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	<title>Controlling-Lexikon Archiv - Steuerberater Hannover</title>
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	<description>Oliver Bletgen &#38; Kollegen</description>
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	<title>Controlling-Lexikon Archiv - Steuerberater Hannover</title>
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	<item>
		<title>Instandhaltungsstrategie</title>
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		<pubDate>Mon, 10 Dec 2018 00:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>InstandhaltungsstrategieDie Instandhaltungsstrategie gibt an, welche Instandhaltungsmaßnahmen (Warten, Inspektionen oder Instandsetzungen) zu welchen Zeitpunkten für welche der zu betreuenden Anlagen durchzuführen sind. Sie stellt das eigentliche instandhaltungsspezifische Problem dar, während die weiteren Planungsaktivitäten Maßnahmen im Rahmen der Instandhaltungsplanung (Instandhaltungskostenplanung) zur optimalen Ausführung der durch die Strategie festgelegten Arbeiten sind.Die Instandhaltungsstrategie wird in hohem Maße durch die  [...]</p>
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<h1 class="stw_titel">Instandhaltungsstrategie</h1>
</div>
</div>
</div>
<p>Die <strong>Instandhaltungsstrategie</strong> gibt an, welche Instandhaltungsmaßnahmen (Warten, Inspektionen oder Instandsetzungen) zu welchen Zeitpunkten für welche der zu betreuenden Anlagen durchzuführen sind. </p>
<p>Sie stellt das eigentliche <strong>instandhaltungsspezifische Problem</strong> dar, während die weiteren Planungsaktivitäten Maßnahmen im Rahmen der Instandhaltungsplanung (Instandhaltungskostenplanung) zur optimalen Ausführung der durch die Strategie festgelegten Arbeiten sind.</p>
<p>Die Instandhaltungsstrategie wird in hohem Maße durch die <strong>Firmenpolitik</strong> beeinflusst, in der das tragbare Risiko (<a class="doklink" title="Produktionsrisiken" href="/controlling/240527">Produktionsrisiken</a>) und damit das Ziel zwischen hoher Fertigungssicherheit und möglichst niedrigen Instandhaltungsplankosten vorgegeben wird. Dabei lassen sich prinzipiell zwei unterschiedliche Philosophien unterscheiden:</p>
<ul>
<li>
<p> Verfolgen einer bestimmten Fertigungssicherheit bei gleichzeitiger Minimierung der Vorbeugungskosten und der Kosten der Ausfallbeseitigung,</p>
</li>
<li>
<p> Festlegen eines Budgets für die Vorbeugekosten und Instandhaltungskosten sowie Maximierung der damit erzielbaren Fertigungssicherheit.</p>
</li>
</ul>
<p>Mit der Instandhaltungsstrategie werden die Instandhaltungstätigkeiten nach <strong>Art und Zeitpunkt</strong> und der jeweiligen Kombination festgelegt. Mögliche Tätigkeitsarten sind das <strong>Warten</strong> oder <strong>Inspizieren</strong> von Anlagen und Elementen, das <strong>vorbeugende Austauschen</strong> von Elementen sowie das <strong>Instandsetzen</strong> von erwarteten oder unerwarteten Schäden. </p>
<p>Dabei kann die Wahl des Zeitpunktes unsystematisch oder systematisch sein. &#8222;Unsystematisch&#8220; bedeutet in diesem Zusammenhang fallweise oder extensiv (jeweils bei Bedarf oder Schaden). &#8222;Systematisch&#8220; kann zeitlich variabel oder periodisch sein. &#8222;Zeitlich variabel&#8220; lässt sich weiter unterteilen in &#8222;nach Inspektion&#8220; und &#8222;sequenziell&#8220;. Die Festlegung der Maßnahmensequenzen erfolgt nach Zustandskontrolle, Art der Belastung, Alter etc. </p>
<p>Wichtige Kriterien für die Auswahl der anzuwendenden Instandhaltungsstrategie sind die</p>
<ul>
<li>
<p> Unternehmens- und Produktionsziele (Verfügbarkeit, Kosten, Produktqualität),</p>
</li>
<li>
<p> gesetzliche Vorschriften (Sicherheitsanforderungen, Umweltrelevanz),</p>
</li>
<li>
<p> die Auswirkungen von Anlagenausfällen bzw. von Verschlechterung der Qualitätslage (Schadensfolgekosten, Imageverlust, Gefährdung von Mitarbeitern, Überschreitung der Emissionsgrenzwerte etc.) sowie </p>
</li>
<li>
<p> die Art des Schädigungsverhaltens (spontan, verschleißbedingt, überlastungsbedingt, auf Grund von Fehlbedienung usw.).</p>
</li>
</ul>
<p>Folgende Grundstrategien lassen sich unterscheiden:</p>
<ul>
<li>
<p><strong> Die ausfallbedingte &#8222;Feuerwehrstrategie&#8220;:</strong></p>
<p>Diese Strategie kann da angewendet werden, wo die Anlagen nur wenig genutzt werden, wo Produktionsunterbrechungen zu keinen Lieferschwierigkeiten führen, wo redundante Systeme und ein hoher Ersatzteilbestand vorhanden oder keine Sicherheitsanforderungen berührt sind.</p>
</li>
<li>
<p><strong>Die periodisch-vorbeugende &#8222;Präventivstrategie&#8220;:</strong></p>
<p>Das Einsatzgebiet dieser Strategie wird durch gesetzliche Vorschriften, die turnusmäßige Inspektionen erfordern, und Anlagen, deren Ausfall erhebliche Gefährdungen für Personen und Einrichtungen erzeugen würde, bestimmt. Ferner kann eine vorbeugende Instandhaltung erforderlich sein, wenn keine Erfahrungen über das Ausfallverhalten einer Anlage vorliegen.</p>
</li>
<li>
<p><strong>Die zustandsorientiert-vorbeugende &#8222;Inspektionsstrategie&#8220;:</strong></p>
<p> Die zustandsorientierte-Instandhaltung wird in der Regel angewendet, wenn der Abnutzungsvorrat messbar ist. Diese Strategie ermöglicht eine weitgehende Nutzung der Bauelementelebensdauer ohne das volle Risiko eines Ausfalls.</p>
</li>
</ul>
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		<title>Kontrolle im Forschungs- und Entwicklungsbereich</title>
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		<pubDate>Mon, 10 Dec 2018 00:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Kontrolle im Forschungs- und EntwicklungsbereichInhaltsübersicht1.Überblick2.Gegenstand der F&amp;E-Kontrolle2.1Notwendigkeit und Ausgestaltung der Kontrolle 2.1.1Ergebnisvorgabe und -kontrolle2.1.2Zeitvorgabe und Kontrolle 2.1.3Budgetvorgabe und -kontrolle 2.1.4Abweichungstypen2.2Techniken der Forschungs- und Entwicklungs-Kontrolle 2.2.1Meilenstein-Überwachungsplan (Milestone-Konzept)2.2.2Benchmarking im Forschungs- und Entwicklungsbereich2.2.3Break-Even-Time-Analyse2.2.4Prozesskostenrechnung3.Schlussbemerkung1. ÜberblickIn einem sich rasant entwickelnden Markt mit zunehmendem Wettbewerb wird die Fähigkeit, den technologischen Wandel schneller zu vollbringen, für Unternehmen immer wichtiger. Allerdings kann die  [...]</p>
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<h1 class="stw_titel">Kontrolle im Forschungs- und Entwicklungsbereich</h1>
</div>
</div>
</div>
<div class="stw_toc">
<h2 class="stw_toc_head">Inhaltsübersicht</h2>
<ol class="eingeb_num_liste">
<li>
<div class="eingeb_listnum">1.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld1.">Überblick</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">2.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld2.">Gegenstand der F&amp;E-Kontrolle</a></p>
<ol class="eingeb_num_liste">
<li>
<div class="eingeb_listnum">2.1</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld2.1">Notwendigkeit und Ausgestaltung der Kontrolle </a></p>
<ol class="eingeb_num_liste">
<li>
<div class="eingeb_listnum">2.1.1</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld2.1.1">Ergebnisvorgabe und -kontrolle</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">2.1.2</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld2.1.2">Zeitvorgabe und Kontrolle </a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">2.1.3</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld2.1.3">Budgetvorgabe und -kontrolle </a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">2.1.4</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld2.1.4">Abweichungstypen</a></div>
</li>
</ol>
</div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">2.2</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld2.2">Techniken der Forschungs- und Entwicklungs-Kontrolle </a></p>
<ol class="eingeb_num_liste">
<li>
<div class="eingeb_listnum">2.2.1</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld2.2.1">Meilenstein-Überwachungsplan (Milestone-Konzept)</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">2.2.2</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld2.2.2">Benchmarking im Forschungs- und Entwicklungsbereich</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">2.2.3</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld2.2.3">Break-Even-Time-Analyse</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">2.2.4</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld2.2.4">Prozesskostenrechnung</a></div>
</li>
</ol>
</div>
</li>
</ol>
</div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">3.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld3.">Schlussbemerkung</a></div>
</li>
</ol>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld1.">1. Überblick</h2>
<p>In einem sich rasant entwickelnden Markt mit zunehmendem Wettbewerb wird die Fähigkeit, den <strong>technologischen Wandel schneller zu vollbringen</strong>, für Unternehmen immer wichtiger. Allerdings kann die unternehmerische Antwort auf diese gestiegenen Marktanforderungen nicht darin bestehen, immer mehr für <strong>Forschung und Entwicklung</strong> (Forschungs- und Entwicklungskosten) auszugeben. Vielmehr geht es darum, die <strong>Investitionen in Forschung und Entwicklung</strong> (F&amp;E) wirksamer zu steuern. </p>
<p>Ein Aspekt einer zielgerichteten Steuerung von Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten ist die <strong>Kontrolle</strong>. Ob sich dieses Instrument jedoch überhaupt im Bereich der Forschung und Entwicklung einsetzen lässt, ist seit Jahren Gegenstand kontrovers geführter Diskussionen. Nicht selten führt die Befürchtung, dass die <strong>Kontrolle von Forschungs- und Entwicklungsprojekten</strong> zu stark in den inhaltlichen Entwicklungsprozess eingreift, zu der Meinung, dass die <strong>Entfaltung von Kreativität</strong> im F&amp;E <strong>durch Kontrolle verhindert</strong> wird.</p>
<p>Dennoch ist insbesondere <strong>aus der Sicht des <a class="doklink" title="Controlling" href="/controlling/228666">Controlling</a></strong> die Kontrolle auch in diesem empfindlichen Unternehmensbereich möglich und notwendig. Zwar können keine Pauschalkonzepte des allgemeinen Projektmanagements unverändert auf die Kontrolle der Forschung und Entwicklung übertragen werden. Es müssen aber <strong>andere oder zumindest angepasste Methoden</strong> zum Einsatz kommen. </p>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld2.">2. Gegenstand der F&amp;E-Kontrolle</h2>
<p>Die Forschungs- und Entwicklungskontrolle wird in der Literatur in der Regel im Zusammenhang mit dem <strong>Forschungs- und Entwicklungs-Controlling</strong> diskutiert. Die <strong>Kontrolle</strong> ist allerdings <strong>lediglich eine Teildisziplin des Controlling</strong>, die auch nur im Zusammenhang mit den übrigen Aktivitäten des Controlling betrachtet werden kann. Kontrolle ist nur möglich, wenn <strong>in einer Planungsphase Ziele festgelegt</strong> wurden (<a class="doklink" title="Zielsystem" href="/controlling/233780">Zielsystem</a>). Ferner ist eine sinnvolle Kontrolle, die auch nach den Ursachen für nicht erreichte Ziele fragt, nicht ohne parallel verlaufende Koordination zwischen voneinander abhängigen Bereichen und <strong>Informationsversorgung</strong> (<a class="doklink" title="Information" href="/controlling/238408">Information</a>) möglich. </p>
<div class="stw_gld2">
<h3 class="stw_gld2_head" id="gld2.1">2.1 Notwendigkeit und Ausgestaltung der Kontrolle </h3>
<p>Naturgemäß handeln Forschung und Entwicklung mit einer <strong>Vielzahl von Unbekannten</strong>. Daher ist die Verfolgung von Forschungs- und Entwicklungsplänen im Wesentlichen ein <strong>Prozess der Verringerung von Unsicherheit</strong>. In dem generellen Umfeld der Unsicherheit von Forschung und Entwicklung kann ohne ein <strong>Kontrollsystem</strong>, das dafür sorgt, dass im Bereich von Forschung und Entwicklung planmäßig vorgegangen wird, vieles unbemerkt schief gehen. Dies würde nicht zuletzt zu einer <strong>Fehlallokation der Unternehmens-Ressourcen</strong> führen. So könnten zum Beispiel Projekte, die aufgrund ihres schleppenden Voranschreitens längst hätten eliminiert werden müssen, weiterhin mitgeschleppt werden, während Projekte mit hoher Priorität aufgrund mangelnder Ressourcen (Ingenieurstunden, Entwicklungsbudget) aus dem F&amp;E-Portfolio herausfallen. </p>
<p>Nachfolgend werden daher einige Instrumente der <strong>Forschungs- und Entwicklungs-Prozesssteuerung</strong> vorgestellt, die danach geordnet sind, wie tief der steuernde Eingriff der Kontrolle in die Arbeit der Forschungs- und Entwicklungsabteilung reicht. </p>
<div class="stw_gld3">
<h4 class="stw_gld3_head" id="gld2.1.1">2.1.1 Ergebnisvorgabe und -kontrolle</h4>
<p>Bei der Ergebnisvorgabe und -kontrolle wird dem Mitarbeiter der Forschungs- und Entwicklungsabteilung lediglich <strong>ein Ergebnis vorgegeben</strong>. Es bleibt ihm überlassen, den Weg zu diesem Ziel selbstständig zu bestimmen. Lediglich das Leistungsziel des Forschungs- und Entwicklungsprojektes wird bestimmt. Damit entspricht dieses Instrument dem klassischen <strong>Delegationsmodell</strong>.</p>
<p>Dieses Instrument ist um so eher anwendbar, je präziser die Ziele (<a class="doklink" title="Ziele" href="/controlling/233767">Ziele</a>, <a class="doklink" title="Zielsystem" href="/controlling/233780">Zielsystem</a>) formulierbar sind. Darin liegt auch schon das wesentliche Problem dieses Instrumentes, da für eine Leitlinie des Handelns und die spätere Kontrolle das gewünschte <strong>Ergebnis entsprechend genau formuliert</strong> werden muss. Eine solche Festlegung stellt bei innovativen Prozessen jedoch ein Problem dar, da oft nicht von vornherein feststeht, wo die Reise eigentlich hingehen soll. Ferner schließt eine solche <strong>Zielvorgabe</strong> einen <strong>Zielwandel</strong> (<a class="doklink" title="Zielsystem" href="/controlling/233780">Zielsystem</a>) aus und enthält damit ein Moment der Rigidität, das der Innovation vielfach nicht angemessen ist. </p>
<p>Vereinfacht läuft eine Ergebniskontrolle nach einem <strong>Regelkreis</strong> ab. Der Mitarbeiter der Forschungs- und Entwicklungsabteilung gibt nach Erreichen des (Zwischen-)Ergebnisses eine Rückmeldung und bittet um Entlastung. <strong>Ziel und Resultat</strong> werden durch eine prozesssteuernde Instanz miteinander verglichen und bewertet. </p>
</div>
<div class="stw_gld3">
<h4 class="stw_gld3_head" id="gld2.1.2">2.1.2 Zeitvorgabe und Kontrolle </h4>
<p>Bedingt durch die nicht beeinflussbaren Unsicherheiten von Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten lässt sich generell nicht sicherstellen, <strong>dass die Lösungssuche zu Resultaten führt</strong>. Daher sind dem Innovator <strong>Präsentationstermine</strong> vorzugeben, zu denen die bis dahin vorliegenden Ergebnisse einer Kontrolle unterworfen werden können.</p>
<p>Diese Termine lassen sich sowohl in regelmäßig festgelegten Rhythmen als auch fallweise mit dem Innovator vereinbaren. In der Regel ist es sinnvoll, eine derartige, <strong>zeitlich definierte Ergebniskontrolle</strong> mit einer <strong>Kontrolle der Zeiteinhaltung</strong> zu kombinieren, weil hierdurch eine Frist vorgegeben wird, in der bestimmte Resultate vorzulegen sind.</p>
</div>
<div class="stw_gld3">
<h4 class="stw_gld3_head" id="gld2.1.3">2.1.3 Budgetvorgabe und -kontrolle </h4>
<p>Der Handlungsspielraum der Forschungs- und Entwicklungs-Mitarbeiter wird durch die <strong>Bewilligung</strong> eines bestimmten Betrages finanzieller Mittel für einen bestimmten Zweck und einen bestimmten Zeitraum weiter eingeschränkt, da eine <strong>Mittelbewilligung</strong> im Allgemeinen an einen Plan gebunden (<a class="doklink" title="Budget" href="/controlling/236580">Budget</a>, <a class="doklink" title="Budgetierung" href="/controlling/236578">Budgetierung</a>) ist, der vorher vom Antragsteller vorzulegen und zu genehmigen ist.</p>
<p>Vor allem wegen der partiellen Kompensationsmöglichkeit ist eine gemeinsame Kontrolle von Aufwand, Zeit und Entwicklungszielen von grundlegender Bedeutung. Eine Kontrolle wäre ohne diese gemeinsame Betrachtung im Forschungs- und Entwicklungsbereich wenig sinnvoll. </p>
</div>
<div class="stw_gld3">
<h4 class="stw_gld3_head" id="gld2.1.4">2.1.4 Abweichungstypen</h4>
<p>Wie Abbildung 1 zeigt, kommen für die Kontrolle des Forschungs- und Entwicklungsbereiches als formaler Ansatzpunkt prinzipiell <strong>verschiedene Differenzen zwischen Soll- und Istgrößen</strong> in Betracht.</p>
<div class="abbildung"><img decoding="async" class="doc_img" src="https://hannovers-steuerberater.de/wp-content/uploads/2024/04/ctrl655.gif" alt="" /></div>
<p>Die Abweichungen können damit nach der üblichen Abweichungsanalyse in zwei Komponenten aufgespalten werden: Den <strong>Planungsfehler</strong> (Sp-SA) und den <strong>Realisationsfehler</strong> (I-SP):</p>
<div class="abbildung"><img decoding="async" class="doc_img" src="https://hannovers-steuerberater.de/wp-content/uploads/2024/04/ctrl656.gif" alt="" /></div>
<p>Die einzelnen Abweichungen geben Antworten auf verschiedene Analysefragen. Eine Separation der Differenz I-SA in den Realisations- und den Planungsfehler ist deshalb so wichtig, weil sich die kontrollierende Instanz darüber klar sein muss, dass <strong>sich nur ein Bruchteil der überhaupt feststellbaren Abweichungen durch Kontrolle beeinflussen lässt</strong>. Der überwiegende Teil der Differenz zwischen I und SA kommt durch ein sich änderndes Marktumfeld mit anderen Käuferwünschen und neuen nicht vorhersehbaren Technologien zustande. Umso mehr muss wenigstens der vom Grundsatz beeinflussbare Anteil der Unsicherheit durch Kontrolle minimiert werden. </p>
