaftsgüter</strong> in die Strategieentwicklung mit einzubeziehen, sind die bekannten Finanzkennzahlen um Systeme, die zusätzlich Kunden, Mitarbeiter und Prozesse berücksichtigen (wie zum Beispiel die Balanced Scorecard oder das EFQM-Modell), zu ergänzen.</p>
</div>
<div class="stw_gld2">
<h3 class="stw_gld2_head" id="gld2.3">2.3 Value-Reporting und die Balanced Scorecard </h3>
<p>Das Value Reporting führt zu einer <strong>konsequenten Berichterstattung</strong> über Strategien, Ziele und Zielerreichungen zur Erhöhung des Unternehmenswertes, denn der Kapitalmarkt verlangt glaubwürdige Signale, um im Gegenzug auch fair zu bewerten.</p>
<p>Ein in den letzten Jahren &#8211; nicht zuletzt auch in diesem Zusammenhang zunehmend eingesetztes Managementinstrument &#8211; ist die <strong>Balanced Scorecard (BSC)</strong>. Der <strong>Aufbau einer Balanced Scorecard</strong> orientiert sich konsequent an den strategierelevanten Unternehmensbereichen. Durch die übliche Berücksichtigung </p>
<ul>
<li>
<p> der finanzwirtschaftlichen Perspektive,</p>
</li>
<li>
<p> der Kundenperspektive,</p>
</li>
<li>
<p> der Prozessperspektive sowie</p>
</li>
<li>
<p> der Lern- und Entwicklungsperspektive </p>
</li>
</ul>
<p>erreicht man eine <strong>ganzheitliche Sichtweise</strong>, die sowohl kurz- und langfristige Ziele als auch finanzielle und nichtfinanzielle Kennzahlen in die Betrachtung einbezieht.</p>
<p>Im Rahmen einer <strong>BSC-Einführung</strong> werden für die vier verschiedenen Ebenen Ziele formuliert. Aus diesen Zielen werden dann einerseits Maßnahmen abgeleitet, die beschreiben sollen, durch welche konkreten Handlungen die Ziele erreicht werden sollen. Andererseits sollen für die Ziele Kennzahlen gefunden werden, die den <strong>Fortschritt bei der Zielerreichung</strong> messen sollen. Dabei dürfen die Ziele durchaus anspruchsvoll und herausfordernd sein, sie müssen aber für die jeweils betroffenen Akteure auch erreichbar sein. Sie haben vor allem nur Aktivitäten zu beschreiben, die auch im Kompetenzbereich der betroffenen Personen liegen. </p>
<p>Über die <strong>Bewertung der Zielerreichung</strong> darf in dem betroffenen Personenkreis kein Dissens möglich sein. Wenn es sich nicht um messbare Größen handelt, müssen <strong>objektive Bewertungsverfahren</strong> gefunden werden. Ziele wie zum Beispiel den Prozentsatz der Mitarbeiter mit Verkaufsorientierung zu erhöhen, sind so lange problematisch, wie nicht allen Betroffenen klar ist, was unter &#8222;Verkaufsorientierung&#8220; zu verstehen ist und wie man diese feststellt. </p>
<p>Eine große <strong>Gefahr bei der Einführung einer Balanced Scorecard</strong> besteht darin, vergangenheitsorientierte Kennzahlen, die leicht messbare Vorgänge beschreiben, zu hoch zu bewerten, denn dann bleiben <strong>zukunftsorientierte Indikatoren</strong>, die das aktuelle Handeln leiten sollen, auf der Strecke. </p>
</div>
<div class="stw_gld2">
<h3 class="stw_gld2_head" id="gld2.4">2.4 Corporate Governance</h3>
<p>In Deutschland ist in den letzten Jahren eine bemerkenswerte Häufung von <strong>Unternehmenskrisen</strong> und <strong>Schieflagen</strong> auch namhafter Großunternehmen zu verzeichnen gewesen. Daraufhin wurden <strong>Grundsätze ordnungsgemäßer Unternehmensführung</strong> (<strong>GoU</strong>) entwickelt, international spricht man von <a class="doklink" title="Corporate Governance" href="/controlling/228699">Corporate Governance-Grundsätzen</a>.</p>