<p>In formaler Hinsicht kann die Einwirkung auf Abweichungen sowohl an den Istwerten als auch an Sollwerten anknüpfen. Diese Differenzierung basiert auf einer <strong>Unterscheidung in Durchführungs- und Planungskontrolle</strong>. Die <strong>Durchführungskontrolle</strong> bezieht sich auf die während eines Forschungs- und Entwicklungsprojektes erstellten Leistungen und erfolgt anhand der Variablen Aufwand, Zeit (Zeitkosten, Zeitkostenrechnung) und Entwicklungsergebnisse. Die <strong>Bestimmung von Sollwerten</strong> kann bewusste oder unbewusste Fehler enthalten, denen man durch eine Planungskontrolle begegnen kann. Abbildung 3 enthält zu den möglichen Problemfeldern eine Übersicht.</p>
<div class="abbildung"><img decoding="async" class="doc_img" src="https://hannovers-steuerberater.de/wp-content/uploads/2024/04/ctrl657.gif" alt="" /></div>
<p>Auf die <strong>Durchführungskontrolle</strong> wird im Folgenden näher eingegangen. Dazu werden einige konkrete Techniken vorgestellt.</p>
</div>
</div>
<div class="stw_gld2">
<h3 class="stw_gld2_head" id="gld2.2">2.2 Techniken der Forschungs- und Entwicklungs-Kontrolle </h3>
<div class="stw_gld3">
<h4 class="stw_gld3_head" id="gld2.2.1">2.2.1 Meilenstein-Überwachungsplan (Milestone-Konzept)</h4>
<p>Für die <strong>Durchführungskontrolle</strong> hat sich in der betrieblichen Praxis vor allem der <strong>Meilenstein-Überwachungsplan</strong> als brauchbare Technik bewährt. Unter Meilensteinen versteht man hierbei <strong>Kontrollpunkte nach wichtigen Prozess- beziehungsweise Projektabschnitten</strong>, an denen die Beteiligten des Projekts zusammen mit den Kontrollinstanzen prüfen, ob der <strong>erreichte Istzustand</strong> mit dem <strong>geplanten Sollzustand</strong> übereinstimmt und ob das Projekt voraussichtlich unter Einhaltung der geforderten Leistungen, Kosten und Termine abgeschlossen werden kann. Meilensteine bieten darüber hinaus die Gelegenheit, <strong>über Abbruch oder Fortführung des Projekts zu entscheiden</strong>. </p>
<p>Ein wesentlicher Vorteil des Meilenstein-Überwachungsplans liegt in seiner <strong>eindeutigen Objekt- beziehungsweise Ergebnisorientierung</strong> in Verbindung mit der <strong>Terminfixierung</strong>. Ferner besticht das Milestone-Konzept durch seine <strong>Übersichtlichkeit</strong>. Jeder Beteiligte kann mit einem Blick seine Rolle im Gesamtprozess erkennen. Als weitere Gründe für seine hohe Akzeptanz in der Praxis lassen sich folgende Punkte herausstellen:</p>
<ul>
<li>
<p> Der Meilenstein-Überwachungsplan sorgt für eine hohe Transparenz der Terminsituation mit Informationen über Termintrends.</p>
</li>
<li>
<p> Insgesamt führt der Meilenstein-Überwachungsplan zu einer Verbesserung des Termin- und Zeitbewusstseins. </p>
</li>
<li>
<p> Tendenziell steigt die Genauigkeit der Terminplanung.</p>
</li>
<li>
<p> Mit dem Meilenstein-Überwachungsplan ist nur ein geringer Durchführungsaufwand verbunden.</p>
</li>
</ul>
<p>Für die Aufstellung des Meilenstein-Überwachungsplans sind folgende <strong>Voraussetzungen</strong> zu erfüllen: </p>
<ul>
<li>
<p> Es ist eine Liste von Meilensteinen zu entwerfen. </p>
</li>
<li>
<p> Es sind Vorgaben von Zeitpunkten zu bestimmen, zu denen die einzelnen Meilensteine erreicht werden sollen. </p>
</li>
<li>
<p> Es sind Informationen über die benötigten Inputs des knappsten Faktors erforderlich, sofern neben der Termin- und Ergebniskontrolle auch eine explizite Aufwandsüberprüfung stattfinden soll.</p>
</li>
</ul>
<p>Der Meilenstein-Überwachungsplan besteht aus zwei Komponenten, dem Datenblatt und einer grafischen Übersicht. Abbildung 4 veranschaulicht den Aufbau eines Datenblattes. </p>
<div class="abbildung"><img decoding="async" class="doc_img" src="https://hannovers-steuerberater.de/wp-content/uploads/2024/04/ctrl658.gif" alt="" /></div>
<p>Die <strong>grafische Übersicht</strong> wird im einfachsten Fall durch zwei Terminachsen gleichen Maßstabs aufgespannt. Dabei repräsentiert die horizontale Achse den <strong>Berichtszeitpunkt</strong> und die vertikale Achse den voraussichtlichen <strong>Meilensteintermin</strong>. Die zu überwachenden Meilensteine werden dem Projekt-Datenblatt entnommen. Die voraussichtlichen Termine für das Erreichen der definierten Meilensteine sind in regelmäßigen Abständen, in Abhängigkeit von der gesamten Projektlaufzeit, zu ermitteln, in das Trendchart einzutragen und mit dem Wert der vorangehenden Terminschätzung für diesen Meilenstein zu verbinden. </p>
<p>Aus der sich hierdurch ergebende <strong>Terminkurve</strong> lässt sich eine <strong>Trendanalyse</strong> ableiten. Steigt die Linie, so wird erwartet, dass der Meilenstein später erreicht wird als geplant. Sinkt die Linie, so wird der Meilenstein voraussichtlich früher als geplant erreicht. Demgegenüber deutet eine horizontale Linie auf eine Einhaltung des Planes hin. Trifft die Linie die Diagonale, so ist das Ereignis eingetreten.</p>
<p>Über diese Terminüberwachung hinaus lässt sich in die Meilenstein-Trendanalyse auch <strong>eine Analyse des Aufwands integrieren</strong>. Das Resultat ist ein so genannter <strong>Fortschrittsbericht</strong>, bei dem auf der Abszisse wiederum die Zeit und auf der Ordinate der kumulierte Engpassfaktoreinsatz abgetragen wird. In der Praxis handelt es sich hierbei zumeist um die eingesetzten Ingenieurmonate oder um die kumulierten Projektkosten. </p>
<div class="abbildung"><img decoding="async" class="doc_img" src="https://hannovers-steuerberater.de/wp-content/uploads/2024/04/ctrl659.gif" alt="" /></div>
<p>Die <strong>bis zum Erreichen des Meilensteins angefallenen Kosten</strong> werden zum jeweiligen Zeitpunkt aufgetragen. Ferner werden die Auswirkungen der bis dahin eingetretenen Abweichungen hinsichtlich Gesamtkosten und -dauer abgeschätzt und die sich ergebenden Einschätzungen über Projektkosten und Fertigstellung in den Fortschrittsbericht eingetragen. Hierdurch ergeben sich drei Kurven. Zwei dieser Kurven geben &#8211; ausgehend von den anfänglich geplanten Projektkosten beziehungsweise Projektterminen &#8211; die Planänderungen wieder. Eine Kurve stellt auf die tatsächlich eingetretenen Kosten beziehungsweise Termine für die Meilensteine ab. Bei Projektablauf treffen alle drei Kurven zusammen, weil sich der Abstand zwischen den fortgeschriebenen Plan- und Istkosten/-zeiten im Verlauf der Realisierung zunehmend verringert.</p>
</div>
<div class="stw_gld3">
<h4 class="stw_gld3_head" id="gld2.2.2">2.2.2 Benchmarking im Forschungs- und Entwicklungsbereich</h4>
<p>Auch im Forschungs- und Entwicklungsbereich bietet sich das <strong>Benchmarking als Kontrolltechnik</strong> an, um den relativen Leistungsstand zum Klassenbesten abzuschätzen (Benchmarking). Das Benchmarking geht über eine bloße Ursachenanalyse hinaus. Im Rahmen eines entsprechenden Benchmarking-Projektes geht es zunächst um die Wahl </p>
<ul>
<li>
<p> des Benchmarking-Gegenstandes, </p>
</li>
<li>
<p> der Vergleichspartner, </p>
</li>
<li>
<p> der Messgrößen, </p>
</li>
<li>
<p> der Vergleichsmethode sowie </p>
</li>
<li>
<p> der Informationsquelle. </p>
</li>
</ul>
<p>Anschließend werden Schwächen und Stärken des eigenen Unternehmens identifiziert, um neben dem Aufspüren der Ursachen eine kreative Lösungssuche zu betreiben. </p>
<p>Um nicht auf dem Branchenniveau zu verharren und das volle Verbesserungspotenzial auszuschöpfen, sollte man sich im Rahmen eines entsprechenden Projektes nicht auf ein Benchmarking der Produkte direkter Wettbewerber konzentrieren. Vielmehr sollte es Ziel sein, sich <strong>an den Wertschöpfungsprozessen der jeweils führenden Unternehmen mehrerer Branchen</strong> zu messen, in denen entsprechende Prozesse zu den Kernkompetenzen gehören.</p>
</div>
<div class="stw_gld3">
<h4 class="stw_gld3_head" id="gld2.2.3">2.2.3 Break-Even-Time-Analyse</h4>
<p>In der Break-Even-Time-Analyse wird die erwartete Entwicklung der Erträge und Kosten über die Zeit aufgetragen.</p>
<p>Aus dem Schnittpunkt beider Kurven lässt sich entnehmen, <strong>wann der Break-Even-Punkt erreicht</strong> und <strong>wie lange die Break-Even-Time sein wird</strong>. Somit lassen sich mit der Break-Even-Time-Analyse die Auswirkungen von Zeitverzögerungen oder -verkürzungen in der Forschung und Entwicklung auf den kommerziellen Erfolg des Vorhabens sichtbar machen. Das Verfahren ermöglicht die <strong>übergreifende Betrachtung aller Projektphasen</strong> und sensibilisiert alle beteiligten Funktionen mit Blick auf den kritischen Erfolgsfaktor Zeit (Zeitkosten).</p>
<p>Ein analoges Vorgehen, das sich allerdings auf die Wiedereinbringung der Kosten des Forschungs- und Entwicklungsprojektes und damit auf einen Teil der Gesamtinvestitionen beschränkt, bezeichnet man als Projektdeckungsrechung.</p>
</div>
<div class="stw_gld3">
<h4 class="stw_gld3_head" id="gld2.2.4">2.2.4 Prozesskostenrechnung</h4>
<p>Die <strong>Prozesskostenrechnung</strong> bedient sich ähnlich wie die klassischen Kostenrechnungssysteme der Kostenarten-, Kostenstellen- und Kostenträgerrechnung (Prozesskostenrechnung, Kostenrechnungssystem). Der wesentliche Unterschied zur klassischen Kostenrechnung liegt vor allem in der <strong>Wahl der Bezugsgröße zur Kostenverrechnung</strong> (Kostenzurechnungsprinzipien) in der Kostenstellen- und Kostenträgerrechnung. Die Verrechnung von Gemeinkosten erfolgt nicht über <strong>Kostenstellen</strong> und die dort ermittelbaren wertmäßigen Bezugsgrößen, sondern über abgegrenzte Prozesse und deren mengenmäßige Wiederholung. Somit treten die <strong>Orte der Kostenverursachung</strong> (Kostenstellen) in den Hintergrund und an ihre Stelle treten <strong>Stellen übergreifende Prozesse als Größen der Kostenverursachung.</strong></p>
<p>Die Gemeinkosten werden aus dem Blickwinkel der Prozesskostenrechnung nicht unmittelbar durch Produkte, sondern <strong>durch Prozesse verursacht</strong>, sodass sich die Gemeinkosten auch nicht über <strong>mengen- oder wertabhängige Kalkulationsbezugsgrößen</strong> (Materialeinzelkosten, Fertigungseinzelkosten, Herstellkosten) verrechnen lassen, sondern indirekt über die jeweiligen Prozessmengen, die vom Produkt beansprucht werden. Die auf Kostenstellen verrechneten Gemeinkosten werden hierzu auf Prozesse weiterverrechnet, die nach bestimmten Kriterien im Rahmen der Prozesskostenstellenrechnung gebildet wurden.</p>
<p>Da herkömmliche Kostenrechnungssysteme somit den Nachteil haben, dass relativ große Positionen als Gemeinkosten ausgewiesen werden und deshalb <strong>gemeinkostentreibende Faktoren in der Beurteilung von F&amp;E-Projekten nicht ausreichend berücksichtigt werden können</strong>, ist die Prozesskostenrechnung sehr viel besser dazu geeignet, die Kosten transparent zu machen.</p>
<p>Im Forschungs- und Entwicklungsbereich versucht der prozesskostenorientierte Ansatz somit, die Planung und Kontrolle der Forschungs- und Entwicklungskosten den Prozessabläufen bei der Erstellung von Forschungs- und Entwicklungsleistungen anzupassen. Dabei ergibt sich ein <strong>Hauptprozess</strong> (zum Beispiel die Produktplanung) aus der <strong>Aggregation zusammenhängender Teilprozesse</strong> (zum Beispiel Konzipieren, Entwerfen, Ausarbeiten), und diese ergeben sich wiederum aus der Zusammenfassung vieler einzelner Aktivitäten (Prozess-Controlling). </p>
<p>Basierend auf einer <strong>Prozessanalyse</strong>, die eine detaillierte Analyse der Arbeitsinhalte und Arbeitsabläufe enthält, werden für die einzelnen Haupt- und Teilprozesse sowie deren Kostentreiber Prozessgrößen definiert. Anschließend werden die für die <strong>Leistungserstellung entstandenen Kosten</strong> den mengenmäßig erbrachten Leistungen (Prozessmenge) und den dazu benötigten Ressourcen zugeordnet. </p>
<p>Abgesehen von den genannten Vorteilen der Prozesskostenrechnung sind bei deren Anwendung aber auch einige <strong>Anwendungsprobleme im Forschungs- und Entwicklungsbereich</strong> zu berücksichtigen, insbesondere</p>
<ul>
<li>
<p> Schwierigkeiten bei der Definition von Forschungs- und Entwicklungs-Teilprozessen, </p>
</li>
<li>
<p> eine mangelnde Stabilität der Prozessstrukturen aufgrund der Kreativität in Forschungs- und Entwicklungsprozessen und</p>
</li>
<li>
<p> die Einmaligkeit und Seltenheit der Prozesse.</p>
</li>
</ul>
</div>
</div>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld3.">3. Schlussbemerkung</h2>
<p>Um mögliche Chancen nicht zu verpassen, gehen Unternehmen verstärkt dazu über, nach Wegen zu suchen, um Forschungs- und Entwicklungsprojekte durch Kontrolle zielgerechter zu steuern. Allerdings konnten bisher nur wenige Unternehmen in dieser Hinsicht tatsächlich Erfolge vermelden.</p>
<p>Eine der größten Schwierigkeiten besteht diesbezüglich darin, eine Verständigung zwischen der Unternehmensführung und den Verantwortlichen des Forschungs- und Entwicklungsbereiches herbeizuführen. In vielen Unternehmen besitzt das Management nur eine begrenzte Vertrautheit mit den Technologien und den technologischen Möglichkeiten, an deren Verfolgung die Forscher und Entwickler arbeiten. Dies resultiert wiederum aus der mangelnden Kommunikation zwischen Unternehmensführung und F&amp;E-Verantwortlichen </p>
<p>In dieser Situation muss sich zunächst die Unternehmensführung verändern. Um eine Vision über die zukünftige Entwicklung des Unternehmens zu haben, muss sie seine technologischen Potenziale kennen. Hierzu können die beschriebenen Methoden der Kontrolle zum Einsatz kommen. Unter den genannten Voraussetzungen wird die Kontrolle auch von den Mitarbeitern des Forschungs- und Entwicklungsbereiches anerkannt und nicht mehr als demotivierend empfunden.</p>
</div>
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		<item>
		<title>Strategisches Controlling</title>
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		<pubDate>Mon, 10 Dec 2018 00:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Strategisches ControllingStrategisches Controlling umfasst die Planung, Steuerung und Kontrolle aller Vorgänge, die die längerfristige Ausrichtung (fünf Jahre und länger) des gesamten Unternehmens und damit auch seine Existenzsicherung betreffen. Strategisches Controlling bezieht sich auf Ziele, eigenes Erfolgspotenzial, Chancen und Risiken sowie notwendige Maßnahmen. Hierzu zählen vor allem Entscheidungen über Investitionen, Produkte, Personal, die sich über viele  [...]</p>
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<h1 class="stw_titel">Strategisches Controlling</h1>
</div>
</div>
</div>
<p>Strategisches Controlling umfasst die Planung, Steuerung und Kontrolle aller Vorgänge, die die <strong>längerfristige Ausrichtung</strong> (fünf Jahre und länger) <strong>des gesamten Unternehmens und damit auch seine Existenzsicherung betreffen</strong>. Strategisches Controlling bezieht sich auf Ziele, eigenes Erfolgspotenzial, Chancen und Risiken sowie notwendige Maßnahmen. Hierzu zählen vor allem Entscheidungen über Investitionen, Produkte, Personal, die sich über viele Jahre hin auswirken. Damit geht der Bereich über messbare Größen hinaus und berücksichtigt <strong>auch qualitative Aspekte</strong>. Strategisches Controlling bezieht dazu auch unternehmensexterne Entwicklungen in die Überlegungen ein.</p>
<p>Folgende <strong>Faktoren</strong> muss das <strong>strategische Controlling</strong> berücksichtigen:</p>
<ul>
<li>
<p>allgemeine Wirtschaftslage</p>
</li>
<li>
<p>politische und soziale Faktoren</p>
</li>
<li>
<p>Marktlage (Branche)</p>
</li>
<li>
<p>Konkurrenzsituation</p>
</li>
<li>
<p>Absatzmarkt</p>
</li>
<li>
<p>Beschaffungsmarkt</p>
</li>
<li>
<p>Arbeitsmarkt</p>
</li>
<li>
<p>Kapitalmarkt</p>
</li>
<li>
<p>Technologie</p>
</li>
</ul>
<p><strong>Instrumente des strategischen Controlling</strong> sind u.a.:</p>
<ul>
<li>
<p>Erfahrungskurve (Erfahrungskurveneffekt)</p>
</li>
<li>
<p>Konkurrenzanalyse</p>
</li>
<li>
<p>Logistik (Logistik-Controlling)</p>
</li>
<li>
<p>Portfolioanalyse</p>
</li>
<li>
<p>Potenzialanalyse</p>
</li>
<li>
<p>Kurve des <a class="doklink" title="Produktlebenszyklus" href="/controlling/240532">Produktlebenszyklus</a></p>
</li>
<li>
<p>Stärken- und Schwächenanalyse</p>
</li>
<li>
<p><a class="doklink" title="Strategische L&#xFC;cke" href="/controlling/241722">strategische Lücke</a></p>
</li>
<li>
<p>Szenariotechnik</p>
</li>
<li>
<p><a class="doklink" title="Zielkostenmanagement" href="/controlling/233776">Zielkostenmanagement</a></p>
</li>
</ul>
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		<title>Konzernplanung</title>
		<link>https://hannovers-steuerberater.de/controlling/konzernplanung/</link>
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		<pubDate>Mon, 10 Dec 2018 00:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>KonzernplanungInhaltsübersicht1.Einleitung2.Gegenstand der Konzernplanung3.Generelle Zielplanung4.Strategische Konzernplanung4.1Geschäftsfeldplanung4.2Organisationsplanung4.3Rechtsstrukturplanung4.4Führungskräfteplanung5.Operative Planung6.Ergebnis- und Finanzplanung1. EinleitungGegenüber der Einheitsgesellschaft gewinnt die rechtlich-organisatorische Strukturierung der Unternehmen als Konzern immer mehr an Bedeutung.Ein Konzern ist ein Zusammenschluss mehrerer (mindestens zweier) rechtlich selbstständiger Unternehmen unter einheitlicher Leitung. Hierbei gibt es eine rechtlich-formale und eine wirtschaftlich-materielle Seite. Da die Konzernleitung die Befugnis besitzt, ihre Konzerngeschäftspolitik gegenüber der  [...]</p>
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<div class="doc_headerline stw_headerline">
<h1 class="stw_titel">Konzernplanung</h1>
</div>
</div>
</div>
<div class="stw_toc">
<h2 class="stw_toc_head">Inhaltsübersicht</h2>
<ol class="eingeb_num_liste">
<li>
<div class="eingeb_listnum">1.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld1.">Einleitung</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">2.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld2.">Gegenstand der Konzernplanung</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">3.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld3.">Generelle Zielplanung</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">4.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld4.">Strategische Konzernplanung</a></p>
<ol class="eingeb_num_liste">
<li>
<div class="eingeb_listnum">4.1</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld4.1">Geschäftsfeldplanung</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">4.2</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld4.2">Organisationsplanung</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">4.3</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld4.3">Rechtsstrukturplanung</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">4.4</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld4.4">Führungskräfteplanung</a></div>
</li>
</ol>
</div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">5.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld5.">Operative Planung</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">6.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld6.">Ergebnis- und Finanzplanung</a></div>
</li>
</ol>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld1.">1. Einleitung</h2>
<p>Gegenüber der Einheitsgesellschaft gewinnt die rechtlich-organisatorische Strukturierung der Unternehmen als Konzern immer mehr an Bedeutung.</p>
<p>Ein <strong>Konzern</strong> ist ein Zusammenschluss mehrerer (mindestens zweier) rechtlich selbstständiger Unternehmen unter einheitlicher Leitung. Hierbei gibt es eine <strong>rechtlich-formale</strong> und eine <strong>wirtschaftlich-materielle</strong> Seite. Da die <strong>Konzernleitung</strong> die Befugnis besitzt, ihre Konzerngeschäftspolitik gegenüber der Leitung der einzelnen Konzerngesellschaften durchzusetzen, ist der <strong>Konzern im betriebswirtschaftlichen Sinne</strong> in seiner Gesamtheit ebenfalls als Unternehmen zu bezeichnen.</p>
<p>Die wachsende Bedeutung von Konzernen hängt unmittelbar mit der weiter voranschreitenden <strong>Internationalisierung der Märkte</strong> und der Notwendigkeit zusammen, die mit der unternehmerischen Tätigkeit verbundenen <strong>Risiken</strong> möglichst breit zu streuen (Diversifikation). Weitere Ziele können darin liegen, den <strong>Wettbewerb weitestgehend auszuschalten</strong> oder <strong>Rationalisierungsmöglichkeiten</strong> durch Ausschöpfen von Synergiepotenzialen zu nutzen. Die Konzernbildung kann dabei sowohl durch <strong>Akquisition</strong> bereits bestehender ökonomisch-rechtlicher Einheiten, Neugründung von <strong>Tochtergesellschaften</strong> oder <strong>Ausgliederung</strong> bereits bestehender Unternehmenseinheiten (Sparten, Divisionen, Niederlassungen) erfolgen.</p>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld2.">2. Gegenstand der Konzernplanung</h2>
<p>Im Konzern bezieht sich die <strong>Planung</strong> auf eine wirtschaftliche Einheit, die aus mehreren rechtlich selbstständigen Gesellschaften besteht. Dementsprechend umfasst die Konzernplanung das <strong>gesamte System mit allen untergeordneten Systemen (Subsystemen)</strong>. Zusätzlich sind die Beziehungen zwischen den Subsystemen und den <strong>Umsystemen</strong> zu berücksichtigen. Ein Konzernplanungssystem besteht damit sowohl aus Planungen der Konzernzentrale als auch aus Planungen der einzelnen Konzerngesellschaften. Dabei stellt die Konzernplanung eine <strong>subsystemübergreifende Planung</strong> für die gesamte wirtschaftliche Einheit dar, deren konkrete Ausgestaltung primär von der Struktur des Leistungsprogramms, der Standortstruktur, der Organisationsstruktur sowie dem Führungsstil der oberen Führungskräfte in der Konzernspitze abhängt.</p>
<p>Bezüglich des <strong>Führungsstils</strong> lassen sich als extreme Führungsformen eine primär <strong>autoritär-zentrale</strong> und eine primär <strong>kooperativ-dezentrale</strong> Führung unterscheiden, wobei mit zunehmender Konzerngröße eine Tendenz zu dezentral orientierten Lösungen vorherrscht. Ferner beeinflussen weitere situative Faktoren wie zum Beispiel die Konzernaufgabe, die kulturelle Einbettung im internationalen Kontext u.a. die Ausprägung des praktizierten Führungsstils.</p>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld3.">3. Generelle Zielplanung</h2>
<p><strong>Ziele</strong> sind im betriebswirtschaftlichen Sprachgebrauch &#8222;gewollte zukünftige Zustände&#8220;. Sie sind &#8211; anders als bestimmte Sachverhalte, die als Daten zu akzeptieren sind &#8211; <strong>gestaltungsfähige Variablen</strong>, die der Planbarkeit unterliegen. Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass es das Ziel des Unternehmens nicht gibt, sondern <strong>Zielkomplexe</strong>, die sich aus zahlreichen Einzelelementen mit unterschiedlichsten wechselseitigen Beziehungen zusammensetzen, die sich darüber hinaus im Zeitablauf auch ändern können (<a class="doklink" title="Zielsystem" href="/controlling/233780">Zielsystem</a>). Dementsprechend ist die <a class="doklink" title="Zielplanung" href="/controlling/233779">Zielplanung</a><strong>als ein Prozess</strong> zu verstehen, der nicht nur einmalig, sondern ständig abläuft und dabei Veränderungen innerhalb und außerhalb des Unternehmens berücksichtigt.</p>
<p>Im Rahmen der Konzernplanung sind Ziele bezüglich Inhalt, Umfang und zeitlicher Geltung in wechselseitiger Abhängigkeit <strong>für das gesamte System und die Subsysteme</strong> zu spezifizieren. Im Allgemeinen werden zur Durchführung der Planung Ziele als Planungsgrößen auf der Basis einer Zielvorschau von jeweils über- und untergeordneten Führungsebenen erarbeitet und von der für ihre Vorgabe autorisierten Führungsgruppe verabschiedet.</p>
<p>Für die <strong>ökonomische Zielkonzeption</strong> sind im Hinblick auf die Sachziele Angaben darüber erforderlich,</p>
<ul>
<li>
<p>in welchen Wirtschaftszweigen,</p>
</li>
<li>
<p>in welchen Sektoren (geografischen Räumen, Märkten) und </p>
</li>
<li>
<p>in welcher Tiefe der Leistungserstellung </p>
</li>
</ul>
<p>das Tätigkeitsfeld des Konzerns liegen soll. Hierbei wird gegebenenfalls die Sachzielkonzeption der Gesellschaft bereits festgelegt, da sie bei extrem zentraler Führung nur durch deren jeweilige oberste Führung bestimmt werden kann.</p>
<p>Im Rahmen der <strong>ökonomischen Formalziele</strong> geht es um die Fixierung des jeweiligen Wirtschaftlichkeitsgrades, der das Resultat des Abwägens von Einsatz- und Ergebnisgrößen in Werten ist. Für das Gesamtunternehmen, die einzelnen Gesellschaften und die Obergesellschaft werden die oberen <strong>Wertziele</strong> (Gewinn- und Rentabilitätsgrößen, Liquidität usw.) und gegebenenfalls <strong>Wertzielkomponenten</strong> (Ertrags-, Aufwands-, Leistungs-, Kostenziele usw.) festgelegt und daraufhin kontrolliert, ob sie erreicht werden. <strong>Für den Gesamtkonzern</strong> werden Wertziele und Wertzielkomponenten nach Produkten bzw. <a class="doklink" title="Produktgruppen" href="/controlling/240479">Produktgruppen</a>, Regionen sowie Großobjekten gesondert geplant, sofern sich diese Bezugsgrößen nicht mit denen der Subsysteme bzw. Tochtergesellschaften decken.</p>
<p>Im Rahmen der <strong>sozialen Zielkonzeption</strong> ist festzulegen, wie sich der Konzern gegenüber der Öffentlichkeit und seinen Mitgliedern verhalten will. Zwar erfolgt &#8211; zumindest nach außen hin &#8211; kaum eine gesellschaftsbezogene Differenzierung zu Kommunen, Marktpartnern, Kapitalgebern usw., im Innenverhältnis &#8211; gegenüber den Mitgliedern &#8211; ist es jedoch durchaus möglich, in einzelnen Konzernteilen unterschiedliche Bedürfnisse der Mitarbeiter anzusprechen (Anreizsysteme).</p>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld4.">4. Strategische Konzernplanung</h2>
<p>Bezogen auf das Gesamtsystem und die jeweiligen Subsysteme umfasst die strategische Konzernplanung die Geschäftsfeld-Planung, die Organisations- und Rechtsstrukturplanung sowie die Führungskräfteplanung.</p>
<div class="stw_gld2">
<h3 class="stw_gld2_head" id="gld4.1">4.1 Geschäftsfeldplanung</h3>
<p>Bei <strong>dezentraler Führungsorganisation</strong> sind die Führungsorgane der Subsysteme eines Konzerns für die Geschäftsfeldplanung weitgehend selbst verantwortlich. Die <strong>Koordinationsstellen</strong> haben überwiegend nur beratende Funktionen, sodass hier die strategische Geschäftsfeldplanung des Konzerns in den einzelnen Gesellschaften weitgehend autonom erfolgt. Die Aufgabe der Zentralstellen beschränkt sich darauf,</p>
<ul>
<li>
<p>die Einzelpläne zu einem gesamtunternehmensbezogenen Plan zu verdichten, </p>
</li>
<li>
<p>auf gravierende Diskrepanzen hinsichtlich der Gesamtunternehmensziele hinzuweisen und </p>
</li>
<li>
<p>beratend auf eine Gesamtintegration hinzuwirken. </p>
</li>
</ul>
<p>Im Rahmen ihres Abschreibungsvolumens bestimmt jede Gesellschaft ihre <strong>Investitionen</strong> selbst &#8211; zumindest, wenn die in Konzernrichtlinien definierten Ergebniskriterien erfüllt werden können. Teilweise wird den Gesellschaften &#8211; vor allem bei internationalen Konzernen &#8211; auch bei der Außenfinanzierung in einem gewissen Rahmen Autonomie eingeräumt. Allerdings werden von der Zentrale für <strong>Investitionsrechnungen</strong> und -beurteilungen allgemeine Prognoseunterlagen, Zinssatzangaben sowie zu verwendende Investitionsrechnungsverfahren einheitlich vorgegeben. Ferner bedürfen zur Wahrung konzernpolitischer Interessen Programm- und Potenzialplanungen, die einen bestimmten Umfang überschreiten, stets der Zustimmung der Konzernleitung.</p>
<p>Bei <strong>zentraler Führungsorganisation</strong> gibt die Zentrale den Gesellschaften den langfristigen Produktprogramm- und Potenzialplan entweder autonom entwickelt vor (evtl. detailliert untergliedert nach Produkten und Märkten). Oder es wird zusammen mit den Führungskräften der Gesellschaften aus ihren eingereichten Planungsunterlagen im so genannten Gegenstromverfahren ein langfristiger Plan für das Gesamtunternehmen und die Gesellschaften entwickelt. Im letzten Fall ist die Abgrenzung zwischen zentraler und dezentraler Führung fließend.</p>
</div>
<div class="stw_gld2">
<h3 class="stw_gld2_head" id="gld4.2">4.2 Organisationsplanung</h3>
<p>Sowohl die Planung der Organisations- und Rechtsstruktur des Konzerns als auch die Führungskräfteplanung obliegt im Konzern der obersten Konzernführung und wird somit grundsätzlich zentral durchgeführt.</p>
<p>Als <strong>grundlegende Organisationsalternativen</strong> eines Konzerns bieten sich &#8211; ausgehend von den generellen ökonomischen und sozialen Zielen &#8211; <strong>ein- und mehrdimensionale Organisationsmodelle</strong> an. Ferner ist in diesem Zusammenhang über die Zahl der Konzernstufen sowie über die Ausgestaltung der Konzernspitze zu entscheiden.</p>
<p>In Abhängigkeit von der Programmstruktur, der Unternehmensgröße, der Standortstruktur, der Homogenität oder Heterogenität der im Konzern zusammengefassten Unternehmensstrukturen und von zahlreichen weiteren internen und externen Bedingungsfaktoren ökonomischer, gesellschaftlicher, technologischer, rechtlicher oder politischer Art ergeben sich für die <strong>Vorteilhaftigkeit einzelner Organisationsalternativen</strong> unterschiedliche Bewertungsmaßstäbe. Andererseits lässt sich jede Konzernorganisation durch die Beschreibung einzelner &#8222;Bausteine&#8220; (Subsysteme) präzisieren, wobei für das Entstehen eines Konzerns mindestens zwei Ebenen von Subsystemen vorausgesetzt werden:</p>
<ul>
<li>
<p>Den <strong>Grundeinheiten</strong> kommt im Rahmen der gestellten Konzernpolitik die Sachaufgabenerfüllung zu. Es handelt sich hierbei entweder um rechtlich selbstständige Tochtergesellschaften oder um rechtlich unselbstständige Betriebseinheiten. Zur Begründung eines Konzernverhältnisses muss mindestens eine Grundeinheit rechtliche Selbstständigkeit erlangen.</p>
</li>
<li>
<p>Die <strong>Spitzeneinheit</strong> setzt sich aus den verschiedenen Kernabteilungen, Koordinierungsabteilungen und Stabsabteilungen der Zentrale zusammen. Sie bestimmt und kontrolliert die Gesamtpolitik des Konzerns entweder als rechtlich selbstständige Holding-Gesellschaft oder als rechtlich unselbstständiger Teil der herrschenden Muttergesellschaft.</p>
</li>
<li>
<p>Daneben können mehrere Grundeinheiten zu <strong>Zwischeneinheiten</strong> zusammengefasst werden. Diese Organisationseinheiten entlasten im Allgemeinen die Spitzeneinheit, beispielsweise durch Bildung von regionalen Zwischengesellschaften in international tätigen Konzernen. Solche Zwischeneinheiten können entweder rechtlich unselbstständig bleiben oder rechtlich verselbstständigt werden (Zwischenholding).</p>
</li>
</ul>
<p>Durch Kombination der Spitzen-, Zwischen- und Grundeinheiten gelangt man zu zwei grundlegenden <strong>Strukturalternativen</strong> der Konzernorganisation:</p>
<ul>
<li>
<p>Beim so genannten <strong>Stammhaus-Konzept</strong> bildet die Konzernspitze keine rechtlich selbstständige organisatorische Einheit. Im Allgemeinen übernimmt die Führungsspitze der dominierenden, auch operativ tätigen Konzerngesellschaft (der Muttergesellschaft) die Leitung des Konzerns in Personalunion. Diese Organisationsform kommt insbesondere bei homogenen Produktprogrammen sowie starker leistungswirtschaftlicher Dominanz der Muttergesellschaft in Betracht.</p>
</li>
<li>
<p>Beim so genannten <strong>Holding-Konzept</strong> stellt die Konzernspitze rechtlich und organisatorisch eine selbstständige Einheit dar, die im Extremfall nur aus einem Vorstandsvorsitzenden und Vorstandsmitgliedern der Ressorts Finanzen und <a class="doklink" title="Controlling" href="/controlling/228666">Controlling</a> sowie Personal (Führungskräfte) besteht. Diese Organisationsform kommt insbesondere bei stark heterogenem Produktprogramm und/oder starker Standortdezentralisation in Betracht. Allerdings dient das Halten von Unternehmensbeteiligungen in diesem Fall mehr der Finanzanlage oder risikomindernden Kapitalstreuung als der Konzernierung.</p>
</li>
</ul>
<p>Neben diese beiden Grundformen tritt als weitere Alternative das <strong>Konzept der geschäftsnahen Führung</strong> des Konzerns, bei dem die Führungsspitze des Konzerns zwar verselbstständigt wird, die Besetzung des Leitungsorgans jedoch durch die Vorsitzenden der wichtigsten Tochtergesellschaften in Personalunion erfolgt.</p>
</div>
<div class="stw_gld2">
<h3 class="stw_gld2_head" id="gld4.3">4.3 Rechtsstrukturplanung</h3>
<p>Bezüglich der Rechtsstrukturplanung im Konzern eröffnen sich zunächst bei der rechtlichen Gestaltung des gesamten Konzerngebildes verschiedene Varianten.</p>
<ul>
<li>
<p>Im Falle des <strong>Unterordnungskonzerns</strong> wird das Über-/Unterordnungsverhältnis und die daraus resultierende einheitliche Leitung der abhängigen, rechtlich selbstständigen Gliedbetriebe durch die Konzernobergesellschaft betont. Die einheitliche Leitung im <strong>Gleichordnungskonzern</strong> wird ohne die Konstatierung eines Abhängigkeitsverhältnisses zwischen den Konzerneinheiten ausgeübt. Dementsprechend kann sich die einheitliche Leitung im Gleichordnungskonzern nicht auf die Macht eines der Unternehmen über die anderen stützen, sondern ist auf andere Koordinationsmittel angewiesen.</p>
</li>
<li>
<p>Beim <strong>faktischen Konzern</strong> beruht das Weisungsrechts der Konzernspitze lediglich auf der faktischen Macht einer der Konzerneinheiten gegenüber den anderen Konzerngesellschaften, die diese in ein Abhängigkeitsverhältnis drängt (zum Beispiel durch Mehrheitsbeteiligung, Stimmenmehrheit oder personelle Verflechtung). Da hierbei die Durchsetzung des einheitlichen Willens durch eine Reihe von Vorschriften des Aktiengesetzes (vgl. hierzu die §§ 311 ff.) beschränkt ist, wird häufig ein Beherrschungsvertrag angestrebt. In diesem Fall bildet der Konzern dann eine finanzielle, wirtschaftliche und organisatorische Einheit.</p>
</li>
</ul>
<p>Natürlich berührt die <strong>Wahl der Rechtsform</strong> der einzelnen Konzerngesellschaften zunächst den Entscheidungstatbestand der <strong>Rechtsformwahl in den Einzelgesellschaften</strong>. Diese Entscheidungen sind unter Berücksichtigung von Gewinn- und Verlustbeteiligung, der sich bietenden Finanzierungsmöglichkeiten, der Steuerbelastungen usw. jeweils separat zu treffen.</p>
</div>
<div class="stw_gld2">
<h3 class="stw_gld2_head" id="gld4.4">4.4 Führungskräfteplanung</h3>
<p>Im Konzern kommt der strategisch orientierten <strong>Führungskräfteplanung</strong> und der Planung der <strong>Führungskräfteentwicklung</strong> (Personalentwicklungs-Controlling) besondere Bedeutung zu. Grundlage der erforderlichen Planungsaktivitäten sind die Ist- und Sollkonzeptionen der organisatorischen und rechtlichen Strukturierung des Konzerns sowie die Anforderungsprofile von Führungsstellen und Beurteilungsprofile des aktuellen Führungskräftepotenzials. Der Bedeutung der Führungskräfteplanung entsprechend obliegt dieser Aufgabenbereich in erster Linie der Konzernspitze.</p>
</div>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld5.">5. Operative Planung</h2>
<p>Ob die operative Produktprogrammplanung zentral oder dezentral erfolgen sollte, hängt vornehmlich vom Konzerntyp ab. Bei <strong>horizontal gegliedertem Konzern und heterogenem Produktprogramm</strong> ist eher eine dezentrale Produktprogrammplanung vorzuziehen. Bei <strong>homogenem Produktprogramm</strong> wird die Produktprogrammplanung meistens zentral bzw. kombiniert zentral-dezentral vorgenommen (Gegenstromverfahren). Unabhängig vom Produktprogramm wird bei <strong>vertikal gegliederten Konzernen</strong> überwiegend eine zentrale Produktprogrammplanung erfolgen.</p>
<p>Existieren so genannte <strong>Service-Center</strong> (beispielsweise rechtlich verselbstständigte EDV-Center oder Forschungs-Center), sind von ihnen die üblichen Pläne zu erstellen (<a class="doklink" title="Center-Organisation" href="/controlling/228173">Center-Organisation</a>).</p>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld6.">6. Ergebnis- und Finanzplanung</h2>
<p>Die Ergebnis- und Finanzplanung ist im Konzern für die Obergesellschaft von besonderer Bedeutung, weil vielfach zeitlich versetzt Gewinne von Tochtergesellschaften an sie abgeführt und sie allein Gewinne an die Aktionäre ausschütten.</p>