<p>Corporate Governance-Grundsätze dienen der Umsetzung einer verantwortlichen, auf Wertschöpfung ausgerichteten Leitung und Kontrolle von Unternehmen und Konzernen. Sie sollen das Vertrauen von gegenwärtigen und künftigen Aktionären, Fremdkapitalgebern, Mitarbeitern, Geschäftspartnern und der Öffentlichkeit zum Unternehmen vertiefen.</p>
<p>Aufsichtsrat, Vorstand und leitende Mitarbeiter des Unternehmens identifizieren sich mit ihnen und sind durch entsprechende <strong>Verpflichtungserklärungen</strong> an sie gebunden.</p>
</div>
<div class="stw_gld2">
<h3 class="stw_gld2_head" id="gld2.5">2.5 Human Resources</h3>
<p>Viele Unternehmen haben mittlerweile den Wert ihrer Mitarbeiter erkannt und wägen Rekrutierungs- und Fortbildungskosten neu zu gewinnender Mitarbeiter gegen das vorhandene Know-how ab (<a class="doklink" title="Personalcontrolling" href="/controlling/282122">Personalcontrolling</a>, Personalbestands-Controlling). Selbst in Zeiten, in denen die Auftragslage abflaut, ist es aus wertorientierter Sicht ratsam, <strong>Personal im Unternehmen zu halten und weiter zu entwickeln</strong> (Personalentwicklungs-Controlling). In den Vordergrund treten heute daher vor allem die <strong>Risiken einer ineffektiven und ineffizienten Personalarbeit</strong>. Personalarbeit muss sich messen lassen und sich einem internen und externen Benchmarking stellen (Benchmarking). Das führt unter anderem zu einer erkennbar größeren Professionalität und Wirtschaftlichkeit in der Personalarbeit. Für Personalabteilungen wird es zukünftig noch wichtiger sein, innovative Personalleistungen bereitzustellen, um bei der Entwicklung von Geschäftsstrategien mitzuwirken (<a class="doklink" title="Human Resource Accounting" href="/controlling/270463">Human Resource Accounting</a>). </p>
<p>Mit der Umgestaltung des Vergütungssystems vor allem im außertariflichen Bereich wird dem wachsenden Bedürfnis der Mitarbeiter nach mehr Mitgestaltung und Leistungsbezogenheit entsprochen. Dabei ermöglichen <strong>variable Vergütungsbestandteile</strong>, Leistungen durch einen Bonus flexibel und angemessen zu honorieren (Cafeteria-System). </p>
</div>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld3.">3. Zusammenfassung</h2>
<p>Zweifellos ist die <strong>Wertorientierte Betriebswirtschaft</strong> ein aktuelles, aber auch kontrovers diskutiertes Thema. Für die einen stellt es das Nonplusultra der Unternehmensführung dar, für die anderen ist es eine einseitig auf Aktionärsinteressen ausgerichtete Verschwörung.</p>
<p>Die Steigerung des Unternehmenswertes gehört zu den wesentlichen <strong>strategischen Aufgaben der Organe einer Unternehmung</strong>. Dass dieses Ziel auch zu den Hauptanliegen der Aktionäre gehört, ist selbstverständlich. Von der Wertorientierung können aber alle Beteiligten profitieren: die Mitarbeiter, die Kunden, die Lieferanten oder die Banken. Nur wenn es den Unternehmen gelingt, dauerhaft für ihre Kunden Werte und Nutzen zu generieren, können sie erfolgreich Marktpositionen aufbauen und verteidigen. </p>
</div>
<p>Der Beitrag <a href="https://hannovers-steuerberater.de/controlling/wertorientierte-betriebswirtschaft/">Wertorientierte Betriebswirtschaft</a> erschien zuerst auf <a href="https://hannovers-steuerberater.de">Steuerberater Hannover</a>.</p>
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