<p>Um die Ergebnislage und -entwicklung des Konzerns als wirtschaftliche Einheit beurteilen zu können, sind neben dem üblichen ergebnisorientierten Rechenwerk <strong>konsolidierte Jahresabschlüsse</strong> des Konzerns zu planen. Ferner werden &#8211; ausgehend von den Finanzplänen der Tochtergesellschaften und der Zentrale nach Konsolidierung der konzerninternen Zahlungsströme &#8211; kurz-, mittel- und langfristige <strong>Konzernfinanzpläne</strong> abgeleitet. Grundsätzlich wird die Finanzplanung im Konzern zentral durchgeführt. Lediglich in internationalen Konzernen sind Ausnahmen erforderlich.</p>
</div>
<div class="stw_verweise" id="stw_verweise_1">
<div class="infografik"><span class="infografik_start"> </span><span class="infografik_text">Siehe auch</span><span class="infografik_ende"> </span></div>
<div class="stw_verweise_stichwort">
<p><a class="doklink stw_verweise_stichwort_link" title="Center-Organisation" href="/controlling/228173"><span class="stw_verweise_stichwort_text">Center-Organisation</span></a><span class="stw_verweise_stichwort_text">Finanzplanung</span><span class="stw_verweise_stichwort_text">Gegenstromverfahren</span></p>
</div>
</div>
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			</item>
		<item>
		<title>Stücklistenauflösung</title>
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		<pubDate>Mon, 10 Dec 2018 00:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>StücklistenauflösungInhaltsübersicht1.Überblick2.Darstellung der Stücklistenauflösung3.Verfahren zur Stücklistenauflösung1. ÜberblickDie Stücklistenauflösung ist ein Verfahren der Materialbedarfsplanung, das insbesondere innerhalb der Ablaufplanung für die Serienproduktion von großer Bedeutung ist. Sie wird heute im Allgemeinen nur noch mittels EDV durchgeführt wird (PPS-System) - Die innerhalb der Fertigungssteuerung durchzuführende Materialbedarfsermittlung setzt sowohl Stücklisten als auch eine Programmplanung für die einzelnen Erzeugnisse (Produktionsplan)  [...]</p>
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<div class="doc_headerline stw_headerline">
<h1 class="stw_titel">Stücklistenauflösung</h1>
</div>
</div>
</div>
<div class="stw_toc">
<h2 class="stw_toc_head">Inhaltsübersicht</h2>
<ol class="eingeb_num_liste">
<li>
<div class="eingeb_listnum">1.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld1.">Überblick</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">2.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld2.">Darstellung der Stücklistenauflösung</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">3.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld3.">Verfahren zur Stücklistenauflösung</a></div>
</li>
</ol>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld1.">1. Überblick</h2>
<p>Die Stücklistenauflösung ist ein Verfahren der <strong>Materialbedarfsplanung,</strong> das insbesondere innerhalb der Ablaufplanung für die Serienproduktion von großer Bedeutung ist. Sie wird heute im Allgemeinen nur noch mittels EDV durchgeführt wird (<a class="doklink" title="PPS-System" href="/controlling/240342">PPS-System</a>) &#8211; Die innerhalb der Fertigungssteuerung durchzuführende <strong>Materialbedarfsermittlung</strong> setzt sowohl <strong>Stücklisten</strong> als auch eine <strong>Programmplanung</strong> für die einzelnen Erzeugnisse (Produktionsplan) voraus. Erst durch die Materialbedarfsplanung über Stücklistenauflösung und den Produktionsplan lassen sich die Bedarfsanforderungen nach Mengen und Terminen für Baugruppen, Einzelteile, Rohmaterialien bzw. Halbfabrikate ableiten.</p>
<p>Unmittelbar an die Stücklistenauflösung schließt sich die <strong>Terminplanung</strong> an. Hierbei werden die ermittelten Mengen an Gruppen und Teilen zu <strong>Losen</strong> zusammengefasst und Bewertungen im Sinne einer ABC-Analyse vorgenommen. Das <strong>Ergebnis einer ABC-Analyse</strong>, mit der die ökonomische Relevanz der Einsatzfaktoren festgestellt werden kann, dient nicht zuletzt auch der Auswahl des <strong>Verfahrens der Bedarfsermittlung</strong>:</p>
<ul>
<li>
<p>Wird aus der Stücklistenbeziehung der im Einzelnen benötigte Bedarf errechnet, spricht man von einer <strong>programmgesteuerten, deterministischen Bedarfsermittlung</strong>.</p>
</li>
<li>
<p>Wird ausgehend von dem bisherigen Verbrauch der künftig zu erwartende Bedarf prognostiziert, wird von einer <strong>verbrauchsgesteuerten, stochastischen Bedarfsermittlung</strong> gesprochen.</p>
</li>
</ul>
<p>Anschließend erfolgt die <strong>Materialbeschaffung</strong> der Rohmaterialien, Halbfertigwaren sowie der Zukaufteile. Weitere Aufgabenbereiche sind die Planung der Maschinen- bzw. Kapazitätsbelegung sowie die Materialbereitstellung.</p>
<p>Bei der <strong>Materialbedarfsermittlung mit Stücklistenauflösung</strong> wird der Bedarf im Allgemeinen programm- und verbrauchsgesteuert mithilfe leistungsfähiger <a class="doklink" title="PPS-System" href="/controlling/240342">PPS-Systeme</a> oder <a class="doklink" title="Warenwirtschaftssystem" href="/controlling/251319">Warenwirtschaftssysteme</a> bestimmt. Auf der Grundlage von Produktionsprogrammplänen lassen sich über die Stücklisten bzw. Rezepturen die entsprechenden Bedarfsmengen der Einsatzgüter EDV-technisch ermitteln. Der Materialbedarf wird dabei hauptsächlich durch die folgenden drei Arten ermittelt:</p>
<div class="abbildung"><img decoding="async" class="doc_img" src="https://hannovers-steuerberater.de/wp-content/uploads/2024/04/ctrl239.gif" alt="" /></div>
<p>Ausgehend vom Produktionsplan und/oder von vorliegenden Kundenaufträgen werden die Primär-, Sekundär- und Tertiärbedarfsmengen festgestellt. Beginnend mit dem innerhalb einer Periode gewünschten <strong>Primärbedarf</strong>, also den Endprodukten, werden die erforderlichen Mengen aller Einsatzprodukte bestimmt. Unter <strong>Sekundärbedarf</strong> wird der gesamte Bedarf an Rohstoffen und Vorprodukten (Halbfabrikate, Einzelteile, Baugruppen) verstanden. Mit <strong>Tertiärbedarf</strong> ist der Bedarf an Hilfs- und Betriebsstoffen, Werkzeugen und Energie gemeint. Basierend auf diesen Daten wird die so genannte Nettobedarfsermittlung durchgeführt:</p>
<div class="abbildung"><img decoding="async" class="doc_img" src="https://hannovers-steuerberater.de/wp-content/uploads/2024/04/ctrl236.gif" alt="" /></div>
<p>Unter Umständen lässt sich der Nettobedarf für ein Teil zu einem bestimmten Termin mit dem Nettobedarf des gleichen Teils eines anderen Termins zu einem <strong>Los</strong> zusammenfassen. Ferner sind bei der Nettobedarfsermittlung Umterminierungen, Mengenänderungen und Stornierungen in einem so genannten <strong>Bestands- und Bestellabgleich</strong> zu berücksichtigen.</p>
<p>Die besondere <strong>Problematik der Materialbedarfsplanung mit Stücklistenauflösung</strong> liegt nicht in der eigentlichen Nettobedarfsermittlung oder den folgenden Schritten, sondern in der Sekundärbedarfsermittlung <u>in Zusammenhang</u> mit der Nettobedarfsermittlung. In Abhängigkeit von der vorliegenden Erzeugnisstruktur, der Art der Speicherung der zu Grunde liegenden Stücklisten, der Auflösungshäufigkeit und dem Änderungsdienst gibt es nämlich <strong>verschiedene Algorithmen</strong> bzw. Verfahren der Stücklistenauflösung, von denen aber keines für jeden denkbaren Fall als absolut bestes bezeichnet werden kann.</p>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld2.">2. Darstellung der Stücklistenauflösung</h2>
<p>Grafisch lässt sich die Struktur eines Erzeugnisses und der Teilezusammenhang durch einen so genannten <strong>Erzeugnisbaum</strong>, der auch als Stammbaum oder Aufbauübersicht bezeichnet wird, oder in der Form des sogenannten <strong>Gozintographen</strong> darstellen. Während der Graph des Erzeugnisbaumes im Allgemeinen nur die Struktur eines Erzeugnisses zeigt, kann der Gozintograph in einer geschlossenen Darstellung mehrere Erzeugnisse umfassen.</p>
<p>In der am häufigsten verwendeten Form des <strong>Erzeugnisbaumes</strong> entsprechen die <strong>Knoten des Graphen</strong> den Einzelteilen, den Gruppen und dem Erzeugnis. Die <strong>Verbindungslinien</strong> (gerichtete Kanten, Strecken) stellen die Struktur des Erzeugnisses mit den zugehörigen Einbaustückzahlen (Relationen) dar. Zwei weitere grafische Darstellungen ergeben sich, weil die Teile und Gruppen in der Erzeugnisstruktur in unterschiedlichen Erzeugnisstufen vorkommen und überdies zusätzlich als Wiederholteile und -gruppen auftreten können.</p>
<p>Erzeugnisbäume, Gozintographen oder andere grafische Erzeugnisdarstellungen (zum Beispiel technische Zeichnungen) geben zwar einen guten Überblick über eine Erzeugnisstruktur, sind aber nur eine Ergänzung zu den unbedingt erforderlichen tabellarischen oder listenmäßigen Darstellungen in Form von <strong>Stücklisten</strong>.</p>
<p>Am geeignetsten für die Materialbedarfsplanung ist die so genannte <strong>Baukastenstückliste</strong>. Jede Position der Baukostenstückliste stellt mit der Menge ihres Vorkommens in der übergeordneten Position eine Einbaurelation dar. EDV-technisch werden die Stücklistenpositionen als <strong>Erzeugnisstruktursätze</strong> (ESS) gespeichert. Die zu den Stücklistenpositionen gehörigen nummerischen und textlichen Angaben werden demgegenüber häufig in so genannten <strong>Teilestammsätzen</strong> (TSS) oder Sachstammsätzen gespeichert.</p>
<p>Eine andere Form der tabellarischen Darstellung ist die <strong>Matrixdarstellung</strong>. Hierbei werden die Erzeugnisstrukturen und Algorithmen der Teilebedarfsermittlung aus der <strong>Graphentheorie</strong> abgeleitet und mit den Mitteln der <strong>Matrizenalgebra</strong> berechnet. Die Struktursätze, die aus der Matrix abgeleitet werden, sind identisch mit den Struktursätzen aus den Baukastenstücklisten.</p>
<p>Da ein Erzeugnis häufig aus einer Vielzahl von Gruppen und Teilen mit zahlreichen Erzeugnisstufen besteht, durchläuft die Produktion unter Umständen mehrere Stufen der Lagerhaltung, der Fertigung und der Montage. Hierdurch können <strong>verschiedene,</strong><strong>voneinander abweichende Gliederungen</strong><strong>für die Stücklisten</strong> und davon abgeleitet für die Datenorganisation wichtig werden:</p>
<ul>
<li>
<p>Die <strong>Funktions- oder Konstruktionsgliederung</strong> fasst die Teile einer konstruktiven Gruppe zusammen.</p>
</li>
<li>
<p>Die <strong>Lagerstufengliederung</strong> gliedert die Teile nach zwischenzulagernden Gruppen.</p>
</li>
<li>
<p>Die <strong>Fertigungs- oder Baustufengliederung</strong> gliedert die Teile nach der Stufenfolge der Fertigung.</p>
</li>
</ul>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld3.">3. Verfahren zur Stücklistenauflösung</h2>
<p>Die verschiedenen Verfahren ergeben sich aus den unterschiedlichen Auflösungsalgorithmen:</p>
<ul>
<li>
<p>ausgehend von der Reihenfolge, in der die <u>Teile</u> verarbeitet werden</p>
</li>
<li>
<p>ausgehend von der Reihenfolge, in der die <u>Daten</u> verarbeitet werden (muss nicht identisch mit der Teile-Reihenfolge sein)</p>
</li>
<li>
<p>ausgehend von der EDV-mäßigen Bearbeitung (sequenzieller oder wahlfreier Zugriff zu den Daten)</p>
</li>
<li>
<p>ausgehend von der Datenorganisation</p>
</li>
<li>
<p>ausgehend von der Verarbeitungsrichtung (entweder vom übergeordneten Teil ausgehende Stücklistenauflösung oder vom eingehenden Teil ausgehende Bedarfsermittlung über die Teileverwendung)</p>
</li>
</ul>
<p>Folgende Verfahren zur Stücklistenauflösung lassen sich grundsätzlich unterschieden:</p>
<div class="abbildung"><img decoding="async" class="doc_img" src="https://hannovers-steuerberater.de/wp-content/uploads/2024/04/ctrl237.gif" alt="" /></div>
<p>Von den <strong>analytischen Verfahren</strong> der Stücklistenauflösung sind das <strong>Baustufenverfahren</strong> und auch das <strong>Renettingverfahren</strong> weitgehend bedeutungslos. Bei den <strong>Dispositionsstufenverfahren</strong> bestimmt die Dispositionsstufengliederung die Abfolge, in der die Teile die Nettobedarfsermittlung durchlaufen. Hierbei werden jedoch alle Wiederholteile, die in mehreren Stufen vorkommen, auf die unterste Stufe der Verwendung heruntergezogen, so dass jedes Teil nur auf einer Stufe &#8211; auf einer Dispositionsstufe &#8211; vorkommt. Die Nummerierung kann vom Erzeugnis zum Material und umgekehrt erfolgen. Der Nettobedarf wird ausgehend von der Erzeugnisstufe Stufe um Stufe ermittelt. Verarbeitet werden hierbei allerdings nur solche Positionen, für die sich im Ablauf ein Bedarf ergibt.</p>
<p><strong>Gozintoverfahren</strong> lösen die Stückliste vertikal mit horizontaler Überlagerung bei Wiederholteilen auf, so dass Zweig um Zweig des Erzeugnisbaums vertikal und nacheinander abgearbeitet wird.</p>
<p>Bei <strong>Matrizenverfahren</strong> entspricht der günstigste modifizierte Algorithmus dem Algorithmus der Dispositionsstufenauflösung. <strong>Synthetische Verfahren</strong> stellen über die Teileverwendung fest, welcher Bedarf sich für die Teile aus dem Bedarf der direkt übergeordneten Produkte ergibt.</p>
</div>
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		<item>
		<title>Leitbildkontrolle</title>
		<link>https://hannovers-steuerberater.de/controlling/leitbildkontrolle/</link>
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		<pubDate>Mon, 10 Dec 2018 00:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>LeitbildkontrolleBei der Leitbildkontrolle handelt es sich um eine Kontrollart, die von der Vorstellung ausgeht, dass eine vom Leitbild losgelöste oder ohne Leitbilder entstandene Unternehmensstrategie kaum oder gar nicht möglich ist.Eine Verdeutlichung dieser Kontrollart gelingt am besten am Beispiel eines Stärken-Schwächen-Profils. Mit Hilfe einer Stärken- und Schwächenanalyse werden Kriterienlisten erarbeitet, die solche Faktoren enthalten, denen eine  [...]</p>
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<div class="doc_headerline stw_headerline">
<h1 class="stw_titel">Leitbildkontrolle</h1>
</div>
</div>
</div>
<p>Bei der <strong>Leitbildkontrolle</strong> handelt es sich um eine Kontrollart, die von der Vorstellung ausgeht, dass eine vom Leitbild losgelöste oder ohne Leitbilder entstandene Unternehmensstrategie kaum oder gar nicht möglich ist.</p>
<p>Eine Verdeutlichung dieser Kontrollart gelingt am besten am Beispiel eines <strong>Stärken-Schwächen-Profils</strong>. Mit Hilfe einer Stärken- und Schwächenanalyse werden Kriterienlisten erarbeitet, die solche Faktoren enthalten, denen eine ausschlaggebende Bedeutung im Wettbewerb zugeschrieben wird. Gemessen werden diese Stärken und Schwächen als relativer Abstand zu bestimmten Wettbewerbern. Eine auf einzelne Einflussfaktoren abstellende Betrachtung und Bewertung erweckt jedoch den Eindruck, die Stärken-Schwächen-Kriterien seien voneinander unabhängig. Das ist jedoch nicht der Fall, da auch der Verknüpfung der einzelnen Faktoren für den Markterfolg eine sehr hohe Bedeutung zukommt. </p>
<p>Die unternehmerische Stärke besteht in der individuellen Unternehmensidentität, die sich nicht zuletzt in der individuellen Kombination der Beurteilungskriterien ausdrückt. Da das Unternehmen am Markt nicht isolierte Beurteilungskriterien einsetzt, die sich als Stärken oder Schwächen klassifizieren lassen, sondern als geschlossenes Gebilde auftritt, wird durch ein <strong>Unternehmensleitbild</strong> ein Verzetteln von Aktivitäten verhindert, und die unternehmerischen Aktivitäten werden auf bestimmte Bereiche ausgerichtet. Die Leitbildkontrolle wird daher getragen von der Frage nach Aufbau und Pflege eines umfassenden Stärkenpotenzials und einer mit dem Leitbild kompatiblen Strategieausrichtung.</p>
<p>Im Grunde bedarf die Leitbildkontrolle keiner planungstechnischen Verankerung. Die Güte einer im Sinne des Unternehmensleitbildes konzentrierten Ausrichtung aller Unternehmensaktivitäten ist weniger durch routinemäßig stattfindende Kontrollen als vielmehr durch konsenshaftes Handeln aller Beteiligten zu erreichen.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Supply Chain Management</title>
		<link>https://hannovers-steuerberater.de/controlling/supply-chain-management/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[root_cbc9x0pj]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Dec 2018 00:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Supply Chain ManagementInhaltsübersicht1.Überblick2.Abgrenzung zu verwandten Konzepten3.Ziele von Supply Chain Management in der Praxis4.Komponenten des Supply Chain Management5.Erklärungsansätze für das Entstehen von Supply Chains1. ÜberblickIn den letzten Jahren hat sich der Begriff "Supply Chain Management" zu einem betriebswirtschaftlichen Modewort entwickelt. Trotz zahlreicher Publikationen wird jedoch vielfach nicht deutlich, was das originär Neue am Supply Chain Management  [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://hannovers-steuerberater.de/controlling/supply-chain-management/">Supply Chain Management</a> erschien zuerst auf <a href="https://hannovers-steuerberater.de">Steuerberater Hannover</a>.</p>
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<div class="doc_headerline stw_headerline">
<h1 class="stw_titel">Supply Chain Management</h1>
</div>
</div>
</div>
<div class="stw_toc">
<h2 class="stw_toc_head">Inhaltsübersicht</h2>
<ol class="eingeb_num_liste">
<li>
<div class="eingeb_listnum">1.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld1.">Überblick</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">2.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld2.">Abgrenzung zu verwandten Konzepten</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">3.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld3.">Ziele von Supply Chain Management in der Praxis</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">4.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld4.">Komponenten des Supply Chain Management</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">5.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld5.">Erklärungsansätze für das Entstehen von Supply Chains</a></div>
</li>
</ol>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld1.">1. Überblick</h2>
<p>In den letzten Jahren hat sich der Begriff &#8222;Supply Chain Management&#8220; zu einem betriebswirtschaftlichen Modewort entwickelt. Trotz zahlreicher Publikationen wird jedoch vielfach nicht deutlich, was <strong>das originär Neue am Supply Chain Management</strong> ist, denn sowohl national als auch international hat sich bisher kein einheitliches Verständnis des Begriffs herausgebildet. Dies lässt sich vor allem dadurch erklären, dass es sich beim Supply Chain Management um kein in der betriebswirtschaftlichen Theorie entwickeltes Konzept, sondern um einen in der Unternehmenspraxis entstandenen Ansatz einer stärkeren unternehmensübergreifenden Integration handelt, der zu Effizienzsteigerungen in der gesamten <strong>Wertschöpfungskette</strong> führen soll.</p>
<p>Seinen Ursprung hat <strong>Supply Chain Management (SCM)</strong> in den USA. Dort prägten Anfang der 80er Jahre amerikanische Consulting Gesellschaften den Begriff. Die Theorie befasste sich erstmals in den frühen 90er Jahren mit der Thematik &#8211; wiederum zunächst in den Vereinigten Staaten. In Deutschland etablierte sich das Supply Chain Management Mitte der 90er Jahre.</p>
<p>Basierend auf der <strong>Wertschöpfungskette</strong> (<strong>Value Chain</strong>) von <strong>Michael E. Porter</strong> wird im Supply Chain Management der Gedanke einer Integration von Unternehmensaktivitäten aufgegriffen. Während die einzelnen Bereiche bislang weitgehend losgelöst voneinander standen, sollen per SCM die <strong>Verbesserungspotenziale</strong> an den <strong>unternehmensinternen und -externen Schnittstellen</strong> aufgedeckt werden (<a class="doklink" title="Efficient Consumer Response" href="/controlling/228925">Efficient Consumer Response</a>). Dabei bezieht sich das Supply Chain Management zum einen auf die Aktivitäten einer Unternehmung selbst (<strong>unternehmungsinterne Supply Chain</strong>). Zum anderen beinhaltet es die Anbindung der Unternehmung an die Umwelt, wobei inputseitig die Lieferanten und outputseitig die Kunden wesentliche Schnittstellen sind (<strong>unternehmensintegrierte Supply Chain</strong>).</p>
<p>Über die <strong>Integrationsobjekte</strong> des Supply Chain Managements bestehen unterschiedliche Auffassungen. Bei dem geringst möglichen Umfang umfasst Supply Chain Management lediglich den Material- und Güterfluss sowie einen entgegenlaufenden Informationsfluss. Supply Chain Management kann jedoch auf der anderen Seite auch wesentlich umfassender und allgemeiner aufgefasst werden, so dass potenziell <strong>alle Wertschöpfungsprozesse für eine unternehmensübergreifende Integration</strong> in Frage kommen. Beispielsweise führt das <strong>Global Supply Chain Forum</strong> in diesem Zusammenhang <strong>sieben relevante Wertschöpfungsprozesse</strong> an:</p>
<ul>
<li>
<p><strong>Customer Relationship Management</strong> (Identifikation von Kundengruppen, Entwicklung von Programmen und Maßnahmen mit den wichtigsten Kunden)</p>
</li>
<li>
<p><strong>Customer Service Management</strong> (Versorgung des Kunden mit Informationen zum Produktions- und Distributionsstatus)</p>
</li>
<li>
<p><strong>Demand Management</strong> (Abstimmung des Material- und Produktflusses auf den Kundenbedarf)</p>
</li>
<li>
<p><strong>Order Fulfillment</strong> (Bearbeitung von Kundenaufträgen)</p>
</li>
<li>
<p><strong>Manufacturing Flow Management</strong> (Produktionsprozessgestaltung gemäß den Kundenwünschen)</p>
</li>
<li>
<p><strong>Procurement</strong> (Beziehung zu Hauptlieferanten)</p>
</li>
<li>
<p><strong>Product Development and Commercialization</strong> (Produktentwicklung gemeinsam mit Lieferanten und Hauptkunden)</p>
</li>
</ul>
<p>Unterschiedliche Auffassungen bestehen ferner in Hinblick auf die <strong>Ausrichtung des Supply Chain Managements</strong>. Hierunter versteht man sowohl die Richtung als auch die Tiefe der Integration in der Wertschöpfungskette. <strong>Mögliche Integrationsrichtungen</strong> können die Beschaffungs- (upstream) und die Versorgungsseite (downstream) eines Unternehmens sein. Mittlerweile besteht weitgehend Einigkeit darüber, dass die Richtung beim Supply Chain Management sowohl upstream als auch downstream sein muss.</p>
<p>Mit <strong>Tiefe der Integration</strong> bezeichnet man die Anzahl der in die Integrationsbestrebungen einbezogenen vor- beziehungsweise nachgelagerten Wertschöpfungsstufen eines Unternehmens. In der betrieblichen Praxis wird häufig nur ein Teil der gesamten Wertschöpfungskette betrachtet. Demgegenüber reicht Supply Chain Management in der Idealvorstellung von der Gewinnung des Rohmaterials bis zum letztendlichen Konsum. </p>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld2.">2. Abgrenzung zu verwandten Konzepten</h2>
<p>Die Übergänge des Supply Chain Managements zu verwandten Konzepten verlaufen fließend. Die Aktivitäten und betrachteten Objekte zwischen den Bereichen überschneiden sich insbesondere mit denen des Einkaufs, der Beschaffung, der Materialwirtschaft und der Logistik, die sich alle mehr oder weniger mit der Bereitstellung von Waren beschäftigen:</p>
<ul>
<li>
<p><strong>Einkauf</strong>: Der Einkauf zeichnet sich durch operative, abwickelnde Tätigkeiten aus und befasst sich beispielsweise mit Anfragen, Bestellungen, Angebotsvergleichen, Lieferantenauswahl und Preisverhandlungen.</p>
</li>
<li>
<p><strong>Beschaffung</strong>: Die Beschaffung ist im Vergleich zum Einkauf umfassender und beinhaltet auch strategische Aspekte. Allgemein bezieht sich die Beschaffung auf die Gewährleistung der Beschaffungsmarktsituation und der Versorgungssicherheit einer Unternehmung.</p>
</li>
<li>
<p><strong>Materialwirtschaft</strong>: Die Materialwirtschaft beinhaltet den wirtschaftlichen Umgang mit Waren und ist damit wiederum weiter gefasst als die Beschaffung. Sie beschäftigt sich zum Beispiel mit der Lagerbewirtschaftung, dem innerbetrieblichen Transport und der Materialbereitstellung in der Fertigung. Die gleichen Tätigkeiten werden auch im Supply Chain Management wahrgenommen. Dennoch ist Supply Chain Management umfangreicher, weil es die unternehmungsinterne Kette über alle Bereiche, vom Wareneingang bis zum Versand, abdeckt und zusätzlich die externen Schnittstellen sowie die Geld- und Informationsflüsse berücksichtigt.</p>
</li>
<li>
<p><strong>Logistik</strong>: Die Logistik beschäftigt sich mit dem physischen Warenfluss (Verfügbarkeit) innerhalb der Unternehmung sowie zwischen der Unternehmung und seiner Umwelt. Im Mittelpunkt stehen dabei die Funktionen der Raum- und Zeitüberbrückung.</p>
</li>
</ul>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld3.">3. Ziele von Supply Chain Management in der Praxis</h2>
<p>Die Entwicklung des Supply Chain Managements in der Unternehmenspraxis beruht primär auf der Erkenntnis, dass sich <strong>wesentliche Effizienzsteigerungspotenziale</strong> realisieren lassen, wenn die <strong>Wertschöpfungskette in ihrer Gesamtheit optimiert</strong> werden kann. Folgende Zielsetzungen stehen hierbei im Vordergrund:</p>
<ul>
<li>
<p><strong>Realisierung von Kostenvorteilen</strong></p>
<p>Mit Supply Chain Management lassen sich Kostenvorteile insbesondere durch <strong>Reduzierung von Bestandskosten</strong> realisieren. Unsicherheiten in Bezug auf Nachfragemenge, Lieferzeiten oder Produktqualität führen in der Regel zum Aufbau von Beständen, so dass in der gesamten Wertschöpfungskette wesentlich höhere Bestände als notwendig gehalten werden. </p>
<p>Supply Chain Management dient dazu, die bestehende Unsicherheit durch den Austausch von Informationen (<a class="doklink" title="Information" href="/controlling/238408">Informationen</a>, Informationsbedarf) zu reduzieren und die Bestandsmengen so zu bestimmen, dass eine <strong>Gesamtoptimierung</strong> über die Supply Chain erzielt werden kann. Durch Integration der an der Supply Chain beteiligten Unternehmen lassen sich darüber hinaus <strong>Skalen- und Verbundeffekte</strong> in Beschaffung, Fertigung und Distribution erzielen.</p>
</li>
<li>
<p><strong>Realisierung von Zeitvorteilen</strong></p>
<p>Supply Chain Management unterstützt die Erreichung von <strong>Zeitzielen</strong>. Dies betrifft zum Beispiel die Verkürzung der Entwicklungszeiten von Neuprodukten durch eine frühzeitige Einbindung der Lieferanten in den Entwicklungsprozess (<strong>Simultaneous Engineering</strong>) und die Verkürzung der Auftrags- und Durchlaufzeiten durch enge logistische Anbindung von Lieferanten.</p>
</li>
<li>
<p><strong>Realisierung von Qualitätsvorteilen</strong></p>
<p>In einer Supply Chain lässt sich auch die <strong>Qualität der Produkte</strong> durch enge Zusammenarbeit der Partner verbessern (Qualitätscontrolling). Während in der klassischen Marktbeziehung auf Grund von Informationsasymmetrien nur der Lieferant die Qualität seiner Produkte kennt, wird die Qualitätssicherung in Supply Chain-Beziehungen zum gemeinschaftlichen Ziel der beteiligten Unternehmen. Durch den Aufbau von Vertrauen wird gleichzeitig eine kooperative Beziehungsatmosphäre geschaffen.</p>
</li>
</ul>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld4.">4. Komponenten des Supply Chain Management</h2>
<p>Der Aufbau und das Management der Supply Chain wird maßgeblich durch die jeweils integrierten Wertschöpfungsprozesse bestimmt. Im Vordergrund stehen hierbei die Managementkomponenten Planung (<a class="doklink" title="Bottom-up-Planung" href="/controlling/236497">Bottom-up-Planung</a> bzw. <a class="doklink" title="Top-down-Planung" href="/controlling/232540">Top-down-Planung</a>) und Kontrolle, Arbeits-/Prozessstruktur, Bestandsmanagement und Informationsstruktur:</p>
<ul>
<li>
<p><strong>Planung und Kontrolle</strong></p>
<p>Bei traditionellen Marktbeziehungen verläuft die Planung in der Regel kurzfristig und transaktionsbasiert. Demgegenüber ist für das Management von Supply Chains eine <strong>gemeinsame und langfristige Planung</strong> vieler Glieder der Wertschöpfungskette kennzeichnend, denn der Erfolg einer Supply Chain hängt maßgeblich vom Ausmaß der <strong>gemeinsam durchgeführten Planung</strong> ab. </p>
<p>Auch wenn sich die Bedeutung der anderen Komponenten im Lebenszyklus der Supply Chain stark verändern kann, bleibt die Planung während der gesamten Lebenszeit der Supply Chain von erheblicher Bedeutung. Unter Kontrolle wird in diesem Zusammenhang die Messung des Erfolgs von Supply Chains (performance measurement) verstanden.</p>
</li>
<li>
<p><strong>Arbeits-/Prozessstruktur</strong></p>
<p>Mit Arbeits-/Prozessstruktur wird die Art und Weise bezeichnet, mit der ein Unternehmen beziehungsweise eine Supply Chain ihre Aufgaben erfüllt. Geringe Durchlaufzeiten und ein hohes Maß an Flexibilität wird in der Regel durch eine <strong>teambasierte Arbeitsstruktur</strong> gewährleistet. Das <strong>Business Process Redesign</strong> (<strong>BPR</strong>) wird häufig als Instrument zur Gestaltung der Arbeits-/Prozessstruktur in Supply Chains eingesetzt.</p>
</li>
<li>
<p><strong>Bestandsmanagement</strong></p>
<p>Bei traditionellen Geschäftsbeziehungen bauen die in die Wertschöpfungskette einbezogenen Unternehmen in der Regel <strong>jeweils unabhängig voneinander Lagerbestände</strong> auf. Demgegenüber wird beim Supply Chain Management die Kapitalbindung durch Lagerbestände reduziert, indem Material- und Warenflüsse auf den einzelnen Stufen der Wertschöpfungskette aufeinander abgestimmt (zum Beispiel durch Just-in-time-Belieferungen) und notwendige Lagerbestände auf möglichst frühen Stufen der Wertschöpfungskette platziert werden.</p>
</li>
<li>
<p><strong>Informationssystem</strong></p>
<p>Im Rahmen der Integration von Informationssystemen geht es vor allem um die Festlegung, in<strong> welcher Art und in welcher Häufigkeit Informationen</strong> an andere Unternehmen in der Supply Chain weitergegeben werden sollen (Informationsbedarf). In den <strong>Informationsaustausch</strong> eingebunden sind in der Regel Umsatzzahlen, Produktionsprogrammpläne und Planungen, die neue Technologien und die langfristige Unternehmensentwicklung betreffen. Ein solcher Informationsaustausch bedingt natürlich Offenheit und gegenseitiges Vertrauen.</p>
</li>
<li>
<p><strong>Produktstruktur</strong></p>
<p>Bei der <strong>Neu- und Weiterentwicklung von Produkten</strong> (<a class="doklink" title="Produktplanung" href="/controlling/240537">Produktplanung</a>) ist zu entscheiden, inwieweit andere Unternehmen bei diesem Entwicklungsprozess eingebunden werden sollen. Eine umfassende Einbindung bringt einerseits die Möglichkeit, die Ressourcen anderer Unternehmen für das eigene Unternehmen zu nutzen, birgt aber andererseits auch die Gefahr, dass originäres Wissen weitergegeben wird.</p>
</li>
<li>
<p><strong>Führungsstruktur</strong></p>
<p>In den meisten Supply Chains bestimmen ein oder zwei dominante Unternehmen maßgeblich den Aufbau und das Management der Supply Chains. Die Art, wie diese (Macht)Stellung genutzt wird, hat nachhaltigen Einfluss auf die <strong>Gestalt und Funktionsfähigkeit der Supply Chains</strong>. Zwar kann ein gewisses Maß an Machtausübung die Entwicklung und Durchsetzung der Gesamtstrategie der Supply Chain durchaus fördern, eine erzwungene Koordination führt jedoch häufig zu Ausstiegsbestrebungen anderer Unternehmen.</p>
</li>
<li>
<p><strong>Unternehmenskultur</strong></p>
<p>Eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine gute Koordination zwischen den einzelnen Unternehmen der Supply Chain ist eine <strong>weitgehende Übereinstimmung der Unternehmenskulturen</strong>. Eine gewisse Annäherung von individuellen und organisationalen Verhaltensweisen ist für eine unternehmensübergreifende Integration in einem gewissen Ausmaß erforderlich, erweist sich in der Praxis aber als sehr zeitaufwendig und ist nur schwer zu realisieren.</p>
</li>
</ul>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld5.">5. Erklärungsansätze für das Entstehen von Supply Chains</h2>
<p>Für die Erklärung des Entstehens von interorganisationalen Beziehungen werden insbesondere zwei theoretische Ansätze &#8211; die <strong>Transaktionskosten-Theorie</strong> sowie der <strong>Ressourcenbasierte Ansatz</strong> &#8211; herangezogen. Da es sich bei einer Supply Chain um eine Kooperation verschiedener Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette handelt, spielen diese Ansätze auch im Zusammenhang mit der Evolution von Supply Chains eine große Rolle.</p>
<ul>
<li>
<p>Mit dem <strong>Transaktionskostenansatz</strong> werden unterschiedliche institutionelle Regelungen zur Koordination ökonomischer Aktivitäten erklärt. <strong>Analyseeinheit</strong> sind hierbei einzelne Transaktionen, die den Prozess der Anbahnung, Vereinbarung, Kontrolle und Anpassung des physischen Güteraustausches umfassen. Ziel hierbei ist es, die bei der Transaktion anfallenden Kosten durch Wahl einer geeigneten Organisationsform zu minimieren. </p>
<p>Zentrale Determinanten der Transaktionskosten sind die <strong>Spezifität einer Transaktion</strong> und der <strong>Unsicherheitsgrad</strong>, wobei angenommen wird, dass sowohl begrenzte Rationalität als auch opportunistisches Verhalten des Menschen vorliegt. Die marktliche Koordination ist bei einer niedrigen Spezifität und einem geringen Unsicherheitsgrad am effizientesten. Ein Standardprodukt (mit geringer Spezifität) wird man daher in der Regel über den Markt beziehen. Liegt dagegen eine hohe Spezifität und große Unsicherheit vor, erscheint eine hierarchische Koordination vorteilhaft. </p>
<p>Kooperationsformen wie die Supply Chain waren zunächst insbesondere dann effizient, wenn eine mittlere Ausprägung der Kosteneinflussgrößen Spezifität und Unsicherheit vorlag. Mittlerweise können durch die rasante Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnologie in einer Supply Chain allerdings auch spezifischere und durch höhere Unsicherheit gekennzeichnete Leistungen erbracht werden.</p>
</li>
<li>
<p>Der <strong>Ansatz der Kernkompetenzen</strong> (Ressourcenbasierter Ansatz) stellt die Produktionskosten in den Mittelpunkt der Betrachtung. Wettbewerbsvorteile entstehen durch permanentes Erwerben, Entwickeln und Erhalten von Ressourcen und den damit verbundenen <strong>Aufbau von Kernkompetenzen</strong>. Das Ziel liegt in der Optimierung der Leistungstiefe, einer Erhöhung der Flexibilität und Innovationsfähigkeit sowie der Realisierung von <strong>&#8222;economies of scale&#8220;</strong>.</p>
<p>Für die Leistungserstellung sind jedoch neben den Kernkompetenzen auch <strong>Komplementärkompetenzen</strong> erforderlich. Supply Chain-Partnerschaften schaffen in diesem Zusammenhang die Möglichkeit, die <strong>Komplementärkompetenzen</strong> der Partner zu nutzen, ohne sie im eigenen Unternehmen aufbauen zu müssen, und gleichzeitig durch gemeinsames Lernen zusätzliche Kompetenzen zu erwerben. </p>
</li>
</ul>
</div>
<div class="stw_verweise" id="stw_verweise_1">
<div class="infografik"><span class="infografik_start"> </span><span class="infografik_text">Siehe auch</span><span class="infografik_ende"> </span></div>
<div class="stw_verweise_stichwort">
<p><span class="stw_verweise_stichwort_text">Customer Relationship Management</span><a class="doklink stw_verweise_stichwort_link" title="Efficient Consumer Response" href="/controlling/228925"><span class="stw_verweise_stichwort_text">Efficient Consumer Response</span></a><a class="doklink stw_verweise_stichwort_link" title="Bottom-up-Planung" href="/controlling/236497"><span class="stw_verweise_stichwort_text">Bottom-up-Planung</span></a><a class="doklink stw_verweise_stichwort_link" title="Top-down-Planung" href="/controlling/232540"><span class="stw_verweise_stichwort_text">Top-down-Planung</span></a><a class="doklink stw_verweise_stichwort_link" title="Information" href="/controlling/238408"><span class="stw_verweise_stichwort_text">Information</span></a><span class="stw_verweise_stichwort_text">Informationsbedarf</span><a class="doklink stw_verweise_stichwort_link" title="Produktplanung" href="/controlling/240537"><span class="stw_verweise_stichwort_text">Produktplanung</span></a><a class="doklink stw_verweise_stichwort_link" title="Warenwirtschaftssystem" href="/controlling/251319"><span class="stw_verweise_stichwort_text">Warenwirtschaftssystem</span></a></p>
</div>
</div>
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		<title>Lizenzvertrag</title>
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		<pubDate>Mon, 10 Dec 2018 00:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>LizenzvertragInhaltsübersicht1.Überblick2.Rechtsgrundlage des Lizenzvertrages3.Inhalt und Schranken des Lizenzvertrages 4.Pflichten der Vertragspartner 4.1Zahlung von Lizenzgebühren 4.2Ausübungspflicht 5.Formen des Lizenzvertrages 5.1Einfache Lizenz 5.2Ausschließliche Lizenz 5.3Entwicklungs- und Nachbaulizenz 5.4Herstellerlizenz 5.5Vertriebslizenz 5.6Unterlizenz 5.7Sonstige Lizenzarten1. ÜberblickVerfolgt man die Entwicklung in Konzernen etwas genauer, so wird man feststellen, dass bedeutende Umsatzanteile häufig auf Lizenzeinnahmen entfallen.Die Wirkungen von Lizenzen sind im Deutschen Patentgesetz  [...]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="doc_header stw_header">
<div class="doc_headerlogo stw_headerlogo"><!--stw_logo--></div>
<div class="doc_headerblock stw_headerblock">
<div class="doc_headerline stw_headerline">
<h1 class="stw_titel">Lizenzvertrag</h1>
</div>
</div>
</div>
<div class="stw_toc">
<h2 class="stw_toc_head">Inhaltsübersicht</h2>
<ol class="eingeb_num_liste">
<li>
<div class="eingeb_listnum">1.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld1.">Überblick</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">2.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld2.">Rechtsgrundlage des Lizenzvertrages</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">3.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld3.">Inhalt und Schranken des Lizenzvertrages </a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">4.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld4.">Pflichten der Vertragspartner </a></p>
<ol class="eingeb_num_liste">
<li>
<div class="eingeb_listnum">4.1</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld4.1">Zahlung von Lizenzgebühren </a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">4.2</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld4.2">Ausübungspflicht </a></div>
</li>
</ol>
</div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">5.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld5.">Formen des Lizenzvertrages </a></p>
<ol class="eingeb_num_liste">
<li>
<div class="eingeb_listnum">5.1</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld5.1">Einfache Lizenz </a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">5.2</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld5.2">Ausschließliche Lizenz </a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">5.3</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld5.3">Entwicklungs- und Nachbaulizenz </a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">5.4</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld5.4">Herstellerlizenz </a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">5.5</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld5.5">Vertriebslizenz </a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">5.6</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld5.6">Unterlizenz </a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">5.7</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld5.7">Sonstige Lizenzarten</a></div>
</li>
</ol>
</div>
</li>
</ol>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld1.">1. Überblick</h2>
<p>Verfolgt man die Entwicklung in Konzernen etwas genauer, so wird man feststellen, dass <strong>bedeutende Umsatzanteile</strong> häufig auf <strong>Lizenzeinnahmen</strong> entfallen.</p>
<p>Die Wirkungen von Lizenzen sind im <strong>Deutschen Patentgesetz</strong> festgelegt. Danach verleiht ein Patent seinem Inhaber das Recht, Dritten die Nutzung der geschützten Erfindung zu verbieten und über eine Erfindung alleine zu verfügen. Ohne Zustimmung des Patentinhabers ist es demnach untersagt, den geschützten Gegenstand herzustellen, anzubieten, in Verkehr zu bringen bzw. zu gebrauchen oder zu den genannten Zwecken einzuführen. Aus diesem Grund bestimmt § 15 Abs. 2 PatG, dass Rechte aus dem Patent ganz oder teilweise Gegenstand von ausschließlichen oder nicht ausschließlichen Lizenzen sein können (vgl. hierzu Abschnitt 5).</p>
<p>Unter einer <strong>Erfindung</strong> versteht man eine auf individueller Leistung beruhende Anwendung einer technischen Idee mit fortschrittlicher Wirkung. Ein Patent erteilt einem Erfinder eine vom Staat erteilte ausschließliche Befugnis, seine Erfindung gewerblich anzuwenden. </p>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld2.">2. Rechtsgrundlage des Lizenzvertrages</h2>
<p>Rechtsgrundlage der <strong>Lizenzierung</strong> ist ein <strong>Vertrag</strong> zwischen <strong>Lizenzgeber</strong> und <strong>Lizenznehmer</strong>. Im Lizenzvertrag wird die Einräumung von <strong>Nutzungsrechten</strong> an Schutzrechten geregelt. Vertragsgegenstand sind die Rechte des Lizenzgebers und -nehmers, die im Rahmen eines vereinbarten Austauschs definiert werden. </p>
<table id="frg_tb1" border="0" width="90%" class="doc_table"><!-- CF: 0 --></p>
<colgroup span="1">
<col width="25%" span="1" />
<col width="20%" span="1" />
<col width="22%" span="1" />
<col width="33%" span="1" /></colgroup>
<tr>
<th style="width:100%" colspan="4" id="th2tb1" rowspan="1"><strong><u>Rechtsgrundlagen des Lizenzvertrages:</u></strong></th>
</tr>
<tr>
<td style="width:25%" headers="th2tb1" rowspan="1"> </td>
<td style="width:20%" headers="th2tb1" rowspan="1"> </td>
<td style="width:22%" headers="th2tb1" rowspan="1"> </td>
<td style="width:33%" headers="th2tb1" rowspan="1"> </td>
</tr>
<tr>
<th style="width:25%" id="th1tb1" rowspan="1">Gesetz</th>
<th style="width:20%" id="th3tb1" rowspan="1">Übertragung</th>
<th style="width:22%" id="th4tb1" rowspan="1">Lizenzvertrag</th>
<th style="width:33%" id="th5tb1" rowspan="1">Besonderheit</th>
</tr>
<tr>
<th style="width:25%" headers="th1tb1" id="th6tb1" rowspan="1">Patent (PatG)</th>
<td style="width:20%" headers="th1tb1 th6tb1 th3tb1" rowspan="1">§ 15 Abs. 1</td>
<td style="width:22%" headers="th1tb1 th6tb1 th4tb1" rowspan="1">§ 15 Abs. 2</td>
<td style="width:33%" headers="th1tb1 th6tb1 th5tb1" rowspan="1"> </td>
</tr>
<tr>
<th style="width:25%" headers="th1tb1" id="th7tb1" rowspan="1">Gebrauchsmuster (GebrMG)</th>
<td style="width:20%" headers="th1tb1 th7tb1 th3tb1" rowspan="1">§ 22 Abs. 1</td>
<td style="width:22%" headers="th1tb1 th7tb1 th4tb1" rowspan="1">§ 22 Abs. 2</td>
<td style="width:33%" headers="th1tb1 th7tb1 th5tb1" rowspan="1"> </td>
</tr>
<tr>
<th style="width:25%" headers="th1tb1" id="th8tb1" rowspan="1">Muster (GeschmMG)</th>
<td style="width:20%" headers="th1tb1 th8tb1 th3tb1" rowspan="1">§ 3</td>
<td style="width:22%" headers="th1tb1 th8tb1 th4tb1" rowspan="1">§ 3</td>
<td style="width:33%" headers="th1tb1 th8tb1 th5tb1" rowspan="1"> </td>
</tr>
<tr>
<th style="width:25%" headers="th1tb1" id="th9tb1" rowspan="1">Marke (MarkenG)</th>
<td style="width:20%" headers="th1tb1 th9tb1 th3tb1" rowspan="1">§ 27</td>
<td style="width:22%" headers="th1tb1 th9tb1 th4tb1" rowspan="1">§ 30</td>
<td style="width:33%" headers="th1tb1 th9tb1 th5tb1" rowspan="1"> </td>
</tr>
<tr>
<th style="width:25%" headers="th1tb1" id="th10tb1" rowspan="1">Geschäftliche Bezeichnung</th>
<td style="width:20%" headers="th1tb1 th10tb1 th3tb1" rowspan="1">Rspr.</td>
<td style="width:22%" headers="th1tb1 th10tb1 th4tb1" rowspan="1">Rspr.</td>
<td style="width:33%" headers="th1tb1 th10tb1 th5tb1" rowspan="1">Übertragung nur zusammen mit Geschäftsbetrieb</td>
</tr>
<tr>
<th style="width:25%" headers="th1tb1" id="th11tb1" rowspan="1">Urheberrecht (UrhG)</th>
<td style="width:20%" headers="th1tb1 th11tb1 th3tb1" rowspan="1">§§ 28, 29, 30</td>
<td style="width:22%" headers="th1tb1 th11tb1 th4tb1" rowspan="1">§§ 31-44 und Spezialgesetze</td>
<td style="width:33%" headers="th1tb1 th11tb1 th5tb1" rowspan="1">Keine rechtsgeschäftliche Übertragung möglich</td>
</tr>
</table>
<p>Beim Abschluss eines Lizenzvertrages besteht prinzipiell <strong>Vertragsfreiheit</strong>. Der Lizenzvertrag ist ein Vertrag eigener Art, der sich nicht unter die Vertragstypen des BGB einordnen lässt. Mögliche vertragliche Lücken müssen durch das allgemeine Vertragsrecht oder in Anlehnung an die Rechtsprechung ergänzt werden.</p>
<p>Ein rechtsgültiger Lizenzvertrag endet nur durch Kündigung oder Ablauf der im Vertrag vereinbarten Frist. Es ist die Pflicht des Lizenznehmers darauf zu achten, ob das vertragsinhaltliche Schutzrecht besteht.</p>
<p>Das Bestehen des Schutzrechtes ist bei <strong>ungeprüften Schutzrechten</strong> unsicher, ebenso kann es z. B. rückwirkend beseitigt werden. Letzteres bedeutet, dass der Bestand eines geprüften Schutzrechtes gleichermaßen unsicher ist. In diesem Fall wird der bestehende Schutzvertrag jedoch nicht rückwirkend beseitigt. Er lässt sich aber nach Prüfung der Geschäftsgrundlage an die neuen Verhältnisse anpassen. </p>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld3.">3. Inhalt und Schranken des Lizenzvertrages </h2>
<p>Durch den Lizenzvertrag kann die <strong>Nutzung des Schutzrechtes inhaltlich, räumlich und zeitlich beschränkt werden</strong>. Ebenso können sonstige Schranken vereinbart sein:</p>
<ul>
<li>
<p> Eine <strong>inhaltliche Beschränkung</strong> liegt vor, wenn der Lizenzvertrag nur eine Nutzungsart oder mehrere Nutzungsarten erlaubt, die nach den Gesetzen möglich sind. So kann dem Lizenznehmer z. B. erlaubt werden, den Schutzrechtsgegenstand nur in Verkehr zu bringen, nur zu vervielfältigen oder nur zu benutzen.</p>
</li>
<li>
<p> Mit einer <strong>räumlichen Beschränkung</strong> kann im Lizenzvertrag ein Nutzungsrecht für ein Land, Bundesland, Region o. Ä. vereinbart werden. Der Lizenznehmer darf dann nur innerhalb dieses räumlichen Bereiches das Schutzrecht nutzen.</p>
</li>
<li>
<p> Im Rahmen einer <strong>persönlichen Beschränkung</strong> wird vereinbart, dass nur der Vertragspartner (Lizenznehmer) den Schutzrechtsgegenstand benutzen darf. Eine persönliche Beschränkung wird bei der einfachen Lizenz angenommen, bei der ausschließlichen Lizenz muss sie vereinbart werden (vgl. Abschnitt 5).</p>
</li>
<li>
<p> Bei einer <strong>zeitlichen Beschränkung</strong> endet der Lizenzvertrag in jedem Fall mit Ablauf des Schutzrechtes. Die Vereinbarung kann bis zum Ablauf der Schutzdauer des Schutzrechtes vereinbart werden, jedoch auch für eine kürzere Dauer.</p>
</li>
<li>
<p> Durch Vertrag können <strong>weitere sonstige Schranken</strong> vereinbart werden, beispielsweise eine mengenmäßige Beschränkung.</p>
</li>
</ul>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld4.">4. Pflichten der Vertragspartner </h2>
<p>Die Pflichten der Vertragspartner ergeben sich entweder aus der Natur des Lizenzvertrags oder aus den vertraglichen Vereinbarungen. </p>
<p>Die <strong>Hauptverpflichtung des Lizenznehmers</strong> besteht in der Zahlung der Lizenzgebühren sowie die Kostenübernahme für die Lizenzierung von Schutzrechten, Schutzrechtsanmeldungen und Know-how. Ferner kann eine Ausübungspflicht bestehen. Neben der Nichtangriffsklausel bei Patentlizenzverträgen können als Nebenpflichten so genannte Bezugspflichten, Weiterentwicklungspflichten und Markierungspflichten in Betracht kommen. Die Pflicht zur Geheimhaltung ist ebenfalls ein wichtiger Vertragsbestandteil.</p>
<p>Die <strong>Hauptverpflichtung des Lizenzgebers</strong> besteht in der Lizenzierung des Vertragsgegenstands und in der Gewährleistung für die lizensierten Schutzrechte sowie bei Patentlizenzverträgen in der Verpflichtung zur Anmeldung, Aufrechterhaltung und Verteidigung der lizenzierten Schutzrechte. Diese Verpflichtung ist dem Lizenznehmer nur im Fall der ausschließlichen Lizenz als Nebenpflicht aufgebürdet. Die Verfügbarmachung sowie die Aufrechterhaltung des Geheimnisschutzes stellt bei Know-how-Lizenzverträgen eine Hauptverpflichtung des Lizenzgebers dar. </p>
<p>Als <strong>beiderseitige Verpflichtungen von Lizenzgeber und Lizenznehmer</strong> sind gewöhnlich der Austausch von Schutzrechten und Know-how, die Behandlung von Leistungsstörungen und schließlich die Pflichten nach Vertragsende vertraglich geregelt. </p>
<div class="stw_gld2">
<h3 class="stw_gld2_head" id="gld4.1">4.1 Zahlung von Lizenzgebühren </h3>
<p>Als Gegenleistung für die Lizenzerteilung hat der Lizenznehmer in der Regel Lizenzgebühren an den <strong>Lizenzgeber</strong> zu bezahlen. <strong>Gebührenfreie Lizenzen</strong> können vereinbart sein. In diesem Fall besteht die Gegenleistung in Form einer Übertragung oder Verfügbarmachung von Erfindungen, Patenten, Patentanmeldungen, Verbesserungen oder Know-how.</p>
<table id="frg_tb2" border="0" width="90%" class="doc_table"><!-- CF: 0 --></p>
<colgroup span="1">
<col width="25%" span="1" />
<col width="75%" span="1" /></colgroup>
<tr>
<th style="width:25%" id="th1tb2" rowspan="1"><u>Lizenzgebühren:</u></th>
<th style="width:75%" id="th2tb2" rowspan="1"><u>Beschreibung:</u></th>
</tr>
<tr>
<th style="width:25%" headers="th1tb2" id="th3tb2" rowspan="1"><strong>Umsatzlizenzgebühr</strong><br /><em>(turnover royalties)</em></th>
<td style="width:75%" headers="th1tb2 th3tb2 th2tb2" rowspan="1">Bei der Umsatzlizenzgebühr wird der Lizenzgeber am Umsatz der von ihm lizenzierten Vertragsprodukte beteiligt, unabhängig vom Ertrag. Sie stellt die häufigste Form der Gebührenzahlung dar.</td>
</tr>
<tr>
<th style="width:25%" headers="th1tb2" id="th4tb2" rowspan="1"><strong>Festlizenzgebühr</strong><br /><em>(entrance fee, lump sum)</em></th>
<td style="width:75%" headers="th1tb2 th4tb2 th2tb2" rowspan="1">Unter der Festlizenzgebühr, die man auch als Eintrittsgeld bezeichnet, versteht man einen pauschalen, fest bezifferten Betrag, der den &#8222;Kaufpreis&#8220; für die Lizenzerteilung darstellt.</td>
</tr>
<tr>
<th style="width:25%" headers="th1tb2" id="th5tb2" rowspan="1"><strong>Optionsgebühr</strong><br /><em>(option fee)</em></th>
<td style="width:75%" headers="th1tb2 th5tb2 th2tb2" rowspan="1">Die Optionsgebühr wird im bestehenden Lizenzvertrag festgelegt, wenn das sachliche, örtliche, persönliche oder zeitliche Vertragsgebiet oder der Charakter als einfacher oder ausschließlicher Lizenz verändert werden soll.</td>
</tr>
<tr>
<th style="width:25%" headers="th1tb2" id="th6tb2" rowspan="1"><strong>Mindestumsatzlizenzgebühr</strong><br /><em>(minimum turnover royalties)</em></th>
<td style="width:75%" headers="th1tb2 th6tb2 th2tb2" rowspan="1">Mindestumsatzlizenzgebühren werden zur Absicherung von Umsatzlizenzgebühren, also von Stücklizenzen, Wertlizenzen oder Gewinnlizenzen vereinbart. Der Lizenznehmer trägt das Risiko, ob er die Mindestlizenz verdienen kann.</td>
</tr>
<tr>
<th style="width:25%" headers="th1tb2" id="th7tb2" rowspan="1"><strong>Gebührenfreie und unentgeltliche Lizenz</strong><br /><em>(Gratis- oder Freilizenz)</em></th>
<td style="width:75%" headers="th1tb2 th7tb2 th2tb2" rowspan="1">Die Gegenleistung des Lizenznehmers besteht normalerweise entweder in der Zahlung der Lizenzgebühren (entgeltlich) oder in der Erbringung anderer Gegenleistungen (gebührenfrei). Die Lizenzgebühr ist grundsätzlich eine Geldzahlung. Unentgeltlich ist die Lizenzerteilung dann, wenn überhaupt keine Gegenleistung des Lizenznehmers erfolgt.</td>
</tr>
</table>
<p>Kann oder will der Lizenznehmer die Lizenzgebühr ganz oder teilweise nicht mehr erbringen, so kann der Lizenzgeber seinerseits auf die Erbringung seiner Leistung &#8211; also die Erteilung der Lizenz &#8211; ebenfalls verzichten. Bei kontinuierlicher Nichterbringung der Leistung hat der Lizenzgeber das Recht, den Lizenzvertrag zu kündigen, selbst wenn dies im Vertrag nicht explizit geregelt sein sollte.</p>
</div>
<div class="stw_gld2">
<h3 class="stw_gld2_head" id="gld4.2">4.2 Ausübungspflicht </h3>
<p>Erhält ein Lizenznehmer Exklusivrechte, kann sich daraus laut einem Urteil des Bundesgerichtshofs eine <strong>Ausübungspflicht</strong> ergeben (Entscheidung vom 20. Juli 1999 &#8211; Az.: X ZR 121/96). In dem Richterspruch heißt es konkret: &#8222;Wenn der Schutzrechtsinhaber einem Dritten das <strong>ausschließliche Nutzungsrecht</strong> verschafft, entsteht in der Regel eine Ausübungspflicht des ausschließlichen Lizenznehmers. Inhalt, Umfang und Fortbestand der Pflicht stehen jedoch unter dem Vorbehalt der Zumutbarkeit und sind von dem Tatrichter unter Abwägung der Umstände des Einzelfalls zu bestimmen.&#8220;</p>
<p>Der <strong>Lizenzgeber soll durch diese Bestimmung insofern geschützt</strong> werden, als der Lizenznehmer auch mit der Zahlung einer Mindestlizenzgebühr nicht selbst frei darüber entscheiden darf, ob er die Erfindung benutzen will oder nicht.</p>
<p>Bei der <strong>einfachen Lizenz</strong> ist in diesem Zusammenhang zu berücksichtigen, dass der Lizenznehmer ohne ausdrückliche vertragliche Vereinbarung <strong>keine Pflicht zur Ausübung des Nutzungsrechts</strong> hat. Eine solche kann allerdings auch für einen einfachen Lizenzvertrag vereinbart werden. Ferner ist es möglich, die Zahlung einer Mindestlizenzgebühr oder die Kündigungsmöglichkeit für den Lizenzgeber zu vereinbaren, wenn bestimmte Umsatzzahlen nicht erreicht werden. </p>
<h4 class="stw_hinweis_head">Hinweis:</h4>
<div class="stw_hinweis">
<p>Die Vereinbarung einer Ausübungsverpflichtung bei der Vergabe einer ausschließlichen Lizenz ist stets zu empfehlen, weil der Lizenznehmer sonst die Möglichkeit hätte, ein Produkt vom Markt fern zu halten, das seinem eigenen Produkt Konkurrenz macht. Anders als bei der einfachen Lizenz gilt bei der ausschließlichen Lizenz nach der Rechtsprechung im Zweifel die Pflicht zur Ausnutzung des Patents. Bei der einfachen Lizenz gilt dies selbst dann nicht, wenn eine Stück- oder Umsatzlizenz oder eine relativ hohe Mindestlizenz vereinbart ist.</p>
</div>
<p>Die Vereinbarung einer Mindestlizenzgebühr soll insbesondere verhindern, dass Unternehmen Patente als Defensivrechte erwerben, um auf preiswerte Art Konkurrenz zu verhindern und zugleich fortschrittliche Weiterentwicklungen, deren Einführung eventuell kostspielig ist, zu blockieren.</p>
</div>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld5.">5. Formen des Lizenzvertrages </h2>
<div class="stw_gld2">
<h3 class="stw_gld2_head" id="gld5.1">5.1 Einfache Lizenz </h3>
<p>Der <strong>Lizenznehmer</strong> hat bei der <strong>einfachen Lizenz</strong> nur ein <strong>Nutzungsrecht</strong>, aber kein <strong>Verbotsrecht</strong> gegenüber Dritten. Sie ist im Allgemeinen betriebs- und personenbezogen und kann daher vom Lizenznehmer nicht weiter übertragen werden. Allerdings können nach vorheriger Vereinbarung Unterlizenzen im Rahmen des Lizenzvertrages eingeräumt werden.</p>
<p>Die einfache Lizenz stellt eine <strong>schuldrechtliche Verpflichtung des Lizenzgebers</strong> dar, mit der er die Nutzung einer Erfindung durch den Lizenznehmer erlaubt. Sie hindert ihn jedoch nicht daran, weitere einfache Lizenzen oder eine ausschließliche Lizenz zu vergeben. Der Lizenznehmer kann Ansprüche gegen Dritte auf Schadensersatz nur geltend machen, wenn diese vom Lizenzgeber auf den Lizenznehmer übertragen wurden. </p>
</div>
<div class="stw_gld2">
<h3 class="stw_gld2_head" id="gld5.2">5.2 Ausschließliche Lizenz </h3>
<p>Bei der ausschließlichen Lizenz hat der Lizenznehmer neben dem <strong>Nutzungsrecht</strong> auch ein <strong>Verbotsrecht</strong>. Er tritt im Umfang des Vertrages an die Stelle des Lizenzgebers. Dieser kann sich einerseits verpflichten, im Vertragsgebiet keine weiteren Lizenzen zu erteilen (Alleinlizenzklausel) oder darüber hinaus sich im Lizenzgebiet der Benutzung der Erfindung zu enthalten (Alleinbenutzungsklausel).</p>
<p>Mit der ausschließlichen Lizenz wird dem Lizenznehmer eine dem Sachenrecht vergleichbare dingliche oder absolute Rechtsstellung gewährt. Es ist sogar möglich, den Lizenzgeber selbst von der Benutzung des Vertragsgegenstandes auszuschließen, sodass außer dem Lizenznehmer niemand die Erfindung wirtschaftlich nutzen kann. Darüber hinaus steht ihm i. d. R. als ausschließlich Berechtigtem auch das Recht zu, Unterlizenzen zu erteilen. </p>
</div>
<div class="stw_gld2">
<h3 class="stw_gld2_head" id="gld5.3">5.3 Entwicklungs- und Nachbaulizenz </h3>
<p>Eine <strong>Entwicklungslizenz</strong> verschafft dem Lizenznehmer das Recht, die Vertragsprodukte selbst zu entwickeln, insbesondere auch eigene Schutzrechte und eigenes Know-how zu erarbeiten. Demgegenüber ist unter einer <strong>Nachbaulizenz</strong> eine Lizenz zu verstehen, die es dem Lizenznehmer gestattet, nach exakten Plänen, Zeichnungen und Modellen des Lizenzgebers die Vertragsprodukte herzustellen. Der Lizenznehmer trägt hierbei zwar keinerlei Entwicklungsrisiko, muss sich jedoch andererseits auf den Nachbau des vom Lizenzgeber entwickelten Vertragsproduktes beschränken und sich diesem anpassen. Meistens werden Nachbaulizenzen vergeben, wenn der Lizenzgeber keine eigenen Fertigungskapazitäten mehr hat oder wenn er einen speziellen Markt oder eine spezielle Region nicht selbst bedient.</p>
</div>
<div class="stw_gld2">
<h3 class="stw_gld2_head" id="gld5.4">5.4 Herstellerlizenz </h3>
<p>Eine Lizenzerteilung erfolgt im Rahmen der <strong>Herstellerlizenz</strong> für die Herstellung und den Vertrieb des Vertragsproduktes. Allerdings ist es durchaus möglich und auch üblich, die Lizenzerteilung auf die bloße Herstellung zu beschränken. </p>
<p>Eine Herstellerlizenz wird z. B. vereinbart, wenn dem Lizenzgeber die notwendige Herstellungskapazität fehlt oder die Fertigungskosten beim Lizenznehmer erheblich unter denen beim Lizenzgeber liegen.</p>
</div>
<div class="stw_gld2">
<h3 class="stw_gld2_head" id="gld5.5">5.5 Vertriebslizenz </h3>
<p>Ebenso kann eine Lizenzerteilung auch nur für den reinen Vertrieb des Vertragsproduktes erfolgen, das dann vom Lizenzgeber oder einem Dritten hergestellt wird. Unter Vertrieb fällt sowohl das Anbieten als auch das Inverkehrbringen und Gebrauchen. Beim Gebrauchen kann man weiter zwischen der Benutzung eines patentierten Vertragsproduktes (Sachpatent) und der Benutzung eines patentierten Verfahrens differenzieren. Im letzten Fall ist der Lizenznehmer lediglich mit der wirtschaftlichen Verwertung betraut und nicht mit der technischen. </p>
</div>
<div class="stw_gld2">
<h3 class="stw_gld2_head" id="gld5.6">5.6 Unterlizenz </h3>
<p>Eine <strong>Unterlizenz</strong> ist ein rechtlich in sich <strong>selbstständiger Vertrag</strong>. Lizenziert werden können außer Schutzrechtsanmeldungen und Schutzrechten auch Know-how auf dem &#8222;sachlichen Vertragsgebiet&#8220;. Der Arbeitsbereich des Unterlizenzvertrags kann gleich oder kleiner als der des Hauptvertrags sein. </p>
<p>Die Vergabe von Unterlizenzen durch den ausschließlichen Lizenznehmer ist im Zweifel zustimmungsfrei, da der Lizenzgeber keine weiteren Lizenzen vergeben kann und alle inhaltsbezogenen Interessen, insbesondere bei den Gebühren, den Schutzrechten und dem Know-how sowie der Kontrolle, durch den Lizenzvertrag abgedeckt sind. Demgegenüber bedarf der einfache Lizenznehmer grundsätzlich der Zustimmung des Lizenzgebers zur Vergabe von Unterlizenzen. </p>
</div>
<div class="stw_gld2">
<h3 class="stw_gld2_head" id="gld5.7">5.7 Sonstige Lizenzarten</h3>
<p>Eine <strong>Betriebslizenz</strong> ist eine Lizenz, die inhaltlich an einen bestimmten Betrieb oder Betriebsteil gebunden ist. Sie darf deshalb nur im Rahmen dieses Betriebs ausgeübt und nur zusammen mit diesem übertragen werden. Sie erlischt spätestens mit der endgültigen Aufgabe des Betriebes. </p>
<p>Eine <strong>Konzernlizenz</strong> ist eine besondere Form der Unterlizenz, bei der alle mit dem Lizenznehmer verbundenen Konzernunternehmen über diesen lizenzmäßig berechtigt und verpflichtet sind. Sie wurde vor allem durch die Arbeitsteilung in Konzernen erforderlich. </p>
<p>Die <strong>Montagelizenz</strong> besitzt eine gewisse Ähnlichkeit mit der Nachbaulizenz, unterscheidet sich jedoch in gewissen Punkten. Hauptinhalt dieser Lizenzform ist es, das Vertragsprodukt durch den Lizenznehmer nach Unterlagen, Beschreibungen, Zeichnungen und Modellen des Lizenzgebers herzustellen und entweder selbst zu vertreiben oder an den Lizenzgeber zu liefern. </p>
</div>
</div>
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			</item>
		<item>
		<title>Überblick: Controlling</title>
		<link>https://hannovers-steuerberater.de/controlling/ueberblick-controlling/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[root_cbc9x0pj]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Dec 2018 00:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Überblick: ControllingInhaltsübersicht1.Abgrenzung Controlling - Rechnungswesen2.Formen des Controlling3.Voraussetzungen für effektives Controlling4.Aufgaben des Controlling5.Controlling-Instrumente6.Was erfahren Sie im vorliegenden LEXsoft-Produkt über Controlling?Controlling ist ein funktionsübergreifendes Instrument zur Unternehmenssteuerung und -planung. Es unterstützt den unternehmerischen Entscheidungs- und Steuerungsprozess durch zielgerichtete Informationser- und -verarbeitung und stellt das wirtschaftliche Instrumentarium zur Verfügung, mit dem das Unternehmen die Verwirklichung der Unternehmensziele planen,  [...]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="doc_header stw_header">
<div class="doc_headerlogo stw_headerlogo"><!--stw_logo--></div>
<div class="doc_headerblock stw_headerblock">
<div class="doc_headerline stw_headerline">
<h1 class="stw_titel">Überblick: Controlling</h1>
</div>
</div>
</div>
<div class="stw_toc">
<h2 class="stw_toc_head">Inhaltsübersicht</h2>
<ol class="eingeb_num_liste">
<li>
<div class="eingeb_listnum">1.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld1.">Abgrenzung Controlling &#8211; Rechnungswesen</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">2.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld2.">Formen des Controlling</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">3.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld3.">Voraussetzungen für effektives Controlling</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">4.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld4.">Aufgaben des Controlling</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">5.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld5.">Controlling-Instrumente</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">6.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld6.">Was erfahren Sie im vorliegenden LEXsoft-Produkt über Controlling?</a></div>
</li>
</ol>
</div>
<p><a class="doklink" title="Controlling" href="/controlling/228666">Controlling</a> ist ein <strong>funktionsübergreifendes Instrument zur Unternehmenssteuerung und -planung</strong>. Es unterstützt den unternehmerischen Entscheidungs- und Steuerungsprozess durch <strong>zielgerichtete Informationser- und -verarbeitung</strong> und stellt das wirtschaftliche Instrumentarium zur Verfügung, mit dem das Unternehmen die <strong>Verwirklichung der Unternehmensziele planen, steuern und kontrollieren</strong> kann. Das Controlling bedient sich dazu quantifizierbarer Werte (Zahlen) des <a class="doklink" title="Zielsystem" href="/controlling/233780">Zielsystems</a>.</p>
<p><strong>Ziel des Controlling</strong> ist die <strong>Koordination aller Teilbereiche eines Unternehmens zur Erfüllung des unternehmerischen Gesamtziels</strong>, das von der Unternehmensleitung vorgegeben wird. Zu diesem Zweck macht es wirtschaftliche Prozesse transparent und verhilft den Entscheidungsträgern zu einer rationalen Betrachtungsweise des Ist- Zustandes des Unternehmens und seiner Teilbereiche. Dadurch wiederum werden perspektivischen Möglichkeiten (Planungs- und Handlungsoptionen) sichtbar bzw. sogar eröffnet.</p>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld1.">1. Abgrenzung Controlling &#8211; Rechnungswesen</h2>
<p> Das Controlling hat sich aus dem Rechnungswesen mit seinen klassischen Bereichen Buchführung, Kosten- und Leistungsrechnung, Statistik und Planungsrechnung herausgelöst. In größeren Unternehmen ist das moderne Finanz- und Rechnungswesen in drei Bereiche gesplittet: </p>
<ul>
<li>
<p><strong>Controlling</strong> (Kosten- und Planungsmanagement: Kosten- und Leistungsrechnung, Kalkulation, Planung), </p>
</li>
<li>
<p><strong>Treasuring</strong> (Finanzmanagement: Finanzbuchhaltung) und </p>
</li>
<li>
<p><strong>Comptrolling</strong> (Informationserarbeitung, d.h. rechnungsmäßige Ermittlung und Dokumentation). </p>
</li>
</ul>
<p>In <strong>Klein- und Mittelbetrieben</strong> ist diese Unterteilung aus Kostengründen weder durchzusetzen noch zu empfehlen. Hier hat sich auf Grund der Bedeutung des Controlling für das Unternehmen jedoch häufig folgende <strong>Zweiteilung des Finanz- und Rechnungswesens</strong> herausgebildet:</p>
<div class="abbildung"><img decoding="async" class="doc_img" src="https://hannovers-steuerberater.de/wp-content/uploads/2024/04/ctrl001.gif" alt="" /></div>
<p>Die Controllerfunktion oder nur einzelne Controlling-Aufgaben werden hier häufig an <strong>Externe</strong> delegiert.</p>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld2.">2. Formen des Controlling</h2>
<p>In Anlehnung an die Gliederung der Unternehmensplanung in operative und strategische Planung wird auch zwischen operativem und strategischem Controlling unterschieden:</p>
<ul>
<li>
<p><a class="doklink" title="Operatives Controlling" href="/controlling/231570">Operatives Controlling</a> orientiert sich im Wesentlichen an den Ergebnissen der Gegenwart und Vergangenheit und begrenzt den Zukunftsaspekt auf die Definition von kurz- und mittelfristigen Planzielen (ein bis zwei Jahre), insbesondere auf die Gewinnerzielung. Sein <strong>Ziel</strong> besteht vorwiegend darin, die<strong> kurz- und mittelfristigen Unternehmensziele zu realisieren</strong>. Es baut dabei insbesondere auf Daten interner Informationsquellen, vor allem des Rechnungswesens und hier insbesondere auf die Kosten- und Leistungsrechnung, auf.</p>
</li>
<li>
<p><a class="doklink" title="Strategisches Controlling" href="/controlling/241708">Strategisches Controlling</a> hat demgegenüber die Aufgabe, durch Interpretation der Ist-Werte langfristige Ergebnisse für zukünftige Perioden zu ermitteln und zu planen und damit Grundlagen für strategische Unternehmensentscheidungen zu liefern. Das <strong>Ziel</strong> besteht hier in der <strong>langfristigen und nachhaltigen Existenzsicherung</strong> des Unternehmens. Neben den unternehmensinternen werden dabei auch externe Entwicklungs- und Einflussfaktoren (Konkurrenz, gesamtwirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen) berücksichtigt, die sich nicht immer quantifizieren lassen.</p>
</li>
</ul>
<p>In den meisten Unternehmen dominiert das <a class="doklink" title="Operatives Controlling" href="/controlling/231570">operative Controlling</a>. Angesichts eines sich immer rascher wandelnden gesellschaftlichen Umfeldes und der zunehmenden Interdependenzen der Unternehmen untereinander, kommt dem strategischen Controlling selbst in kleineren und mittleren Unternehmen eine wachsende Bedeutung zu. Operatives und strategisches Controlling müssen also parallel angewandt werden, wenn im Unternehmen tragfähige Zukunftsentscheidungen getroffen werden sollen.</p>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld3.">3. Voraussetzungen für effektives Controlling</h2>
<p><strong>Grundvoraussetzung</strong> für ein funktionierendes Controlling ist <strong>ein klares, verbindliches und erreichbares Unternehmensziel</strong>, das durch die Unternehmensleitung vorgegeben wird. Neben konkreten Sachzielen (z.B.Kennzahlen) müssen dabei auch die Zielhierarchien (Prioritäten) eindeutig fixiert sein. Diese Anforderungen an das <a class="doklink" title="Zielsystem" href="/controlling/233780">Zielsystem</a> des Unternehmens sind deshalb für ein erfolgreiches Controlling von herausragender Bedeutung, weil Aufbau und Ablauf des Controlling darauf aufbauen.</p>
<p>Dem Controlling kommt dann die Aufgabe zu, das Unternehmensziel auf die einzelnen Bereiche des Unternehmens zu projizieren und entsprechende Zielsetzungen für die Teilbereiche zu entwickeln sowie das Zusammenwirken der einzelnen Bereiche zur Verwirklichung des Unternehmensziels durch geeignete organisatorische Maßnahmen zu koordinieren.</p>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld4.">4. Aufgaben des Controlling</h2>
<p>Aufgaben und Funktionen des Controlling werden stets <strong>nach den Bedürfnissen des Unternehmens</strong> festgelegt. Zu ihnen gehören beispielsweise:</p>
<ul>
<li>
<p><strong>Ermittlungs- und Dokumentationsfunktion</strong></p>
<ul>
<li>
<p>Beobachtung der Leistungsfähigkeit des Rechnungswesens</p>
</li>
<li>
<p>Aufbau verantwortungsbezogener Kontrolleinheiten</p>
</li>
<li>
<p>Umgestaltung des Rechnungswesens auf die Bedürfnisse des Controlling (z.B. Einrichtung von Profit-Centers, Einführung der Deckungsbeitragsrechnung)</p>
</li>
<li>
<p>Aufbau einer aussagefähigen Kostenrechnung</p>
</li>
<li>
<p>Sonderermittlungen (z.B. Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen, Betriebsvergleiche, Investitionsberechnungen)</p>
</li>
</ul>
</li>
<li>
<p><strong>Planungs-, Prognose- und Beratungsfunktion</strong></p>
<ul>
<li>
<p>Beratung bei der Festlegung des Unternehmensziels</p>
</li>
<li>
<p>Festlegen konkreter, messbarer Teilziele</p>
</li>
<li>
<p>Aufstellen eines Unternehmensplans (<a class="doklink" title="Budget" href="/controlling/236580">Budget</a>, <a class="doklink" title="Budgetierung" href="/controlling/236578">Budgetierung</a>)</p>
</li>
<li>
<p>Koordination der Teilpläne</p>
</li>
<li>
<p>Beobachtung der außerbetrieblichen Einflüsse und Trends</p>
</li>
</ul>
</li>
<li>
<p><strong>Vorgabe- und Steuerungsfunktion</strong></p>
<ul>
<li>
<p>kontinuierliche Beobachtung der Verwirklichung der Planungsziele</p>
</li>
<li>
<p>Erkennen von Abweichungen, Einleiten von Maßnahmen zur Gegensteuerung</p>
</li>
<li>
<p>Anstoßen von innovativen Prozessen</p>
</li>
<li>
<p>laufende Berichterstattung</p>
</li>
<li>
<p>Analyse aller notwendigen Daten für die Entscheidungsfindung</p>
</li>
</ul>
</li>
<li>
<p><strong>Kontrollfunktion</strong></p>
<ul>
<li>
<p>Planungskontrolle (Überprüfen der Teilpläne auf Übereinstimmung mit dem Unternehmensplan, auf Realisierbarkeit und formale Richtigkeit)</p>
</li>
<li>
<p>Erfolgskontrolle</p>
</li>
<li>
<p>Soll-Ist-Vergleich, Abweichungsanalysen</p>
</li>
<li>
<p>Kontrolle der Ergebnisse</p>
</li>
<li>
<p>allgemeine Kontrollaufgaben (z.B. Bildung von Richtwerten)</p>
</li>
</ul>
</li>
</ul>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld5.">5. Controlling-Instrumente</h2>
<p>Zur Lösung der einzelnen Controlling-Aufgaben bedient sich der <a class="doklink" title="Controller" href="/controlling/228658">Controller</a> verschiedener, auf die konkrete Aufgabe zugeschnittener Controlling-Instrumente.</p>
<p><strong>Instrumente des operativen Controlling</strong> sind u.a.:</p>
<ul>
<li>
<p>ABC-Analyse</p>
</li>
<li>
<p>Auftragsgrößenanalyse</p>
</li>
<li>
<p>Beschaffungs-Controlling</p>
</li>
<li>
<p>Break-Even-Analyse</p>
</li>
<li>
<p>Deckungsbeitragsrechnung</p>
</li>
<li>
<p>Engpassrechnung</p>
</li>
<li>
<p>Ergebnisrechnungen</p>
</li>
<li>
<p>Investitionsrechnungsverfahren</p>
</li>
<li>
<p>Kennzahlen</p>
</li>
<li>
<p>Kosten-Nutzen-Analyse</p>
</li>
<li>
<p>Kosten- und Leistungsrechnung</p>
</li>
<li>
<p>kurzfristige Erfolgsrechnung</p>
</li>
<li>
<p><a class="doklink" title="Nutzenprovision" href="/controlling/231476">Nutzenprovision</a></p>
</li>
<li>
<p>Rabattanalyse</p>
</li>
<li>
<p>Statistiken</p>
</li>
<li>
<p>Verkaufsgebietsanalyse</p>
</li>
<li>
<p>Wertanalyse</p>
</li>
<li>
<p>Wirtschaftlichkeitsanalysen (z.B.Bestellmengenoptimierung, Losgrößenoptimierung)</p>
</li>
<li>
<p>XYZ-Analyse</p>
</li>
</ul>
<p><strong>Instrumente des strategischen Controlling</strong> sind u.a.:</p>
<ul>
<li>
<p>Erfahrungskurven (Erfahrungskurveneffekt)</p>
</li>
<li>
<p>Konkurrenzanalyse</p>
</li>
<li>
<p>Logistik (Logistik-Controlling)</p>
</li>
<li>
<p>Portfolioanalyse</p>
</li>
<li>
<p>Potenzialanalyse</p>
</li>
<li>
<p>Kurve des <a class="doklink" title="Produktlebenszyklus" href="/controlling/240532">Produktlebenszyklus</a></p>
</li>
<li>
<p>Stärken- und Schwächenanalyse</p>
</li>
<li>
<p><a class="doklink" title="Strategische L&#xFC;cke" href="/controlling/241722">strategische Lücke</a></p>
</li>
<li>
<p>Szenariotechnik</p>
</li>
<li>
<p><a class="doklink" title="Zielkostenmanagement" href="/controlling/233776">Zielkostenmanagement</a></p>
</li>
</ul>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld6.">6. Was erfahren Sie im vorliegenden LEXsoft-Produkt über Controlling?</h2>
<p>Neben <strong>Grundbegriffen des Controlling</strong> und <strong>Hinweisen zur </strong><a class="doklink" title="Einf&#xFC;hrung des Controlling" href="/controlling/229024">Einführung des Controlling</a> in kleinen und mittleren Unternehmen konzentriert sich das Lexikon auf die Vorstellung der wichtigsten <strong>Controlling-Instrumente</strong>. Ihre Funktion wird an Beispielen und Grafiken verdeutlicht, ihre praktische Anwendung erleichtern Checklisten und Formulare. Letztere errechnen Ihnen Ihre Werte zum Teil automatisch. Und natürlich können Sie die Dateien auf Ihrem PC ganz nach Ihren individuellen Bedürfnissen anpassen und abspeichern.</p>
<p>Selbstverständlich finden Sie im vorliegenden Werk ausserdem auch Informationen zu Fragen der internationalen Rechnungslegung. Schließlich gewinnen Themen wie IAS oder US-GAAP auch für Mittlelständler zunehmend an Bedeutung. </p>
</div>
<p>Der Beitrag <a href="https://hannovers-steuerberater.de/controlling/ueberblick-controlling/">Überblick: Controlling</a> erschien zuerst auf <a href="https://hannovers-steuerberater.de">Steuerberater Hannover</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Management Support System</title>
		<link>https://hannovers-steuerberater.de/controlling/management-support-system/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[root_cbc9x0pj]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Dec 2018 00:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Management Support SystemInhaltsübersicht1.Überblick2.Arten von Management Support Systemen2.1Management-Informationssysteme und EIS2.2Executive Support System3.Decision Support System4.Data-Warehouse-Systeme5.Allgemeine Anforderungen an Management Support Systeme6.Entwicklungstendenzen1. ÜberblickManagement Support Systeme, die auch als Managementunterstützungssysteme bezeichnet werden, sind der Oberbegriff für aller Einsatzformen von Informations- und Kommunikationstechnologien (IuK) zur Unterstützung von Fach- und Führungskräften.Management-Support-Systeme sind fast so alt wie die zentrale Datenverarbeitung: Schon bald nach  [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://hannovers-steuerberater.de/controlling/management-support-system/">Management Support System</a> erschien zuerst auf <a href="https://hannovers-steuerberater.de">Steuerberater Hannover</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="doc_header stw_header">
<div class="doc_headerlogo stw_headerlogo"><!--stw_logo--></div>
<div class="doc_headerblock stw_headerblock">
<div class="doc_headerline stw_headerline">
<h1 class="stw_titel">Management Support System</h1>
</div>
</div>
</div>
<div class="stw_toc">
<h2 class="stw_toc_head">Inhaltsübersicht</h2>
<ol class="eingeb_num_liste">
<li>
<div class="eingeb_listnum">1.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld1.">Überblick</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">2.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld2.">Arten von Management Support Systemen</a></p>
<ol class="eingeb_num_liste">
<li>
<div class="eingeb_listnum">2.1</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld2.1">Management-Informationssysteme und EIS</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">2.2</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld2.2">Executive Support System</a></div>
</li>
</ol>
</div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">3.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld3.">Decision Support System</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">4.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld4.">Data-Warehouse-Systeme</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">5.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld5.">Allgemeine Anforderungen an Management Support Systeme</a></div>
</li>
<li>
<div class="eingeb_listnum">6.</div>
<div class="eingeb_listenpunkt"><a href="#gld6.">Entwicklungstendenzen</a></div>
</li>
</ol>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld1.">1. Überblick</h2>
<p>Management Support Systeme, die auch als Managementunterstützungssysteme bezeichnet werden, sind der Oberbegriff für aller Einsatzformen von <strong>Informations- und Kommunikationstechnologien</strong> (IuK) zur Unterstützung von Fach- und Führungskräften.</p>
<p>Management-Support-Systeme sind fast so alt wie die zentrale Datenverarbeitung: Schon bald nach Einsatz von Datenbanken entstand der Wunsch nach Software, die dem Management die für Analyse und Planung benötigten Informationen zeitnah zur Verfügung stellt. Die zunächst euphorischen Versuche zur Entwicklung solcher Systeme in den Sechzigerjahren scheiterten jedoch, weil die Speicher- und Verarbeitungskapazitäten der Hardware nicht ausreichte und die eingesetzten Programmiertools sich als ungeeignet erwiesen.</p>
<p>Die Informationen, die von Management Support Systemen bereitgestellt werden, sind sowohl unternehmensinterner als auch unternehmensexterner Art. <strong>Unternehmensinterne Informationen</strong> stammen zum größten Teil aus den operativen Anwendungssystemen der einzelnen Funktionsbereiche wie Rechnungswesen, Produktion, Vertrieb, Personalabteilung oder auch Controlling. Als operative Anwendungssysteme werden in der Industrie vorwiegend PPS-Systeme (<a class="doklink" title="PPS-System" href="/controlling/240342">PPS-System</a>), im Handel überwiegend <a class="doklink" title="Warenwirtschaftssystem" href="/controlling/251319">Warenwirtschaftssysteme</a> eingesetzt. Problemrelevante Daten dieser Systeme gehen in verdichteter Form in die Management Support Systeme ein.</p>
<p><strong>Unternehmensexterne Daten</strong> werden von verschiedenen Quellen außerhalb des Unternehmens bereitgestellt. In Frage kommen hier vor allem Wirtschafts-, Markt- und Branchendaten, die über elektronische Medien entweder offline (zum Beispiel CD-ROM) oder online (zum Beispiel <strong>Internet</strong>, <strong>Online-Datenbanken)</strong> genutzt werden sollen. Dementsprechend müssen Management Support Systeme über geeignete Schnittstellen verfügen, um auch solche Informationen zur verarbeiten.</p>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld2.">2. Arten von Management Support Systemen</h2>
<div class="stw_gld2">
<h3 class="stw_gld2_head" id="gld2.1">2.1 Management-Informationssysteme und EIS</h3>
<p>Sowohl <a class="doklink" title="Management-Informationssystem" href="/controlling/238883">Management-Informationssysteme</a> als auch <a class="doklink" title="Executive Information System" href="/controlling/237531">Executive Information Systems</a> (EIS) stellen spezielle Ausprägungen von Management Support Systemen dar, sind aber beide eher datenorientiert und dienen vor allem der Informationsversorgung.</p>
<p>Aus historischer Sicht stellen die Management-Informationssysteme, die im Allgemeinen kurz als <strong>&#8222;MIS&#8220;</strong> bezeichnet werden, die Ersten Bemühungen um eine EDV-Unterstützung des Managements dar. Auslöser war die Abspeicherung immer größerer Datenmengen und der hieraus resultierende Wunsch nach automatisch generierten Führungsdaten. Dementsprechend übernehmen Management-Informationssysteme detaillierte und verdichtete Informationen aus den operativen Systemen und stellen diese entweder in periodischen Berichtssystemen oder nach gezielter Abfrage dar.</p>
<p>Bei <em>Executive Information Systems</em> handelt es sich um rechnergestützte, dialog- und datenorientierte Informationssysteme, die einzelnen Entscheidungsträgern aktuelle entscheidungsrelevante interne und externe Informationen anbieten. Die Hauptfunktionen lassen sich wie folgt beschreiben:</p>
<ul>
<li>
<p>Die so genannte <strong>Exception-Reporting-Funktion</strong> übernimmt als Überwachungs- und Kontrollinstrument die Aufgabe, die entsprechenden Mitarbeiter frühzeitig auf Soll-Ist-Abweichungen aufmerksam zu machen. Bei der Datenpräsentation werden zur Verdeutlichung des Ausmaßes von Abweichungen im Allgemeinen unterschiedliche Farben eingesetzt.</p>
</li>
<li>
<p>Durch das <strong>Drill-Down-Verfahren</strong> können relevante Sachverhalte auf frei wählbaren Verdichtungsstufen visualisiert und Detailinformationen gezielt abgerufen werden.</p>
</li>
<li>
<p>Bei der Suche in den vorhandenen Datenbeständen dient der so genannte <strong>Navigator</strong> als Orientierungshilfe. Darüber hinaus wird der für die Informationsrecherche beschrittene Weg dokumentiert.</p>
</li>
<li>
<p>Über den <strong>News-Bereich</strong> werden die am EIS beteiligten Mitarbeiter sowohl mit unternehmensinternen als auch mit unternehmensexternen Daten versorgt.</p>
</li>
<li>
<p>Um Zahlenwerte methodisch für <strong>Prognosen</strong> aufbereiten zu können, stellen EIS im Allgemeinen ein entsprechendes Instrumentarium zur Verfügung.</p>
</li>
<li>
<p>Über <strong>E-Mail-Funktionen</strong> werden Nachrichten auf elektronischem Weg versendet und empfangen (Electronic Mailbox System).</p>
</li>
<li>
<p>Durch das so genannte <strong>&#8222;paperclip&#8220;</strong> wird das Weiterleiten von Dokumenten mit persönlichen Markierungen und Randbemerkungen ermöglicht.</p>
</li>
</ul>
<p>EIS werden als Weiterentwicklung von Management-Informationssystemen gesehen und bieten hervorragende Unterstützungsmöglichkeiten für das Management und Controlling. Im Vergleich zu den Decision Support Systemen (DSS) sind sie jedoch eher methodenarm.</p>
</div>
<div class="stw_gld2">
<h3 class="stw_gld2_head" id="gld2.2">2.2 Executive Support System</h3>
<p>Der Begriff <em>Executive Support System</em> wird oft mit <em>Executive Information System</em> gleichgesetzt. Der hier gemeinte Support geht aber über die reine Informationsbereitstellung hinaus. Am ehesten können diese Systeme als Zusammenfassung von <em>Executive Information System</em> und dem im Anschluss vorgestellten <em>Decision Support System</em> charakterisiert werden.</p>
</div>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld3.">3. Decision Support System</h2>
<p>Anders als Management-Informationssysteme und Executive Information Systeme orientieren sich Decision Support Systeme (<a class="doklink" title="Decision Support System" href="/controlling/236862">Decision Support System</a>), die auch als DSS oder Entscheidungsunterstützungssysteme (EUS) bezeichnet werden, stärker am Verhalten des Entscheidungsträgers bei der Lösung von Fachproblemen. Dementsprechend steht auch nicht die Informationsversorgung, sondern die effektive Unterstützung im Planungs- und Entscheidungsprozess im Vordergrund der Decision Support Systeme.</p>
<p>Für diese Form der Management Support Systeme ist vor allem die ausgeprägte Modell- und Methodenorientierung charakteristisch. Daher besitzen diese Systeme neben der eigentlichen Datenbank noch eine <strong>Modelldatenbank</strong> und eine <strong>Methodenbank</strong>, in denen die Modelle bzw. Methoden für die Planung und Entscheidungsunterstützung gespeichert und verwaltet werden.</p>
<p>Häufig basieren Decision Support Systeme auf leistungsfähigen Planungssprachen und Tabellenkalkulationsprogrammen, die Schnittstellen zu mächtigen Datenbanksystemen aufweisen.</p>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld4.">4. Data-Warehouse-Systeme</h2>
<p>Es gehört zu den wichtigsten Aufgaben von Management Support Systemen, problemrelevante Informationen den entsprechenden Führungskräften zeitnah zur Verfügung zu stellen. Die Sammlung, Verdichtung und Selektion dieser entscheidungsrelevanten Informationen kann dabei nur auf der Basis einer konsistenten unternehmensweiten Datenhaltung durchgeführt werden. Bedingt durch die Heterogenität der im Unternehmen eingesetzten Systeme müssen die Daten aber im Allgemeinen aus den unterschiedlichen Systemplattformen zusammengetragen werden. Dieser Aspekt wird unter der Bezeichnung &#8222;Data Warehouse&#8220; zurzeit heftig diskutiert.</p>
<p>Data-Warehouse-Systeme greifen auf unterschiedliche Datenquellen (beispielsweise verschiedene Datenbanksysteme) zu und haben die Aufgabe, Informationen aus diesen verschiedenen Systemen zu sammeln, zusammenzufassen und zu präsentieren. Dabei sind sowohl strukturierte und unstrukturierte als auch unternehmensinterne und unternehmensexterne Daten zu berücksichtigen. Nach Zusammentragen der erforderlichen Informationen sind diese <strong>themenorientiert</strong> und <strong>inhaltsorientiert</strong> aufzubereiten, wobei nicht nur die aktuellen Werte berücksichtigt werden, sondern auch auf historische Daten zurückgegriffen wird. Im Gegensatz zu den anderen Management Support Systemen bieten Data-Warehouse-Systeme damit wichtige Instrumente für das Unternehmens- bzw. <strong>Informationsmanagement</strong>.</p>
<p>Durch die themen- bzw. inhaltsorientierte Datenzusammenführung wird die Gefahr einer &#8222;Informationsüberfrachtung&#8220; vermieden oder zumindest vermindert.</p>
<p>Bei der Übernahme der Daten aus den operativen Systemen werden diese mithilfe von <a class="doklink" title="Transformationsprogramm" href="/controlling/232571">Transformationsprogrammen</a> zur Schaffung der benötigten Kompatibilität umgewandelt. Die Aktualisierungsfrequenz ist dabei abhängig von der Art des Unternehmens und den dort gestellten Anforderungen. Heute eingesetzte Systeme können den Datenabgleich wahlweise tage-, wochen- oder monatsweise durchführen.</p>
<p>Für den praktischen Einsatz von Data-Warehouse-Systemen spielen <strong>Analyse- und Visualisierungstools</strong> eine wichtige Rolle. Dementsprechend enthalten solche Systeme Werkzeugsammlungen mit Programmen zur multimedialen Darstellung komplexer Zusammenhänge. Mit ihrer Hilfe lassen sich im Allgemeinen auf einfache Weise auch komplexe Abfragen ohne Programmierarbeiten auf grafischem Wege formulieren.</p>
<p>Bedingt durch steigende Anforderungen an die Verfügbarkeit von Informationen ist die Zahl der Einsatzgebiete von Data-Warehouse-Konzepten sehr groß.</p>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld5.">5. Allgemeine Anforderungen an Management Support Systeme</h2>
<p>An alle hier vorgestellten Management Support Systeme werden folgende Anforderungen gestellt:</p>
<ul>
<li>
<p>Das Management Support System soll die angeschlossenen Mitarbeiter auch bei ihren allgemeinen Tätigkeiten unterstützen. Wünschenswert ist daher die Integration einer Textverarbeitung, einer Tabellenkalkulation, einer Grafikbearbeitung und eines Terminplaners.</p>
</li>
<li>
<p>Des Weiteren sollte das Managementunterstützungssystem eine Möglichkeit zur Kommunikation innerhalb und außerhalb des Unternehmens bieten. Informationen, bei denen es sich um Texte, Daten oder Grafiken handeln kann, müssen hierzu jederzeit versandt und empfangen werden können.</p>
</li>
<li>
<p>Das jeweilige System muss gewährleisten, dass in einfacher und schneller Form auf die gewünschten Daten zugegriffen werden kann. Der Informationsbegriff ist dabei entsprechend weit auszulegen, sodass er sich nicht nur auf Daten im engeren Sinn, sondern auch auf Grafiken, Dokumente, Abbildungen usw. bezieht.</p>
</li>
<li>
<p>Neben der Verarbeitung von internen Unternehmensdaten muss das Management Support System über Schnittstellen zur Einbindung von unternehmensexternen Daten verfügen.</p>
</li>
<li>
<p>Durch geeignete Techniken bzw. Werkzeuge soll das eingesetzte System den Entscheidungsträger bei der Planung, Entscheidung und Kontrolle unterstützen. Hierzu ist das System entsprechend benutzerfreundlich anzulegen.</p>
</li>
<li>
<p>Das Management Support System muss das Arbeiten in Gruppen und Projektteams unterstützen. Die integrierte bzw. integrierbare so genannte <strong>&#8222;Groupware&#8220;</strong> (Software für die Arbeit in Gruppen) muss daher gewährleisten, dass betriebliche Vorgänge von mehreren Personen in verteilten Systemen bearbeitet werden können (distributed processing).</p>
</li>
</ul>
</div>
<div class="stw_gld1">
<h2 class="stw_gld1_head" id="gld6.">6. Entwicklungstendenzen</h2>
<p>Bereits mit den Data-Warehouse-Systemen wurde ein neuer Ansatz moderner analyseorientierter Anwendungssysteme aufgezeigt. Weitere Leistungssteigerungen sind durch wissensbasierte bzw. Expertensysteme zu erreichen. Auch die so genannten Knowledge Based Decision Support Systeme <strong>(KBDSS)</strong> stellen einen neuen innovativen Ansatz zur Entscheidungsunterstützung dar.</p>
<p>Weitere Leistungssteigerungen erhofft man sich ebenfalls von lernenden und neuronalen Systemen, die voraussichtlich einen großen Einfluss auf zukünftige Entwicklungen im Bereich analyseorientierter Anwendungssysteme haben werden. Speziell die Konzepte des <strong>Data Mining</strong> eröffnen ein hohes Erfolgspotenzial für die Informationsrecherche, Informationsaufbereitung und Informationsanalyse. Darüber hinaus werden zukünftig wohl auch Multimediasysteme eine wichtigere Rolle in der DV-Anwendung spielen. Schließlich werden auch noch die Fortschritte im Bereich der Kommunikationssysteme in Internet und Intranet die weitere Entwicklung entscheidend mitbestimmen.</p>
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